Jim Rizoli - Rechtskomiteeverhandlung

Der folgende Text ist eine Mitschrift der Berufungsverhandlung von Jim Rizoli, seit 23 Jahren ZJ, 17 Jahre davon hat er als Vollzeitdiener Zeit und Energie aufgewandt, um die ZJ-eigene Lehre zu verbreiten. Jim erschien am 19. Mai 1996 (Northbridge MA USA) vor sechs Zeugenältesten.

Wenn ein Zeuge Jehovas einer "Sünde" beschuldigt wird, kommt er/sie vor ein Rechtskomitee, das aus drei Ältesten der Versammlung besteht, um das "Problem" zu besprechen. Wenn ein Glied gesündigt hat und keine Reue zeigt, wird es ausgeschlossen. Wenn der Betreffende denkt, daß bei dem Ausschlußverfahren Fehler gemacht wurden, gibt es das Recht auf ein Berufungskomitee.

Jim Rizoli gab seine Zustimmung zu der folgenden Mitschrift.

Bei diesen Verhandlungen soll es darum gehen, daß beide Parteien alle verfügbaren Beweise präsentieren, um die Wahrheit herauszufinden. Der Grundsatz der nachfolgenden Bibelstelle ist in diesem Berufungsverfahren und bei allen Rechtskomitees von entscheidender Bedeutung:

Kein einzelner Zeuge sollte sich gegen einen Mann hinsichtlich irgendeines Vergehens oder irgendeiner Sünde erheben, im Falle irgendeiner Sünde, die er begehen mag. Auf die Aussage zweier Zeugen oder auf die Aussage dreier Zeugen sollte die Sache feststehen.

5. Mose 19:15; Neue-Welt-Übersetzung

Der Leser möge beurteilen, ob man sich bei diesem Verfahren an diesen biblischen "Grundsatz" gehalten hat.

Einführung der Ältesten des Berufungskomitees

Robert Booth, Ältester der Versammlung Springfield, MA, USA, macht Jim mit den Ältesten bekannt.

RB.: Zuerst einmal vielen Dank, daß ihr euch die Zeit genommen habt, mit uns heute Nachmittag zusammenzukommen. Ich bin Bruder Robert Booth aus Springfield. Das ist Glen Lipham aus Springfield und das ist David Geditti aus Springfield.

Wir sind gebeten worden, zu kommen und deinen Einspruch zu hören; den Einspruch gegen die Entscheidung der Ältesten von Northbridge, dir die Gemeinschaft zu entziehen.

Wir möchten gerne von dir hören, warum du diese Entscheidung anfechtest. Was ist in deinem Fall der Grund, warum du Einspruch erhebst?

Jim R.: Ich habe zwei Zusammenfassungen mitgebracht; eine kurze und eine ausführliche Version. Ich werde jetzt jedem von euch die kurze Version geben...

Ich habe dort dargelegt, daß die Zusammenkunft meiner Meinung nach nicht gemäß biblischen Grundsätzen durchgeführt worden war.

Zuerst führte ich einen Watchtower-Artikel aus dem Jahre 1995 [Anm. d. Übers.: deutsch: Wachtturm, 1. November 1995; "Trost für Menschen mit einem niedergeschlagenen Geist"] und das an, was in meinem Fall relevant war. Es hieß dort:

Die beiden Ältesten sollten ihm dann raten, den Beschuldigten im Einklang mit dem Grundsatz aus Matthäus 18:15 selbst anzusprechen.

Ich sah mich vier Anklägern gegenüber, und nicht ein einziger von ihnen kam auf mich in Übereinstimmung mit Matthäus 18 zu.

Um nochmals den Artikel anzuführen:

Falls sich der Ankläger emotionell außerstande fühlt, mit dem Betreffenden ein persönliches Gespräch zu führen, kann dies telefonisch oder gegebenenfalls brieflich geschehen. Auf diese Weise kann sich der Angeklagte vor Jehova zu der Beschuldigung äußern. Vielleicht kann er sogar Beweise vorlegen, daß er den Mißbrauch nicht begangen haben kann.

Bei mir ging es nicht um Mißbrauch. Was ich sagte. Es gab Briefe gegen mich, und ich sah nie einen dieser Briefe. Die Ältesten haben mir die Briefe nie gezeigt. Wie kann ich überhaupt ein Rechtsverfahren durchführen, wenn die Beweise nicht da sind? Sie sagten, sie hätten die Briefe, und tatsächlich war das das erste Mal, daß ich von den Briefen hörte. Aber ich habe sie nie gesehen.

Noch einmal ein Zitat aus dem Artikel:

Wird die Beschuldigung zurückgewiesen, sollten die Ältesten dem Ankläger erklären, daß rechtlich nichts weiter unternommen werden kann. Und die Versammlung wird den Beschuldigten weiterhin als unschuldig betrachten. Gemäß der Bibel müssen zwei oder drei Zeugen vorhanden sein, damit rechtliche Schritte unternommen werden können.

Es gibt also in diesem Fall vier Ankläger gegen mich; nur einer trat auf und wurde mir gegenübergestellt, und seine Information war ein Jahr alt. Ich erinnere mich nicht mehr, was ich diesem Bruder sagte, das war schon ein Jahr oder so her. Er hat also nur etwas vom Hörensagen. Wir können uns darüber, was gesagt wurde, nicht einigen. Ich weiß nicht mehr, was gesagt wurde, und das gegen mich zu verwenden, ist nicht richtig. Weiter unten in dem Artikel heißt es:

Aber bei einem Rechtsfall muß man sich an die biblischen Grundsätze halten.

