Netzwerk Sektenausstieg e.V.

Das ungeahnte Ausmaß des durch die Expandierungspolitik auf die Mitglieder ausgeübten Druckes beginnt sich auf überdeutliche Weise abzuzeichnen.

Die Kirchenführer einer deutschen Großstadt maßen jetzt nicht nur den Gesetzen des Landes keinerlei Bedeutung bei, sondern sie ignorierten auch die überaus klaren Anweisungen in ihren Priestertums-Handbüchern.

Zwar ist das Handbuch «Allgemeine Anweisungen» im Gegensatz zum Handbuch «Führung im Melchisedekischen Priestertum» nur wenigen Kirchenführern zugänglich, jedoch zählen die in diesen Fall Verwickelten - ein Missionspräsident und ein Bischof - allesamt zum Kreis der Besitzer der benannten Handbücher. In diesem Fall zeigte sich nach langen Diskussionen letztlich ein Pfahlpräsident einsichtig.

Die seelischen Leiden der Betroffenen lindert das leider kaum. Welche Macht kann solche Führer und Missionare noch kontrollieren, wenn diese nicht einmal mehr die (als gottgegebenen anerkannten) Richtlinien der eigenen Organisation beachten, und das trotz intensiven Bitten, Hinweisen und Warnungen? Und sind nicht gerade solche unkontrollierbaren Machtmonopole und die Ohnmacht der Betroffenen der Stoff, aus dem Sekten gemacht sind?

Eines jedenfalls ist sicher: Solange es Aktionen wie diese gibt, die der gesellschaftlichen Moral zuwiderlaufen, werden sich die Mormonen niemals den Ruf einer akzeptablen christlichen Kirche verdienen, so sehr sie sich auch auf anderen Gebieten dafür anstrengen mögen.