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Einige Zeit nach Herausgabe meines Buches: „Geht nicht über das hinaus, was geschrieben steht“, (Band I, ISBN 3-933940-05-2, Dr. Riehl-Verlag Kassel), erhielt ich am 19.3.2000 einen Telefonanruf eines Ältesten meiner Versammlung mit der Aussage: „Wir hätten uns gerne einmal mit dir unterhalten“, was aber die versteckte Vorladung zu einer Rechtskomiteesitzung war.

Ich lehnte ab, zu kommen, woraufhin einige Tage später am 5.4.2000 unangemeldet zwei Älteste der Nachbarversammlung ins Haus kamen und mir ohne Umschweife den Ausschluss aus der Versammlung mitteilten, weil ich gegen Jehova und sein Wort rebellieren würde und weil man die Versammlung rein erhalten müsse. Ich legte ordnungsgemäß Widerspruch ein, worauf am 15.4.2000 ein Berufungskomitee zusammentrat, an dem ich teilnahm.

Dieses Komitee bestätigte den Ausschluss, allerdings dahingehend abgemildert, dass ich „eigentlich“ nicht gegen Jehova und sein Wort, aber gegen den vom ihm eingesetzten Sklaven und gegen die Organisation rebellieren würde. Ich erhob auch dagegen Einspruch und erhielt dann am 15.5.2000 einen Anruf mit der Information, dass die Gesellschaft die Beschlüsse der beiden Komitees bestätigt habe, worauf am 17.5.2000 in der Versammlung der Ausschluss öffentlich bekannt gemacht wurde. Aus den beiliegenden Schreiben geht die ganze Fragwürdigkeit dieser Handlungsweise deutlich hervor, weshalb kein weiterer Kommentar notwendig ist. Der Leser meines Buches möge selbst entscheiden, wo da die Rebellion gegen Jehova und sein Wort in Wirklichkeit liegt und wer diejenigen sind, die aufrichtige Menschen aus ihren Reihen entfernen.

Dr. L. Riehl


Brief an den einen Ältesten vom Rechtskomitee aus der eigenen Versammlung

Lieber Bruder ... als Antwort auf Dein Telefonat vom 19.3.00, Sonntag, 10.10 Uhr, teile ich Dir folgendes mit:

1. Um eine „Unterhaltung“, die sich am Ende des Telefonats als Komitee-Sitzung mauserte, mit Dir und „mit noch zweien“ zu führen, bestehe ich nach wie vor darauf, dass man mir vorher die Diskussionspunkte, um die es geht, schriftlich mitteilt, damit ich mich darauf vorbereiten kann.

Es ist einfach unfair, ja es verstößt gegen grundlegendes Menschenrecht und gegen den einfachen Anstand, einen Beschuldigten oder Angeklagten, der ich ja in diesem Falle wohl sein soll, zu einer „Gerichtssitzung“ zu laden, bei der drei oder mehr gut vorbereitete „Ankläger“ dem Dissidenten gegenüber sitzen, der aber keine Information darüber hat, welche Punkte besprochen werden sollen. Dass es dabei um das Buch geht mit dem Titel: „Geht nicht über das hinaus, was geschrieben steht“, ISBN 3-933940-05-2, das ich vor kurzem veröffentlicht habe, reicht da nicht aus, da der Inhalt zu umfangreich ist. Da Ihr aber, wie du sagtest, nichts Schriftliches macht, ist dieser Punkt wohl damit erledigt. Wer allerdings zu Wahrheit, Recht und Anstand steht, kann immer schriftlich fixieren, was er vor hat und zu tun gedenkt. Selbst Jehova tut nichts, es sei denn, er hätte es vorher durch seine Propheten kundgetan. Normalerweise verweigern nur Lügner, Betrüger und Leute, die etwas zu verbergen haben, schriftliche Äußerungen.

2. Da Ihr mindestens zu dritt seid, würde ich weiterhin darauf bestehen, dass ich zu der Sitzung einen neutralen, d.h. Wachtturm-unabhängigen Zeugen oder Verteidiger mitbringen kann. In Frage käme ein Rechtsanwalt, den ich noch benennen müsste und der natürlich auch die Vorabinformation über die Diskussionspunkte sowie ausreichend Zeit zur Vorbereitung haben müsste.

3. Da Ihr aber auch keine „weltlichen“ Personen zu solchen „Gerichten“ zulasst, ist auch dieses Ersuchen sinnlos, zumal der Termin von Euch offensichtlich sehr kurzfristig, um nicht zu sagen überfallmäßig eingeplant ist. Ich sehe daher keinerlei Anlass, mich einem solchen Willkürgericht zu stellen, bei dem das Urteil bereits feststeht und bei dem einfachste Regeln der Gerechtigkeit und Menschlichkeit missachtet werden. Nicht umsonst sagt Christus zu Pharisäern, die „das Meer und das trockene Land durchreisen, um einen einzigen Proselyten zu machen“ und die peinlichst genau den Zehnten geben von allen Dingen, dass sie „die gewichtigeren Dinge des Gesetzes außer Acht gelassen“ hätten, „nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und die Treue“ ( Mat. 23:15; 23 ). Auch Christus wurde damals auf die gleiche Weise ohne neutralen Zeugen und ohne Rechtsbeistand von Pharisäern gerichtet. Auch da stand das Urteil schon vorher fest.

4. Ich habe in meinem Buch ausführlich und, wie ich meine, klar verständlich zu allen Fragen Stellung genommen. Da Du, Bruder ..., mein Buch gelesen hast, wie Du behauptest, musst Du meine Ansichten genau kennen! Wozu also noch darüber diskutieren? Diese Aufregung und Beleidigung meiner Person werde ich mir daher, aber auch aus gesundheitlichen Gründen, ersparen können. Mit 72 Jahren steckt man so etwas nicht mehr ohne gesundheitlichen Schaden weg.

5.  Solltet Ihr mir in meinem Buch auch nur ein einziges biblisches Vergehen nachweisen können, so werft Eure Steine! Jehova wird Euch zur gegebenen Zeit dafür zur Verantwortung ziehen, spätestens dann, wenn Christus wirklich kommt. Dann wird er die richten, die Ihre Brüder geschmäht, gehasst und gerichtet haben. Wenn aber die Dinge wahr werden, die in meinem Buche stehen, dann werdet Ihr mit Schrecken daran erinnert werden. Es wäre besser für Euch, wie die Beröer, im Worte Gottes zu prüfen, ob die Wachtturm-Aussagen Gottes Wort oder Menschenmeinung sind, als über aufrichtige und seit Jahrzehnten treue Brüder herzufallen und sie zu verfolgen! So nun könnt Ihr Eure Kleider zerreißen und mich „töten“! Eines könnt Ihr jedoch nicht, nämlich verhindern, dass ich weiterhin ein treuer Zeuge für Jehova bleiben werde, wie es eigentlich schon mein Buch beweist und dass ich ein Jünger Christi bleibe, weil ich in seinem Worte bleibe und es nicht verdrehe (Joh. 8:31).

PS: Ich untersage der Wachtturmgesellschaft und angeschlossenen Vereinen der Zeugen Jehovas sowie allen Versammlungen, eine Akte über mich zu führen. Vorhandene mit meinem Namen oder einem diesbezüglichen Code versehene Unterlagen jeglicher Art sind zu vernichten. Wenn Ihr dem zuwiderhandelt, habt Ihr auch dies vor Jehova zu verantworten. Ich berufe mich dabei auf ein Euch wohlbekanntes Gesetz des „Cäsars“.

Mit brüderlichem Gruß!


Brief an das Rechtskomitee:

An das Rechtskomitee der Zeugen Jehovas in ..., vertreten durch drei Älteste.

Liebe Brüder,

am 5.4. abends gegen 18.00 Uhr wurde ich ohne Voranmeldung von zwei Ältesten in meiner Wohnung aufgesucht. Im Beisein meiner Frau wurde mir durch den Ältesten ... erklärt, dass man sich entschieden habe, mir die Gemeinschaft zu entziehen. Als Begründung wurde mir ein Verstoß gegen zwei Bibelstellen vorgehalten und der Älteste ... ließ sich sogar dazu herab, mir dies „schriftlich zu geben“. Er kritzelte daraufhin zwei Bibelstellen auf ein zugereichtes Stück Papier und fügte noch eine dritte Stelle dazu.

