Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

Medienpaket - Schweiz

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Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Informationspaket
Die Kirche in der Schweiz – 1996
Zahlen und Fakten

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist eine der am schnellsten wachsenden christlichen Kirchen der Welt. Das Evangelium Jesu Christi ist die Grundlage der Lehre der Kirche. Jesus Christus steht im Mittelpunkt. Die Kirche ist seit 1850 in der Schweiz organisiert. Heute leben in der Schweiz etwa 7000 Mitglieder. Weltweit zählt die Kirche ungefähr 9,4 Millionen Mitglieder.
In der Schweiz gibt es heute 40 Kirchgemeinden, die geographisch in die 3 Pfähle (=Diözesen) Bern, Zürich und Genf aufgeteilt sind. Im Jahr 1955 wurde der Schweizer Tempel in Zollikofen geweiht. Er war der erste Tempel in Europa. An die 80 Missionare aus vielen Nationen dienen in der Schweiz, um Menschen mit der Kirche näher bekannt zu machen. Mitglieder aus der Schweiz dienen als Missionare und Missionarinnen in vielen Ländern im Ausland. Weltweit beträgt ihre Anzahl 50&nsbp;000. Der weltweite Hauptsitz der Kirche ist in Salt Lake City, Utah, USA. Dort werden im Jahr 2002 die Olympischen Winterspiele ausgetragen. In jeder Kirchgemeinde arbeiten die Mitglieder unentgeltlich und freiwillig mit. Die Gemeindeleitung, Lehrer für Erwachsene und Kinder, die Mitglieder der Frauenorganisation usw. dienen so engagiert der Kirche und dem Gemeinwesen in der Schweiz. Charakteristisch für die Lehre der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sind hohe moralische Prinzipien wie z.B. eine starke Betonung der Familie sowie der freiwillige Verzicht auf Drogen, Alkohol und Nikotin.

Mehr Informationen zu Glauben und Lehre, Organisation, Kirchengeschichte, das Missionarsprogramm und andere Aspekte der Kirche sind auf Anfrage schnell verfügbar. Bitte beachten Sie dazu die letzte Seite dieses Informationspaketes.

Anfänge der Kirche in der Schweiz

Durch einen Beschluß des Schweizer Bundesrates 1864 stand die Kirche unter dem Schutz des Staates.

Im November 1850 traf Thomas B. H. Stenhouse, von Piemont in Italien herkommend, in Genf ein. Er war von Lorenzo Snow, einem der damaligen hohen Kirchenführer im Apostelamt, beauftragt worden, 20 Jahre nach Gründung der Kirche in Amerika die Kirche in der Schweiz zu organisieren.

1846 beschloß der Schweizer Bundesrat, die Mormonen als christliche Sekte anzuerkennen und die Kirche somit dem Schutz des Staates zu unterstellen.

Kurz nach Beginn der Organisation der Kirche in der Schweiz begann bereits die Emigration nach Utah im Westen der USA. Der Hauptgrund für die Auswanderung war die Diskriminierung der Kirche und ihrer Anhänger in der Schweiz und der damit verbundene Druck auf die Mitglieder.

Die erste Gruppe von 51 Emigranten verließ die Schweiz 1854. Bis zur Jahrhundertwende emigrierten nach und nach 1469 Mitglieder aus der Schweiz in die USA. Die schweizer Mitglieder gründeten dort die Orte Santa Clara, Midway und Providence in Utah und Bern und Geneve in Idaho. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie vor allem als Milch- und Käseproduzenten sowie im Obst- und Rebbau in der Landwirtschaft.

Spätere Entwicklung

Am 1. Januar 1869 erschien in Zürich die erste Ausgabe der kircheneigenen Zeitschrift „Der Stern“ in deutscher Sprache, unter der redaktionellen Verantwortung des damaligen europäischen Kirchenführers Karl G. Mäser.

Mäser hatte sich als einer der ersten in Deutschland im Jahre 1855 in Dresden, wo er als Lehrer an einem Gymnasium tätig war, der Kirche angeschlossen. Es war den Kirchenführern ein besonderes Anliegen, mit einer Kirchenzeitschrift die weit verstreut lebenden Mitglieder im deutschsprachigen Europa mit der Kirche zu verbinden. Diese Zeitschrift ist seit der Erstausgabe, ausgenommen während der beiden Weltkriege, regelmäßig erschienen und gilt heute als offizielle deutschsprachige Veröffentlichung der Kirche in Europa.

