Netzwerk Sektenausstieg e.V.

Zu den grundlegenden Glaubensauffassungen der Zeugen Jehovas gehört ja eigentlich, sich getrennt von der Welt zu halten. Deshalb gehen Zeugen Jehovas auch nicht wählen und beteiligen sich auch sonst nicht an der politischen Meinungsbildung.

Wer nun aber glaubt, das gelte für alle Zeugen Jehovas, der irrt gewaltig. Vertreter der Wachtturm-Gesellschaft haben nämlich nur selten Skrupel, sich an politischen Veranstaltungen zu beteiligen, wenn dies den Zielen ihrer Organisation förderlich ist.

Kaum ist der Skandal über die Zusammenarbeit der Wachtturm-Gesellschaft als NGO der Vereinten Nationen verklungen, treten Zeugen Jehovas erneut auf einer politischen Veranstaltung in Erscheinung. Diesmal ist es das "Human Dimension Implementation Meeting" im Oktober 2006 in Warschau, das von der OSZE veranstaltet wurde.

Wie man auf der Liste der Delegierten zur OSZE-Konferenz nachlesen kann, nahmen auch Vertreter der Zeugen Jehovas und der Wachtturm-Gesellschaft am "Human Dimension Implementation Meeting" im Oktober 2006 in Warschau teil. Namentlich:

  • Marcel Gillet, Paul Gillies und Luca Toffoli von der European Association of Jehovah's Christian Witnesses in Brüssel.
  • Gregory Allen vom "Office of General Counsel for Jehovah's Witnesses" in Patterson.
  • Michal Hoszowski von der Watchtower Bible and Tract Society in Polen.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) entstand mit Wirkung zum 1. Januar 1995 aus der vormaligen "Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE). Sie hat 56 Teilnehmerstaaten: alle Staaten Europas, die Nachfolgestaaten der Sowjetunion, sowie die USA und Kanada. Die Ziele der OSZE sind die Sicherung des Friedens und der Wiederaufbau nach Konflikten. Sie sieht sich selbst als stabilisierenden Faktor in Europa. Sie betrachtet sich zudem als "regionale Abmachung" nach Kapitel VIII der Charta der Vereinten Nationen und wird als System kollektiver Sicherheit angesehen. Sie steht damit durchaus in Konkurrenz zur NATO, die allerdings deutlich militärischer ausgerichtet ist, und arbeitet nach dem Prinzip "OSZE zuerst" auch mit anderen Internationalen Organisationen zusammen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/OSZE

Die OSZE kann damit ganz eindeutig als politische Organisation bezeichnet werden und man fragt sich, was wohl Vertreter einer religiösen Organisation auf einem ihrer Treffen zu suchen haben. (www.osce.org)

Unter dem Stichwort "Human Dimension" listet die OSZE alle Aktivitäten auf, die mit Themen, wie Demokratisierung, Wahlen, Ausbildung, Gleichheit der Geschlechter, Menschenrechte, Pressefreiheit, Midnerheitenrechte und Antidiskriminierung zu tun haben (www.osce.org/activities/18805.html). Dabei wird deutlich, welche Absichten die Wachtturm-Gesellschaft verfolgt, wenn sie an einer Konferenz dieser Organisation teilnimmt. Sie sieht die Zeugen Jehovas als verfolgte Minderheit in Europa und möchte auf der politischen Bühne für ihre Interessen eintreten.

Dabei spielt es dann offensichtlich keine Rolle, wenn man genau das Gegenteil von dem tut, was man seinen eigenen Gläubigen als die "Wahrheit" verkündet.

Besonders die Christenheit hat das prophetische ‘Zeichen der Gegenwart Jesu und des Abschlusses des Systems der Dinge’ abgelehnt. Deshalb tappt sie in dichter geistiger Finsternis umher. Die Religionsorganisationen der Christenheit haben sich als ein wesentlicher Bestandteil Groß-Babylons, des Weltreiches der falschen Religion, erwiesen — weit, weit entfernt von dem Licht der Wahrheit (Matthäus 24:3-14; Offenbarung 17:3-6). Die Religionen der Welt wissen nicht, wie die Probleme des heutigen Atomzeitalters gelöst werden können, noch können sie die dichte Finsternis vertreiben, die Übelkeit erregende Hoffnungslosigkeit, die sich auf die Menschheit herabgesenkt hat. Durch ihre Einmischung in die politischen Angelegenheiten der Nationen wird die falsche Religion schließlich ihre eigene Verwüstung heraufbeschwören (Offenbarung 17:16, 17).

Der Wachtturm, 1.3.1985 Seite 13

Die OSZE — Wer ist sie? Ist ihr Erfolg beschieden?

[...]

Bis zum Jahr 1975 hatte der kalte Krieg so weit an Stärke verloren, daß 35 Staaten, einschließlich der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, die sogenannte Schlußakte von Helsinki unterzeichneten. Die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) war geboren. Es war ein multilaterales Forum für den Dialog und Verhandlungen zwischen den beiden Blöcken.

Auf dem Gipfeltreffen, das 1994 in Budapest stattfand, änderte die KSZE ihren Namen auf Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).[...]

Ihre Ziele

Die Ziele der Mitgliedsstaaten der OSZE bestehen darin, die Sicherheit in Europa zu garantieren und die Durchsetzung der Menschenrechte, die Abrüstung, die demokratischen Freiheiten und das Krisenmanagement zu fördern.

[...]

Der russische Ministerpräsident Viktor Tschernomyrdin sagte auf dem Treffen: „Wir sind für eine Stärkung der OSZE, die das einzige Forum Europas ist, in dem alle Staaten zusammenarbeiten können. Sie ist das beste internationale Forum für Gespräche über Sicherheit und Verteidigung.“

[...] Ob die OSZE nun Erfolg haben oder scheitern wird, friedliebende Menschen können überall gewiß sein, daß wahrer Frieden und echte Sicherheit unter der Herrschaft des Königreiches Gottes bald auf der ganzen Erde Wirklichkeit werden (Psalm 72:1, 7, 8).

Erwachet!, 22.8.1997 Seite 31