Netzwerk Sektenausstieg e.V.

Die nachfolgenden Berichte und Erfahrungen sollen Aussteigern dabei helfen, ihre eigene Situation besser einzuordnen. Außerdem erlauben sie auch Außenstehenden und „Interessierten“ einen realistischen Einblick in die Denkwelt, die im Inneren der Sekte herrscht. Wer einen Beitrag für diese Rubrik hat, ist herzlich eingeladen, ihn uns zukommen zu lassen.

Mein Weggang von der Wachtturm-Gesellschaft war großenteils das Ergebnis meiner Gespräche im Internet. Ich schloß mich dem Net 1992 an und fand nach ein paar Monaten die "Friends"- Anschriftenliste, eine geschlossene E-Mail-Gruppe nur für Zeugen Jehovas.

Ich wurde eben geboren, ehe "die passende Zeit für Gottes Eingreifen", d.h. 1975, kam. Meine Mutter ließ sich vier Jahre, nachdem Harmagedon nicht gekommen war, taufen, als sie irgendwelche seelischen Probleme hatte - das hatte damals nichts mit Religion zu tun.

(Es trifft zu, daß Menschen mit psychischen Problemen sich von der Wachtturm-Gesellschaft angezogen fühlen) Ihr versteht also, daß mein Schicksal, als Zeuge Jehovas aufzuwachsen, sozusagen ... unvermeidlich war.

Mein Name ist Stephan E. Wolf. Ich bin in einem kleinen Ort nahe Dresden geboren und im Südwesten Deutschlands aufgewachsen. Als ich 16 Jahre alt war, ließen sich meine Eltern als Zeugen Jehovas taufen.

Als ich 15 Jahre alt war, sah ich eines späten Samstagabends im Fernseher, wie Billy Graham eine Ansprache über die Erlösung hielt. Das erregte meine Aufmerksamkeit; so schaute ich zu, und als er am Ende dazu einlud, den Herrn Jesus Christ als persönlichen Herrn und Heiland anzunehmen, tat ich das.