Es handelt sich um die Bibelaussagen:

  • Röm. 16:17: „Nun ermahne ich euch, Brüder; die im Auge zu behalten, die Spaltungen hervorrufen und Ursachen zum Straucheln geben entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie“.
  • 2. Kor. 6:14: „Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis?“
  • Jos. 22:22, Fußnote „Göttlicher, Gott, Jehova, er weiß es und Israel, es wird es auch wissen. Ist es aus Rebellion und ist es aus Untreue gegen Jehova, so rette uns an diesem Tag nicht“. In der Fußnote wird u.a. gesagt, dass Rebellion auch Abtrünnigkeit bedeuten kann.

Ohne auch nur diese Bibelstellen zu zitieren oder in der Bibel nachzuschlagen oder gar ein Gebet zu sprechen, um Jehovas und Christi Beistand zu erflehen, erklärte man weiterhin mehrmals betont, dass man die Versammlung rein erhalten müsse, aber wovor rein, das sagte man nicht, auch nicht auf mein Argument hin, dass ich die Versammlung nicht verunreinigt hätte, im Gegenteil, dass ich mich stets ruhig verhalten und niemals in der Versammlung irgend welche Unruhe gestiftet hätte. Darauf keinerlei Kommentar, wie überhaupt das ganze Gespräch sehr einseitig verlief. Kein Versuch, mir zu erklären, wieso man mir diese Bibelstellen vorhalten würde und was ich mir im Detail hätte angeblich zuschulden kommen lassen. Kein Wort des Bedauerns, obwohl ich den einen Bruder schon seit sehr langer Zeit kannte. Die Versammlung „rein“ erhalten, aber dem Bruder helfen, davon war keine Rede! Will man dadurch etwa vermeiden, dass die Versammlung erfährt, wie tief sie schon in den Irrtum geführt ist? Auf die Frage, ob man mein Buch überhaupt gelesen hätte, kam von dem einen mir bekannten Ältesten die ziemlich beleidigende und mit einer abfälligen Handbewegung versehene Antwort: „Da genügen einige wenige Seiten, um zu wissen, was darin steht“ und dies bei einem Buche mit 383 Seiten, angefüllt mit unzähligen biblischen Beweisen. Wenn man mit der Bibel und anderen Schriften ebenso oberflächlich und überheblich umgeht, braucht einen nicht zu verwundern, was man aus der biblischen Wahrheit, dem Worte Gottes inzwischen gemacht hat.

Ich erhebe gegen den ausgesprochenen Gemeinschaftsentzug Einspruch

und nehme zu den Vorwürfen wie folgt Stellung:

I. Ich verwehre mich ganz entschieden gegen den Vorwurf gemäß Röm. 16:17, Spaltungen zu verursachen oder Ursache zum Straucheln zu geben entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt! Hier geht es doch eindeutig um die Lehre, die in der Bibel steht, die also die Apostel und Jünger Christi gelehrt haben und die jene und auch wir aus der Bibel, dem Worte Gottes gelernt haben und nicht etwa aus nachträglich von nicht inspirierten Menschen erfundene, angebliche biblische „Wahrheiten“, die lediglich Menschenmeinung sind. Sagt mir bitte, wo und wodurch ich in meinem Buche gegen das Wort Gottes verstoßen oder geredet haben soll! Im Gegenteil habe ich dieses Buch geschrieben, um gerade die Lehre nicht inspirierter Menschen, die sich zwar selbst treu und verständig nennen, aber fortgesetzt gegen Gottes Wort und Geist reden, biblisch richtig zustellen. Dieses öffentliche Bekenntnis zu Gottes Wort wird ja schon klar und eindeutig zum Ausdruck gebracht durch den Titel meines Buches: „Geht nicht über das hinaus, was geschrieben steht“. Ich habe mich bemüht, die Ehre Jehovas und seiner Propheten, einschließlich Christi wieder herzustellen, die zu Lügnern gemacht wurden durch viele falsche Lehren und Dogmen, die aber stets als „Biblische Wahrheiten“ offeriert worden sind. Nennt man bei Euch so etwas, Spaltungen zu verursachen und Ursache zum Straucheln zu geben? Allenfalls könnte man dabei an den falschen und unbiblischen Wachtturm-Dogmen straucheln, aber nicht an Gottes Wort. Ich führe in meinem Buche die Menschen ja gerade wieder zur Bibel zurück, hinweg von tödlichen Irrlehren. Wenn Ihr dies nicht versteht oder nicht wahr haben wollt, dann wehe Euch!

Ich habe die in meinem Buch zusammengefassten Argumente oftmals in Einzelgesprächen mit Ältesten und auch schriftlich mit dem Zweigbüro offen zur Diskussion gestellt. Ich bekam nie eine befriedigende Antwort; es kam auch keiner der angesprochenen (Ältesten, wohlgemerkt, nicht etwa Brüder!!) auf die Idee, mich auf den, ach so „gefährlichen“ Weg, dass ich mich streng an die Bibel halte und die Wt-Dogmen in Frage stelle, aufmerksam zu machen, mir zu helfen, die „wahre“ Erkenntnis zu erlangen oder zu warnen, wohin dies führen könnte. Niemand wollte mir offenbar helfen. Nennt Ihr dies Hirtenpflicht? Auch Ihr vom Komitee wollt mir nicht helfen, sondern mich hinrichten. Ausgerechnet Ihr, die Ihr Eure biblische Pflicht sträflich vernachlässigt habt, indem Ihr nämlich dem auf Abwegen befindlichen Schaf, wie Ihr ja meint, nicht nachgegangen seid, wie es der gute Hirte Christus gewiss getan hätte, boxt stattdessen dieses Schaf, das Euch Gewissensprobleme und dadurch Unruhe bereitet, aus der Versammlung hinaus. Wer sagt Euch eigentlich, dass mir Eure Gemeinschaft angenehm sei? Ich ertrage Euch schon seit über 30 Jahren und habe Ruhe bewahrt, so ertragt mich doch wenigstens die paar Jahre, die mir vielleicht noch zum Leben bleiben. Ihr habt auch keine Achtung vor grauem Haar und macht es Euch sehr einfach: Ihr werft den unliebsamen Bruder hinaus und schon hat Euer böses Herz Ruhe; aber es wird keine Ruhe haben, dafür wird Jehova bald sorgen und er wird mir, wie schon mehrmals, eilends Recht verschaffen (Luk. 18:7-8)! Nicht umsonst sagt Jehova in Jesaja 9:14-17 eindringlich (auszugsweise):

„... Und Jehova wird von Israel [ das ist nicht die Christenheit, wie immer behauptet wird ) Haupt und Schwanz abhauen, Schößling und Binse an einem Tag. Der Betagte und Hochgeachtete ist das Haupt und der Prophet, der falsche Unterweisung erteilt, ist der Schwanz. Und die dieses Volk leiten, erweisen sich als die, die es irreführen und die von ihnen geleiteten als die, die verwirrt sind ... sie alle sind Abtrünnige und Übeltäter und jeder Mund redet Unverstand ...“.

Eigenartiger Weise fanden die Brüder in Selters und viele Älteste, an die ich mich immer wieder mündlich und schriftlich gewandt hatte, nie irgend einen Anlass, an einen Ausschluss zu denken, ebenso wenig, wie sie sich veranlasst fühlten, mir helfen zu müssen oder mich vor dem „gefährlichen Weg“, den ich angeblich eingeschlagen hätte, zu warnen und dies schon seit mehr als 20 Jahren! Nur weil ich jetzt alles in einem Buch zusammengefasst habe und deshalb an die Öffentlichkeit ging, weil Ihr nicht hören wolltet, nun plötzlich sind die gleichen Argumente, die ich schon vor 20 Jahren und immer wieder gegenüber Selters und gegenüber Versammlungsältesten geäußert habe, „Spaltungen“ und „Anlass zum Straucheln“! Seid Ihr etwa gerechter als jene, seid ihr da nicht etwas überempfindlich oder könnt Ihr die Wahrheit nicht ertragen?

Hier einige Beispiele, zunächst speziell aus der Versammlung ..., der ich bereits seit fast 10 Jahren angehöre, dann aber auch andere Fälle:

1. Ich sprach vor Jahren mit einem Ältesten nach Ende eines Buchstudiums darüber, dass uns der sog. Treue und Verständige Sklave nicht die Wahrheit sage; er hat das angehört und nur überrascht erwidert: “Damit sagst du ja, dass uns dieser Sklave belügt“. Ich erwiderte: „Das tut er ja auch, ob bewusst oder unbewusst, das sei dahingestellt!“ Keine Reaktion, Kein Versuch, mich vom Gegenteil zu überzeugen, keine Belehrung oder „Hilfestellung“ für den auf „Abwegen“ befindlichen Bruder. Er akzeptierte dies einfach!