Während der beiden Weltkriege mußten die amerikanischen Missionare die Schweiz verlassen und nach Hause zurückkehren. Seit dieser Zeit wurden alle kirchlichen Angelegenheiten durch die örtlichen Kirchenführer geregelt. Auch die Missionsarbeit wurde von den schweizer Mitgliedern weitergeführt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten die amerikanischen Missionare in die Schweiz zurück und setzten ihren Dienst hier fort.

Im Jahre 1952 kam David O. McKay, der damalige Präsident der weltweiten Kirche, in die Schweiz und wählte einen Platz für den ersten Tempel in Europa in Zollikofen aus. Die Weihung des Tempels durch ihn erfolgte 1955 unter Teilnahme des „Mormonen Tabernakel Chores und vieler Mitglieder aus ganz Europa.

Durch den intensiven Einsatz von Missionaren und Missionarinnen in der Schweiz und die Mithilfe örtlicher Führer, sowie durch einen drastischen Rückgang der Emigration der Mitglieder nach 1960, entwickelte sich die Kirche zahlenmäßig zu größerer Selbständigkeit. Viele Kirchgemeinden, die sich anfangs in Wohnungen und Mietlokalen versammelt hatten, bauten nach dem Zweiten Weltkrieg eigene Kirchengebäude.

So wurde z.B. für das Kirchzentrum in Zürich Schwammendingen am 6. September 1965 der erste Spatenstich von Stadtpräsident E. Landolt und Apostel Ezra Taft Benson, ehemaliger Landwirtschaftsminister der USA, vorgenommen.

Heute zählt die Schweiz 40 Kirchgemeinden mit ca. 6700 Mitgliedern, die sich in 22 eigenen und 14 angemieteten Versammlungräumen regelmäßig zum Gottesdienst am Sonntag und gemeinsamen Aktivitäten unter der Woche treffen.

Im Jahr 1961 wurde der Pfahl (=Diözese) Zürich als erster Pfahl in der Schweiz gegründet. Ein Pfahl in der Schweiz umfaßt etwa 10 bis 15 Kirchgemeinden und 2 000 bis 2 500 Mitglieder. Im Jahre 1981 folgte die Gründung des Pfahles Bern und 1982 die des Pfahles Genf.

Die Missionsarbeit

Infolge der anhaltenden Auswanderungen von schweizer Mitgliedern in die USA in den ersten 100 Jahren, war bis ca. 1950 in der Schweiz nur ein geringes Wachstum zu verzeichnen. Die Kirche zählte zu diesem Zeitpunkt nur rund 1 800 Mitglieder. Bis 1960 stieg die Zahl der Auswanderer noch auf 4 800. Nach diesem Zeitpunkt hörte die Emigration praktisch auf.

Durch den Tempelbau und das fortgesetzte Wirken der Missionare sowie der örtlichen Mitglieder, steigerte sich die Mitgliederzahl von 1950 bis 1995 auf rund 6 700 Personen.

Die Missionsarbeit der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist ein Charakteristikum dieser weltumspannenden Kirche. Die Arbeit basiert auf dem biblischen Prinzip des Aussendens von immer zwei Missionaren. Fast 50 000 Mitglieder der Kirche dienen in 140 Ländern der Welt und verwenden dabei das in 88 Sprachen übersetzte Buch Mormon.

Die meisten Missionare der Kirche sind junge Männer und Frauen im Alter zwischen 19 und 23 Jahren, obgleich auch eine nicht geringe Anzahl älterer Ehepaare eine Mission erfüllen. In der Schweiz dienen ca. 80 Missionare und Missionarinnen, davon stammen viele aus aller Welt. Viele schweizer Missionare erfüllen eine Mission im Ausland.

Alle Missionare bezahlen ihre Mission selbst, die meisten finanzieren die Missionszeit von 18 Monaten oder zwei Jahren durch eigene Ersparnisse oder werden von ihren Familien unterstützt. Sie müssen oft eine fremde Sprache erlernen. Außer vielleicht zwei Monaten in einer Sprachenschule werden Missionare vor ihrem Dienst kaum geschult. Ihr Wissen haben sie meist entweder in ihren Familien oder durch persönliche Überzeugung über Jahre hinweg erworben.

