Kein Teil der Welt

Kein Teil der Welt erzählt die Geschichte von Esther und Sulamith. Beide Mädchen gehören der Sekte der Zeugen Jehovas an. Esther ist in die Sekte hineingeboren, während Sulamith nach der Flucht mit ihrer Mutter Lidia aus Rumänien nach Deutschland, gefischt wurde.

Esther und Sulamith wuchsen zusammen wie Schwestern auf und teilten viele Geheimisse, die sie in einem Daycahier festhielten. Sie waren glücklich und unbeschwert, bis Sulamith anfing, Fragen zu stellen. Sulamith, die keine Angst vor dem Tod, sondern vor dem Dazwischen hatte, lernte einen „Weltmenschen“ kennen und verliebte sich. Immer mehr entfernt sie sich von den Zeugen Jehovas und stellte das Konstrukt dieser Sekte in Frage.

Stefanie de Velasco Ihr Weltbild geriet ins Wanken und Esther nahm sie wie folgt war:

Mitten auf dem mit Sägespänen und Staub bedeckten Boden saß Sulamith, sie trug Kopfhörer, drehte am Radioregler herum und starrte verzweifelt ins Leere, wie eine Außerirdische, die Kontakt zu ihrem Heimatplaneten aufzunehmen versuchte.

Was ist mit Sulamith passiert? Stück für Stück wird die Geschichte der beiden heranwachsenden jungen Frauen erzählt.

Esther zieht mit ihren Eltern in das ostdeutsche Dorf Peterswalde. Das Haus in das sie ziehen gehört ihrer verstorbenen Großmutter väterlicherseits, die damals im Konzentrationslager zu den Zeugen Jehovas konvertierte.  Esther vermisst Sulamith so sehr, dass sie sich heimlich Kleidungsstücke mitgenommen hatte um wenigstens ihren Duft bei sich zu haben. Die Eltern von Esther sollen in Peterswalde eine Versammlung aufbauen. Die Brüder und Schwestern dort dürfen nun offiziell in die Versammlung gehen, ohne Angst vor der Staatssicherheit zu haben. Euphorisch, nicht mehr verboten zu sein, sind sie nun eifrig im Dienste Jehovas von Haus zu Haus unterwegs und bauen stolz den neuen Königreichssaal.

Esther gefällt es in Peterswalde nicht, sie vermisst ihre beste Freundin. Alles ist so fremd und schmutzig. Eines Tages lernt sie Cola kennen, ein Mädchen, welches mit ihrem Vater in ärmlichsten Verhältnissen auf einer Biberfarm lebt. Sie freundet sich an und Cola beginnt ein Bibelstudium.

Den Kummer den Esther wegen Sulamith erleidet kann Cola nicht lindern. Esther entfernt sich immer mehr von ihren Eltern, die wie sie herausfindet, Geheimisse vor ihr haben. Auch sie fängt an die Zeugen Jehovas zu hinterfragen. Sie verurteilt die Härte, mit der gegen Sulamith vorgegangen wurde. Sie will nur noch weg, sie will frei sein und hofft auf Hilfe ihres Onkels, dessen Existenz ihre Eltern ihr verschwiegen hatten.

Der Roman erzählt von der Unsicherheit und Angst, die beim sich  Lösen aus einer Sekte auf einen einströmt. Aber auch von der Stärke, die Esther beweist, als sie den Schritt ins Ungewisse wagt.

Über die Autorin:

Stefanie de Velasco ist 1978 im Rheinland geboren worden, sie studierte Europäische Ethnologie und Politikwissenschaften. Regelmäßig schreibt sie für das Berliner Stadtmagazin Zitty, für die FAS und für Zeit Online. 2013 erschien ihr Debütroman „Tigermilch“, der in zahlreiche Sprachen übersetzt und für das Kino verfilmt wurde. Sie wuchs bei den Zeugen Jehovas auf und verließ diese religiöse Gemeinschaft im Alter von 15 Jahren.

Für diesen Roman ging Stefanie de Velasco weit über Ihre Grenzen hinaus. Sie brauchte 7 Jahre um ihn zu vollenden. Sie selbst sagt, dass Sie die ganze Palette der Psychosomatik durchlebte, als sie das Buch schrieb.