2. Ein andermal unterhielt ich mich mit einem anderen Ältesten in seiner Wohnung über verschiedene biblische Themen. U.a. sagte ich, dass Christus niemals 1914 gekommen sein konnte, auch nicht zu seinem Volk und führte die biblischen Beweise an. Auch er hörte sich dies kommentarlos an und sah sich nicht veranlasst, mich vor dem „so gefährlichen“ Weg, die biblische Wahrheit den Wt-Dogmen vorzuziehen, zu warnen oder gar den Versuch zu machen, mich vom Gegenteil oder von den WT-Behauptungen zu überzeugen. Also auch hier keine Belehrung, keine Warnung, kein Mitleid und keine Ausschlussdrohung!

3. Schließlich besuchte mich ein dritter Ältester eines Tages zu Hause unter dem Vorwand, er fange mit seinen Hirtenbesuchen zufällig bei mir an. Diese „Hirtenbesuche“ schienen allerdings auch bei mir aufgehört zu haben, wie ich nachträglich erfahren konnte. Er sollte mich offenbar nur aushorchen. Ich sprach ganz offen über einige Themen und fragte ihn, ob er einem Menschen glauben würde, der fortgesetzt von sich selbst behaupte, dass er treu und verständig sei und die Wahrheit so rein lehre. Er antwortete spontan und mit Nachdruck: „Nein!“ Kein Anzeichen von Schock oder Befürchtung von Spaltungen oder Anlass zum Straucheln. Keine Belehrung, kein Helfenwollen usw. und er wusste genau, wen ich meinte! Haben diese Ältesten alle ihre Hirtenpflicht vernachlässigt, sind sie zu feige, mit einem Bruder offen zu reden oder denken sie in Ihrem Herzen genau so, wie ich, wagen nur nicht, dies offen zu äußern? Ich vermute das Letztere.

4. Ich habe 1980 in einem umfangreichen Brief an mehrere Älteste meiner damaligen Versammlung in ..., an den damals zuständigen Kreisaufseher, der den Brief einem weiteren Kreisaufseher zur Kenntnis gab, an Selters und nach Brooklyn all meine Bedenken geäußert, die auch in meinem Buche stehen und auf viele Irrtümer hingewiesen. Keine hektische Reaktion, kein Versuch, mich von meiner „gefährlichen“ Denkweise abzubringen, keine diesbezügliche Belehrung, nein, man hat auch dies geschluckt.

5. Ich habe auch in den Jahren danach durch zahlreiche Briefe an Selters auf viele Irrtümer hingewiesen, ja in einem bestimmten Falle sogar betont, dass eine im Wachtturm gemachte Aussage einfach gelogen sei. Reaktion: Man war „nur etwas traurig“, dass ich sie Lügner nennen würde. Man sah auch da keinen Anlass, mich zu ermahnen oder zu warnen oder mir gar mit Ausschluss zu drohen!

Eigenartig! Ausgerechnet Ihr, die Ihr in gleicher Weise Eure Hirtenpflicht eklatant vernachlässigt habt, erkennt nun plötzlich die große Gefahr, die angeblich der Versammlung durch mich droht, mit der ich nie gesprochen habe, also auch keinerlei Anlass zum Straucheln oder zu Spaltungen gegeben haben konnte, sondern stets nur mit „Höherrangigen“ gesprochen habe. Ihr reagiert sofort hektisch mit Gemeinschaftsentzug auf der Basis von Bibelstellen, die ich niemals verletzt habe, unter dem heuchlerischen Vorwand, die Versammlung rein erhalten zu müssen. Ihr habt weder versucht, mit mir zu sprechen, mich zu ermahnen, mir zu helfen, empfindet keinerlei Mitleid mit einem Bruder, der seit über 30 Jahren mit Euch gemeinsam gegangen ist! Dies alles wäre Eure unbedingte biblische Hirten- und Bruderpflicht gewesen, bevor man ein Strafkomitee zusammenruft! Nennt Ihr dies Eure „Brüderliche Liebe“, Eure Barmherzigkeit, Euer Gerechtigkeitsdenken? Ihr habt also einen entscheidenden Fehler begangen und Euch gegen viele biblische Grundsätze vergangen, aber nicht nur dies, Ihr habt sogar gegen ausdrückliche WT-Anweisungen gehandelt, denn in dem „Lehrbuch für die Königreichsdienstschule“ heißt es u.a., dass berücksichtigt werden muss, ob derjenige zuvor darauf hingewiesen wurde, dass er sich durch sein Verhalten in Gefahr brachte und dass die Ältesten bestrebt sein sollten, ihn, wenn irgend möglich, zu retten. Von all dem war nichts zu spüren, man verkündete mir brutal und herzlos ohne Vorwarnung den Gemeinschaftsentzug, kein Mitleid, kein Rettungsversuch, keine Rücksicht auf mein Alter, sondern „Hinrichtung“. Ihr seid demnach keine Hirten, sondern Scharfrichter, anscheinend völlig herzlos und ohne Liebe. Nicht umsonst sagt Jehova von Euch, ebenfalls in eindringlicher Weise in Jes. ab 3:8:

„... oh mein Volk, die dich leiten, führen dich irre und den Weg deiner Pfade haben sie verwirrt ... Jehova selbst wird ins Gericht gehen mit den Älteren seines Volkes und mit dessen Fürsten ...“.

Ihr nennt Euch doch stolz die Fürsten des Volkes Gottes, seines Volkes oder etwa nicht? Wer außer Euch sollte denn sonst gemeint sein, denn Jesaja prophezeit u.a. das, was „der Sohn des Amoz hinsichtlich Judas und Jerusalems schaute und es soll geschehen im Schlussteil der Tage ...“ (Jes. 2:1-2). Ihr solltet Jesaja, Jeremia und Hesekiel daher einmal aufmerksam lesen und nicht wie Euch vorgegaukelt wird, auf die Christenheit, sondern auf Euch selbst anwenden, auf uns! Ihr verletzt in Wirklichkeit die erste von den drei Bibelstellen, die mir zur Last gelegt werden, in besonderem Maße, denn Ihr verkündet ein anderes Evangelium, als es die Apostel verkündet hatten und wie es eindeutig in Gottes Wort festgehalten wird. Und die dies tun sind laut Gal. 1:8-9 verflucht!

Im Gegensatz zu Euch habe ich mich in meinem Buch ausschließlich auf Gottes Wort gestützt und die inzwischen wieder einmal weltweit, diesmal durch sein eigenes Volk, verbreiteten Irrlehren bloßgestellt. Es scheint ein Naturgesetz zu sein, dass Lügner und Betrüger und alle Böslinge immer die anderen so nennen! Entscheidend dabei ist allein, wer die Wahrheit sagt. Man könnte wirklich meinen, dass Ihr schon jegliches Gefühl für Wahrheit verloren habt. Deshalb wird dies bald Jehova selbst klären und dieser Tag wird für Euch schrecklich sein, denn Ihr habt fast alle biblischen Warnungen außer Acht gelassen, wie auch diese mit den Beröern! Ihr seid auch nicht so edel gesinnt, wie diese, denn Ihr plappert gedankenlos alles nach, was Euch nicht inspirierte Menschen sagen oder schreiben, ohne auch nur einmal gewissenhaft im Worte Gottes, nicht etwa im „Wachtturm“, zu prüfen, ob sich diese Dinge auch so verhalten!

Und ausgerechnet Ihr wollt einen aufrichtigen und Jehova und Christus treuen Bruder aus Eurer Gemeinschaft ausstoßen! Vielleicht aber ist dies sogar gut so, denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? Bald wird jeder Aufrichtige und Jehova treue Bruder sich von Euch trennen, wie es ja schon zu beobachten ist und Eure „Höchstzahlen“ werden „Tiefstzahlen“ werden! Ihr treibt die Menschen aus den Versammlungen hinaus durch Euer unbiblisches Verhalten und durch Heuchelei, und ladet dadurch gewaltige Blutschuld auf Euch! Jehova selbst dagegen wird seine Schafe auf fette Weiden führen, wie er es in Hesekiel, Kap. 34 den Aufrichtigen versichert und wo Jehova seinen Groll gegen die Hirten Israels, das ist sein Volk, nicht etwa die Christenheit, prophezeien lässt und dies geschieht an dem Tage, an dem der wahre Hirte Christus kommt!

