| Zu wem sollen wir gehen?... |
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| Geschrieben von: E.F. |
| Samstag, den 19. Februar 2005 um 18:58 Uhr |
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‘Zu wem sollen wir gehen? -es gibt ja nichts Besseres!’ diese Aussage hörte ich gerade unter Jehovas Zeugen in eher vertraulichen Gesprächen häufig, nachdem sie wieder einmal in ihren Hoffnungen enttäuscht worden waren, Hoffnungen in Bezug auf die Erwartungen von Harmagedon, das seit Jahrzehnten ‘unmittelbar bevorstehe’, auf von ihrer Leitung, der Wachtturm-Gesellschaft (WTG) und ihrer Leitenden Körperschaft (LK), propagierten Daten wie 1925 - Millionen jetzt Lebender werden nie sterben - oder 1975 für das Ende der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung, für den jahrzehntelang als ‘Wahrheit und gesunde Lehre’ verkündeten Ablauf der ‘Generation von 1914’, die ja Harmagedon erleben sollte, Enttäuschungen auch über das eigene, sich dem Ende zuneigende Leben, das man ganz auf diese Versprechungen ausgerichtet hatte, oder auch Enttäuschungen über eine Führung, die von anderen strikte Neutralität in politischen Dingen verlangt, selbst aber jahrelang assoziiertes Mitglied der Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation (NGO) war. Doch auch Vortragsredner der WTG stellen diese Frage, um deutlich zu machen, daß es ja trotz Irrtümern nichts Besseres gäbe, und daß man daher nur in dieser Organisation Rettung fände. Was dabei unter den Tisch fällt, ist die Tatsache, daß die Zeugen, die in dieser Gemeinschaft herangewachsen sind, gar keine Vergleichsmöglichkeiten haben, und die anderen, die solche aus ihrem früheren Leben vielleicht haben könnten, durch fortgesetzte Indoktrination - einseitige Darstellung anderer Gemeinschaften nur in negativer Sicht als Teil ‘Babylons der Großen’ - zu einem sachlichen Vergleich mit der eigenen Religion oft nicht mehr in der Lage sind. Die aus Johannes 6:68 entnommene Fragestellung - viele zitieren auch falsch: ‘wohin sollen wir gehen?’ - wird dann nicht im Sinne der Erwiderung von Petrus beantwortet, sondern man stellt Suggestivfragen: ‘wer brachte dir die Wahrheit?; wer gibt dir geistige Speise zur rechten Zeit? wo gibt es eine Organisation, die so nach der Bibel lebt und die das biblische Predigtwerk verrichtet?’ usw. Die Antwort lautet dann: ‘der treue und verständige Sklave’ (Matthäus 24:45); er ist von Gott über alles eingesetzt; deshalb seid zufrieden, es gibt nichts Besseres! Und alle oder die meisten sind dann zufrieden, wiegen sich im Bewußtsein der Zugehörigkeit zu den Auserwählten, den ‘Gesalbten’. Zur Unterstützung dieses Anspruchs werden dann oft eindrucksvolle Werke als Zeichen des Segens Gottes aufgewiesen, zum Beispiel in Videos wie ‘die Organisation, die hinter dem Namen steht’ und ähnliche. Die Bibel nennt so etwas allerdings nicht ‘Segen’, sondern ‘Fleisch’, Stolz auf eigene Leistung. Und es ist ja historisch deutlich geworden, daß gerade totalitäre Strukturen zu eindrucksvollen ‘Leistungen’ in der Lage sind; man braucht dabei nur die propagandistischen Leistungen unter Hitler, Stalin oder Mao zu denken, ohne daß ich dabei die persönliche Opferbereitschaft des einzelnen Zeugen herabmindern möchte, so wie es auch in jenen Systemen opferbereite und überzeugte Anhänger gab. Natürlich könnte jede Kirche, Gemeinschaft, Organisation solche auf sich selbst zugeschnittenen Fragen wie die oben angeführten stellen, die sich gleichsam von selbst beantworten, und manche tun dies auch. Aber hier soll kein Vergleich von Organisationen oder Denominationen, Kirchen oder Gemeinschaften angestellt werden. Vielmehr fielen mir beim Nachdenken über die Fragestellung der bekümmerten Zeugen ‘zu wem sollen wir gehen?’ zwei Gruppen von Christen des ersten Jahrhunderts ein, die - wenn vielleicht auch aus ganz anderen Gründen - ein ähnliches Problem hatten. Es waren dies Judenchristen (hellenistische Juden), für die besonders der Hebräerbrief geschrieben wurde, und Christen aus den Nationen wie zum Beispiel jene in Kolossä, an die Paulus schrieb. Die hebräischen ChristenDie Empfänger des Hebräerbriefes kamen aus dem Judentum, waren Glieder einer beeindruckenden, von Gott begründeten Religion, die eine lange Tradition aufzuweisen hatte; dazu gehörten ein bewundernswerter Tempel, von Gott selbst verordnete Opfer mit der von ihm bestimmten Priesterschaft, Feste und Festzeiten, die die religiös-nationale Einheit verbürgten, sie hatten das Bewußtsein einer Erwählung durch Gott, sie hatten die Väter und die Propheten, sie hatten Moses und das Gesetz und vieles andere mehr. Und nun? Das alles hatten sie gleichsam aufgegeben im Austausch für den Glauben an einen hingerichteten Juden, Jesus, den man nur verachtete, Jesus, jedem gläubigen Juden ein Ärgernis; sie hatten Verfolgung und Martyrium zu erwarten und konnten der Öffentlichkeit nichts Eindrucksvolles aufweisen; sie waren genötigt, durch Glauben, nicht durch Schauen zu wandeln. Zwar hatte ihr Meister versichert, er sei bei ihnen, selbst wenn nur zwei oder drei in seinem Namen zusammenkämen (Matthäus 18:20). Aber was war das schon angesichts des Tempels, der Synagogen und Festversammlungen Israels? Sie- die ‘Christen’ - kamen im kleinen und kleinsten Kreis, ja in Privatwohnungen und Privathäusern zusammen (Apostelgeschichte 2:46 und 16:40; Römer 16:5+23; 1.Korinther 16:15; Kolosser 4:15; Philemon 2). War es daher verwunderlich, daß sich eine Tendenz bemerkbar machte, die eindrucksvollen Relikte ihrer religiösen Vergangenheit, wenn nicht wieder zu ergreifen, dann doch wenigstens mit den neu erkannten ‘Wahrheiten’ zu verbinden? Konnte das, was von Gott gekommen war, denn so ‘überflüssig’ geworden sein? War ein Rückfall in die ‘Gesetzlichkeit’ nicht verständlich angesichts einer gewissen Müdigkeit und Enttäuschung in den Erwartungen und durch die Lebensumstände? Angesichts dieser Haltung bringt der Verfasser des Hebräerbriefs den Christen die Ankündigungen und Aussagen des Gesetzes im Licht der neuen Heilsordnung nahe und zeigt ihnen im Schattenbild die von Christus gebrachte Wirklichkeit der gegenwärtigen Heilszeit. Er vergleicht den neuen Bund und seine Herrlichkeit mit dem alten Bund und dessen Herrlichkeit, die ja so sichtbar beeindruckend war. Er lenkt den Blick der Christen nach oben (Hebräer 12:2), nicht einfach zum Himmel oder auf Gott, sondern auf eine bestimmte Person, auf Christus! Gleich zu Beginn wird deutlich (1:2-3): dieser Sohn überragt alle! Er ist ‘Gottes letztes Wort’, seine vollkommene Offenbarung! Er ist der Erbe über alles! Er ist der Mitschöpfer und der Erhalter der Welt! Was könnte beeindruckender sein? Doch der Autor bringt auch Bilder, Bilder von Ereignissen aus ihrer eigenen Vergangenheit: dieser Jesus ist größer als Moses, denn Moses war Diener, Jesus aber der Sohn (3:5-6); dem Moses war Gottes Haus anvertraut, Jesus dagegen ist darüber gesetzt! Jesus ist auch unser Hohepriester, mit dem sich der aaronische Hohepriester nicht vergleichen kann, weder in seinem Handeln, noch in seinem Wesen noch was den Wirkungsort betrifft (7:11,22,26-28; 9:11-15). Jesu Opfer reicht für alle Menschen, für alle Zeiten, für alle Übertretungen! Und wir als Christen sind nicht zu materiellen Dingen gekommen, die mit der Zeit verfallen, sondern zum himmlischen Zion, zum himmlischen Jerusalem, dem Ort der Rettung - nicht einer menschlichen Administration -, zu Tausenden von Engeln, zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu dem Mittler des Neuen Bundes (12:22-24). Was könnte damit vergleichbar sein! Christen sollen sich ihres Verzichts