Sind die Zeugen Jehovas politisch neutral? Wer ihre Geschichte nur an der Oberfläche kennt, wird dies sicher bejahen. Doch es gibt zahlreiche Dokumente, die genau das Gegenteil beweisen. Sie zeichnen das Bild einer Organisation, die ihren Mitgliedern Neutralität predigt, selbst aber zu jedem Kompromiss bereit ist, wenn er ihren eigenen materiellen Interessen dient.

Zeige mir, wer deine Freunde sind und ich sage dir, wer du bist, lautet ein geläufiges Sprichwort. Im Falle der Zeugen Jehovas dürfte die Antwort demnach recht eindeutig ausfallen. Wie die Praxis zeigt, pflegt nämlich die Wachtturm-Gesellschaft als Dachorganisation der Zeugen Jehovas beste Beziehungen zur übrigen Sektenwelt. Und sie umgibt sich immer wieder mit Leuten, die Scientology nahe stehen.

Ein Sieg, der noch lange keiner ist

Die anwesenden Zeugen Jehovas ließen keine Emotion erkennen, als das Bundesverwaltungsgericht am 19.12.2000 sein Urteil zur Verfassungsbeschwerde der Religionsgemeinschaft bekannt gab:

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997... verletzt die Beschwerdeführerin in ihrem Recht aus Artikel 140 des Grundgesetzes... Es wird aufgehoben. Die Sache wird an das Bundesverwaltungsgericht zurückverwiesen.

Griff nach den Fleischtöpfen Babylons

Sie sehen sich als die einzig wahren Christen. Alle anderen Religionen hingegen gehören zu "Babylon", dem "Weltreich der falschen Religion". Sie sind stolz auf ihre "christliche Neutralität" und legen großen Wert darauf, "kein Teil dieser Welt" zu sein.

Klares Jein zu politischen Wahlen

Viele Zeugen Jehovas staunten nicht schlecht, als sie den Wachtturm vom 1. November 1999 aufschlugen. War doch da tatsächlich zu lesen:

Jeder Zeuge Jehovas entscheidet selbst auf der Grundlage seines durch die Bibel geschulten Gewissens... ob er einem zur Wahl stehenden Kandidaten seine Stimme gibt oder nicht.

Sektenanwalt und Sektenopfer an einem Tisch

Am 25. und 26. Juni fand in Neustadt/Weinstraße ein Seminar statt, das von der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltet wurde. Das Thema: "Beratung im Sektenbereich - Anspruch und Wirklichkeit".

Eingeladen waren Vertreter von Sekten-Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, um über ihre Tätigkeit zu berichten und Erfahrungen auszutauschen. Doch dazu kam es nicht.