II. Es ist geradezu eine Unverschämtheit und eine zum Himmel Jehovas schreiende Ungerechtigkeit, mich unter Ungläubige, Gesetzlose und in Finsternis befindliche einzureihen zu wollen und dies, nachdem man angeblich mein Buch gelesen haben will! Von welchem Unglauben und welchem Gesetz und welcher Finsternis redet Ihr dabei eigentlich? Unglauben an Gottes Wort kann es nicht sein, denn in meinem Buch habe ich gerade meinen unerschütterlichen Glauben an Jehovas Wort bewiesen, wissend um die Verfolgung, die mich durch Euch treffen würde. Ebenso wenig könnt Ihr Jehovas Gesetz meinen, denn auch hierzu habe ich mich in meinem Buch ausdrücklich bekannt. Daher nochmals die Frage: Welchen Glauben und welches Gesetz meint Ihr, das ich verletzt haben soll? Da jedoch Jehovas Gesetz über menschlichem Gesetz steht, habe ich mir in meinem Herzen keinerlei Vergehen vorzuwerfen und Jehova und sein Christus sind meine unerschütterlichen Zeugen! Die Finsternis, die Ihr meint, hat Euch eingeschlossen, denn Ihr merkt gar nicht mehr, wie tief Ihr schon gesunken seid und von der Wahrheit, die Ihr nur auf Euren Lippen, aber nicht im Herzen preist, entfernt seid. Ihr alle seid gemäß Jehovas Wort Abtrünnige (Jes. 9:14-17).

III. Was Josua sagt ist mit allem vorher Gesagten schon geklärt, denn Abtrünnigkeit oder Rebellion im Sinne der Untreue gegenüber Jehova kann mir kein aufrichtiger Mensch vorwerfen und jeder, der das Buch „Geht nicht über das hinaus, was geschrieben steht“ aufmerksam wirklich liest und es ehrlichen Herzens beurteilt, wird erkennen, dass ich für Jehova und seine Propheten, einschließlich Christus, kein besseres, öffentliches Zeugnis geben konnte, als gerade durch mein Buch! Dies steht in krassem Gegensatz zu Euch, die Ihr durch Eure unbiblischen Lehren alle Propheten und Ihn selbst entehrt und zu Lügnern macht, weil Ihr behauptet, biblische, d. h. göttliche Wahrheit so rein zu lehren, aber in Wirklichkeit unzählige, unbiblische Behauptungen in alle Welt hinausposaunt. Solltet Ihr daher, darauf beharren, mich aus Eurer Gemeinschaft auszuschließen, was eine eindeutig unbiblische Entscheidung wäre, so möchte ich nicht in Eurer Haut stecken, wenn der Tag Eurer Bestrafung kommt! Ihr steht dann in Reih und Glied mit denen, die damals Christus und die Propheten ermordet haben, denn, was Ihr dem geringsten seiner Brüder getan habt, das habt Ihr Ihm getan! Das sind Christi Worte! Doch ich bin frohen Mutes, denn Jehova sagt auch zu mir, der ich vor seinem Worte zittere: Eure Brüder, die Euch hassen. die euch meines Namens wegen ausschließen, sprachen: "Möge Jehova verherrlicht werden!“ Er soll auch mit Freude eurerseits erscheinen und sie sind es, die zuschanden werden! (Jes. 66:5)

PS. Zu Eurer Information: Das Abendmahl, das die ersten Christen nachweislich auch Liebesmahl nannten, werde ich zu Hause einnehmen, damit Ihr erst gar keine üblen Vorkehrungen zu treffen braucht, mich daran zu hindern, wie es schon einmal vor Jahren durch den vorsitz-führenden Aufseher versucht wurde. Auch erspare ich mir dadurch die Aufregung, die dem Liebesmahl nicht angemessen wäre. Ihr seht, auch daran könnt Ihr mich für alle Zukunft nicht hindern und wenn Christus wirklich kommt, dann wird klar sein „wer wirklich zu den 144.000 gehört“ und er wird ihre Schmäher, Verfolger und Mörder in die Finsternis stoßen, in der sie sich eigentlich schon lange befinden!

Euer Euch mit Schmerzen ertragender Bruder, der sehnlichst hofft, dass wenigstens einige von Euch noch aus ihrem Tiefschlaf erwachen, ehe es zu spät ist!

Eigenprotokoll zur Sitzung des Einspruchskomitees wegen Gemeinschaftsentzugs, stattgefunden am 15.4.00 zwischen 16 und 18 Uhr.

(Vorsitz: Brd. ..., Beisitz: Brd. ... und Brd. ..., Zuhörer: die drei Ältesten des Rechtskomitees)

(6 gegen einen!!!)

Man begrüßte mich „herzlich“ und sprach ein „ermunterndes“ Gebet, was ich ausdrücklich begrüßte und dabei erwähnte, dass man bei der Rechtskomitee-Information bei mir zu Hause weder gebetet, noch die Bibel geöffnet habe, sondern nur drei Bibelstellen auf einen Zettel gekritzelt, aber nicht einmal zitiert habe. -Keine Antwort! Daraufhin wurde kurz erwähnt, weshalb man sich zusammensetze und dass ein eventueller Fehler des Rechtskomitees geprüft werden solle. Man hatte mein Buch „Geht nicht über das hinaus, was geschrieben steht“, ISBN 3-933940-05-2, Band I, auf dem Tische liegen und der vorsitzende Brd. beteuerte, dass er es gründlich gelesen habe, wovon ich mich im Laufe des Gesprächs teilweise überzeugen konnte; es sei ein sehr schönes Buch, aber der Inhalt sei für ihn leider nicht zu verstehen.

Nun wurde Punkt für Punkt mein Buch nach negativen Äußerungen und nur nach negativen gegen die WT-Ges. und gegen den Sklaven durchgekämmt, um mir offenbar vor den 6 anwesenden Ältesten die „Rebellion“ nachweisen zu können, die mir das Rechtskomitee vorgeworfen hatte, stets mit der Frage, ob ich dies auch jetzt bestätigen würde. Ich bejahte bei allem und betonte, dass es doch wirklich so sei und untermauerte alles mit entsprechenden Kommentaren.

Mein Hauptargument war, was ich auch in meinem Einspruchsschreiben betont hatte, dass ich mit keinem einzigen Wort gegen Jehova und sein Wort rebelliert hätte, was ja u.a. der unverschämte Vorwurf des Rechtskomitees gewesen sei, der mir in brutaler Weise im Beisein meiner Frau mitgeteilt worden war. Meine Frau ist keine Zeugin Jehovas und war so schockiert von der eiskalten und lieblosen Verfahrensweise, dass sie sich gewiss nie mehr mit dieser Religion beschäftigen wird. Insofern war die Aktion des Rechtskomitees auch ein erschreckend negatives Zeugnis! - Kein Kommentar! Und was das Anlass geben zum Straucheln und zu Spaltungen angeht, so habe ich 30 Jahre lang nie einen Bruder aktiv angesprochen, sondern mich stets nur an Älteste oder an die Gesellschaft direkt gewandt. Auch dies wurde stillschweigend zur Kenntnis genommen.

Der vorsitzführende Brd. zögerte lange und redete darum herum, bis er dann doch zugab, dass ich „eigentlich“ nicht gegen Jehova und sein Wort gehandelt oder rebelliert hätte, aber ich würde gegen die Gesellschaft und gegen den Sklaven rebellieren. Ich entgegnete, dass ich mich gegen die unbiblischen Lehren der Gesellschaft und gegen das Verhalten des Sklaven empöre und dies in meinem Buch biblisch bewiesen und widerlegt hätte. Wenn man dies Rebellion nenne, so könne ich es wohl nicht ändern.

Darauf der vorsitzführende Brd.: „Aber wenn du doch gegen die von Jehova eingesetzte Organisation und ihre Vertreter rebellierst, ist es auch eine Rebellion gegen Jehova und sein Wort. Meine Entgegnung: „Seit wann ist es Rebellion gegen Jehova und sein Wort, wenn man gerade Irrlehren biblisch richtig stellt und sich bemüht, Jehovas Ehre und die seiner Propheten wieder herzustellen. Der Sklave behauptet doch bei allem, biblische, d.h. göttliche Belehrung zu geben und von Jehovas Geist geleitet zu sein. Belügt uns etwa Jehova immer ein bisschen weniger, nachdem das Licht ja angeblich immer etwas heller wird, wo doch Jehova gar nicht lügen kann? Wenn jene also unbiblische Dinge behaupten und diese gleichzeitig als biblische Wahrheit ausgeben, dann machen sie Jehova zum Lügner! - Kein Kommentar!