Deshalb fasse ich meine Punkte hier zusammen:

  1. Die Ankläger kamen nie in Übereinstimmung mit Matthäus 18 auf mich zu. Sie kamen auch nicht mit einem Zeugen in der Situation zu mir. Das wäre nämlich der nächste Schritt, der zu unternehmen ist. Wenn also nicht einmal Schritt 1 getan wurde, konnte auch Schritt 2 nicht getan werden.
  2. Mir ist kein Grund bewußt, warum die Ankläger gehindert sein sollten, mit mir von Angesicht zu Angesicht zusammenzukommen. Sie konnten sich nicht "emotionell außerstande" fühlen und befürchten, ich würde sie verletzen. Sie hätten zu mir kommen müssen. Sie schrieben zwar Briefe, aber auch die sah ich nicht.
  3. Nach etwa einem Jahr sagte man mir, zwei Ankläger hätten Briefe gegen mich geschrieben. Man hat sie mir nie gezeigt. Wie kann ich auf die Beschuldigungen antworten? Die Ältesten haben die Briefe, aber sie haben sie nicht zur Rechtskomiteeverhandlung mitgebracht. Bis heute habe ich sie nicht gesehen.
  4. Wie kann man mich als reuelosen Sünder ausschließen, wenn ich von den Beschuldigungen gegen mich erst bei der Verhandlung gegen mich hörte?

Man warf mir zügellosen Wandel vor. Ich hörte von dieser Beschuldigung erst bei dem Treffen, bei dem ich ausgeschlossen wurde. Wie kann ich reuelos sein, wenn dies das erstemal ist, daß ich die Beschuldigung höre. Meine Ansicht dieser Beschuldigung ist auslegbar. Nichts aus der Bibel oder aus den Wachtturm-Schriften trifft auf der Grundlage dessen, was gesagt wurde, auf mich zu. Es geht da immer um sexuelle Dinge oder Inhalte.

In meiner ausführlichen Zusammenfassung ... Laßt mich das zu Ende bringen; zügelloser Wandel wird definiert als der unverblümte Wunsch, Autorität zu mißachten, so definieren sie das. Wo ist die Autorität, die ich mißachte? Bruder Perkins hat kurz erwähnt, er mochte nicht die Art, in der ich gegen Bruder Crispin gesprochen habe. Ist das die Autorität, gegen die ich etwas gesagt habe? Das ist meine Frage. Und die Antwort? Ich kenne sie nicht. Wo ist die Autorität, gegen die ich was gesagt habe, so daß die Schriftstelle über "zügellosen Wandel" gegen mich angewandt wird; wo ist die Person, die ich mißachtet haben soll?

Nun zu der anderen Situation mit Bruder Crispin. Es wurde zwar gesagt, das hätte mit meinem Fall nichts zu tun, aber ich glaube, das hat es doch. Hier sind 8 Seiten (Jim gibt die Seiten an die anwesenden Ältesten weiter), die könnt ihr für eure Unterlagen behalten. Das ist etwas länger, und ich versuche, sie so schnell wie möglich durchzugehen. Jetzt komme ich mehr zu den Einzelheiten.

Ich lege aus drei Hauptgründen Berufung ein:

  1. Entscheidende Informationen über meine Situation mit Bruder Crispin wurden mir nicht präsentiert. Nun sagen sie, das hätte mit meinem Fall nichts zu tun. Ich glaube, einer der Gründe, warum sie sagten, ich hätte über Autorität nachteilig gesprochen, war, was ich angeblich gegen Bruder Crispin gesagt hatte. So weit, so gut. Aber niemand hat mir je gesagt, daß sie mit Bruder Crispin sprachen. Und welche Informationen haben sie von Bruder Crispin über mich?
  2. Nochmals: Ich habe die Ankläger nie gesehen. Die meisten Informationen gegen mich stammen vom Hörensagen. Mein Wort gegen das ihre.
  3. Wo bin ich ein reueloser Sünder?

Dann komme ich zu der ganzen Sache, wo mir wegen zügellosen Wandels die Gemeinschaft entzogen wird, und daß ich unumwunden Autorität mißachte. Wer sagt da was; wer ist die Autorität, die ich mißachte?

Ich denke, Bruder Crispin hat mich hier verleumdet, als ich vor sieben Jahren in diese Versammlung kam. Ich war Ältester in einer anderen Versammlung und zog mit einem guten Leumundszeugnis aus Framingham hierher. Ich wurde aber nicht wiederernannt. Man hat mir nie den Grund dafür genannt. Man sagte mir nie warum. Ich habe mich nach Kräften bemüht, von den Brüdern darüber etwas zu erfahren. Sie wollten mir nichts sagen. Sie hatten ständig Ausflüchte, warum ich nicht ernannt wurde. Da war dies und das usw. ... Ich denke, Bruder Crispin hat sie gegen mich beeinflußt und keiner erzählte mir, was er sagte. Ich weiß es bis heute nicht. Bruder Perkins streitet ab, mit Bruder Crispin darüber gesprochen zu haben.

Aber bei dem Treffen, bei dem ich ausgeschlossen wurde, kam heraus, daß er mit Bruder Crispin gesprochen hat. Das geht nicht in meinen Kopf. Wie kann man jahrelang etwas abstreiten und dann sagen (Perkins): "Ich habe mit Bruder Crispin so nebenbei geredet", oder so ähnlich. Deshalb habe ich das Gefühl, wichtige Informationen wurden zurückgehalten. Ich denke, das ist sehr wichtig.

Ich rief Bruder Perkins am 11. Mai 1996 an. Ich glaubte, hier läge mit Bruder Perkins ein Fall nach Matth. 18 vor, weil er mir meiner Meinung nach nicht die Wahrheit gesagt hatte. So fragte ich ihn - das steht auf der folgenden Seite - ob er denn mit Bruder Crispin gesprochen hatte? Bruder Perkins sagte: "Wir sprachen darüber so nebenbei."

Erinnert euch bitte, daß er jahrelang abstritt, mit Bruder Crispin gesprochen zu haben; und nun sagte er, er habe mit ihm "so nebenbei" gesprochen.

Dann meinte er, ob er mit ihm gesprochen habe oder nicht, ändere nichts an der Situation. Ich denke aber doch, daß es die Situation ändert. Weil es sich um Informationen handelt, die ich auch haben müßte.

"Ich habe nichts davon gewußt", sagte Perkins. "Du machst da einen Fall daraus, wo keiner ist."

Nun, ich denke, das ist ein Fall. Irgend jemand ist bei der Behandlung dieses Falles nicht ehrlich zu mir, und Bruder Crispin hat wohl sein Teil dazu beigetragen, daß ich ausgeschlossen wurde. Ich glaube nämlich, die Ältesten verwenden das gegen mich, daß ich gegen ihn (Crispin) gesprochen habe, oder so. Ich habe damit ein Problem.