auf eine sichtbare Darstellung ihres Heils bewußt sein, so wie auch Jesus keinerlei sichtbare Darstellung seiner Macht auf Menschenweise zum Ausdruck brachte; sein Reich und auch unsere Rettung sind nicht ‘von dieser Welt! Und Jesus hat sich nicht verändert! Deshalb streben auch wir als seine Jünger nach der zukünftigen Stadt (13:8,14). Jesus, der Sohn Gottes gestern, heute und auch in aller Zukunft, hat durch sein Opfer die Zeit der Schatten und Vorbilder beendet; warum sollten wir noch an diesen hängen, so beeindruckend sie waren oder sind, da wir doch in der Wirklichkeit des Christus leben? Wir sehen, was auch die hebräischen Christen sehen sollten: das Zentrum des ganzen Briefes - ja sogar der ganzen Schrift - ist Christus! Wo er ist, da ist die kleinste Gruppe seiner Jünger und Nachfolger, ja selbst zwei oder drei, in Herrlichkeit; wo er nicht ist, nicht so, wie die Schrift sagt, da ist selbst die eindrucksvollste, bewunderungswürdigste Pracht, ja alle Kunst und Weisheit nur Menschenwerk, ‘Fleisch’, Zeugnis gebend vom Können der Menschen, aber ohne jeden Wert für ihre Befreiung und Rettung. Das sollten die hebräischen Christen sich stets bewußt machen! Die Christen aus den Nationen (am Beispiel der Kolosser)Waren bei den hebräischen Christen die jüdischen Glaubensbesitztümer, Traditionen und Riten besonders beeindruckend, so bei den Kolossern - neben auch vorhandenen jüdischen Einflüssen - besonders die Erinnerungen an die herausragenden Leistungen der griechisch-römischen Kultur. Da waren die einmaligen Gedankengebäude der griechischen Philosophie; Namen wie Plato, Aristoteles, die Vorsokratiker, Stoiker, Epikureer oder Kyniker sprechen für sich. Die Kunst hatte einen ihrer höchsten Gipfel erreicht in Malerei, Skulptur und Architektur. Die Kultur war einmalig in Dichtung (Äschylos, Sophokles, Euripides, Aristophanes usw.), römischem Recht, in Anfängen der Wissenschaft, Astronomie und Mathematik. Und man war von dieser hellenistischen Kultur umgeben, einer Kultur, die sich ‘Wohlstand und Bildung für alle’ auf ihre Fahnen geschrieben hatte! Was hatten Christen all dem entgegenzusetzen? Was konnten sie den Menschen aus den Nationen vorweisen? Einen Menschen, einen als Gesetzesübertreter auf die schimpflichste Weise hingerichteten Juden, eine Lächerlichkeit, ja für jeden gebildeten Griechen eine Torheit! Sie hatten nichts Vergleichbares an sichtbaren Dingen, und es war kein Wunder, daß es starke (gnostische?) Einflüsse gab, die versuchten, das philosophische Denken mit der Botschaft des Christentums zu verschmelzen. Hier bringt Paulus nicht die Bedeutungen gesetzlicher Vorbilder ins Spiel, wie das bei Hebräern sinnvoll war, sondern geht direkt auf das Zentrum des christlichen Glauben los, auf seine zentrale Grundlage, ja er erläutert diesen Glauben - oft sogar mit ‘gnostischen’ Begriffen wie Erkenntnis und Weisheit - ausführlich und in die Tiefe gehend. Und das Zentrum ist Christus selbst! In Kolosser 1:15-20 verweist er auf die alles überragende Größe des Christus als Gottes Ebenbild, Schöpfer und Erhalter. Und im Glauben an ihn - und nur dadurch - stehen wir (1:22-23) vor Gott als heilig, fleckenlos und ohne Tadel. Durch sein Blut (1:20) sind wir versöhnt in ihm mit Gott! Welche Philosophie könnte das menschliche Schuldbewußtsein beseitigen, uns von Schuld befreien? Vielleicht vermag sie unser Schuldbewußtsein ‘hinwegzuargumentieren’, aber sie kann es nicht beseitigen, uns nicht befreien. Es gibt großartige menschliche Gedankengebäude, nicht nur in der Antike, auch in der Moderne, von Leibnitz über Descartes. Kant, Hegel, Schopenhauer, Heidegger usw., doch ihr Werk ist im Kern mißlungen; sie widersprechen einander, einer reißt die Gedanken des anderen nieder, so daß schon Goethe sich darüber humorvoll äußerte. Doch Christus