Man kann doch nicht gleichzeitig in Anspruch nehmen, nicht inspiriert zu sein, vom Geiste Jehovas geleitet zu sein und biblische Wahrheit so rein zu lehren, dabei aber bibelwidersprechende Dinge zu behaupten! Wenn sie daher vom Geiste geleitet sind, dann mit Sicherheit nicht vom Geiste Jehovas! Darauf der vorsitzführende Brd., dann können sie nur noch vom Geiste Satans geleitet sein, denn es gibt nur diese beiden Geister. Ich: Du hast absolut logisch gefolgert, aber allenfalls sind sie von keinem Geiste geleitet.

Zwischen allen Gesprächen wurden dann immer wieder aus dem Zusammenhang gerissene Äußerungen aus meinem Buch zitiert und schließlich meinte man, dass ich doch gegen die von Jehova und Christus, den Herrlichen, eingesetzte Personen lästern würde, das seien ja auch die Ältesten, Kreisaufseher und andere Beauftragte. Man bezog sich dabei auf die Bibelstellen in Judas, wo es heißt, dass jene verwegen über die Herrlichen, das seien also Jehova und Christus, lästern würden und dass Christus nicht einmal Satan lästerte. Ich begegnete, dass man es schlecht als Lästerung bezeichnen könne, wenn man offen gegen falsche Lehren auftreten würde und dabei zwangsläufig die beim Namen nennen müsse, die diese falschen Lehren verbreiteten und dafür verantwortlich seien. Außerdem sei diese Auslegung für mich neu, dass die Herrlichen Jehova und Christus seien, ich hätte dies immer anders gehört, wo man die Ältesten als diese Herrlichen ausgab. (Neuerlich wieder im Wachtturm vom 15. Juni 2000, S. 16!!!!)

Nun brachte ich einige Beispiele von falschen sog. biblischen Wahrheiten:

1. Die 1914-Lüge: Christus kann niemals 1914 gekommen sein mit großer Macht und Herrlichkeit und mit allen seinen Engeln, wofür ich in meinem Buche zahlreiche Beweise angeführt habe! Also ist es eine Lüge, ob bewusst oder unbewusst, sei dahingestellt! Es gibt nur Wahrheit oder Lüge, denn jede Unwahrheit auch wenn sie unbewusst formuliert wurde, ist eine Lüge. Diese Definition von Lüge wurde als „neu“ bezeichnet, denn eine unbewusste Lüge sei dessen Wahrheit. Ich konterte, dass dies eine eigenartige und erschreckende Auffassung von Wahrheit sei, da es doch nur eine Wahrheit gäbe, Gottes Wort, was jeder Zeuge Jehovas doch wissen müsste! - Kein Kommentar!

2. Die Harmagedon-Lüge: 1975 wurde von allen Brüdern als sicheres Harmagedonjahr verbreitet und sogar von Kreisaufsehern bei Kongressen behauptet. Der vorsitzführende Brd. ... stritt jedoch ab, dass dies aber niemals der Sklave gesagt habe, sondern stets nur das Ende der 6000 Jahre betont habe. Ich wies auf die WT-Stellen in meinem Buche hin, wo eindeutig 1975 Ende oder 1976 Anfang als Zeitpunkt für Harmagedon genannt wurde. Auch dies wurde abgestritten, er habe diese WT-Stellen gelesen, da würde nichts von Harmagedon stehen. Ich konterte erneut damit, dass es eindeutig formuliert sei und dass es jeder nachlesen könne, da die WT-Stellen in meinem Buche zitiert seien.

3. Die Unsterblichkeits-Lüge: Kommt zu uns, dann braucht ihr nie mehr zu sterben, wo bitte steht das in der Bibel, dass unvollkommene Menschen nie mehr sterben sollen? - Keine Antwort wie bei fast allen meinen Argumentationen! Dagegen wiederholt die stereotype Antwort: Der Sklave lehrt biblische Wahrheit, wir glauben ihm! Mein Kommentar: Das ist zwar nicht wahr, aber euren blinden Glauben müsst ihr vor Jehova verantworten!

4. Wir, der Treue und Verständige Sklave: Als dieser stellen sich stets die wenigen von Brooklyn dar, nämlich die Körperschaft, die sich anmaßt für ca. 8000 Menschen zu sprechen, obwohl Christus alle seine Jünger meint. Der vorsitzführende Brd. ...: Das sagt auch der Sklave und er eröffnet seine Briefe mit „Wir, die Leitende Körperschaft...“ Mein Kommentar: Das stimmt nicht in jedem Falle und auch sonst gibt sich diese Körperschaft stets als dieser „Sklave“ alleine aus und fragt die 8000 gar nicht, ja sie ignoriert sogar ihre Argumente. Im übrigen verstehen fast alle Brüder den „Treuen und Verständigen Sklaven“ als die Körperschaft allein und es wird auch in den Schriften so suggeriert. Der eine der beisitzenden Brd.: Frage doch alle, die hier sitzen, dann wirst du die richtige Antwort bekommen. Mein Argument: Gewiss, nachdem alle diese Diskussion gehört haben, werden sie richtig antworten, aber eine Rundfrage bei den Brüdern würde ein anderes Bild ergeben. Darauf meinte der vorsitzführende Brd. ...: Wenn du dich zum Überrest bekennst, dann bist du auch der treue und verständige Sklave. Ich: Davon habe ich nie Gebrauch gemacht und mich auch nie selbst treu und verständig genannt! Ich nahm die Symbole und ging ruhig nach Hause. Treu und verständig kann aber doch nur der sein, der treu zu Gottes Wort steht und es daher auch versteht, das ist aber der, der sich selbst so nennt, nicht! Nun kam nochmals betont der „berühmte“ Satz vom vorsitzführenden Brd. ...: „Der Sklave belügt uns nicht, wir glauben an ihn.“ Ich sagte daraufhin, dass es besser sei, an Jehova und sein ewiggültiges Wort zu glauben als an nichtinspirierte Menschen und deren trügerisches Wort.

5. Das abtrünnige Jerusalem sei die Christenheit: Niemals kann Jerusalem, Gottes Volk, Israel oder Juda die Christenheit sein. Jehova weiß doch, wer sein Volk ist oder nicht? Petrus sagt sogar, dass es bei uns anfange! Lest doch diese Propheten, besonders Jesaja, Jeremia und Hesekiel, die fast nur von der Endzeit reden und wendet ihre Worte endlich einmal auf uns an! - Keine Antwort! Was hat Jehova jedesmal getan, wenn die Verantwortlichen seines Volkes nicht nach seinem Willen handelten und sein Wort verwarfen? Der eine der beisitzenden Brd. sagte daraufhin: Dann hat er einzelne berufen, um die Verantwortlichen zu warnen, aber auch mehrere gleichzeitig, das war dann auch ein Kollektiv. Mein Kommentar: Mehrere einzelne Propheten sind noch lange kein Kollektiv! Übrigens sagt doch Jehova, dass sein Volk erkennen würde, dass ein Prophet in ihrer Mitte war, auf den sie nicht gehört haben, wenn dessen Worte wahr würden. Wenn das, was ich in meinem Buche aufgrund biblischer Erkenntnis gesagt habe, wahr wird, werdet auch Ihr erkennen! Der eine der beisitzenden Brd. ereiferte sich nun und meinte, dass dies 60 Mal in der Bibel stehe, [ er meinte wohl den Ausspruch: „Und sie werden erkennen müssen, dass ich Jehova bin“]. Er sagte weiter, dass ich mich demnach als einen Beauftragten Jehovas bezeichnen würde, als einen Propheten. Mein Kommentar: Das hast Du gesagt, nicht ich, ich weiß es nicht, aber wenn die Dinge wahr werden, dann ist es so und könnte es nicht so sein, könnte es nicht so sein?“ Diese Worte hatte ich mit Nachdruck an diesen Brd. gerichtet! - Keine Antwort.