Ich kenne die Bibel, wie ihr jetzt sehen werdet.

Gegen einen älteren Mann nimm keine Anklage an, außer aufgrund der Aussage von zwei oder drei Zeugen.

1.Timotheus 5:19; Neue-Welt-Übersetzung

Das verstehe ich. Nun, ich glaube, Bruder Crispin hat mir Unrecht getan. Ich bat diese Ältesten, ich bettelte sie darum, laßt uns etwas an der Sache tun - nicht speziell diese Ältesten, sondern alle Ältesten aus den letzten 7 Jahren. Keiner griff den Fall auf. Ich weiß, warum. Gegen einen Kreisaufseher vorgehen? Ich hatte keine Angst vor ihm. Er hat mir Unrecht getan. Als ich Bruder Crispin eines Tages auf einem Kreiskongreß traf, sagte Bruder Crispin, es seien die Ältesten hier (in Northbridge), die etwas gegen mich hätten. Ich fragte einige Älteste hier und sie sagten mir, es sei Bruder Crispin. Keiner übernahm die Verantwortung. Keiner.

Diese Situation dort tat mir und meiner Frau ganz gewaltig weh. Es ist ihnen gar nicht bewußt, wie sehr das meine Frau getroffen hat. Meine Frau macht gute Miene zum bösen Spiel; sie weiß, was passiert ist. Sie sieht, was passiert. Es gab da einen Bruder, Bruder Hagenback, der eines Tages mit mir im Predigtdienst war, und er gab mir gegenüber zu (erinnert euch, wie sie mich all die Jahre mit belanglosen Ausreden abgefertigt haben, daß ich nicht zum Ältesten ernannt wurde) - Bruder Hagenback sagte also zu mir, Bruder Crispin habe es auf mich abgesehen, er habe ein Problem mit mir. Er ist der einzige, der das zugegeben hat. Er war nicht selbst dabei, er hat es nur vom Hörensagen, durch irgend jemanden; ihr müßtet ihn fragen. So stand es also mit mir und Bruder Crispin und dem Schmerz, den es mir und meiner Frau bereitet hat. Für meine Frau ist das ein Stolperstein, und ich denke heute, es geht niemanden etwas an. Meine Frau ist einem Nervenzusammenbruch nahe - ich hoffe, ihr Brüder versteht das ... ( Bandpause ) ... Weil niemand mit uns redet, weil niemand uns sagt, was so los ist, weil wir in einer Versammlung leben, wo niemand uns sagt, was so los ist oder dies oder jenes erzählt, habe ich ein schreckliches Problem damit. Meine Frau achtet darauf, daß sie nach besten Kräften in die Versammlung geht, doch wenn sie in der Psychiatrie landet, wen muß ich dann dafür verantwortlich machen? Hier versuche ich also, mich zu verteidigen, da sind Anklagen gegen mich gerichtet; keinerlei Zeugen, und die anderen, denke ich, lügen. Das alles hat mich sehr verletzt, aber so sieht die Lage dort aus. Ich will nochmal auf die zehn Gründe zurückkommen, warum sie mich ausgeschlossen haben. Ich habe sie aufgeschrieben; sie sagten, ich sei ausgeschlossen worden, weil ich gesagt habe:

  1. Nicht eine der Prophezeiungen der Gesellschaft hat sich je erfüllt.
  2. Ich habe den Kanal angezweifelt, den Jehova seit dem ersten Jahrhundert bis zur Zeit von Bruder Russell gebraucht habe.
  3. Die Gesellschaft verbirgt Dinge vor den Menschen.
  4. Ich glaubte nicht, daß die Ältesten vom heiligen Geist ernannt seien.
  5. Älteste folgen blind der Leitung anderer Mitältester und der Organisation.
  6. Die Gesellschaft hat gelogen, sie hat Ray Franz als Abtrünnigen hingestellt, wo er es tatsächlich nicht war.
  7. Die Ältesten sind wie David, der Uria an die Front schickte, damit er dort umkommt.
  8. Brüder und Älteste sind Dummköpfe.
  9. Die Brüder sind Feiglinge.
  10. Die Brüder sind ein Haufen von Heuchlern und Lügnern.
  • Zu Punkt 1: Ich fragte, WER das gesagt hat? Sie sagten es mir nicht.
  • Zu Punkt 2: Ich habe das nie im Leben bezweifelt; und wer das sagt, sagt nicht die Wahrheit. Sie haben mir nie gesagt, wer das behauptet hat. Kein einziger hat mir je gesagt, WER das gesagt haben soll...

Ältester (unterbricht): Alles das hier, nein, nicht alles - du hast nie gesagt, daß sich keine der Vorhersagen der Gesellschaft erfüllt habe?

Jim R.: Das ist nicht das Thema. Darum geht es: Wenn jemand dich anklagt, muß er es mir ins Gesicht sagen. Also: Wer hat das von mir gesagt? Niemand hat es mir direkt gesagt. Ich muß nicht darauf antworten.

Ältester (Fragt noch einmal, ob die Anklage stimmt.)

Jim R.: Ich werde dazu nicht eher etwas sagen, als daß diese Leute vor mir stehen. Wenn sie mich anklagen wollen, kann ich dazu etwas sagen, aber bis jetzt ist niemand gekommen. So werde ich wirklich ... Bruder Perkins hat mir nicht gesagt, was da mit Bruder Crispin im Busch war, er hatte das Recht, mir zu sagen, was da los war.

Ältester (unterbricht): Du fühlst dich also deiner Ansicht nach gerechtfertigt?

Jim R.: Ich denke nur, ich will mich nicht in irgend etwas hineinziehen lassen. Ich denke, deshalb hatten sie es so schwer mit mir. Ich will mich nicht in irgend etwas hineinziehen lassen. Das ist es, was ich denke.

Ältester kommentiert unhörbar...

Jim R.: Ich weiß nicht mehr, wer was gesagt hat und wem ich was gesagt habe...

Ältester: Ja, genau das möchten wir dich fragen...

Jim R.: Ich weiß nicht, und ich bestreite die Beschuldigung, weil ich nicht weiß, wem ich was gesagt habe.

Ältester: Du bestreitest kategorisch, daß du das je gesagt hast?

