| Götzendienst - Heute? |
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| Geschrieben von: E.F. |
| Samstag, den 22. Januar 2005 um 11:38 Uhr |
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Wenn man eine solche Fragestellung liest, dann denken die meisten Leser an primitive Religionen, an die Antike der Zeit vor Christus, an Fetischismus, an Schamanen und Medizinmänner, Kultbilder und Ahnenverehrung, an unterschiedliche Religionen, in denen die Verwendung von Götzen, ihre Verehrung und Anbetung, eine Rolle spielten; sie mögen das Thema jedoch für ‚abseitig‘ halten in einer modernen Zivilisationsgesellschaft mit einer weitgehend säkularisierten Kultur, in der Skepsis gegenüber allem vorherrscht, in der Philosophie, Atheismus, Agnostizismus, Materialismus und viele andere Geistesströmungen eine bedeutende Rolle spielen. Doch gibt es eine religionslose Gesellschaft? Das mag man noch verneinen, besonders in unserer aktuellen Zeit. Gibt es aber Menschen ohne jegliche Form von Religion? Dazu möchte ich die Brockhaus-Enzyklopädie zitieren, die unter dem Stichwort ‚Religion‘ u.a. folgendes sagt: ...daß Religion als ein existenz- und situationsbezogenes (und entsprechend uneinheitliches und uneindeutiges) Phänomen erscheint, als eine spezifische Funktion des Menschseins, die es außerhalb der Welt des Menschen nicht gibt ... Die Tatsache, daß traditionelle Religionen in einem anderen Lebenszusammenhang häufig als ungenügend empfunden werden, ist ein Grund dafür, daß ... neue Religionen entstehen ... Beispiele für solche ‚Ersatz-Religionen‘ sind ein Marxismus, der sich nicht nur als ökonomische und soziale Theorie, sondern als ‚letzte‘ Antwort begreift, aber auch Formen des Positivismus des 19. Jahrhunderts, des Fortschrittglaubens oder des Nationalismus. Religion als eine spezifische Funktion des Menschseins! Das wird auch von anderen Sparten der Wissenschaft über den Menschen, wie zum Beispiel Völkerkunde, bestätigt. Wo immer Erforscher der Welt hinkamen, jedes Volk, jeder Stamm, ja selbst Gruppen, die nie mit der Zivilisation in Berührung gekommen waren, oft kaum Kleidung kannten, von Alaska bis Feuerland, von Lappland bis Kamtschatka, von der Sahara bis zum Kongo: Religion war da! Das Wissen um eine höhere Macht – oder höhere Mächte -, mit denen man in Verbindung treten wollte, war da. Tatsächlich ein Urphänomen der Menschheit, des Menschlichen überhaupt. Alle hatten Religion! Religion, ein Grundbedürfnis! Sollte das vom modernen Menschen so einfach abgelegt werden können? Das fortgesetzte Entstehen so genannter ‚neuer Religionen‘ und die Neigung zur Idolisierung von Personen und Sachen besonders unter Jugendlichen scheint dem zu widersprechen. Dazu noch die Definition der Brockhaus-Enzyklopädie über das Stichwort ‚Götze‘: ...ein als höheres Wesen verehrter Gegenstand oder ein fremder Gott und sein Bild... Eng betrachtet, könnte jemand der Überzeugung sein, daß eine solche Definition viele Personen nicht berühre. Doch ist die für Christen verbindliche Definition der Bibel sehr viel weitgehender. Die Bibel zeigt, daß eigentlich jede Person, ob real oder nur in der Vorstellung existierend, jeder Gegenstand, ja sogar Ideen und Vorstellungen die Rolle von Götzen übernehmen können. Auch das wird übrigens von der Brockhaus-Enzyklopädie unter dem Stichwort ‚Religion‘ bestätigt; sie sagt: ...So kann jeder Gegenstand, jede Geste, jede Handlung, aber auch jede Denkfigur ‚heilig‘ oder ‚geheiligt‘ ... sein Alles kann Kultfigur oder Kultobjekt, jeder Ritus kann heilige Handlung werden. Auch die Tatsache, daß man sich zu einer monotheistischen Religion bekennt, verhindert nicht die Möglichkeit, in den ‚Götzendienst‘ zu gleiten. Das beste Beispiel sind die Israeliten, die trotz ihres täglichen Bekenntnisses zu dem einzigen Gott – Schema Israel - immer wieder daneben auch die Götter ihrer benachbarten Völker verehrten oder sich eigene Götter schufen. Unter diesem Aspekt versteht man die außerordentliche Bedeutung der ersten Gebote des Dekalogs im mosaischen Gesetz. Auch der moderne Mensch kann dem menschlichen Urbedürfnis nach Religion nicht entfliehen; er kann versuchen es zu kompensieren, indem er sich eben ‚Ersatzgötter‘ schafft, die er vielleicht als solche nicht sieht oder anerkennen möchte. So kann er sich in Selbstüberschätzung zum Maß aller Dinge machen und damit sich selbst zu ‚seinem Gott‘ Das traf schon auf den ersten König Israels, Saul, zu (1.Samuel 15:23). Man kann auch ‚seinen Bauch‘ zu seinem Gott, seinem ‚Götzen‘ machen, indem man ‚aus dem Bauch heraus lebt, seine Wünsche als Lebensleitlinie verfolgt und den Hedonismus zum Lebensprinzip erhebt. (Philipper 3:19). Darüber hinaus wird von der Bibel auch Habsucht oder Habgier als Götzendienst gebrandmarkt (Kolosser 3:5), und wer möchte bestreiten, daß Habgier ein verbreitetes Merkmal unserer Gesellschaft ist, in der man schon Schlagworte schuf wie ‚Gier ist geil!