Uppsala 1969 - die WTG und die C-14 Methode

Eine der Hauptsäulen, die das Dach des Glaubensgebäudes der WTG trägt, ist die Unterstellung, dass das Menschengeschlecht auf eine Geschichte von 6.000 Jahren zurückblickt.

„Seit 6.000 Jahren existieren Menschen auf unserer Erde, länger nicht!", mit dieser besagten Säule, die seitens der Archäologen und Geologen seit langem belächelt wird, steht und fällt tatsächlich ein bedeutender Teil der Lehre dieser Organisation. Was die Wissenschaftler der Welt als eine absurde Hypothese bezeichnen, ist für die WTG eine Grundwahrheit, die sie nicht anzweifeln- ja nicht einmal relativieren möchte. So ist es nicht verwunderlich, dass sie diese „Säule", diese Ansicht, bei jeder sich bietenden Gelegenheit präsentiert. Die „6.000-Jahre Menschheits-These" hält sich dort wacker, zieht sich wie ein „Roter Faden" durch die Literatur der Organisation der WTG.

„Von der Erschaffung Adams – im Jahre 4026 v.u.Z. – bis zum Jahre 1989 u.Z. sind 6014 Jahre vergangen." (Anmerkung von mir: im Jahre 1975 u.Z. waren es demzufolge 6000 Jahre) So hinterlegt es die WTG in ihrem 1990 erschienenen Buch „Einsichten über die Heilige Schrift – Band 1 – unter „Chronologie" - auf der Seite 490.

Wird nun der an der diesbezüglichen "Wahrheit" interessierte Mensch hierzu mit den stark konträren Aussagen der Wissenschaft konfrontiert, dann stellt er spätestens zu diesem Zeitpunk fest, dass die Forschungsergebnisse eindeutig andere Rückschlüsse zulassen, ganz andere. Die Argumente, die dieser Richtung entstammen, sprechen eine andere Sprache, und zwar eine, der man nicht so ohne weiteres widersprechen kann. Dessen ist sich natürlich auch die WTG bewusst, und ich wage hier die Behauptung, dass es ihr nicht gefällt; und so erklärt es sich auch, dass hin und wieder Statements seitens ihrer Führungsebene an die „Gläubigen" weitergereicht werden, die die ureigene „Realität" zu unterstützen und die Erkenntnisse der Wissenschaft als falsch hinzustellen vermag. Die fortwährende Diffamierung der von den Erdgeschichtsforschern zur Altersangabe angewandten Datierungsmethode Namens „C-14" hat hier schon System. Verständlich, denn die mittels der C-14 (Radiokarbonmethode) erzielten Forschungsergebnisse weisen erkennbar darauf hin, dass das Menschengeschlecht wesentlich älter ist, als es die Wachtturm-Bibel- und Traktatgesellschaft ihre Gesinnungsgenossen glauben lässt.

Bei näherer Betrachtung der seitens der WTG erbrachten Argumentationskette „Kontra-C-14" wird aber auffällig, dass sie sehr wenig Beweismittel in den Händen hält, die die besagte Methode einleuchtend, und zwar dauerhaft, in ein Abseits stellen könnte. So heißt es beispielsweise in der Zeitschrift „Erwachet" - Ausgabe 22.07.1972 unter der Überschrift „Die Radiokarbonuhr wird überprüft" und „Das Symposium in Uppsala":

Der vor kurzem (1971) veröffentlichte Bericht über das 12. Nobel-Symposium, das 1969 in Schweden stattfand, weckte erneut das Interesse an der Altersbestimmung nach der Radiokarbonmethode. Experten auf dem Gebiet der Radiochemie aus vielen Ländern trafen sich mit Geologen und Archäologen. Sie besprachen die Ergebnisse ihrer jüngsten Untersuchungen der Methode, das Alter eines Gegenstandes durch die Messung des Radiokohlenstoffgehaltes (Kohlenstoff 14) zu bestimmen. Ehrenpräsident war Nobelpreisträger W. F. Libby von der Universität Kaliforniens in Los Angeles, der 1949 die Karbon-14-Methode entwickelte.