Jim R.: ABSOLUT!!

Ältester: Kategorisch?

Jim R.: ABSOLUT.

Zum Punkt 2: Ich soll Zweifel an dem Kanal, den Jehova benutzt, geäußert haben. Wie kann man den Kanal anzweifeln? Keiner weiß, wer da war. Ich habe das nie gesagt.

Ältester: OK, dann will ich dich folgendes fragen: Er wiederholt den Punkt über den Verbindungs-"Kanal", den Gott seit dem ersten Jahrhundert bis zu Bruder Russell benutzt hat. Du sagst, du hättest das nie gesagt?

Jim R.: Ich habe das nie gesagt.

Ältester: Zweifelst du das (heute) an?

Jim R.: (Kurze Bandpause.) Ich will die Frage an euch zurückgeben: Ich denke, solange der Kanal Stoff produziert, der im Einklang mit der Bibel ist, solange habe ich kein Problem damit. Das ist die Frage.

Ältester: Welchen Kanal benutzt Gott dann im Einklang mit der Bibel?

Jim R.: Das ist der Kanal.

Ältester: Welcher Kanal ist das?

Jim R.: Das ist der Kanal, den Jehova benutzt.

Ältester: Ja, welcher?

Jim R.: Na, der sich auf die Bibel stützt.

Ältester: Also: Welchen Kanal benutzt Jehova?

Jim R.: Die Organisation ... Ich habe keine Probleme damit, daß er die Organisation benutzt. Aber ich habe eine Frage an euch. Was ist, wenn die Organisation etwas veröffentlicht, was gegen die Bibel ist? Was geschieht dann? Was tun wir dann? Wenn ich euch etwa zeigen würde, daß der Wachtturm etwas sagt und in der Bibel steht das genaue Gegenteil?

Ältester: Eine Frage an dich: Akzeptierst du die Bibel als Gottes Wort?

Jim R.: Absolut.

Ältester: Erinnerst du dich an den Bericht, wo die Israeliten in der Wildnis umherziehen? Und unter denen, die 40 Jahre mit den Israeliten durch die Wüste zogen, waren Josua and Kaleb. Du erinnerst dich? Das waren zwei von zwölf Spionen, die das Land Kanaan auskundschafteten. Sie kamen zurück und sagten, man solle das tun, was Jehova gesagt hatte. Die anderen sagten: Nein, das wollen wir nicht. Das war Jehovas Organisation, die Nation Israel ... Haben Josua und Kaleb gesagt ... weil Jehova uns gesagt hat, was wir tun sollten, vergeßt den Rest der Leute, die vierzig Jahre in der Wüste verbrachten, doch die, die nicht in das Land kamen ... (einiges bei der Aufnahme unverständlich) Hast du mich verstanden?

Jim R.: Nein ... Ich verstehe nicht...

Ältester: Du sagst nein. Ich frage dich: Wenn die Organisation etwas herausgibt, das nicht in Übereinstimmung mit der Bibel ist, was sollen wir dann tun? Hat die Nation Israel nicht in Übereinstimmung mit der Führung gehandelt, die Jehova ihnen damals gab? Sind Josua und Kaleb weggegangen?

Jim R.: Ja, jetzt sehe ich ... Aber der Punkt ist doch...

Ältester: Ich frage dich hier, Jim: Glaubst du, daß Jehova diese Organisation benutzt?

Jim R.: Solange die Wachtturm-Gesellschaft gestützt auf die Bibel handelt, habe ich keine Probleme damit. Das ist alles, was ich euch sagen kann. Ich habe aber Älteste erlebt, die Dinge taten, die entgegen der Bibel waren...

Ältester: Zum Beispiel?

Jim R.: Sie haben Leute zu Dienern und Ältesten ernannt, von deren sexuellen Unmoral sie wußten. Ich habe dafür Beweise und Fakten, ich habe alles da und kann es euch zeigen. Ich habe euch Brüdern (aus der Versammlung Northbridge) schon gesagt, daß ich mehr Fakten habe, als ihr euch vorstellen könnt.

Ältester: Warum hast du die Ältesten darüber nicht aufgeklärt?

Jim R.: Das habe ich.

Ältester (Perry): Zugegeben. Ich habe Jim versprochen, daß ich den Verantwortlichen das Material vorlege, und das habe ich getan.

Jim R.: Ich möchte euch hier was sagen. Jetzt wird es ernst. Ich weiß jetzt im Augenblick von einer Situation, die mit Ältesten im Gefängnis enden könnte ... wegen der Information. Weil ich sie Perry mitgeteilt habe und Perry gerade erwähnte, er habe sie an die Brüder weitergegeben. Weißt du, daß es ein Offizialdelikt ist, die eigenen Kinder sexuell zu mißbrauchen? Damit kannst du ins Gefängnis kommen.

Ältester: ... Natürlich kann man...

Jim R.: Die Ältesten der Versammlung Framingham haben das vertuscht. Ich habe Beweise und Fakten. Sie haben das vertuscht. Da gibt es einen Bruder, der jetzt zum Dienstamtgehilfen ernannt wurde, ... dieser Bruder machte bei der Frau meines Bruders sexuelle Annäherungsversuche; zwei Wochen oder kurz danach wurde er zum Dienstamtgehilfen gemacht; die Ältesten wissen von den Annäherungsversuchen.

Ältester: Das sind offensichtlich ernste Angelegenheiten. Vielleicht sollten wir nur...

Jim R.: Ich lege nur auf etwas Wert; ihr habt mich etwas gefragt, und dieser Bruder hier - ich hörte das von seinem Sohn, daß irgendwas mit den Mädchen passierte. Und dieser Bruder war in der Versammlung ... alles war Friede, Freude, Eierkuchen, und als alles letztes Jahr oder davor aufkam, etwas, wofür der Bruder ins Gefängnis kommen konnte, wollte niemand etwas wissen.

Ältester: Ich versuche zu verstehen, daß du einen Grund für deine Zweifel hast...

Jim R.: Ich habe Probleme mit Leuten, die daherkommen und sagen, alles was sie tun, sei richtig, aber hinter unserem Rücken sind sie so böse, daß die Christenheit sich schämen müßte.