Der eine der beisitzenden Brd.: Du bezeichnest alle Zeugen Jehovas als Abtrünnige: „Die Zeugen Jehovas“! Ich entgegnete: Dagegen verwehre ich mich entschieden und lasse mir nicht Dinge in den Mund schieben oder meine Worte im Munde herumdrehen, die ich weder gesagt habe, noch geschrieben. Ich spreche von „den“ abtrünnigen Zeugen Jehovas und das sind leider inzwischen die meisten. Jeder, der die WT-Irrlehren verbreitet ist auf dem Wege der Abtrünnigkeit. Der eine der beisitzenden Brd.: Dann nennst du fast alle Abtrünnige. Dann sind wir alle sechs, die hier sitzen, Abtrünnige. Ich: Auch das habe ich nicht gesagt! Nun verteidigte er sich mit den Worten: Wenn ich im Predigtdienst bin, dann habe ich stets die Bibel in der Hand und lasse nur die Bibel sprechen. Ich: Du bist sehr zu loben. Wenn Du dies immer so tust, ohne WT-Lehren unterzumischen, dann gehörst Du zu den wenigen Treuen. Ich weiß es nicht, dies kann nur Jehova entscheiden. Auch ich habe stets die 30 Jahre nur mit der Bibel argumentiert und niemals WT-Behauptungen im Predigtdienst benutzt, ja ich habe den Menschen stets gesagt, wenn sie eine Zeitschrift wollten, dass dies Menschenmeinung sei und der Versuch, die Bibel besser verständlich zu machen, aber es sei keineswegs inspiriert von Gott! Daher nochmals: Wer immer aber WT-Dogmen verbreitet und dazu noch mit Wt. in der Hand, der ist auf dem Wege der Abtrünnigkeit. Nicht ich sage es, aber Jehova sagt es: „Alle sind Abtrünnige!“ - Keine Widerrede!

Hesekiel steht doch für die wenigen Treuen der Endzeit! Dies wurde bejaht! Warum denn schreit Hesekiel: „Oh ... Jehova, bringst du alle Übriggebliebenen Israels ins Verderben ...?“ Offenbar glaubte er, keiner werde verschont, weil er sieht, wie fast alle von den Engelstreitkräften vernichtet werden . - Keine Antwort!

Ich betonte noch, dass ich einiges in meinem Buche nötigerweise scharf formuliert habe, wenn sich jemand aber persönlich beleidigt fühlen sollte, so war das niemals meine Absicht.

Dann bezog man sich auf meinen ersten Einspruchsbrief gegen die Entscheidung des Rechtskomitees mit den Worten: „Du verlangst, dass alle Unterlagen über dich vernichtet werden. Du glaubst wohl, dass alles aufgehoben wird, nichts wird aufgehoben, es wird stets alles nach Gebrauch vernichtet.“ Dem widersprach ich und betonte, dass der Ausschlussbericht ja verschlossen in der Versammlung aufbewahrt werden müsse laut Maßgabe in dem „geheimen“ Buch für Älteste. - Keine Widerrede! Dann brachte ich das Beispiel von meiner Predigtberichtskartei, die ja auch Jahre lang aufgehoben werde und auf die offenbar Bemerkungen gemacht werden, die der Bruder nicht wissen darf. Als ich meine Kartei verlangte, wurde sie mir nach einiger Zeit neugeschrieben serviert. Auf die Frage warum antwortete der zuständige Bruder, da standen einige Bemerkungen drauf und daher habe ich die Karte neu geschrieben. Ich sagte, dass ich gerade diese Bemerkungen lesen wollte. Wo ist da eigentlich noch Aufrichtigkeit? Der eine der beisitzenden Brd. meinte, da könne man keine Bemerkungen aufschreiben, weil die Karte zu klein sei, dem ich entschieden widersprach.

Ich hatte allen Grund, diese Karte im Originalzustand zu verlangen, weil ich 30 Jahre lang in den Versammlungen „geschlagen“ wurde mit heftigen „Stockschlägen“, am empfindlichsten von dem vorsitzführenden Aufseher in meiner letzten Versammlung. Die Verleumdungen, natürlich ohne Namensnennung, waren so deutlich, dass Brüder auf mich zukamen und mich trösteten u.a. mit den Worten: „Wenn es nichts auszuharren gäbe, dann würde es nicht in der Bibel stehen!“ Auch wurde ich in den 10 Jahren in dieser Versammlung nicht einmal gefragt, ob ich eine Ansprache oder eine andere Aufgabe durchführen wolle, warum? - Keine Antwort!

Der vorsitzführende Brd. ... sagte nun, dass er nicht verstünde, warum ich andere auffordern würde, die Gemeinschaft zu verlassen, aber selbst dabeibleiben wolle, dies sei ein Widerspruch. Ich entgegnete, dass es ein Versammlungsgebot gebe und dies sei im Augenblick mein „Gewissenskonflikt“. Jedoch sei man gerade dabei, mich am Versammeln zu hindern, aber auch gleichzeitig diesen Widerspruch zu lösen. Das sei vielleicht gut, denn ein Gemeinschaftsentzug sei durchaus nicht unbedingt eine „tödliche“ Angelegenheit, sondern könne ein Segen und eine Befreiung sein, was ja auch Jehova selbst sagt, denn er wird seine Schafe, die von den Hirten seines Volkes hinausgeboxt worden sind, selbst weiden und er wird sie auf fette Weiden führen!

Damit war das Gespräch zu Ende und ich bedankte mich für das freundliche Gespräch und sagte, dass ich hoffe, dass wenigstens noch einige von Euch aus ihrem Tiefschlaf erwachen möchten. Der vorsitzführende Brd. meinte dann, dass es ein sehr auferbauendes Gespräch gewesen sei, was mich sehr erstaunte, denn wie kann denn ein Gespräch mit einem angeblich Abtrünnigen oder einem angeblichen Lästerer und Rebellen auferbauend sein!

Das Komitee zog sich dann zur Beratung für etwa 10 Min. zurück und verkündete mir dann erneut den Ausschluss, nun mit der Begründung, dass ich gegen die WT-Organisation und gegen den Sklaven rebellieren würde. Über eine Rückkehr zur Gemeinschaft würde man sich freuen. Gegen den neuerlichen Ausschluss erhob ich wieder Einspruch, weil diese Entscheidung erneut nicht auf einer biblischen Grundlage beruhe und daher unbiblisch und ungerecht sei, aber als „Angestellte“ der WT-Kirche könne man wohl nicht anders entscheiden. Was die Rückkehr angehe, würde ich dies mit Freuden tun, wenn der für mich äußerst unwahrscheinliche Fall eintreten würde, dass die WT-Gesellschaft einmal wieder zur biblischen Wahrheit zurückkehren werde.

Der vorsitzführende Brd. erklärte, dass ich gegen den Beschluss keinen Einspruch mehr erheben könne, aber ich könne schriftlich Protest erheben innerhalb von 7 Tagen bei ihm. Dies würde dann an die Gesellschaft weitergeleitet werden und ich würde dann mit Sicherheit einen schriftlichen Bescheid bekommen. Auf meine Frage, warum ich dann von den Komitees nichts Schriftliches bekäme, wieder keine Antwort. Ich betonte abschließend, dass auch bei dieser Entscheidung nicht von mir, sondern vonseiten der Kommission gegen biblische Grundsätze verstoßen worden sei. Ich werde mich daher nach wie vor einen „Zeugen Jehovas“ nennen, dies besonders in biblischem Sinne. Der vorsitzführende Brd.: „Das kannst du immer tun!“ Zu Eurer Beruhigung sage ich Euch noch, dass ich nie in eine andere Religion überwechseln werde, weil ich alle Religionen hasse wie die Pest, weil sie alle Satans Werk sind. Ihr nehmt mir eine schwere Entscheidung ab, nämlich erneut ein betrügerisches Religionssystem zu verlassen, damals die Katholische Kirche, heute die WT-Kirche. Ich verabschiedete mich bei allen Sechsen mit freundlichem Händedruck und ich ging.

(Dieser Brief wurde per Fax an den vorsitzführenden Aufseher des Berufungskomitees gesandt mit der Bitte, zu prüfen und falls falsche Aussagen darin enthalten seien, sie mir mitzuteilen. Es kam kein Einwand, womit dieses Eigenprotokoll stillschweigend akzeptiert ist.)