Und:

Einige Proben von Häusern und Feuerstellen aus der Vorzeit, die man auf ihr Alter geprüft hat, haben sich gemäß der Radiokarbondatierung als älter als 6000 Jahre erwiesen. Solche Ergebnisse stehen im Widerspruch zur biblischen Chronologie, nach der der erste Mensch erst vor 6000 Jahren geschaffen worden ist. Dadurch erheben sich einige möglicherweise beunruhigende Fragen. Bedeutet die Verfeinerung und der anscheinende Erfolg der Radiokarbonuhr, dass die biblische Chronologie korrekturbedürftig ist? Können wir der biblischen Chronologie immer noch Vertrauen schenken, oder hat die Wissenschaft bewiesen, dass sie unzuverlässig ist?

Nach dem Hinweis auf einige Vorraussetzungen, Annahmen deren Basis zwar nicht - wie bei fast jedem neuen Analyseverfahren - 100-prozentig erwiesen ist, auf die man aber letztendlich vorerst zurückgreifen muss, heißt es dann abschließend:

Wenn man den Bericht über die Konferenz in Uppsala liest, kommt man zu dem Schluss, dass jetzt die Richtigkeit keiner einzigen der erwähnten Annahmen erwiesen ist! Einige mögen nur in wenigem nicht stimmen, aber andere haben sich als völlig unrichtig erwiesen...

Soweit es sich hier allein um die Stellungnahme der WTG gehandelt hätte, die von ihrem guten Recht Gebrauch gemacht hat, die wissenschaftlichen Resultate betreffs des Alters der Menschheit anzuzweifeln, könnte ich auch im Nachhinein an diesem damaligen Anlauf nichts Unehrenhaftes erkennen; im Verlaufe der dann folgenden Jahre aber, Jahre in denen an dieser Methode intensivst gearbeitet wurde, und zwar mit der Wirkung, dass sie kontinuierlich exakter und somit zuverlässiger wurde, hat es die WTG konsequentest vermieden, auf eben diese Tatsache, und zwar in Verbindung mit der noch unbeantworteten Frage nach dem Alter der Menschheit, hinzuweisen. Letzteres ist insofern auch wieder verständlich, da eben jene für die Datierung nunmehr recht brauchbare Methode, die „6000-Jahres-Aussage" der WTG als genau das auszeichnet, was sie verdienterweise auch ist: als ein Märchen, als ein weiterer Irrtum, in der langen Kette der aneinandergereihten Trugschlüsse...?

Etwaige Kontra- Argumente der WTG, die der immer stärker auftretenden Beweisführung der modernen Wissenschaft Paroli bieten könnten, blieben und bleiben aus; aus dieser Richtung war und ist keinerlei Stimme zu hören, nicht einmal das leiseste Flüstern. „Der Mensch ist 6000 Jahre alt!" – doch, so ertönt es weiterhin unablässig durch die Flure und Gänge der Königreichssäle und Kongresshallen und „daran findet kein Zweifel eine Berechtigung!" erschallt es mit fester wie lauter Sprache, aber die andere Seite, die Gegenpartei, findet kein Sprachrohr innerhalb der angeblich so wahrheitsliebenden Gesellschaft, nein, nicht im Entferntesten. Wenn man bedenkt, dass diesbezüglich zwischenzeitlich eine große Menge an anerkennenswerter Forschungsarbeit geleistet wurde, mit hervorragenden Ergebnissen, dann ist das Ignorieren jener Leistung eine Vorgehensweise, die wahrlich tief blicken lässt.