Ältester: Was denkst du, solltest du tun?

Jim R.: Ich meine, was ich getan habe, mußte ich tun; ich denke, das ist ein Haufen voller Korruption, und eine Menge Dinge laufen gegen die Bibel. Ich habe mich in etwa von allem zurückgezogen. Ich habe mein Dienstamt abgegeben und aufgehört, Pionier zu sein. Ich bin auf Abstand gegangen, weil ich nicht...

Ältester: Du hast nicht versucht, irgendeins dieser Dinge öffentlich zu machen...

Jim R.: Natürlich. Was glaubst du, was passiert? Die Leute wollen nichts hören. Was ich euch über Bruder Crispin erzählt habe. Jeder neue Älteste in der Versammlung wußte über Bruder Crispin Bescheid. Keiner sagte: Jim, ich denke, wir sollten mit Bruder Crispin zusammenkommen. Keiner. Und das ist eine ernste Sache.

Ältester: (Wechselt völlig das Thema) Wie hängt das mit deiner Ansicht über die Organisation zusammen?

Jim R.: Ich meine, die Organisation ist o.k., solange ihre ... die Organisation ermutigt nicht zu solchen Dingen. Es regt mich auf, wenn ich Machtmißbrauch sehe. Ich sage nicht, daß sie das tut. Ich habe Probleme mit Machtmißbrauch. Ich habe das mein Leben lang gesehen, und ich bin schon 23 Jahre in der Organisation.

Ältester: (unterbricht) ... Bruder, du hast doch in der Bibel gelesen? Hast du nicht die Beispiele von einzelnen gesehen, die Unrecht verübt haben und doch in Gottes Organisation waren?

Jim R.: Das ist richtig. Aber bitte, ich habe mich lieber zurückgezogen, weil ich deswegen keinen Knatsch, kein Aufsehen verursachen wollte. Ich habe nur gesagt, ich kann das nicht mehr ertragen oder ich ende noch in der Klapsmühle. Ich meine, da werde ich mit meiner Frau bald landen. Aber wie auch, ich habe mich zurückgezogen und denke: Perry hat ein gutes Herz und ist ein lieber Kerl; er geht zu den Ältesten in Framingham und sagt, da gibt es schon Berichte über die Situation, jetzt denke daran, daß die Sache schon in der Welt bekannt ist. Es geht nicht mehr nur um mich. Deshalb kommen Leute zu mir. Es ist bekannt geworden, das stört mich, das kann man jetzt nicht mehr mit den Ältesten unter den Teppich kehren. Also, Perry ruft den Ältesten an und wird seine Botschaft los und sagt: Da ist was, das ihr meiner Meinung nach wissen solltet. Als ob man zu jemandem geht, der einen anderen umgebracht hat, und man sagt: Da ist jemand ermordet worden, und wir wollten dich nur wissen lassen, wann derjenige den Mord beging.

Ältester Perry: ... Kann ich berichtigen ... Ich möchte, daß ihr wißt, daß ich auch zum Kreisaufseher gegangen bin. Nicht nur so nebenbei; ich habe die Leute ausdrücklich angerufen und mit ihnen gesprochen. Ich habe auch die betreffenden Brüder in der Versammlung angerufen. Ich habe auch mit dem Kreisaufseher darüber geredet.

Jim R.: Hast du mit Ed Leonard gesprochen?

Ältester: (unterbricht) ... Was hat das alles damit zu tun, warum wir hier sind?

Jim R.: Ich denke, es gibt eine Verbindung. Warum bin ich da, wo ich bin? Weil ich mich zurückgezogen habe und mich nicht mehr über den ganzen Quatsch aufregen wollte. Ich kann das nicht mehr hören. Darum bin ich da, wo ich bin. Ist das für euch nicht das Wichtigste? Ihr wollt mich, mein Denken berichtigen? Es ist gut, zu wissen, wie ich denke. Viel wichtiger als das, was ich gesagt habe, ist, wo ich mich jetzt befinde. Ich bin jetzt da, wo ich bin, weil das der einzige Weg ist, wie ich mit allem fertig werden konnte. Ich mußte mich einfach aus allem zurückziehen.

Ältester: Und wo befindest du dich?

Jim R.: Hier bin ich. Vielleicht sonst nirgendwo, doch hier bin ich. Ich versuche einfach, mit dem Leben fertigzuwerden. Da bringen Leute Anklagen gegen mich vor, sagen dies oder jenes, diffamieren mich, betreiben Rufmord.

Ältester: (Ignoriert völlig, was gesagt wurde) Du streitest also kategorisch ab, etwas von alledem gesagt zu haben?

Jim R.: Absolut! Wo wurde es gesagt? Wer hat es gesagt? Wann wurde es gesagt? Ich weiß nicht, wann. Könnten einige Fragen nur ein Mißverständnis sein?

Ältester: Eine Frage:. Hast du das gesagt, was in Anklage Nr. 8 steht?

Jim R.: Ja. Aber ich will das klarstellen. Ich habe gesagt ... Ich denke, Nr. 7, 8, 9 und 10 habe ich zu diesen Ältesten gesagt. Der Grund dafür ... ich habe nicht gesagt, daß ALLE das wären. Habt ihr schon einmal einen Ältesten getroffen und gedacht, das ist ein Dummkopf? Ich schon viele. Ich habe gesagt, EINIGE sind Dummköpfe; ich will das hier klarstellen. Die Brüder sind Feiglinge, EINIGE sind es, nicht alle, Ich kenne einige gar nicht schlechte Älteste, die in einem Fall Partei ergreifen würden. Die Brüder sind ein Haufen Heuchler und Lügner. Wenn sie mir nicht antworten und sagen: Jim, hier ist die Wahrheit; was soll ich daraus schließen? Wenn Bruder Perkins mir nicht mitteilt, was ich über Bruder Crispin wissen muß, kann ich nur sagen: Oha! Ich möchte den Ausdruck nicht gebrauchen, aber lügt mich jemand an?

Ich habe nicht gesagt, ALLE seien es. Ich sage nur, anscheinend gibt es da einige Probleme. Ich denke nicht, alle Brüder sind Dummköpfe, ich habe ja auch gesagt, ich kenne viele gute Brüder, ich kenne ein paar, die auch für etwas einstehen. Damit habe ich kein Problem. Was ich damit meinte, Älteste seien wie David, der Uria an die Front stellte, damit er umkam, ich glaube, das habe ich gesagt, äh, oder habe ich das gesagt...

