Was soll die „Organisation“ sein? Drucken E-Mail
Geschrieben von: E.F.   
Samstag, den 19. Februar 2005 um 19:29 Uhr

Ist die Organisation der Überrest? Besteht sie aus den Gesalbten? Doch diese etwa 8.000 Menschen, zerstreut über die Erde, haben keinerlei Leitungsfunktionen – von wenigen abgesehen – und müssen sich ja selbst an ‘Jehova und seine Organisation’ halten! An sich selbst? Das bestimmt nicht! Was ist also die ‘Organisation’? Woran sollen sich die Zeugen halten? An die nebulöse, wie in einer Wolke verborgene ‘leitende Körperschaft’? Ich hörte dieses Jahr auf einem internationalen Kongreß 4 Redner aus der leitenden Körperschaft; sie sprachen ständig vom ‘treuen und verständigen Sklaven’ und seiner Autorität; aber sie sagten nicht ‘wir’; warum dieses Versteckspiel? Kann man aus einem verschwommenen Dunstkreis heraus besser dirigieren? Es ist kein Wunder, wenn man dieses Reden von ‘Jehova und seiner Organisation’ mit einem papageienartigen Geplapper vergleicht, wenn viele nicht wissen, was sie sich darunter vorzustellen haben oder was dahinter steckt.

Dazu ein weiteres Beispiel: es gibt Zeugen, die begeistert erzählen, daß die Kongresse- Kreiskongresse, Bezirkskongresse und andere – besser und besser werden! Pflichtschuldige Lobeshymne nach oben oder eingeimpftes Geplapper? Eine solche Äußerung zeugt nicht von Nachdenken! Ich habe viele Kongresse besucht; ich erinnere mich an einige Ansprachen, die ich als sehr eindrucksvoll befand; ich erinnere mich auch an Ansprachen, deren Eindruck eher ein gegenteiliger war. Aber die Kongresse zu bewerten im Hinblick auf ihre Wertigkeit untereinander? Pflichtschuldiges Lob, um Linientreue zu zeigen, oder unbedachtes Geplapper?

Gewiß, Jesus hat eine ‘Organisation’, nämlich die Gesamtheit seiner Jünger und Nachfolger; von ihnen sagte er, sie seien alle Brüder (Matth. 23:8-11). Gewiß, die Gaben eines jeden waren verschieden voneinander, aber sie wurden gegeben zur ‘Auferbauung des Leibes’, nicht zum Eigeninteresse oder gar zur Beherrschung ihrer Mitbrüder, und wenn Funktionen auszuüben waren, dann als Diener, nicht als Herrscher. Wenn somit in diesem Sinne alle Brüder waren und nicht Herren und ‘Fußvolk’, dann, nur dann, konnte sich Römer 15:7 erfüllen, daß sich Christen nämlich gegenseitig annehmen sollen, trotz ihrer Fehler, trotzdem man den einen oder anderen nicht unbedingt sympathisch findet, trotz möglicher Abneigungen, nicht weil wir es ‘müssen’, weil es ‘Christenpflicht’ ist, sondern weil Christus uns angenommen hat; Gott hat uns angenommen, dessen dürfen wir gewiß und froh sein! Und er hat es nicht aus einer Laune heraus getan, sondern er hat einen teuren Preis dafür bezahlt: seinen Sohn! Darum ist auch bei Ihm Dein Platz, immer, selbst wenn andere Dich nicht annehmen. Vielleicht können sie es nicht, weil sie selbst nicht angenommen sind, da sie sich an eine falsche ‘Annahmestelle’ gewendet haben. Du hast ja in Deinem Brief Erfahrungen geschildert; spricht das für ein Angenommensein? Ich finde nicht! Diese Organisation von Brüdern ist nicht rechtlich, sondern vom Heiligen Geist begründet; ihr wollen wir angehören, wo auch immer wir sonst Gemeinschaft gefunden oder gepflegt haben mögen. Sie ist keine staatlich gegründete Organisation, und man kann nicht darin eintreten; in diese Familie Gottes wirst Du, wurdest Du hineingeboren; das war nicht Dein Werk, so wenig Deine natürliche Geburt Dein Werk war; deshalb vergleicht Jesus ja in Johannes 3 den Vorgang mit einer neuen Geburt.


Quelle: http://mitglied.lycos.de/BrOttonio/EF/ef0074_d.html
 

Ich bin hier:

Startseite Zeugen Jehovas biblische Betrachtungen Was soll die „Organisation“ sein?