Wie reagiert nun die WTG darauf, dass einerseits einige ihrer zwar bibelgläubigen aber dennoch skeptischen Personen weiterhin die Frage nach dem realen Alter des Menschengeschlechts aufwerfen, andererseits sich dagegen die immer näher rückenden, überzeugenden Argumente der wissenschaftlich untermauerten Opposition behaupten, und zwar mit Darlegungen, die die Fragestellung aus den Reihen der sachlich abwägenden Zweifler mehr denn je anzuleuchten vermag? Nun, einerseits tut sie das, was sie in einem solchen Falle immer tut: sie wiederholt die Wiederholung der Wiederholung, ignoriert fortgesetzt die sich offenbarenden Realitäten und begegnet einer etwaig konstruktiven Kritik aus den eigenen Reihen, einer der sie nicht ausweichen kann, mit einer Exkommunikation, und andererseits weist sie in akuter Ermangelung irgendwelcher einleuchtenden Beweismittel immer und immer wieder auf die im Jahre 1969 im Schwedischen Uppsala abgehaltene Konferenz hin, bei der sich damals namhafte Wissenschaftler über die eine oder andere Ungereimtheit berieten – damals, wie gesagt, im Jahre 1969!

So erwähnt das im Jahre 1985 veröffentlichte Buch „Das Leben – wie ist es entstanden? Durch Evolution oder durch Schöpfung?" in dem Kapitel 7 – „Wer waren die ‚Affenmenschen’?":

Dann trafen sich jedoch Experten auf dem Gebiet der Radiochemie, Archäologie und Geologie zu einer Weltkonferenz in Uppsala (Schweden), um ihre Erfahrungen auszutauschen. Im Konferenzbericht wurde zum Ausdruck gebracht, dass sich die wesentlichen Voraussetzungen, die den Messungen zugrunde lagen, als mehr oder weniger unzuverlässig herausgestellt hatten.

Abschnitt 39, Seite 96 – 97

Kaum zu glauben, im Jahre 1985 also, ergo gut 16 Jahre nach der Konferenz der relevanten Experten, erdreistet sich die WTG tatsächlich einen Hinweis auf die Bedenklichkeiten der Forscher zu geben, die sich jene doch offen eingestanden haben, und die Tatsache, dass die Unsicherheiten in der Messmethodik zwischenzeitlich – nach wie gesagt 16 Jahren! – eine Anpassung erfuhren, Abstimmungen, die die besagte Methodik nunmehr akzeptabler machte, das fand keine Erwähnung. Hier an dieser Stelle möchte ich anmerken, dass das im Rahmen einer Wahrheitsfindung bewusste Verschweigen, der ausreichend bekannten und zur Aufklärung dienenden Tatsachen, eigentlich den Tatbestand einer Lüge erfüllt!(?) Darüber können auch die ständigen Anspielungen, nämlich auf die selbstkritischen Äußerungen der nunmehr vor 36 Jahren tagenden Expertenkommission, nicht hinwegtäuschen! Im Gegenteil, die WTG ist zweifelsfrei ständig auf der Lauer nach einer brauchbaren Untermauerung ihrer über alle Maßen absurden „6000-Jahre Menschheits-These". „Wir beobachten die Welt" ließt sich die Überschrift einer Rubrik die verlässlich in jeder „Erwachet" Ausgabe die scheinbar wichtigsten Ereignisse des Weltgeschehens fokussiert. „Die WTG beobachtet die Welt!", das mag schon sein, aber allein die Fakten werden reflektiert, die der Organisation ihre Glaubensdogmen unterstreichen könnten, ja, dass sich die Pro- Wissenschaft- Argumente, längst und eindeutig als Kontra- WTG- Argumente zu erkennen geben, und das mit Recht, das wird tunlichst unter den großen, dicken Teppich der Verdunkelung gekehrt. Der Erfolg gibt jener Führung Recht – in einem ständigen Anfall an pauschaler Demut, wird bis dato diese für den ZJ- Glauben ach so wichtige „Säule" vehement mit den Krücken der Leichtgläubigkeit abgestützt.