Ältester: Was ist mit Punkt 6?

Jim R.: Die Gesellschaft hat gelogen und versucht, Franz zu einem Abtrünnigen zu machen: Ich weiß nicht, wo und zu wem ich das gesagt habe.

Ältester: Das frage ich dich.

Jim R.: Das ist interessant, weil mir von vielen Seiten gesagt wurde, von Leuten innerhalb der Organisation, er sei keiner. Ray Franz wurde nicht wegen Abtrünnigkeit ausgeschlossen. Ihr könnt in den Unterlagen nachsehen. Ray Franz war keiner. Ray Franz - und ich sage wiederum nicht, ob ich mit ihm übereinstimme oder nicht - ich sage bloß, daß Ray Franz das Bethel verlassen hat und man ihm beim Weggang $10.000 gegeben hat. Er wollte gehen, so gaben sie ihm $10.000 und er ging nach Georgia. Zwei Jahre lang war er in einer Versammlung in [dem Bundesstaat] Georgia; er wurde nicht ausgeschlossen. Er ging wie jeder andere in die Versammlung. Mehr will ich gar nicht sagen. Ich sage auch nicht, daß die Gesellschaft etwas gegen ihn sagt. Ich glaube nicht, daß sie das tut. Aber wenn jemand daherkommt und sagt, Ray Franz sei im Bethel ein Abtrünniger gewesen, dann stimmt das nicht. Er trat mehr oder weniger zurück, man bat ihn zu gehen und er ging nach Georgia. Zwei Jahre später wurde er ausgeschlossen, weil er mit seinem Chef, der die Gemeinschaft verlassen hatte, essen war. Diese Aussage ist verleumderisch. Das will ich euch nur wissen lassen. Wenn jemand was über Ray Franz sagt ... er verließ das Bethel, ich sage nicht, er tat das mit allen Ehren, aber er ging, weil er gehen wollte, sie baten ihn darum, er bekam $10.0000 und sollte das Bethel verlassen, er ging nach Georgia, ihr könnt die Gesellschaft anrufen und sie dazu befragen, sie werden es euch sagen, ihr könnt herausbekommen, wann er das Bethel verließ und ausgeschlossen wurde. Ich will aber sagen, er wurde nicht im Bethel ausgeschlossen.

Ältester: Hast du Kontakt zu ihm? Schreibt ihr euch? Habt ihr Briefverkehr?

Jim R.: Wie sollte ich zu Ray Kontakt haben? Nein, nein, warum sollte ich zu ihm Verbindung aufnehmen? Ich ... ich hasse ihn nicht, ich weiß nicht viel über ihn. So sieht das mit Ray Franz aus. Wenn die WTG sagen will, er sei wegen Abtrünnigkeit hinausgeworfen worden, ist das ihr Problem ... Bei mir dreht es sich hauptsächlich um den Vorwurf des zügellosen Wandels. Das haut mich um; ich meine, dieser zügellose Wandel. Zu unterstellen, daß das eine sexuelle Bedeutung hat, und dann werde ich dafür auch noch ausgeschlossen; ich habe den Begriff noch nie gehört. Ich habe nur ein paar Sätze aus dem Wachtturm angeführt, um euch so nebenbei zu zeigen, daß alle Artikel etwas mit sexuellen Dingen zu tun haben. Zeigt mir das Gegenteil. Ich bin hier, um das zu sehen.

Ältester: Das stammt aus einem Wachtturm von 1973...

Ältester: Du sagst also, du konntest keinen Artikel finden, der nicht von sexuellen Dingen handelte? Ist dir klargeworden, daß das Wort als solches auch auf dreiste Mißachtung von anderen als sexuellen Gesetzen angewandt werden kann?

Jim R.: Das war ja meine Frage: Was war das für ein Gesetz, gegen das ich mich vergangen habe? Ich habe mich nicht den ganzen Abend damit aufgehalten, danach zu suchen ... Ich habe eine oder zwei Stunden nachgesehen. Was habt ihr gefunden?...

Ältester: 15. September 1973, Seite 574-575, "Fragen von Lesern".

Das ist natürlich eine zweieinhalbseitige Erklärung; vieles handelt von sexuellen Dingen, doch beachte den ersten Absatz. Es geht da nicht nur um sexuelle Dinge:

Was bedeutet der in Galater 5:19 erscheinenden Ausdruck "zügelloser Wandel"? - Man könnte versucht sein, zu denken, daß sich dieser Ausdruck (vom Griechischen: asélgeia) zwar auf einen unsittlichen Wandel bezieht, jedoch auf eine harmlosere, nicht so schwerwiegende Art von Unsittlichkeit. Gemäß den Hinweisen, die wir in der Bibel finden und auch in weltlichen Schriftstücken aus dem Altertum, die in griechischer Sprache abgefaßt sind und in denen dieses Wort erscheint, ist das aber nicht der Fall. Der Ausdruck bezieht sich nicht nur auf Handlungen geschlechtlicher Unmoral. Er bezeichnet anscheinend vielmehr Handlungen, die auf eine schamlose Gesinnung schließen lassen, eine Gesinnung, die Respektlosigkeit, Mißachtung oder sogar Verachtung gegenüber Maßstäben, Gesetzen und Autorität verrät, statt einen bösen Wandel geringfügiger oder harmloserer Art. Die "Zügellosigkeit" des Wandels ist daher nicht vor allem auf eine Schwäche zurückzuführen, sondern entspringt einer respektlosen, frechen oder schamlosen Gesinnung.

