| Anfrage der Grünen an den Berliner Senat |
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| Geschrieben von: infolink |
| 22. Januar 1998 |
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Es ist merkwürdig, daß in den Sektenberichten des Berliner Senats die Zeugen Jehovas nirgendwo auftauchen. Einige Mitglieder der Fraktion der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus haben sich nichtsdestoweniger entschlossen, an der Sache dran zu bleiben. Dabei können sie möglicherweise Zusammenarbeit mit der CDU erwarten, die SPD hält sich merkwürdig bedeckt - bis zum offenbaren Abwimmeln. Wacht Berlin auf? Es dürfte noch erinnerlich sein, daß die Zeugen Jehovas im vergangenen Jahr die Schlacht um die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts wegen einer Klage des Berliner Senats in dritter Instanz verloren haben. Das hat sie zwar keineswegs entmutigt, aber seither ist ein Teil der Lehren der Zeugen Jehovas wenigstens offiziell geltenden Normen angepaßt worden - zum Beispiel teilweise das Wahlrecht und im Erwachet! vom 8.12.97 äußerte man sich - oh Wunder - sogar zum Thema Homosexualität; natürlich in der allseits bekannten Zeugen Jehovas - Manier, daß man nämlich zu einemThema immer drei Meinungen zu haben hätte: eine für die Mission, eine für die öffentliche Rechtsprechung und eine dritte für den Hausgebrauch. "Wenigstens offiziell" ist insoweit von Bedeutung, als die einfachen Zeugen Jehovas durch diese Modifizierungen nicht betroffen werden - in ihren Versammlungen geht es weiter wie gehabt und sollte sich jemand auf diese "Neuerungen" berufen, so wird man, wenn überhaupt, ihn dahin bedeuten, daß es sich hier allenfalls um eine "theokratische Kriegslist" handeln würde. Es ist aber merkwürdig, daß in den Sektenberichten des Berliner Senats die Zeugen Jehovas nirgendwo auftauchen. Sie zählen hier unter die sogenannten "klassischen" Sekten und laufen nicht in der Rubrik Familie, Jugend etc., das den jährlichen Bericht erstellt, sondern im Ressort Kultur (ein Theater oder was?). Diese Sekten sind also nach Berliner Interpretation keine "Sekten"... Einige Mitglieder der Fraktion der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus haben sich nichtsdestoweniger entschlossen, an der Sache dran zu bleiben. Dabei können sie möglicherweise Zusammenarbeit mit der CDU erwarten, die SPD hält sich merkwürdig bedeckt - bis zum offenbaren Abwimmeln - und von der PDS ist in dieser Beziehung wohl nicht viel zu erwarten - es ist nicht ihr Feld. Sympathien für die WTG dürften ihr aber fernliegen. Der Abgeordnete der Grünen Dietmar Volk hat folgende Fragen an den Senat von Berlin (Anfrage vom 22.01.1998) Thema: Wer kommt in den Sektenbericht (des Landes Berlin 1997)
2. Thema: Erfahrungsberichte Betroffener im Sektenbericht
Das sind erst einmal nur Fragen. Es ist aber anzunehmen, daß die zu erwartenden Antworten aus dem Senat Anlaß zu weiterem Nachhaken geben werden... wir bleiben auf jeden Fall am Ball... Juliane Bobrowski, Berlin für Infolink |