Und wieder „Uppsala 1969":

„Erwachet" - Ausgabe 22.09.1986 unter der Überschrift „Die Radiokarbonuhr" – „Fehler der Radiokarbonuhr":

Als die Radiokarbonuhr erstmals präsentiert wurde, erweckte sie den Eindruck, sehr einfach und unkompliziert zu sein. Heute ist sie als störanfällig bekannt. Nach 20jährigem Gebrauch der Uhr wurde 1969 in Uppsala (Schweden) eine Konferenz über Radiokarbonchronologie und verwandte Datierungstechniken abgehalten. Die Diskussionen zwischen Chemikern, die diese Methode anwendeten, und Archäologen sowie Geologen, die die Ergebnisse verwerteten, förderten einige Dutzend Schwachstellen zutage, die eine Datierung zunichte machen können.

Die Zweifel der 1969 im Schwedischen Uppsala abwägenden Wissenschaftler nun als Indiz dafür zu werten, dass die anhand der C-14 Methode ermittelten Daten zu verfälscht beziehungsweise zu unbrauchbar sind, um die seitens der WTG aufgestellte „6000-Jahres-Rechnung" zu kippen, ist schon vom Ansatz her recht unseriös. Das bedarf sicherlich keiner weiteren Erläuterung. Die Irrtümer der WTG entwickeln sich nicht automatisch zu Wahrheiten, nur weil sie- erstens ununterbrochen als solche angepriesen werden, und man sie zweitens großflächig den Realitäten überzustülpen versteht, nein, natürlich nicht, es besteht allerdings die Gefahr, dass sie dem Absender irgendwann als Lügen angerechnet werden, und sich somit dann der Kreis am Punkte der Gerechtigkeit- ergo der Wahrheit schließt.

Seit wann also ist denn nun der Mensch auf unserer Mutter Erde beheimatet, und wer oder was hat diesen Besuch inszeniert? Darüber lässt sich sowohl sachlich debattieren als auch vehement streiten – je nach Glauben, Wissen und Temperament, und auch der religiös orientierte Sympathisant der Bibellehre, darf seinen Platz behaupten. Nach einem Blick auf die jeweilig jüngst errungenen Forschungsergebnisse der Evolutionisten, kann sich jeder seine eigene Meinung bilden, und sollten jene „neuen" Erkenntnisse dann von dem „alten" Verständnis der biblischen Aussagen abweichen, ja dann ist es doch nicht nur vertretbar, sondern vielmehr das Ergebnis einer angenehm gesunden Denkweise, wenn die konträr zueinander stehenden Titel und Thesen nunmehr eine faire Abgleichung erfahren. Was letztendlich am Ende dabei herauskommt, das war bislang stets für die eine oder andere Überraschung gut, aber das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Und wieder „Uppsala 1969" – allerdings etwas versteckt:

„Erwachet" – wieder die Ausgabe 22.07.1972:

Fast jeder, der auch nur gelegentlich in der Bibel ließt, weiß, dass die Menschheit jetzt etwa 6000 Jahre alt ist.