hat nach dem Willen Gottes unsere Schuld getragen, uns befreit, dass Zentrum der menschlichen Not vor Gott aufgebrochen und frei gemacht! Was ist dazu im Vergleich alle noch so großartige menschliche Leistung! Darum brauchen wir uns in diesem Bereich auch nicht mehr um Menschenlehre und Satzungen oder Vorschriften zu kümmern (2:8-9). Das Ziel von Paulus ist Christuserkenntnis, ein Fragen und Suchen, das mit seiner Person verbunden ist, nicht ein neuer Katalog versklavender Verhaltensregeln.. Aber ist das nicht auch ‘Philosophie’? Niemand möge die Fähigkeiten des Menschen zum Denken und Forschen gering achten; er hat diese Fähigkeiten nur, weil er im Bilde Gottes existierte. Kein anderes Lebewesen stellt Fragen, wie etwa, ‘was ist meine Bestimmung?, wo komme ich her? was ist mein Ziel?’ usw. Manche Männer haben ihr ganzes Leben solchen Fragen gewidmet. Und dennoch konnten sie keine bleibenden Antworten für alle finden! Doch von Christus wird gesagt: "in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig<" (2:9). In ihm haben wir die Antwort! Wer von Jesus weggeht, geht nicht in größere Freiheit, sondern in Sklaverei und Leere. Man kann (Kap. 2:8) die Welt betrachten gemäß ihren eigenen Elementen, nach ihren Grundzügen, Grundkräften, Grundanschauungen - die uns im Grunde immer nur im Kreis herum führen, bei noch so großartigen Denkleistungen - oder nach Christus. Zu diesem sind wir aufgefordert! Darum, als Folge dieser Überlegungen, macht Paulus deutlich (Kap. 2:16-23), daß wir nicht wieder Regeln und Vorschriften zum Opfer fallen sollen, sie seien ethisch noch so begründet; sie basieren auf dem gesetzlichen Leistungsdenken, verhindern das Erkennen der menschlichen Verlorenheit vor Gott und seine Errettung allein in Christus! Aber sind denn dann alle Ermahnungen und Ratschlage überflüssig? Ermahnt die Bibel - auch in ganz konkreten Dingen - nicht immer wieder? Doch, das ist richtig, und die Antwort auf die Frage ist alles andere als einfach! Doch Paulus gibt uns ein ‘Mittel’ an die Hand zu unserer Orientierung. Wir können uns stets die Frage stellen: wird durch das, was ich tue, Jesus erhöht oder tritt er zurück? Könnte ich mich dort, wo ich mich befinde, jederzeit als Christ bekennen, oder müßte ich mich als Christ ‘verstecken? Trübt mein Handeln mein ‘Christ sein’ oder bleibt meine Bindung an Christus unbelastet? Bleibt mein Glaube die Mitte meines Lebens oder wird er in die Ecke gedrängt? Paulus wies auf Jesus hin, zu ihm, durch ihn, mit ihm. Doch diese Fragen müssen von jedem Christen für sich beantwortet, der zugrunde liegende Grundsatz muß von jedem Christen für sich selbst angewandt werden, und dies kann in vielen Fällen auch zu unterschiedlichen Entscheidungen führen (Römer 14:1-8). Solche Unterschiede sollten wir dann bei unseren christlichen Brüdern tolerieren und nicht ‘richten’, wozu wir in keiner Weise berufen sind! Paulus zeigt den Kolossern auch den Weg der Heiligung, den menschliche Weisheit nicht finden kann. Allerdings macht er deutlich, daß es auch hier eine falsche Wegrichtung geben kann. Es gibt eine gesetzliche Heiligung, die besagt: ‘das mußt du tun, damit du...’, und eine biblische, die besagt: ‘das will ich tun, weil ich...’. Die eine basiert auf menschlichem Leistungsversuch und führt meistens zur Resignation, weil man sein Versagen immer wieder erlebt, die andere führt uns bei Versagen immer wieder zu Christus zurück und zu seiner Hilfe.Das Leben in diesem Christus ermöglichte es den Christen auch damals schon, etwas zu erreichen, was die großen Denker vielleicht anstrebten, aber ohne ihn nie erreichten: die Einheit bei aller Anerkennung der Unterschiedlichkeit; wenn man Kap. 3:10-11 liest, wäre es reizvoll, die damaligen Gegensatzgruppen durch solche unserer Zeit zu ersetzen, um einmal zu sehen, wo