Auf Mission belehren Missionare sowohl aus der Bibel als auch aus dem Buch Mormon. Das letztere, von welchem sich auch der oft gebrauchte, aber nicht korrekte Spitzname der Kirche ableitet, wird als eine ergänzende Heilige Schrift zur Bibel angesehen.

Obgleich die Missionare jeden Menschen, der mehr erfahren möchte, belehren, bevorzugen sie es, alle Familienmitglieder zusammen zu belehren, da in der Familie die Lehren und Prinzipien der Kirche Jesu Christi am besten veranschaulicht werden können.

Wachstum

Es dauerte 117 Jahre - von 1830 bis 1947 - für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, um weltweit eine Million Mitglieder zu erreichen. In nur 16 weiteren Jahren wurde die Zwei-Millionen-Marke überschritten und seither hat sich das weltweite Wachstum der Kirche in ähnlichem Maße fortgesetzt. In weiteren acht Jahren erreichte die Mitgliedschaft drei Millionen, in weiteren sieben Jahren vier Millionen und in den nächsten vier Jahren fünf Millionen. Im Augenblick nimmt die Zahl der Mitglieder um jährlich ca. 300 000 zu. Es gibt jetzt ca. 9,4 Millionen Kirchenmitglieder weltweit.

Nord- und Südamerika, Nordeuropa, und der Pazifische Raum sind traditionsgemäß unter den erfolgreichsten Missionsgebieten zu finden. Aber seit kurzem steigt auch die Mitgliedschaft in Afrika, Asien, Süd- und Osteuropa.

Kirchengeschichte und -lehre

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist eine christliche Glaubensgemeinschaft. Sie lehrt, daß Jesus Christus der Sohn Gottes und Erretter der Menschheit ist.

Als einzige christliche Glaubensgemeinschaft enthält die Lehre der Kirche einige wichtige Grundsätze; einer davon ist die Überzeugung, daß die Urkirche Jesu Christi seinen Tod nicht lange überdauerte. Deshalb wurde die Kirche in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit ihrer klaren und einfachen Lehre, ihrer Organisation -- einschließlich eines Rates der Zwölf Apostel -- und ihrer Autorität wiederhergestellt. Um sie von der Urkirche zu unterscheiden, ist die wiederhergestellte Kirche unter dem Namen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bekannt. Der Begriff „Heilige“ wird im ursprünglichen, biblischen Sinn gebraucht und bedeutet Mitglieder der Kirche.

Die Wiederherstellung begann mit einer Offenbarung im Frühjahr des Jahres 1820, als der auferstandene Jesus Christus mit Gott, dem Vater, einem Bauernjungen erschienen, der ernsthaft um Führung gebetet hatte, welcher Kirche er sich anschließen solle.

Diesem 14 Jahre alten Jungen, Joseph Smith, wurde geantwortet, sich keiner der bestehenden Kirchen anzuschließen, sondern daß er zum Werkzeug ausersehen sei, durch das die gesamte Lehre, Organisation und Autorität der Urkirche wiederhergestellt werden sollte. Durch weitere Offenbarungen -- oft von anderen bezeugt -- wurde die Wiederherstellung des Heiligen Priestertums, d.h. die Vollmacht im Namen Gottes zu handeln, vollzogen. Formell wurde die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mit nur sechs Mitgliedern am 6. April 1830 organisiert.

Die Kirche wuchs schnell, aber die Verfolgung zwang sie dazu, in den Westen der USA zu ziehen. Joseph Smith wurde 1844 in Illinois von Kirchengegnern ermordet. Unter der Leitung des großen Propheten und Kolonisators Brigham Young zogen die Mitglieder der Kirche in den unbesiedelten Westen und gründeten die Stadt Salt Lake City, Utah, wo sich heute der Hauptsitz der Kirche befindet.

