| Martina - der lange Weg in die Freiheit |
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| Geschrieben von: Martina | |||||||||
| Montag, den 20. September 2004 um 23:04 Uhr | |||||||||
Seite 1 von 8 Prolog Wie konnte es nur so weit kommen? War ich nicht mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Sinn Jehova ergeben? War ich nicht mit Liebe und Inbrunst in der Wahrheit und hat sich nicht während dieser Jahre meine Liebe, meine Erkenntnis und mein festes Vertrauen zu Gott vertieft? Doch - ich meine zu 100%. Nur verlief alles anders als es mir bekannt war, ja als es einem Zeugen Jehovas durch die Belehrung der Organisation vermittelt wird. In dem ich meinen persönlichen Bericht niederschreibe denke ich an die vielen traurigen Gespräche zurück, im freundschaftlichen Rahmen, mit den “kleinen” Verkündigern, den “umhergestoßenen Schafen”, den Mitschwestern und -Brüdern. Damit fließen auch deren Gedanken und Gefühle mit ein, die offiziell nicht bestehen (dürfen). Der Sinn dieses Berichts bedeutet für mich nicht den Glauben unterwandern zu wollen, sondern denen, die sich heute noch quälen eine Hilfestellung anzubieten. Denjenigen aber, die sich in der Organisation “trotz Unvollkommenheiten” wohl fühlen, denen möchte ich sagen, dass ich weiß, dass dieser Bericht i m m e r ein Stein des Anstoßes für sie sein wird, “der Versuch einer Abgefallenen, Gläubige zur Abtrünnigkeit zu bewegen!”. Trotzdem wage ich diesen Schritt. Warum? Ich bin überzeugt davon dass jeder, der mit seinen Gefühlen kämpft, das Recht auf Hilfestellung hat. Selbst habe ich über 5 Jahre lang gelitten und einen schweren Ablösungskampf gekämpft. Heute weiß ich, dass es vielen anderen auch so ging, die von der Organisation jetzt als “böse” und “ein in die Welt Satans zurück” bezeichnet werden. Damals war ich um jede liebevolle Hilfestellung (z.B. auch in Form von er- und aufklärenden Büchern) und Erfahrungswerten dankbar, froh um jede gutgemeinte Geste, und empfand immer wieder wohltuende Erleichterung nicht hilflos der Angst vor “Abtrünnigkeit” bzw. der “Vernichtung in Harmagedon” preisgegeben zu sein. Danken möchte ich dabei dem Schöpfer, der mich bis heute begleitet hat, mir Führung angedeihen ließ und lässt, und mir nach wie vor zeigt, dass ich von IHM nicht verlassen bin, und das trotz aller gegenteiliger Prophetie, ohne die “geistige Mutter” (nämlich der “einzigen von Gott geleiteten Organisation Gottes auf Erden”, die Organisation der Zeugen Jehovas) jetzt führungs-- segen- und gottlos zu sein...- ein Teil der Welt Satans, und preisgegeben zur Vernichtung in Harmagedon. Nein, E R hat mich nie verlassen und ich ihn nicht! Gott hält sich an sein Wort aus 2.Chron. 15:2: “Jehova ist mit euch solange es sich erweist dass ihr mit ihm seid und wenn ihr ihn sucht wird er sich von Euch finden lassen...” Im Rahmen einer losen Gruppe versuchen wir “Ehemaligen” uns gegenseitig sowohl neue Sozialkontakte zu schaffen, als auch unsere seelischen Verletzungen und teils tiefen Verwundungen zu “verbinden”, zu verarbeiten. Doch wäre es uns in dieser Gruppe niemals eingefallen, zerstörerisch und destruktiv alles und alle zu verurteilen. “Hört auf zu richten ... hört auf zu verurteilen ... übt euch im Geben.... Denn mit dem Maß mit dem ihr messt, wird euch wieder gemessen werden.” (Luk6:37, 