Jim R.: O.K. ... Das ist ein guter Artikel, aber meine Frage ist, wo habe ich fehlenden Respekt oder Schamlosigkeit gezeigt? Wo? Keiner hat mir gesagt, wo. Keiner hat gesagt ... Ich weiß nur von Bruder Perkins, als er sagte, und ich glaube, du Larry, sagtest das: Ich mag nicht, wie du über Bruder Crispin sprichst. Das hat er gesagt. Nicht wahr? Ich dachte, das hätte er gesagt. Ich sage mir: Wie kann er wissen, wie ich über Bruder Crispin gesprochen habe, wenn er nie mit ihm geredet hat? Also, ich habe gegen Bruder Crispin ausgesagt, ich nannte ihn Lügner. Das war praktisch, was geschehen ist. Er hat nicht die Wahrheit über mich gesagt. Ich bat ihn um Auskunft, und bis heute behaupten alle Brüder, sie wüßten nichts darüber. So ist es Bruder Crispin ... Ich habe nie etwas über die WTG gesagt. Ich habe nie etwas über euch Älteste gesagt, ich denke nicht, daß ich schamlose Mißachtung gezeigt habe ... Hey, ich empfinde sehr stark, bringt das nicht mit meinen Gefühlen zusammen.

Ältester: Ich will dich etwas fragen. Haben die Brüder in ihrem Bemühen, mit dir zu sprechen und dir zu helfen, jemals zu dir gesagt: Jim, ich sehe, mich mit dir zu befassen ... gefühlsmäßig. Wir alle sündigen oft; die Bibel sagt, es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt, wenn er frei von Sünde wäre, wäre er vollkommen. Doch wenn sie irgendwann mit dir reden, sagen sie: Nun, Jim, so empfindest du vielleicht; du weißt, es wäre gut, deine Gefühle unter Kontrolle zu bekommen und ihnen keinen freien Lauf zu lassen und hier Dinge über andere zu sagen, die imstande sein konnten, ihren Glauben zu untergraben, wenn sie dich reden hören; das kann die Zunge tun. Die Bibel sagt, sie ist ein kleines Glied und prahlt und kann einen ganzen Wald entflammen. Sie kann auf Menschen verderblich wirken, besonders auf solche, die Probleme mit dem Leben haben. Jeder müht sich heute ab, im Glauben zu bleiben und die Lauterkeit vor Jehova Gott zu wahren und der Führung seiner Organisation zu folgen ... jeder kämpft dafür. Und wenn Leute, die schon geistige Probleme haben, einen so reden hören, kann das verheerende Wirkung auf sie haben, es macht es ihnen schwerer ... Hat dir das jemand jemals gesagt?

Jim R.: So in etwa...

Ältester: Sie haben also...

Jim R.: Diese Brüder waren sehr gut zu mir. Ich will ehrlich zu euch sein, die waren wirklich gut.

Ältester: Fein. Ich bin froh, dich das wirklich sagen zu hören. Und was hast du getan?

Jim R.: Erstmal, ich bin nicht auf Streit aus, der Streit ist eher auf mich aus. So ist das. Ich gehe nicht einfach hin und rede mit Leuten - du weißt sicher, was ich meine. Ich sage nicht, daß es keine Zeiten gegeben hat, wo ich nicht wirklich am Boden war; und da habe ich dann Dinge gesagt, die ich nicht hätte sagen dürfen. Ich gebe das zu, und das tut mir auch leid. Ich weiß tatsächlich nicht, ob euch gegenüber die Geschichte mit Ruth Jones erwähnt wurde, die ich zweimal angerufen und bei der ich mich entschuldigt habe. Ich habe ihr gesagt, daß es mir wirklich leid tue, daß die Sache so weit gegangen ist usw. Ich meine, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Laßt uns die Sache mal aus dem entgegengesetzten Blickwinkel sehen. Was ist mit den Ältesten, die mir was angetan haben, sehen die das von dieser Seite? Da ist ein Bruder, der sich wirklich Mühe gibt - und seht, was sie mit ihm gemacht haben. Sehen die meine Frau und sagen: Mensch, auf der trampeln wir ja auch herum. Ich meine, umgekehrt wird auch ein Schuh daraus. Ich gebe zu, daß ich meine Probleme habe.

Ältester: Was meinst du ... du hast gesagt, du hast keine Probleme mit den Ältesten hier?

Jim R.: Ich meine, die Ältesten hier haben versucht, mir zu helfen. Ich bin da etwas in der Klemme. Es ist inzwischen so viel passiert. Ich möchte nicht das Wort Korruption gebrauchen; ich gebrauche das Wort nur, wenn ich sehe, daß da jemand seine Macht mißbraucht. Aber das habe ich gesehen. Und zwar so sehr, daß es mich traurig macht. Diese Ältesten waren gut, das muß ich zugeben - nicht wie die Brüder in Framingham; die Brüder in Framingham , oh je. Das kommt, weil mein Bruder da war.

Ältester: Als du zuerst hierher kamst, 1989, und als du kamst, warst du Ältester in Framingham, und du hattest zu der Zeit keine Probleme mit den Brüdern?

Jim R.: Nein, nein; ich bin ja mit einer guten Empfehlung hierher gekommen.

Ältester: Hast du mit der Ältestenschaft hier (und dort) zusammengearbeitet?

Jim R.: Ja, das ging großartig. Ich möchte hier nicht die ganze Vergangenheit aufrollen, aber es gibt ein paar ernste Probleme mit Leuten, die nicht die Wahrheit sagen. Wißt ihr, meinem Bruder wurde dort die Gemeinschaft entzogen.

Ältester: Weswegen?

Jim R.: Gute Frage. Das weiß ich bis heute nicht. Nicht nur, daß das, was da passierte, in seinen Augen eine interessante Situation war. Seht, mein Bruder Joe und ich, wir sind Zwillinge, er ist weniger emotional als ich, das könnt ihr mir glauben. Er nahm sie ins Gebet. Er nahm diese Brüder ins Gebet, was denn los sei, die Korruption, das Lügen, und sie haben das einfach unter den Teppich gekehrt. Sie haben den Spieß einfach umgedreht. Wißt ihr, was an seinem letzten Treffen mit den Ältesten interessant war? Er hat die Ältestenschaft angeklagt, (einen Bob Solar wegen Verleumdung), und stellt euch vor, sie bezichtigten ihn der Lüge. Bruder Solar entschuldigte sich vor allen Ältesten, weil er wußte, daß er Unrecht hatte. Er sagte, tut mir leid, Joe, blabla, das hätte ich nicht sagen sollen. In der Woche darauf wurde Joe wegen Lügens ausgeschlossen. Stellt euch das vor. Bruder Solar entschuldigte sich einfach bei meinem Bruder Joe und sagte, wir wissen, daß du nicht gelogen hast (tatsächlich beschuldigte Joe Bob Solar der Verleumdung und dafür hat er sich entschuldigt, aber die Verleumdung ging darum, daß Joe Lügner genannt wurde).