Einer der bemerkenswertesten Grundsätze der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist die Betonung eines harmonischen Familienlebens. Die Kirche lehrt, daß der beste Ort, um hohe moralische Grundwerte zu lehren und anzuwenden, die Familie ist. Die Erfahrung zeigt, daß ein guter Familienzusammenhalt eine größere individuelle Zufriedenheit, größeres Selbstvertrauen und inneren Frieden bringen. Starke Familien sind die Grundeinheit jedes Staates. Die Heiligen der Letzten Tage sind die einzigen Christen, die lehren, daß die Familie auf ewig bestehen kann. Entsprechend dem hohen Stellenwert der Familie in der Kirche ist ein großer Teil der Anstrengungen der Kirche darauf ausgerichtet, den Mitgliedern zu helfen, enge und tragfähige Familienbande aufzubauen. Die Kirche ermuntert z.B. jede Familie, wenigstens einen Abend pro Woche als Familie gemeinsam zu verbringen. Dort nehmen die Familienmitglieder an Aktivitäten teil, die ihre Beziehungen zueinander festigen. Dieser Abend eröffnet auch mindestens einmal in der Woche Gelegenheiten zum offenen Gespräch zwischen den Generationen. Zudem können wichtige Werte wie Ehrlichkeit und Nächstenliebe von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden. Die Kirche stellt den Familien zu diesem Zweck Leitfäden zur Verfügung.

Sie sind auch dafür bekannt, daß sie keine Drogen, keinen Alkohol und kein Nikotin zu sich nehmen, daß sie gute Staatsbürger sind und sich bemühen, ihren Mitmenschen zu dienen.

Warum Tempel?

In den Tempeln der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage werden familienbezogene Handlungen vollzogen. Diese dienen dazu, das Fortbestehen der Familie in Ewigkeit zu ermöglichen. Ein großer Teil der Belehrungen im Tempel konzentriert sich darauf, die Familien zu stärken. Nirgendwo wird die Bedeutung, welche die Kirche der Familie beimißt, besser zum Ausdruck gebracht als im Tempel.

Die Kirche erkennt die Rechtmäßigkeit der standesamtlichen Trauung als legal und moralisch bindenden Vertrag an. Sie lehrt jedoch auch, daß solche Ehen nur andauern, „bis daß der Tod die scheidet“ und nach dem Tod keine Gültigkeit mehr haben. Nur wenn ein paar seine Ehe und Familie im Tempel für „Zeit und Ewigkeit“ siegeln läßt, hat dies bindende Wirkung über den Tod hinaus.

Für Millionen Mitglieder der Kirche ist der Tempel der heiligste Ort auf Erden und sie betrachten ihn mit besonderer Ehrfurcht und mit Respekt. Sie glauben an die ewige Natur der Familie und daran, daß diese ewigen Bande nur bestehen bleiben, wenn sich die Ehepartner während ihrer Ehe absolut treu bleiben, einander unterstützen und gegenseitige Verpflichtungen eingehen.

Die Verordnungen, welche im Tempel durchgeführt werden, machen das Evangelium allen Männern und Frauen - sowohl Lebenden als auch Verstorbenen - zugänglich. Die Lebenden können stellvertretend für ihre verstorbenen Angehörigen an allen notwendigen Verordnungen teilnehmen. Dadurch können Ehemänner und -frauen, Eltern und Kinder in einem ewigen Bund vereint werden.

Die Liebe zu ihren Vorfahren bewegt die Mitglieder der Kirche dazu, Familienforschung zu betreiben. Damit eröffnen sie ihnen die Möglichkeit, die Tempelverordnungen, die stellvertretend für sie durchgeführt werden, entweder anzunehmen oder abzulehnen. Daraus folgend besitzt die Kirche das weltweit größte genealogische Archiv. Um die wertvollen Mikrofilme vor Zerstörung zu bewahren, werden sie in unterirdischen Gewölben in einem Granitberg in der Nähe von Salt Lake City, 200 Meter tief unter gewachsenem Felsen, aufbewahrt.

Die Anzahl derer, die genealogische Forschung betreiben, steigt ständig. Damit das Archiv von jedermann öffentlich benutzt werden kann, hat die Kirche weltweit hunderte von Familienforschungsstellen eingerichtet, in denen Ahnenforschung betrieben wird.

