Netzwerk Sektenausstieg e.V.

Wie würdest du die folgenden Fragen beantworten?

1. Warum verbietet keine einzige christliche Glaubensgemeinschaft, auch nicht die strengsten orthodoxen Juden, den medizinischen Gebrauch von Blut? Ist es vernünftig anzunehmen, dass nur wir in dieser Sache den richtigen Standpunkt vertreten?

2. Wenn es sich bei 1.Mose 9:3-7 um einen „ewigen Bund“ handelt, der für alle Menschen bindend ist, warum empfahl dann Paulus das Ledigsein, und warum erlaubt dann die Gesellschaft den Gebrauch von Methoden zur Geburtenkontrolle? Widerspricht das nicht dem Gebot in Eden: "Seid fruchtbar und füllet die Erde"? Können wir uns Teile des „ewigen Bundes“ heraussuchen und entscheiden, welche wir halten wollen? Wenn diese Teile des Bundes nicht mehr bindend sind, wie kann es dann ein „ewiger Bund“ sein?

3. Da selbst bei sorgfältigem Ausbluten eines Schlachttieres noch bis zu 50% des Blutes im Körper verbleibt, wie kann Gott uns dann den Verzehr von Fleisch erlauben, wenn es der Verzehr des Blutes als solcher ist, der anstößig ist? Wäre nicht auch das eine Art, „Blut zu sich zu nehmen,“ um Leben zu erhalten.

4. Wenn der Verzehr von Blut ein Kapitalverbrechen ist, warum wurden dann Sauls Männer nicht zum Tode verurteilt und hingerichtet, nachdem sie Fleisch von unausgebluteten Tieren gegessen hatten? (1.Samuel 14:31-35)

5. Ein Israelit konnte, wenn nötig, ein unausgeblutetes Tier, das bereits tot war, essen (siehe 3.Mose 17:15). Dadurch wurde er lediglich zeremoniell unrein und durch einfaches Baden und das Waschen seiner Kleidung konnte er seinen unreinen Zustand wieder aufheben. Warum behauptet dann die Gesellschaft, dass denjenigen, die eine Bluttransfusion akzeptieren, um Leben zu retten, die Gemeinschaft entzogen werden müsse?

6. Das Erfordernis, Blut auf den Boden auszugießen, war zwar im mosaischen Gesetz enthalten, aber es wurde in den christlich griechischen Schriften nicht wiederholt. Warum sollte es also verkehrt sein, sein eigenes Blut für eine spätere Operation aufzubewahren, wenn Christen nicht mehr unter dem mosaischen Gesetz stehen?

7. Jesus scheute sich nicht, am Sabbat Wunder zu wirken, um Leben zu retten, oder sogar nur, um Kranke zu heilen. Er verurteilte keineswegs die Frau mit dem Blutfluss, die ihn berührt und ihn so zeremoniell unrein gemacht hatte. Er verurteilte statt dessen die Pharisäer wegen ihrer engstirnigen, buchstabengetreuen Auslegung des Gesetzes. Würde Jesus nicht auch eine Ernährungsvorschrift übergehen, um ein menschliches Leben zu retten?

8. Die meisten Hähnchen (wie solche in Restaurants, in Supermärkten und früher auch auf unseren Kongressen), sind nicht koscher, da sie durch Elektroschock getötet werden. Es besteht kein Unterschied zwischen Erwürgen und Töten durch Elektroschock, da in beiden Fällen das Tier nicht ausgeblutet ist. Aus diesem Grund sind Hähnchen nicht koscher und für Juden nicht akzeptabel. Warum ist es also in Ordnung, einen Teil von Apostelgeschichte 15:29 zu missachten, und für einen anderen zu sterben?

9. Wie kann die Gesellschaft der Ermahnung „euch von Dingen enthalten, die Götzen geopfert wurden“, anstelle einer Ernährungsregel die erweiterte Bedeutung von buchstäblichem „Götzendienst“ verleihen, während „sich des Blutes enthalten“ nun wieder eine buchstäbliche Ernährungsregel sein soll, und nicht ein höherrangiger ethischer Wert, nämlich Blut als ein Symbol für die Heiligkeit des Lebens? Wie kann sie einen solch drastischen Unterschied machen mit zwei Ernährungsregeln, die im selben Satz des selben Verses der Bibel stehen? (Apg. 15:29)

10. Da geschlussfolgert wird, dass Speisen, die Götzen geopfert wurden, gegessen werden dürfen, und einige Blutbestandteile benutzt werden können, wäre dann ein bisschen Hurerei ebenfalls in Ordnung? Und wenn nicht, warum nicht?

11. Würde die Verweigerung einer medizinischen Behandlung für dein Kind, wenn die einzige Alternative der Tod deines Kindes ist, dich nicht für seinen Tod verantwortlich machen? Wie kann der Tod eines Kindes mit einer jüdischen Regel zur Nahrungszubereitung rechtfertigt werden?