Ältester: Woher weißt du das? Warst du bei dem Treffen?

Jim R.: Mein Bruder hat es mir gesagt.

Ältester: Meinst du nicht, das sei etwas einseitig?

Jim R.: Nein, das ist nicht einseitig. Ich will euch über meinen Bruder sagen: Er ist vielleicht alles mögliche, aber er ist kein Lügner.

Ältester: Ich will dir was sagen. Wenn du nicht bei solchen Treffen warst, weißt du auch nicht, was dort vorging.

Jim R.: Nun, ich war bei einigen solcher Treffen. Wollt ihr wissen, was bei einem solchen Treffen passierte?

Alle Ältesten: Nein, nein, nein.

Jim R.: Ihr habt mich ja gefragt. Bei einem Treffen waren mein Bruder und ich Augenzeugen gegen Bruder Conley wegen Lügens, zwei gegen einen. Wißt ihr, was die Ältesten gemacht haben? Es uns nicht abgenommen. Und ich war da selbst Ältester.

Ältester (offenbar geht diesen Ältesten nicht auf, worum es wirklich geht): Um nochmal auf das "in der Klemme sein" bei den Ältesten zurückzukommen...

Jim R.: Deswegen in der Klemme, weil es kein einfacher Fall ist. Das ist es wirklich nicht.

Ältester: Warum nicht?

Jim R.: Es sieht so aus, daß man mir die Gemeinschaft entzogen hat, weil ich ein paar Dinge aufgedeckt habe. Auch wenn nicht: So sieht die Sache von außen aus.

Ältester: Was hast du aufgedeckt?

Jim R.: Die falschen Dinge da drüben (in Framingham). Die sexuelle Unmoral, das Vertuschen von Kindesmißbrauch. Ich denke, das sind schwerwiegende Dinge. Hier lege ich alles vor ihnen offen, und in der nächsten Woche bekomme ich einen Gemeinschaftsentzug. Vielleicht sagen sie nun, das hat damit nicht zu tun, und ich kann das verstehen. Aber das ist nicht, wie es von außen aussieht.

Ältester: Wie könnte das für andere so aussehen, wenn du es ihnen nicht gerade erzählst?

Jim R.: Ja, das ist der Punkt. Eben jetzt werde ich verleumdet und diffamiert. Die Leute erzählen, daß ich dies oder das bin. Ich habe keine Ankläger gegen mich. Es gibt keine Zeugen aus erster Hand gegen mich und ich werde verleumdet. Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Wenn man mir nun die Gemeinschaft entzieht, was ist dann mit meinem guten Namen? Was ist mit meinem Ruf; was geschieht damit?

Ältester: Du hast jede Gelegenheit, ihn wieder aufzubauen und wieder zurückzukommen.

(Anmerkung des Autors: Man beachte, was hier gesagt wird. Obwohl Jim sich gut verteidigt hat, ist er vom Berufungskomitee bereits vorverurteilt. Nur so eine Beobachtung.)

Jim R.: So? So einfach geht das aber nicht.

Ältester: Ich verstehe nicht, um welche "Klemme" es hier geht?

Jim R.: Ja, ich denke, sie standen unter Druck. Ich meine, es hat ein reger Briefverkehr mit ihnen und Brooklyn stattgefunden.

Ältester: Druck, um was zu tun?

Jim R.: Druck, um mir die Gemeinschaft zu entziehen.

Ältester: Weswegen?

Jim R.: Gute Frage, wirklich gute Frage. Ich weiß nicht, weshalb ... Zügelloser Wandel?

Ältester: Du glaubst also folgendes: Du meinst also, die Anklage wegen zügellosen Wandels sei absolut falsch?

Jim R.: Ja!

Ältester: Du meinst nicht, du hast fehlenden Respekt gezeigt, Mißachtung vor Autorität - und hast es in so unverfrorener Weise getan?

Jim R.: Nein! Ich habe euch ja gefragt, wer diese Autorität sein soll. Ihr habt mir bis jetzt darauf keine Antwort gegeben. Ich warte immer noch. Wer ist die Autorität, die ich mißachtet haben soll? Ihr habt es mit bis jetzt nicht gesagt.

Ältester: Darauf gründest du deinen Anspruch?

Jim R.: Absolut! Ich weiß nicht, gegen wen das gehen soll. Ihr könnt mich nicht für etwas anklagen und mir dann nicht sagen, gegen wen das gegangen sein soll.

Hier bitten die Ältesten des Berufungskomitees darum, für einen Augenblick mit dem ersten Rechtskomitee zusammenkommen zu dürfen. Das geht natürlich vor verschlossenen Türen vor sich und damit außer Hörweite von Jim Rizoli. Das ist nicht das typische Zusammenkommen an den "Stadttoren", wo alle zuhören können. Dies ist so wie bei einem Gerichtsverfahren, als würde der Staatsanwalt den Richter um ein Wort unter vier Augen außer Hörweite der Verteidigung bitten. In einem Gerichtsverfahren wäre so etwas unmöglich, aber für die Rechtsprechung der Wachtturm-Justiz ist ein solches Vorgehen der ZJ-Rechtskomitees typisch. Als mir [dem amerikanischen Kompilator und Kommentator dieser Ausführungen; der Übersetzer] 1991 die Gemeinschaft entzogen wurde, ging das Berufungskomitee ebenso vor.

Jim Rizolis Kommentar "Ihr könnt mich einfach nicht einer Sache beschuldigen, wenn ihr mir nicht sagt, gegen wen ich mich schuldig gemacht haben soll" ist ein biblischer "Schlag ins Gesicht" dieses Komitees. Aus biblischer Sicht ist der Fall für dieses Komitee verloren. Daß der Beschuldigte nicht weiß, gegen wen er gesündigt haben soll, macht dieses Komitee biblisch illegal; doch nicht nur in den Augen Gottes, sondern auch vor dem Gesetz.