| Christus – Der Mittelpunkt der Prophetie (WT 15.1.2005) |
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| Geschrieben von: Emanuel |
| Mittwoch, den 19. Januar 2005 um 11:29 Uhr |
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Im WT vom 15.01.2005 können wir wieder einmal erkennen, wie bei der WTG Anspruch und Wirklichkeit auseinander fallen: Auf S. 14 im Studienartikel „Christus – Der Mittelpunkt der Prophetie“ wird folgender Anspruch geltend gemacht: Schon vor 1914 verstand eine kleine Gruppe gesalbter Christen wichtige Wahrheiten in Verbindung mit der Wiederkunft des Herrn. Sie erkannten zum Beispiel, dass der Herr unsichtbar wiederkommt,... Hier wird der Anspruch erhoben, dass die damaligen Anhänger der WTG die angebliche unsichtbare Wiederkunft Christi im Jahre 1914 vorhergesehen hatten. Die Wirklichkeit ist aber eine andere. Russell, der Gründer der WTG sagte, vor allem im Band 2 seiner Schriftstudien, ganz konkrete sichtbare Dinge für das Jahr 1914 voraus. U.a. die volle weltweite Herrschaft des Reiches Gottes mit der Vernichtung aller politischen und religiösen Systeme. Das gleiche Schema finden wir auch auf S. 15 im Studienartikel „Die Vorschau auf Gottes Königreich wird Wirklichkeit“. Dort wird folgender Anspruch erhoben: Bereits Anfang der 1870er Jahre, also noch vor Beginn der „letzten Tage“, … erkannte eine Gruppe von Bibelforschern, dass Christi Wiederkunft – entgegen der vorherrschenden Meinung – unsichtbar sein würde. Die Wirklichkeit sieht auch hier anders aus. In adventistischen Kreisen wurde für 1874 die Wiederkunft Christi mit dem Beginn seiner Königreichsherrschaft im Millennium usw. erwartet, und zwar alles für jedermann gut sichtbar. Nach 1874 war die Enttäuschung sehr groß bis eine Splittergruppe um Nelson Barbour entdeckt zu haben glaubte, dass die für 1874 sichtbar erwartete Wiederkunft Christi eher eine unsichtbare Gegenwart war, die 1874 begonnen hatte. Eine Ansicht, die Russell und seine Anhänger ab 1876 übernommen hatten. Die so genannte Erkenntnis über die unsichtbare Wiederkunft existierte also nicht bereits zu Beginn der 1870er Jahre, sondern war eine Notlösung nach der Falschprophezeiung der Second Adventists für das Jahr 1874. Wobei man anmerken muss, dass diese Falschprophezeiung nicht von Russell stammte. Aber auch Russells Bibelforscher hegten in den 1870er Jahren ganz konkrete sichtbare Erwartungen. Im WTG-Geschichtsbuch „Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben“ aus dem Jahr 1960 kann man auf S. 19 folgendes verwunderliches lesen, von dem wir aber im besagten Studienartikel nichts erfahren: Gegründet auf die Äußerung des Paulus, die in 1. Korinther 15:51, 52 enthalten ist, erwartete man, dass „die lebenden Heiligen plötzlich durch Wunderwirkung leiblich entrückt würden, um dann allezeit bei dem Herrn zu sein“. Da sie glaubten, daß dies im Jahre 1878 geschehen würde, waren einige enttäuscht, weil sie nichts Sichtbares geschehen sahen. Aber auch für unsere Zeit werden in diesem Studienartikel (S. 19) Ansprüche erhoben. Wenn eine lange Zeit untätiger Vulkan Rauch und Asche speit, deutet das meist auf einen bevorstehenden Ausbruch hin. Genauso sind die zunehmenden Feindseligkeiten gegenüber der Religion in vielen Teilen der Welt ein Anzeichen dafür, dass die Tage der falschen Religion gezählt sind. Bald wird Jehova bewirken, dass die politischen Elemente der Welt gemeinsam die geistige Hure Babylon die Große bloßstellen und verwüsten. Die angeblichen „zunehmenden Feindseligkeiten gegenüber der Religion in vielen Teilen der Welt“ ist wieder eine Behauptung, bei der nicht einmal der Versuch unternommen wird, sie durch irgendwelche Tatsachen oder Ereignisse zu belegen. Der Hinweis auf einen Vulkan reicht hierfür nicht aus. Vielleicht spielen sich diese Feindseligkeiten ja auch im unsichtbaren Bereich ab oder der Schreiber des Artikels befindet sich im Geiste noch in der Zeit des kalten Krieges, als der religionsfeindliche Kommunismus die Weltherrschaft anstrebte. Das einzige was mir aus der aktuellen Berichterstattung der letzten Zeit einfallen würde, wäre das Kopftuchverbot in Frankreich. Dass die WTG hier – im Gegensatz zu früher – auf jeglichen Bezug zu aktuellen Ereignissen zur Stützung ihrer Behauptungen verzichtet, zeigt wie wenig Kritikvermögen sie mittlerweile ihren Anhängern zutraut. |