38). Jeder der hier mitgeholfen hat, hat seinen eigenen harten Ablösungskampf - oft sehr bitter gekämpft - und brachte seine Erfahrungen, aber auch neue Wege mit. So mancher ist dabei - gerade durch diese schlimmen Erfahrungen - eine reife und starke Persönlichkeit geworden. Das sei hier zum Trost erwähnt. Geistige Freiheiten wurden schon zu allen Zeiten gerne von Menschen im Namen Gottes geraubt. Die Organisation der Zeugen Jehovas macht hierbei keine Ausnahme - nur geht alles viel subtiler und es bedurfte meinerseits viele Jahre “Insidertum” um das zu erkennen. Meine Erfahrungen in diesen Jahren war, festzustellen dass Gott und die Organisation “2 Paar Stiefel” sind, und dass die Bibel durchaus auslegbar ist. (Bibelzitate, die ich selbst hier einbringe, geben wieder, wie ich diese heute verstehe. Damit stelle ich jedoch jedem Einzelnen völlig frei, diese so zu verstehen wie er/sie das verstehen kann und möchte.) Außerdem stellte ich immer wieder fest, dass sich besonders um “den Strohhalm im Auge der anderen Religionsgemeinschaften” gekümmert wird, “der Balken jedoch im eigenen Auge (in der eigenen Organisation) interessanterweise kaum bzw. selten bemerkt wird, und unter den Teppich gekehrt wird”... ungewollt oder absichtlich...? Darüber möchte ich mir kein Urteil erlauben, aber dies mit einem Auszug aus einer sog. “Heiligen Schrift” untermauern. (Verlag “Das Wort GmbH im “Universellen Leben”), aus dem der Leser für sich selbst entscheiden kann. “Das ist mein Wort Alpha und Omega,” das Evangelium Jesu. Die Christus-Offenbarung welche die Welt nicht kennt. S.349-351: ”Ihr habt gelesen: Gedanken, Worte und Handlungen sind Magneten. Wer seinen Nächsten in Gedanken und mit Worten richtet und verurteilt, der wird also Gleiches oder Ähnliches an sich selbst erfahren. Erkennet: Eure negativen Gedanken, Worte und Handlungen sind eure eigenen Richter. “Mit welchen Maß ihr messt - ob in Gedanken oder in Worten und Handlungen -, so werdet ihr selbst gemessen werden. So wie ihr euren Nächsten abwertet, um euch selbst aufzuwerten, werdet ihr entwertet werden. ... Nur der Mensch spricht beständig über den Splitter im Augen seines Nächsten, der des Balkens im eignen Auge nicht gewahr wird ...“ Die für mich erarbeitete Essenz des Evangeliums ist : “Die gelebte Liebe (dazu gehören Toleranz und Mitgefühl) d a s ist die wichtigste christliche Eigenschaft und die Einzige wirkliche Kraft ...”, wichtiger im Universum als jedes dogmatische Einhalten irgendwelcher sog. “Grundsätze”. Jesus, der Christus sprach zu ihnen: “Du sollst Jehova, Dein Gott l i e b e n... dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite, Du sollst deinen Nächsten l i e b e n...“ (Math.22:37-39). Die ORGANISATION der Zeugen Jehovas, ist das goldene Kalb um das herumgetanzt werden muss, ... DAS ist Jehova, dein Gott, der dich aus dem Land “Ägypten” herausgebracht hat...!” (2.Mose 32:4). Wer dazu näheren Einblick haben möchte, möge sich dem Buch “Der Gewissenskonflikt” von Ray Franz widmen, der 9 Jahre lang als Glied der Leitenden Körperschaft gedient hat. Auch bei uns lautete bei unserem Weggang die alles entscheidende Frage - seitens der beiden Ältesten bei ihrem Abschlussbesuch nicht, ob es Jehova ist, dem wir loyal ergeben seien, sondern wie unsere Treue zur Organisation aussieht. |