12. Wenn eine Bluttransfusion im Grunde eine Organtransplantation ist, wie kann man sie dann mit dem „Essen von Blut“ gleichsetzen, wenn doch keine Verdauung stattfindet und sie auch keinen Nährwert hat? Kann sie gleichzeitig eine Organtransplantation und eine Mahlzeit sein?

13. Wenn die Aufbewahrung deines Blutes für eine Eigenbluttransfusion falsch ist, warum erlaubt dann die Gesellschaft den Gebrauch verschiedener Blutbestandteile, die gesammelt und aufbewahrt werden müssen, bevor sie von einem Zeugen Jehovas benutzt werden können?

14. Auf welcher Grundlage gebraucht die Gesellschaft die Ausdrücke „Leben erhalten“ oder „in sich aufnehmen“ in Bezug auf das Akzeptieren einer Bluttransfusion, wenn diese Ausdrücke nirgendwo in der Bibel stehen?

15. Warum erachtet es die Gesellschaft für notwendig, Ärzte zu zitieren, die vor Hunderten von Jahren gelebt haben, um ihre Ansicht, dass eine Bluttransfusion eine Ernährung mit Blut sei, zu stützen? Bestätigen heutige Ärzte nicht, dass eine Bluttransfusion etwas anderes ist, als Blut zu essen?

16. Warum übertreibt die Gesellschaft in höchstem Maße die Risiken einer Bluttransfusion und erweckt dadurch den Eindruck, dass dies immer eine schlechte Behandlung sei, wenn nahezu alle Experten anderer Meinung sind?

17. Wie trifft die Gesellschaft die Entscheidung darüber, was wesentliche, und was unwesentliche Blutbestandteile sind? Zum Beispiel: warum sind weiße Blutkörperchen verboten, Albumin aber erlaubt, wo doch Albumin einen größeren Teil des Blutes ausmacht, und Milch sowie Organtransplantate voller weißer Blutkörperchen sind?

18. Warum ist Blutplasma verboten, wenn alle einzelnen Komponenten, mit Ausnahme von Wasser, auf der Liste stehen, die Zeugen nehmen dürfen, um „Leben zu erhalten“?

19. Warum benutzt die Gesellschaft haarsträubende Argumente und Veranschaulichungen, wie die über Alkohol und Blut, welches direkt in die Venen injiziert wird; eine Irreführung, die mit folgender Veranschaulichung erkannt werden kann: Stell dir einen Mann vor, der von seinem Arzt die Anweisung erhält, er solle sich von „Fleisch und Wurst enthalten.“ Wäre er ungehorsam, wenn er zwar kein Fleisch mehr äße, aber eine Nierentransplantation vornehmen ließe? Warum hat es die Gesellschaft nötig, ihre Position mit unsauberen intellektuellen Tricks zu untermauern?

20. Wenn wir uns, wie die Gesellschaft sagt, vollständig des Blutes enthalten müssen, dann erkläre bitte, warum uns die Gesellschaft den Gebrauch von Derivaten oder gewissen Bestandteilen menschlichen Blutes freistellt? Ist das nicht widersprüchlich?

21. Warum dürfen Zeugen von dem Blut, das andere gespendet haben, profitieren, aber selbst kein Blut spenden? Ist das nicht selbstsüchtig und heuchlerisch? Wäre Blutspenden, um das Leben anderer zu retten, nicht etwas, wozu christliche Nächstenliebe uns antreiben sollte?

22. Wie soll ich mich entscheiden? Mein Kind schnappt nach Luft. Sein Blutwert ist gefährlich niedrig. Sein Pulsschlag ist bei 200, Tendenz steigend. Die Ärzte haben uns gesagt, dass es ohne Bluttransfusion an Atemnot und Herzversagen sterben wird. Plasmaexpander helfen nicht mehr, es benötigt mehr rote Blutkörperchen. Es ist schrecklich bleich und apathisch, und mit großen Augen schaut es zu mir, und flüstert: „Hilf mir, Papa!“ Soll ich mein Kind sterben lassen, basierend auf den Worten einer Organisation, die ihre Meinung schon so oft geändert hat, wie über Organtransplantationen, Impfungen, Zivildienst, die „ Schafe und Böcke“, diese „Generation“, 1799, 1874, 1878, 1881, 1914, 1918, 1920, 1925, 1975, etc. etc. etc......? Soll ich mein Kind sterben lassen? Ist es das wirklich, was Jehova und Jesus Christus von mir erwarten?

23. Wie werde ich mich fühlen, wenn die Blutdoktrin schließlich nicht mehr sein wird als eine weitere alte, vergessene Doktrin? Werde ich in der Lage sein, mir selbst zu vergeben?