Netzwerk Sektenausstieg e.V.

Die nachfolgenden Berichte und Erfahrungen sollen Aussteigern dabei helfen, ihre eigene Situation besser einzuordnen. Außerdem erlauben sie auch Außenstehenden und „Interessierten“ einen realistischen Einblick in die Denkwelt, die im Inneren der Sekte herrscht. Wer einen Beitrag für diese Rubrik hat, ist herzlich eingeladen, ihn uns zukommen zu lassen.

Ich wurde im November 1976 in Koblenz geboren als das erste von 3 Kindern. Meine Mutter hatte sich erst kurz vor meiner Geburt als Zeugin Jehovas taufen lassen. Mein Vater war und ist es auch heute noch alles andere als gläubig.

Die biblische Wahrheit war durch Verwandte schon vor meiner Geburt an die Eltern herangetragen worden. Das hinterließ wohl seinen Eindruck, wenngleich es bei ihnen den Erfolg verfehlte.

Als ich zwölf war begann die Verwandtschaft ein Studium mit mir, das dann von Vollzeitverkündigern weitergeführt wurde.

Einige Artikel im Kreisboten veranlassen mich dazu, hier als doppelt Betroffene zu schreiben. Einmal betroffen, da ich als Kind von Zeugen Jehovas in „der Wahrheit“ aufgewachsen bin und zum anderen von meinem Stiefvater, der immer noch ein Zeuge Jehovas ist, über vier Jahre lang als Kind sexuell missbraucht wurde.

Bis Februar 1999 war ich bei den Zeugen Jehovas, 9 lange Jahre lang. Ende 1990 habe ich mich aus tiefer Überzeugung heraus taufen lassen. Kurz darauf sind mein Noch-Ehemann und ich in die nähe von Hamburg gezogen.

Ich hab geglaubt, wir würden bei einer Versammlung von immerhin 127 Verkündigern schnell Anschluss finden. Sind dort wirklich sehr herzlich aufgenommen worden, leider sind im Laufe der Jahre die Kontakte nicht intensiver geworden.