Netzwerk Sektenausstieg e.V.

Die nachfolgenden Berichte und Erfahrungen sollen Aussteigern dabei helfen, ihre eigene Situation besser einzuordnen. Außerdem erlauben sie auch Außenstehenden und „Interessierten“ einen realistischen Einblick in die Denkwelt, die im Inneren der Sekte herrscht. Wer einen Beitrag für diese Rubrik hat, ist herzlich eingeladen, ihn uns zukommen zu lassen.

Sie liebte ihre drei Kinder. Sie hatte zwei Arbeitsstellen, um sie zu unterstützen, da ihr Ex-Mann es anscheinend nicht fertigbringen konnte, mit der Unterstützung für die Kinder beizukommen.

So war es nichts weniger als ein Schock, als wir alle hörten, daß genau dieser Ex-Mann eine Klage um das Sorgerecht für das älteste Kind, einen 13-jährigen Jungen, eingereicht hatte. Der Schock wandelte sich in Ungläubigkeit, als wir erfuhren, daß der Junge, Eric (Name geändert), der seine zwei kleinen Schwestern vorbehaltlos liebte, bei seinem Vater leben wollte. Warum? Nun, es ging dabei um Gott.

Dies ist meine Geschichte. Sie ist in den folgenden beiden Briefen enthalten.

Den ersten schrieb ich an eine Frau, die mich gefragt hatte, warum ich so viel Bitterkeit empfand und so wütend auf Jehovas Zeugen war und mich durch sie bedroht fühlte. Der zweite Brief ist an meinen Vater, und er war ein wichtiger Schritt, meinen Heilungsprozeß abzuschließen. Ich bin froh, diese Zeilen mit jedem zu teilen, der aufrichtig und offen danach fragt.

Ich wurde am 6. Juni 1986 getauft. Damals war ich 14 Jahre alt. Ich brannte vor dem, was ich ohne Zweifel im Sinn als Wahrheit betrachtete. Ich war ein naiver Puertoricaner aus New York City, der nebenbei kein bißchen Spanisch sprach.

Ich war allgemeiner Pionier und traf auf einem Kongreß einige Missionare, die mich einluden, mit ihnen zusammen eine Zeit in Mittelamerika zu verbringen. Ich ging als Sonderpionier "auf Zeit".