Der an dieser Thematik interessierte Beobachter der Szene – der sich bemüht die voneinander abweichenden Meinungen aufzuarbeiten – sieht sich mit Recht als eindeutig hintergangen, wenn er erfährt, dass die von ihm favorisierte Vereinigung, im Rahmen einer lang anhaltenden Pro- und Kontra- Diskussion, allein dadurch das letzte Wort hatte sprechen können, weil sie die Möglichkeit nutzte, eine intrigante Informationspolitik betreiben zu können. Eine solche Vorgehensweise dient im Endeffekt niemanden wirklich, der Wahrheitsfindung jedenfalls niemals und in keiner Weise. Das Informationsgebaren der WTG erinnert mich stark an dieses unlautere Spielchen. Diese Information wird in dicken Lettern in jeder der eigens veröffentlichten Publikation hervorgehoben, und jene wird an diesen Stellen verschwiegen - diese Information vermag die eigene Lehre zu stützen, und jene würde ihr widersprechen können. Die Zensur wird ausschließlich durch die eigene Führung vorgenommen, und zwar ausnahmslos mittels der eigens lizenzierten Glaubensdogmen, beziehungsweise anhand der ureigenen Veröffentlichungen; zensiert wird infolgedessen alleinig der „der WTG widersprechende Teil der Weltbevölkerung" - egal, mit welchen Argumenten letztgenannte aufwarten können. Die Opposition findet nur Beachtung im Zerriss.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch die Tatsache, dass die WTG tatsächlich dieselbe Methode, die unsere Wissenschaftler zu der Überzeugung geführt hat, dass der Mensch als solcher weitaus länger auf Erden weilt als lediglich 6000 Jahre – und die in dieser Kombination von ihr konsequent beiseite geschoben wird -, bezüglich einer anderen Thematik sehr wohl als adäquates Messmittel zitiert. Diese Denkwidrigkeit, die innerhalb der eigenen Reihen nicht nennenswert aufzufallen scheint, ist an überheblicher- traurig tragischer Ironie kaum noch zu überbieten.

„Der Wachtturm" – Ausgabe 15.06.1997 „Jerusalem in biblischer Zeit – Was zeigt die Archäologie?" – Abschnitt - „Das Jerusalem König Davids":

Fachleuten ist seit langem bekannt, dass die Gihonquelle für die Wasserversorgung der antiken Stadt unverzichtbar war. Die Quelle lag außerhalb der Stadtmauern, aber nahe genug, dass es sich lohnte, einen Tunnel zu einem 11 Meter tiefen Schacht zu graben, was es den Stadtbewohnern ermöglichte, Wasser zu schöpfen, ohne die schützenden Mauern verlassen zu müssen. Der Warrenschacht ist benannt nach Charles Warren, dem Mann, der dieses System 1867 entdeckte. Doch wann entstanden der Tunnel und der Schacht? Bestanden sie bereits zur Zeit Davids? War dies der Wassertunnel, den Joab benutzte? Dan Gill sagt dazu: „Um herauszufinden, ob der Warrenschacht in Wirklichkeit ein natürliches Schluckloch war, untersuchten wir ein Stück Kalkkruste von den unregelmäßigen Wänden auf C-14. Es war nicht darin enthalten, was anzeigt, dass die Kruste mehr als 40 000 Jahre alt ist: Damit ist eindeutig bewiesen, dass der Schacht nicht von Menschenhand gegraben worden sein kann.

Seite 10 – letzter Absatz

Und? Also doch die C-14 Methode? Dort nein – hier ja?

„Uppsala 1969"- als Überschrift hat, was mich betrifft, seine Schuldigkeit getan, ich werde sie künftig nicht mehr bemühen. Diese alte Geschichte verweise ich in den wohlverdienten Ruhestand. Wie gesagt, was mich betrifft – die WTG wird, so ist es zu befürchten, weiterhin auf ihre Begleitung bestehen. „Uppsala 1969" fand hier Erwähnung, weil besagte Begebenheit hervorragend die typische Haltung der WTG zu symbolisieren versteht. „Uppsala 1969" steht für mich als ein Synonym für die fast schon als „Artistische Leistung" zu bezeichnenden Geschicklichkeitsübungen dieser Organisation, für all das Jonglieren mit den Fragen und Antworten der Gegenwarten. Die „Bälle" bestehen aus Tatsachen und Hypothesen, aus Vermutungen und Irrtümern, sowie aus einigen von Hand geformten Glaubensdogmen. Letztgenannte „Bälle" – die eigens modulierten Ideologien – verbleiben munter kreisend in der Luft, die anderen fallen im Verlaufe der Vorführung zu Boden, werden dort dann gerne unbeachtet liegen gelassen... Auf „Uppsala 1969" stößt der Zeuge Jehovas immer wieder, jawohl, ob gewollt oder ungewollt – bewusst oder unbewusst – starrt er gebannt, ja hypnotisiert auf die in der Luft rotierenden Jonglierutensilien seiner amerikanischen Gesellschaft.

