Wachtturm-Gesellschaft gegen Endzeit-Prophezeihungen

"...Damit erteilt die Religionsgemeinschaft, die sich an der Bibel als Gottes Wort orientiert, Weltuntergangsprophezeiungen eine Absage." liest der erstaunte Beobachter in einer Pressemitteilung der Wachtturm-Gesellschaft vom 27.10.1999, die auch in mehreren Zeitungen erschien.

Eine Aussage, die eigentlich jeden Zeugen Jehovas für dumm verkauft, der jahrzehntelang daran geglaubt hat, dass dieses "System der Dinge" in unmittelbarer Zukunft, auf jeden Fall jedoch in unserem Jahrhundert untergehen wird.

So schrieb zum Beispiel Erwachet! am 8.5.1961: "... In Offenbarung 16, den Versen 14 und 16 wird er als der große Tag Gottes, des Allmächtigen, "der auf hebräisch Armagedon" heißt, bezeichnet. Dieser Krieg wird im 20. Jahrhundert geführt werden. ... Die heutige Generation wird die Erfüllung erleben."

Auch in Der Wachtturm vom 1.1.89 stand geschrieben, dass das letzte Jahrhundert unseres Jahrtausends für die Zeugen Jehovas durchaus nicht ohne große Ereignisse vorübergehen wird: "Der Apostel Paulus ging im christlichen Missionardienst führend voran. Er legte auch die Grundlage für ein Werk, dessen Vollendung in das 20. Jahrhundert fällt."

Kein Weltuntergang zur Jahrtausendwende!

Zeugen Jehovas erteilen der Millenniumshysterie eine Absage

„Unser Planet wird nicht untergehen. Jehovas Zeugen glauben dem Bibelwort: ‚Die Erde besteht ewig‘“, so Werner Rudtke (58), Vorstandssprecher der Zeugen Jehovas in Deutschland. Damit erteilt die Religionsgemeinschaft, die sich an der Bibel als Gottes Wort orientiert, Weltuntergangsprophezeiungen eine Absage. Jehovas Zeugen sehen in dem Übergang zum nächsten Jahrtausend nur einen ganz normalen Jahreswechsel wie jeden anderen auch.

Rudtke:

Jehovas Zeugen sprechen im Rahmen ihrer Hausbesuche und auf offener Straße über die gute Botschaft der Bibel. Diese gute Botschaft bedeutet, dass Gott an seiner Schöpfung – Erde und Mensch – sehr interessiert ist. Aus diesem Grund erwarten Jehovas Zeugen einen bewussten und gelenkten Eingriff Gottes zum Guten. Dieses von allen Christen herbeigesehnte Ereignis ist etwas ganz anderes, als ein flammendes Inferno, bei dem die Erde und alles Leben auf ihr unkontrolliert vernichtet und für immer untergehen würden.“

Kritiker werfen den Zeugen vor, in der Vergangenheit mehrfach falsche Erwartungen gehegt zu haben. Die Religionsgemeinschaft verweist dagegen auf das Vaterunser („Dein Reich komme“) und erklärt, dass eine Naherwartung zu den [Hoffnungen] derjenigen gehört, die auf Christus hören und ihm nachfolgen.

„Gemäß der biblischen Lehre wird es einmal paradiesische Lebensumstände für alle Menschen geben. Aber wann das sein wird, Tag und Stunde, weiß niemand. Auch nicht Jehovas Zeugen“, so Rudtke.

Quelle: Pressemitteilung der WTG vom 27.10.1999