Der Tempel in der Schweiz

Von den drei Tempeln, die den deutschsprachigen Mitgliedern zur Verfügung stehen, steht einer nicht weit von Bern in Zollikofen in der Schweiz. Er wurde im September 1955 geweiht. Die anderen beiden stehen in Deutschland, einer im sächsischen Freiberg und einer in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main, der 1987 geweiht wurde. Der Tempel dient den Mitgliedern dazu, um heilige Handlungen der Kirche wie Eheschließung, Taufe und andere heilige Zeremonien zu vollziehen. Der Tempel dient den Mitgliedern nicht als Ort ihres sonntäglichen Gottesdienstes. Nur würdige Mitglieder dürfen den Tempel betreten.

Die Kirche hat auf der ganzen Welt 50 Tempel. Zehn weitere sind angekündigt worden beziehungsweise werden gerade errichtet. Der letzte wurde kürzlich in Hongkong geweiht. Im Juni gab es in Spanien den ersten Spatenstich für den Madrid-Tempel, der jetzt gerade gebaut wird.

Jeder Tempel hat seine besondere architektonische Note und steht in einer friedvollen Umgebung auf einem schön gestalteten Grundstück. Der Tempel in der Schweiz steht auf einem 2,8 ha großen baumbestandenen und hügeligen Gelände. Die Fassade des Tempels, ursprünglich armierter Beton mit cremefarbenen Kacheln, besteht heutzutage aus weißem Granulit. 1992 wurde der Tempel renoviert. Vor der erneuten Einweihung konnte er bei Tagen der offenen Tür von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Fast 33 000 Menschen nahmen die Gelegenheit wahr, fuhren zum Tempel und besichtigten ihn.

Nach zehn Tagen der offenen Tür leitete Präsident Gordon B. Hinckley die Versammlungen anläßlich der Wiederweihung. Damals lobte er „die Schweiz, die durch die Jahrhunderte hinweg Frieden hatte, während Nachbarländer im Krieg lagen. Möge die Schweiz weiterhin ein Land sein, in dem Frieden und Freiheit herrschen, ein Land der Möglichkeiten und ein Vorbild für andere Nationen.“

Organisation und Verwaltung

Eines der eindrucksvollsten Merkmale der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist die Tatsache, daß die fast zehn Millionen Mitglieder starke Kirche nahezu ausschließlich von unbezahlten Laienpriestern geführt wird.

Die Erste Präsidentschaft, aus drei Männern bestehend, sowie der Rat der Zwölf Apostel leiten die weltweite Verwaltung und legen Richtlinien dafür fest. Sie haben ihren Sitz in Salt Lake City, Utah, USA. Dort befindet sich auch der Hauptsitz der Kirche. Die Erste Präsidentschaft und Mitglieder des Rates der Zwölf Apostel bereisen die ganze Welt, um sich mit örtlichen Führern und Mitgliedern zu treffen.

Zu Verwaltungszwecken hat die Kirche die Welt in 23 Gebiete aufgeteilt. Erfahrene Kirchenführer werden dazu berufen, die Kirchenaktivitäten in diesen Gebieten zu koordinieren. Deutschland gehört zum Gebiet Westeuropa. Präsident des Gebietes Westeuropa ist Dieter F. Uchtdorf, welcher seinen Sitz in Frankfurt a.M. hat.

Auf örtlicher Ebene sind Familien und Alleinstehende zu Gemeinden zusammengefaßt. Eine Gemeinde besteht aus 200 bis ungefähr 600 Mitgliedern. Mehrere Gemeinden werden zu einem Pfahl (=Diözese) zusammengefaßt. Ein Pfahl funktioniert im großen und ganzen autonom und wird von örtlichen Führern geleitet. der Begriff Pfahl wird aus dem Alten Testament abgeleitet. Gleichwie im alten Israel Pfähle in die Erde gerammt wurden, um die Stiftshütte zu verankern, haben Pfähle heute die gleiche symbolische Funktion für die Kirche.