Brief an das Berufungskomitee:

Einspruch gegen den Beschluss des Berufungskomitees

Zunächst möchte ich mich nochmals bedanken für das sehr offene und freundliche Gespräch, das am 15.4.00 zwischen 16 und 18 Uhr mit mir geführt wurde. Unfair und damit ungerecht war jedoch die Tatsache, dass aus meinem Buche: „Geht nicht über das hinaus, was geschrieben steht“, Band I, um das es ausschließlich ging, nur negative Äußerungen herausgesucht wurden, die außerdem völlig aus dem Zusammenhang und sogar aus den einzelnen Sätzen herausgerissen waren. So kann man alles beweisen und offenbar ging es dabei auch von vornherein nur darum, den Ausschlussbescheid des Rechtskomitees zu bestätigen. Gegen die neuerliche Entscheidung des Berufungskomitees, vertreten durch die Brüder ... (Vorsitz), ... und ... erhebe ich entschieden Einspruch oder, wie man es mir vorschlug, Protest und begründe dies wie folgt:

1. Der Ausschluss meiner Person „aus dem Volke Gottes“, wie das ja dann wohl formuliert wird, wurde vom damaligen Rechtskomitee begründet mit den drei Bibelstellen Röm. 16:17 / 2. Kor. 6:14 / Jos. 22:22 und zwar ohne jeglichen Kommentar und ohne auch nur die Bibelstellen vorzulesen. Wie ich nachträglich feststellen konnte, wurde mir damit vorgeworfen: 1. Rebellion gegen Jehova und sein Wort, 2. Gesetzlosigkeit, 3. Teilhaberschaft mit Finsternis, 4. Hervorrufen von Spaltungen und 5. Anlassgeben zum Straucheln „gemäß dem Worte, das ihr gelernt habt“; dieses „Wort“ ist eindeutig Gottes Wort in der Bibel, keineswegs das nichtinspirierte Wort in den Wachtturmschriften. Alles basiert auf meinem von mir vor kurzem herausgegebenen Buche: „Geht nicht über das hinaus, was geschrieben steht“ mit der ISBN 3-933940-05-2, Band I. Diese Vorwürfe sind absolut unhaltbar, denn gerade mein Buch beweist genau das Gegenteil, wenn man nicht nur die negativen Äußerungen in diesem Buche zitiert oder liest, sondern die Äußerungen im Zusammenhang für sich sprechen lässt. Ich liebe Jehova und sein Wort und damit das „Gesetz“, von dem in 2. Kor. die Rede ist und ich anerkenne alles, was in der Bibel geschrieben steht, also auch Christi und der Propheten Worte ohne irgend einen Abstrich oder Zusatz uneingeschränkt. Gerade deshalb habe ich dieses Buch geschrieben, weil ich es in meinem Herzen nicht ertragen konnte, dass die WT-Schriften immer mehr biblische Unwahrheiten und kühne, menschliche Auslegungen bis hin zu unglaublichen Symbolisierungen biblischer Aussagen als „biblische Wahrheiten“ offerieren, wo es doch nur eine Wahrheit gibt, nämlich die Summe des Wortes Jehovas!. Gegen diese WT-Behauptungen und ausschließlich nur gegen diese wende ich mich in meinem Buche mit offenen Worten. Es schreit daher zum Himmel Jehovas, dass man ausgerechnet mir wegen dieses Buches die obigen abscheulichen Vergehen vorwerfen will.

2. Dies alles wurde mit dem Berufungskomitee ausführlich besprochen und Bruder ... milderte dann die Sache dahingehend ab, dass ich also „eigentlich“ nicht gegen Jehova und sein Wort rebellieren würde, aber gegen die Gesellschaft und den Sklaven. Damit ist aber bereits gesagt, dass das Rechtskomitee nicht richtig gehandelt hatte, was natürlich nicht zugegeben wurde, im Gegenteil. Man redete solange um die Sache herum, unter fortwährendem Zitieren aus dem Zusammenhang und dem einzelnen Satz herausgerissener Äußerungen aus meinem Buche, bis man offenbar glaubte, eine „Rebellion“ begründen zu können. Seit wann nennt man es „Rebellion“, wenn ein aufrichtiger Mensch mit Schmerzen 30 Jahre lang „die Abscheulichkeiten, die in Jerusalem geschehen“, das ist Jehovas Volk und nicht die Christenheit, „stöhnend und seufzend“ sieht und hört und 30 Jahre lang still hält, aber dann aus Gewissensgründen und weil die Verantwortlichen auf seine Einwände nicht positiv reagierten, mit einem Buch an die Öffentlichkeit geht, in dem er offen und unter biblischem Nachweis diese Unwahrheiten Punkt für Punkt widerlegt, seit wann nennt man so etwas Rebellion? Eine offene Äußerung und Richtigstellung von Irrtümern ist keine Rebellion, sondern in diesem Falle das ehrliche Bemühen, Jehovas Ehre und die seiner Propheten, einschließlich Christi, wieder herzustellen, die dadurch beschmutzt wurde, dass nichtinspirierte Menschen sich anmaßen, biblische und damit göttliche Wahrheiten zu verbreiten, die in Wirklichkeit Menschenmeinung und nicht Gottes Wort sind und die die Bibel nach ihrer eigenen Meinung auslegen, obwohl dies Jehova ausdrücklich untersagt.

3. Da Ihr aber das ehrliche Bemühen eines aufrichtigen Menschen, das von nichtinspirierten Menschen verdrehte und versymbolisierte Wort Jehovas wieder richtig zu stellend und damit Jehovas Ehre und die seiner Propheten zu verteidigen, als Rebellion und Abtrünnigkeit von der WT-Gesellschaft und vom sog. Treuen und Verständigen Sklaven bezeichnet und mir deshalb die „Gemeinschaft vom Volke Gottes“ entziehen wollt, gebt Ihr unumwunden zu, dass Ihr - und dies ist die einzige logische Schlussfolgerung - weder an der Wahrheit im Sinne des Wortes Gottes, noch an Jehovas Ehre interessiert seid, sondern anscheinend lieber Eure eigenen Philosophien in den Vordergrund stellen wollt. So ist die WT-Lehre wirklich zu einer Religion geworden, worauf man ja neuerdings wieder großen Wert legt. Gegen diese falsche Religion offen Stellung zu beziehen, ist aber keine Rebellion, sondern die ausdrückliche Pflicht eines jeden Christen. Schließlich ist Predigen nicht das Nachplappern von Behauptungen, die durch nichtinspirierte Menschen vorgegeben werden, sondern das Verkünden des reinen und unverfälschten Wortes Gottes und das Richtig- und Bloßstellen von diesbezüglichen Unwahrheiten. Dies und nichts anderes habe ich in meinem Buche getan; dass man dabei die Urheber des Übels und ihre unbiblischen Aussagen und Verhaltensweisen auch deutlich mit Namen nennen muss, kann man niemanden als Lästerung, noch dazu „gegen die Herrlichen und die von ihnen eingesetzten Vertreter“ vorwerfen, wie es dann zur Abwechslung während der Einspruchssitzung gegen mich geschehen ist. Dies zeigt wiederum, dass es offensichtlich von Anfang an nur darum ging, den einmal ausgesprochenen Ausschluss zu bestätigen, gleichgültig aufgrund welcher Argumentation! Dies war für mich auch daran zu erkennen, dass der eine der beisitzenden Brüder mehrmals gegen meinen entschiedenen Einspruch versucht hat, mir Dinge zu unterstellen, die ich nie gesagt oder getan hatte und mir meine Worte „im Munde herumzudrehen“.

4. Dass man meine Ausführungen in meinem Buch also als Rebellion im oben erwähnten Sinne bezeichnet, daraus folgt aber weiterhin zwangsläufig, dass die WT-Gesellschaft mit ihrem angeblich treuen und verständigen Sklaven mit Jehovas Organisation nichts mehr zu tun hat, dass Ihr also auch nicht mehr Jehovas Vertreter seid, sondern eine weltliche Organisation oder Kirche, die von nichtinspirierten Menschen geleitet wird, nicht von Jehova oder von Christus, denn weder Jehova noch sein Sohn werden jemals lügen. Ihr habt demzufolge keinerlei Befugnis, jemanden „aus dem Volke Gottes“ auszuschließen und genauso wenig könnt ihr mich aus der WT-Gesellschaft ausschließen, weil ich nie irgend wann ein Mitglied dieser Kirche gewesen bin und nie sein wollte! Somit ist Eure Entscheidung eine reine Farce und völlig gegenstandslos. Auch wenn man einen solchen Ausschluss noch so oft wiederholt, kann man mich nicht aus Gottes Volk ausschließen, weil sein Volk nur aus denen besteht, die sich treu an sein Wort halten und es deshalb auch verstehen, die also wirklich treu und verständig sind, ebenso wenig seid Ihr in der Lage, zu verhindern, dass ich ein Jünger Christi bleibe, denn Christus selbst sagte, dass die wirklich seine Jünger seien, die in seinem Worte bleiben und dies bleibe ich im Gegensatz zu denen, die sich selbst treu und verständig nennen, was wiederum mein Buch beweist.

Ich habe mich also keinerlei Rebellion schuldig gemacht, weder gegen Jehova und sein Wort, noch gegen Euer weltliches System. Es gibt auch keine Bibelstelle, die einen Ausschluss aus Gottes Volk rechtfertigen würde, nur weil man gegen Menschen, die sein Wort verdrehen, offen Stellung nimmt, im Gegenteil, die so handeln, werden wirklich Jehovas Segen haben.