Anhang

Wie nun die Radiokarbonmethode in der Altersbestimmung eine Anwendung findet, beziehungsweise in welchem Zusammenhang sie wie, wann und warum wirksam ist, das gehört sicherlich nicht mit zu der sogenannten Allgemeinbildung. Ein Außenstehender hat in der Regel kaum Kenntnisse auf diesem Gebiet. Mittlerweile kann der interessierte Laie auf ein umfangreiches, allgemeinverständliches Angebot an Informationsmaterial zurückgreifen. Nicht zuletzt über das Internet werden diesbezüglich interessante Informationen angeboten. Der nachfolgende Absatz mag vielleicht der Forderung nach einem „groben Überblick" gerecht werden:

Radiokarbondatierung (C14-Methode)

Kosmische Strahlen erzeugen bei ihrem Eintritt in die Erdatmosphäre Neutronen, die mit dem in der Luft enthaltenen Stickstoff 14 (N 14) das radioaktive Kohlenstoffisotop C 14 bilden. Das C 14 gelangt zusammen mit dem nicht radioaktiven, gewöhnlichen Kohlenstoff C 12 durch Photosynthese in den Stoffwechsel der Pflanzen und damit in die Nahrungskette tierischer Organismen. Ein toter pflanzlicher oder tierischer Organismus nimmt kein neues C 14 mehr auf, das vorhandene C 14 verstrahlt und zerfällt in den nicht radioaktiven Stickstoff N 14. Ausgehend von einer bestimmten Halbwertzeit des C 14 (5730 Jahre) sowie von einem konstanten Verhältnis der Kohlenstoff-Isotope C 12 und C 14, kann man durch Bestimmung der Anteile beider Isotopen in organischem Material dessen Alter feststellen. Das Radiokarbonalter wird z. B. mit 5200 +/- 120 BP (before present) angegeben, wobei als Konvention 'present' das Jahr 1950 gilt. Die Zeitspanne für zuverlässige Radiokarbondatierungen reicht bis etwa 50.000 Jahre.

www.landschaftsmuseum.de, Seiten / Lexikon / Datierungsmethoden)

An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass es wirklich nicht in meiner Absicht liegt, hier nun eine Lanze für die C-14 – oder anderweitige Datierungsmethoden der Archäologie zu brechen. Den jeweiligen Ankündigungen der Wissenschaften – die erhobenen Hauptes ihre jüngst errungenen Forschungsergebnisse als „eindeutig- empirisch ermittelt und bewiesen" präsentieren – nun generell und uneingeschränkt Glauben zu schenken, das halte ich für mindestens genauso verkehrt, wie die Angewohnheit, vorsätzlich all das als Trugschluss zu deuten, was seitens der WTG als „Erkenntnis" weitergereicht wird. Der stets und fast in regelmäßigen Abständen wiederkehrende Pro- und Kontra Dialog – zwischen der Wachtturm- Bibel- und Traktatgesellschaft und den Vertretern der Evolutionstheorie – bezüglich der recht abenteuerlichen These „Uns Menschen gibt es seit 6000 Jahren – länger nicht!" ist nur dann erträglich, wenn alle an der Debatte beteiligten Parteien gewillt sind, die aufeinander prallenden „Angebote" behutsam in die Waagschale der ureigenen Erwägungen zu legen. Bedingt durch die wie gesagt sture wie äußerst einseitige Berichterstattung der „Sklavenklasse", wird diese Erwartungshaltung fürwahr gegen ein unerträglich laues Schattenfechten eingetauscht.