‘. Wenn man nicht den Gott und Vater Jesu Christi in den Mittelpunkt der Anbetung stellt und aufblickt auf Christus (Hebräer 12:2), dann kann wirklich alles und jedes zum Ersatzgott werden. Schon Josua sagte gemäß Josua 24:14-15 den Israeliten (frei zitiert): dient dem Herrn! Wenn ihr das aber nicht wollt, dann wählt euch, wem ihr dienen wollt; dann ist es völlig gleich, denn die anderen Götter sind alles wertlose Götzen (heute bietet uns Gott in Christus die Rettung an, und wir stehen in bezug auf Jesus vor der gleichen Wahl). Natürlich kann auch ein Christ, wenn er nicht sorgfältig auf seinen Lebenswandel wacht, dennoch in den Götzendienst in irgendeiner Form hineinrutschen. Alles kann zum Götzen werden; das kann auch mit Dingen geschehen, die an und für sich völlig in Ordnung sind – manche Dinge können zur Sucht werden und gleichen damit sozusagen ‚Individualgöttern‘, von denen man nur schwer wieder loskommt – und auch Dinge, die im eigenen Glauben verwendet werden oder wurden, können zu Götzen werden. Bei den Israeliten geschah das mit der ‚kupfernen Schlange‘, die Mose auf Gottes Geheiß zu einem bestimmten und begrenzten Zweck anfertigte, und die in den Tagen des Königs Josia zerstört wurde, weil sie zum Götzen geworden war. Wie der jüdische Schriftsteller Josephus berichtet, glaubten manche Juden, die Römer könnten Jerusalem nicht erobern, weil sich der Tempel Gottes in dieser Stadt befand; für sie war der Tempel zum Gott geworden. In Korinth gab es Gruppen von Christen, die sich an bestimmte ‚Führer‘ banden; sie waren ‚des Petrus‘, ‚des Paulus‘ usw. Sie fingen an, Menschen zu verehren. Heute gibt es Gläubige, die Kreuze, Statuen, Bilder und bestimmte Wallfahrtsorte verehren. Man kann aber auch andere Dinge zu seinem Gott, zum Mittelpunkt des Lebens machen: Geld, auch in Form von Aktien, oder des Bankkontos, Besitz, Macht, Politik, Ansehen, Popularität, Beruf usw. Der Möglichkeiten sind viele, und jeder mag sich selbst fragen, was der Mittelpunkt seines Lebens ist. Man könnte sogar seine eigene Kirche ‚vergötzen‘. Wenn ich zum Beispiel beobachte, wie die meisten Zeugen Jehovas von ihrem ‚treuen und verständigen Sklaven‘ und seiner leitenden Körperschaft sprechen, von ihrer Organisation Gottes oder manchmal auch von ihrer Mutter-Organisation, wenn ich sehe, daß die Verlautbarungen dieser Führerschaft oft mehr gelten als die Aussagen der Bibel, wenn ich höre, wie diese Menschengruppe ständig im Mund geführt wird, während Christus mehr und mehr zur Seite gedrängt wird und im Hintergrund steht, dann kann ich in dieser Gruppe nur einen modernen Götzen für die Vielzahl der Zeugen sehen, den sie neben dem Gott der Bibel verehren, ähnlich wie die Israeliten ja auch das goldene Kalb neben Gott verehrten. Ich will mit dieser Aussage keinen Zeugen verletzen, sondern vielmehr auffordern, einmal genau zu beobachten, wie man - oft schon in den Gebeten – geistige Bücklinge vor dieser Organisation macht und ihr gleichsam blindlings folgt. Kritik an ihr kommt schon der Rebellion gegen Gott gleich! Wenn man schon das Bild einer Mutter-Organisation gebraucht: für die Israeliten war ihr Volk ebenfalls ‚ihre Mutter‘; dennoch wurde die Verantwortung des Einzelnen vor Gott nicht aufgehoben; in Hosea 2:2 (bei manchen Übersetzungen erst Vers 4) fordert Gott die Israeliten sogar auf: ‚Rechtet mit eurer Mutter, rechtet!‘ So sollten wohl heute auch die einzelnen Zeugen mit dem Maßstab des Wortes Gottes, der Bibel, mit ihrer Mutter-Organisation rechten, statt sich blindlings der Leitung von Menschen zu überlassen, die ihre Meinung immer wieder änderten, wie sie sie ändern mußten. Und sie würden dann feststellen, wie wenig ‚mütterlich‘ eine solche Organisation reagiert, wenn man mit ihr ‚rechtet‘! Die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas ein moderner Götze? Nach meinen Beobachtungen und nach meinem Eindruck für viele Zeugen leider ja. Und kein Götze führt zur Rettung. Denn (Apostelgeschichte 4:12) ‚es ist in keinem anderen das Heil, denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen‘, als allein der Name - J E S U S |