5. Ich bin daher frohen Mutes, denn ich weiß, dass Jehova und Christus mit mir sind, die falsche WT-Kirche wird dagegen Christus, wenn er endlich tatsächlich kommt, endgültig entlarven. Wie werde ich dann da stehen gegen Euch? Es wäre besser für Euch, die unbiblische Entscheidung eines Ausschlusses gegen mich zurückzuziehen und Stillschweigen zu bewahren, als darauf zu beharren, denn dann werdet Ihr als solche befunden werden, die sogar gegen Gott Jehova kämpfen, weil sie sein Wort und alle seine Warnungen fortgesetzt missachten. Niemand kann von mir als einem treuen Zeugen Jehovas und als Jünger Christi verlangen, dass ich einem Veruntreuer des Wortes Gottes gehorche oder gar für ihn eintrete! Selbst Jehova hat stets die verworfen, die sein Volk falsch geführt haben und er wird es wieder tun, denn der Segen wird von Euch weichen und dann werdet Ihr begreifen, was ihr wirklich getan habt. Genügt es denn nicht als Warnung, dass die Anzahl der sich zum Überrest Bekennenden seit über 10 Jahren nicht mehr abnimmt? Was muss noch kommen, bis Ihr aufwacht? Jehova ersetzt doch offensichtlich bereits die meisten oder sogar alle vom Überrest, die wegsterben, weil sie versagt haben und genau das nicht taten, was ich nun getan habe, nämlich offen gegen den aufzutreten, der Jehovas Volk, das sind die Treuen, ins Verderben führt. Nicht umsonst sagt Jehova von denen, die in der Endzeit (Jes. 2:1-2) sein Volk leiten würden, nämlich die Hirten und Fürsten seines Volkes oder wie Hesekiel sagt, die Majestätischen der Herde sein Volk in die Irre führen und dass seine Propheten nur Falsches prophezeien würden (Jes. 3:12 / Jer. 23:13; 32 / Hes. 13:10 u.v.a.). Geschickt hat man da von sich selbst abgelenkt mit der frechen Behauptung, das sei die Christenheit. Sein Volk war noch nie die Christenheit. Ihr habt offenbar tatsächlich damit begonnen, gegen Jehova zu kämpfen, doch dies wird Euch schlecht bekommen.

6. In dem offensichtlich eifrigen Bemühen, mir doch noch etwas anzuhängen, was zumindest dem Scheine nach einen Ausschluss rechtfertigen könnte, warf man mir dann im Laufe des Gesprächs vor, dass ich aufrichtige Menschen dazu auffordern würde, diese Gemeinschaft zu verlassen. Wer um der Gerechtigkeit Willen kann von einem treuen Sohn Jahs und einem ergebenen Jünger Christi erwarten, dass er aufrichtige Menschen ins Verderben rennen lässt, ohne sie zu warnen und die einzig verbleibende Möglichkeit, dem Strafgericht Jehovas zu entgehen, ist es, diese falsche Religionsgemeinschaft, das wieder abtrünnige Jerusalem zu verlassen und dies spätestens, wenn ein Kriegsheer vor Jerusalem steht. Dies sagt eindringlich Christus als Warnung für die Treuen (Luk. 21 ab 20, bestätigt durch Mat. 24, ab 15 und Mark. n13, ab 14). So handele ich also im Sinne Jehovas, wenn ich die Menschen vor dieser inzwischen weltlichen Gemeinschaft warne. Nicht die Zugehörigkeit zu einem Religionssystem oder einer Organisation, wie immer sie sich auch nennt, ist ein Kriterium dafür, zu Gottes Volk zu gehören, sondern einzig und allein der Herzenszustand, die Liebe zur Wahrheit und die Treue zu Jehova und seinem Wort. Dann wird für diese Treuen, wenn sie durch das Beschäftigen mit seinem Wort fortgesetzt Erkenntnis über Gott und Christus aufnehmen, das Licht immer heller, nicht etwa durch fortgesetztes Nachplappern von Behauptungen und „fälschlich sog. Erkenntnis“ aus dem Munde nichtinspirierter Menschen, die Gottes Wort verdrehen. Sein Volk sind die wenigen Treuen, die er selbst weiden wird, weil die Hirten dieses Volkes, gegen die Jehova an so vielen Stellen prophezeien lässt ( z.B. Hes. ab 34:1 ), versagt haben, wie Jehova, der nicht lügen kann, versprochen hat ( Hes. 34: 20-24 ). So steht es in Gottes Wort, was nichtinspirierte Menschen daraus gemacht haben, kann man dann im Wachtturm nachlesen.

7. Christus sagt doch nicht umsonst so eindringlich warnend: „Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave, den sein Herr über seine Hausknechte gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben ...“. Diese Speise ist doch Gottes Wort und nicht selbsterfundene „fälschlich sogenannte Erkenntnis“. Würde es der sein, der sich selbst weltweit so nennt, so hätte Christus gewiss anders gesagt. Es hätte genügt, zu sagen: „Achtet auf, denn er wird sich selbst kenntlich machen!“ Nein, Christus warnt gerade vor diesem und fügt hinzu, dass er anfangen würde, denn er spricht von eben demselben, seine Mitsklaven zu schlagen und genau dies tut der, der sich rühmt, die Speise zur rechten Zeit zu verteilen, seit geraumer Zeit. Wenn Christus wirklich kommt, wird es sich endgültig zeigen, wer was ist, doch dann ist es für die Veruntreuer zu spät.

Mein einziger an Euch noch gerichteter Herzenswunsch ist, dass Ihr endlich wie die Beröer an Hand des Wortes Jehovas, das ist nur die Bibel als Ganzes, aufrichtig prüft, ob sich die Dinge, die von denen gelehrt werden, die sich so gerne mit den damaligen Aposteln vergleichen, auch mit Jehovas Wort übereinstimmen, so wie es geschrieben steht und nicht so, wie es im Wachtturm symbolisiert und ausgelegt wird. Die Beröer taten dies und auch ich habe dies so getan und mein Ergebnis schriftlich fixiert, offen und aufrichtig in einem Buch. Die Beröer brauchten keine schriftliche Stellungnahme, weil das, was ihnen die Apostel und Jünger sagten und schrieben, absolute Wahrheit war, denn diese Schreiber und Redner waren von Gott inspiriert, was jedoch nach eigener Aussage die nicht sind, denen Ihr glaubt. Jene mussten sich nie revidieren! Es wäre daher besser für Euch, an Jehovas Wort und an Ihn zu glauben und nicht, wie Bruder ... im Laufe der Verhandlung stolz betonte, dass Ihr an den Sklaven glaubt. Wenn es Euch für wichtiger erscheint, lieber einem nichtinspirierten Menschenkollektiv zu glauben, als dem Worte unseres Schöpfers, dann bin ich zu tiefst betrübt und kann nichts mehr für Euch tun. Selbst Jehova und Christus können dann nichts mehr für Euch tun, sondern nur noch gegen Euch! Wehe, wehe, wehe!

Euer zu tiefst betrübter Bruder L. RIEHL.

PS. Der scheinbare Widerspruch, dass ich sagen würde, ich hätte Euch 30 Jahre lang ertragen, und so solltet ihr mich die paar Jahre, die mir vielleicht noch zum Leben bleiben, auch ertragen, ist durchaus kein Widerspruch, denn Ihr erklärt doch einen Ausschluss aus dem Volke Jehovas, aber ich möchte im Volke Jehovas bleiben. Da Ihr jedoch gar keine Befugnis habt, einen Menschen aus Jehovas Volk auszuschließen, bin ich ohne Sorge und der „Widerspruch“ löst sich in Luft auf. Ich werde so lange zu Jehovas Volk gehören, als ich seinem Worte treu bin und es daher auch verstehe und ich werde so lange ein Jünger Christi bleiben, so lange ich auch in seinem Worte bleibe, daran kann mich niemand hindern, Ihr auch nicht!

(Tage nach diesem Schreiben kam ein Telefonanruf vom vorsitzführenden Aufseher des Berufungskomitees, dass Selters [die Gesellschaft] die Beschlüsse beider Komitees bestätigt habe. Kein schriftlicher Bescheid, man kann sie also nicht festlegen! Sind dies Machenschaften ehrlicher Menschen, die die „Wahrheit“ doch so sehr lieben und weltweit verkünden?)