sich diese Einheit bei Tolerierung der Unterschiedlichkeit finden läßt, zum Beispiel ‘wo es nicht heißt Weißer und Farbiger, Baptist und Lutheraner, Handarbeiter und Akademiker, Angestellter und Selbständiger, sondern alles und in allem Christus’. Denn obwohl wir in einer ‘toleranten Zeit’ leben, in der jeder den andern an ‘Toleranz’ übertrumpfen möchte, liegt jedoch die Einheit im Argen. Wir haben eher eine ‘Laissez-faire’-Gesellschaft, aber keine echte Toleranz und schon gar keine Einheit. Auch auf ein weiteres Prinzip wies Paulus hin, das im damaligen sozialen Umfeld als spezifisch christlich zu betrachten war: einander vergeben (Kap. 3:13). Das war nicht nur eine christliche These, sondern Christus hatte dieses Wort vorgelebt, und seine Nachfolger sollten es praktizieren. Nochmals macht Paulus mit Kap. 3:17,23 deutlich, daß alle unsere Entscheidungen, unser Tun und Lassen unter der Leitung durch Christus stehen sollen; es gibt keine besonders heiligen Orte, Zeiten, Ereignisse, sondern alles geschieht im Blick auf den Herrn, wir leben in ihm, und er in uns (Galater 2:20). Daher haben wir andere nicht zu richten, sondern allenfalls zu vergeben, wenn einer meint, eine Ursache zur Klage gegen einen anderen zu haben, so wie ja auch uns in unvergleichlicher Weise vergeben wurde. ZusammenfassungZurück zum Ausgangspunkt! Hebräer wie auch Kolosser wandeln durch Glauben; Christus ist ihr Leben, und es gibt nichts, was immer es auch sei, was sich mit ihm vergleichen ließe. Die Herrlichkeit des Christus und der mit ihm Verbundenen ist mit nichts von Menschen Geschaffenem zu vergleichen; wenn wir sie im Auge behalten, werden wir uns nicht wieder zu den früheren Dingen oder den Elementen der Welt hingezogen fühlen, ohne ihnen jedoch unsere menschliche Achtung, unseren Respekt und unsere Anerkennung zu versagen. Doch mit Christus zusammen zu sein, selbst in der Gemeinschaft von nur zwei oder drei Gläubigen, ist mehr als der Aufmarsch eindrucksvoller Massen folgsamer, wenn auch aufrichtiger Nachfolger von Menschen. Christen suchen die Gemeinschaft miteinander, wo immer sie sich auch befinden, aber nicht die Gemeinschaft macht sie zu Christen; es wird auch nicht jemand zu einem Christen, weil er zufällig in der Gemeinschaft von Gläubigen lebt. Es mag sein, daß sich jemand aus persönlichen oder sozialen Gründen einer bestimmten Gemeinschaft anschließen will; das ist seine eigene Entscheidung, und niemand sollte ihn kritisieren, nur weil man seine Entscheidung nicht nachvollziehen kann. Doch muß er wissen: ob er ein Christ ist, entscheidet sich nicht daran, welcher ‘christlichen’ Gemeinschaft er angehört, welche Versammlungsstätte er besucht, sondern ob sein Glaube allein und ausschließlich auf der Grundlage des Christus aufgebaut ist. Nicht eine bestimmte Gemeinschaft rettet ihn, sondern das Lösegeld Christi. Keine Gemeinschaft kann Gott oder Christus für sich usurpieren, vereinnahmen oder einen Anspruch auf ihn anmelden. Noch immer ist der Weizen auf dem Feld der Welt unter dem Unkraut zerstreut; er befindet sich noch nicht gesammelt in einer ‘Gemeinschaftsecke’ (Matthäus 13:37-40). Entscheidend für den Christlichen Glauben sind nicht beeindruckende äußere Dinge wie Gebäude, Fabriken, Kongresse, ja nicht einmal die Opferbereitschaft von Menschen, auch wenn solche Dinge oft als ‘göttlicher Segen’ definiert werden. Entscheidend ist auch nicht, wo du bist, sondern bei wem du bist! Petrus sagte: "Herr, Du hast Worte ewigen Lebens". Bist Du in Christus? Dann bist Du geborgen (Römer 8:38-39; Johannes 6:37; 10:28-29). Zu wem also solltest du gehen? Die Antwort ist nicht schwer! Folge dem Lamm nach, wohin es immer geht, bekenne Christus als Deinen Herrn, zur Ehre Gottes des Vaters! Quelle: http://mitglied.lycos.de/BrOttonio/EF/ef0014_d.html |