Ein Pfahlpräsident steht jeweils einem Pfahl vor, dem zwischen 2.000 und 4.000 Mitglieder der Kirche angehören. Um ihm bei der Verwaltung behilflich zu sein, beruft der Pfahlpräsident eine Anzahl von Pfahlbeamten, die ihm bei der Schulung von örtlichen Führern zur Seite stehen. Sowohl der Pfahlpräsident als auch die Pfahl- und Gemeindebeamten dienen ohne Bezahlung in ihrer Freizeit. Nahezu alle tätigen Mitglieder - Männer, Frauen und Jugendliche - haben eine Aufgabe inne. Diese Einbeziehung aller Mitglieder in die Kirchenarbeit ist ein herausragendes Merkmal der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die den einzelnen übertragenen Aufgaben können seelsorgerischer, verwaltender, beratender, belehrender Art sein; sie können Missionsarbeit, die Durchführung sozialer Aktivitäten oder von Dienstprojekten umfassen.

Der Bischof ist das geistliche Oberhaupt einer Gemeinde. Er ist in der Regel verheiratet und erhält wie alle anderen Beamten der Kirche keine Bezahlung. Der Bischof ist einer der meistbeschäftigten Männer der Kirche. Neben seiner Berufstätigkeit verwendet er einen großen Teil seiner Freizeit, um den Mitgliedern seiner Gemeinde zu dienen.

Die Familie ist die Grundeinheit der Kirche. Die Kirche lehrt, daß die Grundsätze christlicher Lebensführung am besten innerhalb der Familie gelehrt, veranschaulicht und praktiziert werden. Die elterliche Verantwortung wird stark betont. Die Kirche wird als wichtiges Hilfsmittel verstanden, weil sie zur psychischen, intellektuellen, emotionalen und geistigen Entwicklung jedes einzelnen Familienmitgliedes beiträgt.

Präsident der Weltkirche

Präsident HinckleyPräsident Gordon B. Hinckley, Führer der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, wurde am 12. März 1995 zum 15. Präsidenten der Kirche berufen.

Davor diente er 14 Jahre lang als Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, dem höchsten, aus drei Männern bestehenden, Führungsgremium der Kirche und vorher 20 Jahre lang als Mitglied des Rates der Zwölf Apostel.

Er wurde am 23. Juni 1910 in Salt Lake City als Sohn von Bryant Stringham und Ada Bitner Hinckley geboren. Nach dem Besuch von mehreren Schulen in Salt Lake City und seinem Abschluß an der Universität von Utah im Jahr 1932, diente Präsident Hinckley zwei Jahre lang als Missionar in Großbritannien.

Er hat nahezu sein ganzes Leben im Dienst der Kirche verbracht. Nachdem er ehrenvoll seine Mission beendet hatte, wurde Präsident Hinckley vom damaligen Kirchenpräsidenten Heber J. Grant dazu berufen, das zu organisieren, was wir heute als das Programm der Kirche im Bereich Öffentlichkeitsarbeit kennen. Während eines Zeitraumes von 20 Jahren leitete er die Öffentlichkeitsarbeit der Kirche. Von 1951 bis 1958 leitete er das gesamte Missionarsprogramm der Kirche. Im Rahmen seiner Aufgaben als Generalautorität hat er die ganze Welt bereist und mehr Tempel geweiht als jeder andere Kirchenführer in der Geschichte der Kirche.

Zusätzlich zu seinen Kirchenaufgaben beteiligte sich Präsident Hinckley aktiv am kommunalen und öffentlichen Leben, indem er als Vorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrates einer Reihe von Wirtschaftsunternehmen tätig war. Er erhielt viele Auszeichnungen, u.a. den Distinguished Citizen Award der Southern Utah Universität, den Distinguished Alumni Award der Universität von Utah, die Ehrendoktorwürde des Westminster College, Utah State Universität, der Universität von Utah, der Brigham Young Universität und der Southern Utah Universität. Die Organisation der amerikanischen Pfadfinder verlieh ihm ihre höchste Auszeichnung, den Silbernen Büffel, und er wurde von der Nationalen Konferenz von Christen und Juden für seinen persönlichen, weltweiten Einsatz im Bereich der Völkerverständigung und Toleranz geehrt.

Präsident Hinckley ist für sein Schreib- und Sprachtalent bekannt. Er schrieb und editierte zahlreiche Bücher, Broschüren und Handbücher.

Seine Frau Marjorie Pay Hinckley und er sind Eltern von fünf Kindern.

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Medienstelle der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Postfach 8062, Zürich, Tel. und Fax: (056) 493-2868