Netzwerk Sektenausstieg e.V.

Die Wachtturm-Gesellschaft arbeitet mit Eifer daran, die Zeugen Jehovas als "vergessene Opfer" der Nazidiktatur in Deutschland darzustellen. Dafür veranstaltet man Podiumsdiskussionen, auf denen man sich als die einzige Religion präsentiert, die geschlossen Widerstand gegen das Naziregime gezeigt habe.

Doch wie so oft wird auch hier mit schlichten Falschdarstellungen gearbeitet.

In der Ausgabe 145 der EZW-Texte 1999 (herausgegeben von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen) ist ein Kommentar von Dr. Detlev Garbe zu lesen, der besonders unter kritischen und ehemaligen Zeugen Jehovas, die über die Geschehnisse während der Nazizeit informiert sind, Befremdung ausgelöst hat.

Die WTG wird nicht müde, sich in der Öffentlichkeit als Opfer des Naziregimes darzustellen. Trotz eines Briefes an den "sehr geehrten Herrn Reichskanzler", der vor Anbiederung nur so strotzt.

Zur Zeit des Naziregimes in Deutschland waren zahlreiche "Ernste Bibelforscher" bereit, für ihren Glauben eher ins KZ zu gehen, als ihre Predigttätigkeit aufzugeben oder gar Teil der Kriegsmaschinerie Hitlers zu werden. Das ist eine historische Tatsache.

Genauso wie es eine Tatsache ist, daß es ihre geistigen Führer mit der Neutralität deutlich weniger ernst nahmen und 1933 dem "sehr geehrten Herrn Reichskanzler" schon kurz nach seiner Machtübernahme per Brief wissen ließen, sie wären "seit jeher in hervorragendem Maße deutschfreundlich".

Wer den Zeugen Jehovas sympathisierend und daher wenig skeptisch gegenübersteht, wird den Videofilm "Standhaft trotz Verfolgung" als gelungenes Stück geschichtlicher Aufarbeitung ansehen.