Italien: Zeugen Jehovas gehen Konkordat mit Regierung ein

Wer heute behauptet, die Zeugen Jehovas in Deutschland wollten nur Körperschaft des öffentlichen Rechts werden, weil sie dann Kirchensteuer einziehen dürften, stößt meist auf heftigen Widerspruch. Mit Geld hat das alles nichts zu tun, ist der einfache Zeuge überzeugt, denn schließlich hätten sich auch die Urchristen nur mit freiwilligen Spenden finanziert.

Eine Überzeugung, die mittlerweile von der Realität überholt wurde. Noch nicht in Deutschland, aber in Italien.

Am 20. März 2000 unterzeichnete nämlich die italienische Regierung ein Konkordat mit den Zeugen Jehovas. Nach dieser Vereinbarung haben die Zeugen das Recht, Menschen in der Armee, in Krankenhäusern, öffentlichen und Strafanstalten „geistige Unterstützung“ zu leisten, sowie an den Schulen Religionsunterricht abzuhalten. Außerdem dürfen Sie Eheschließungen vornehmen, die vom Staat anerkannt werden.

Und Sie erhalten einen Anteil an der italienischen Kirchensteuer.

Nach italienischem Recht gehen 0,8% der Einkommensteuer jedes Bürgers an die Religion, die er auf seiner Steuererklärung ankreuzt. Wobei nur die Religionen berücksichtigt werden, die mit dem Staat ein Konkordat eingegangen sind (wie die Katholische Kirche, die Waldenser und die Methodisten 1984, die Sieben-Tage-Adventisten 1986, die jüdischen Gemeinden 1987, die Baptisten und die Lutheraner 1993 und die Italienische Buddhistische Union und die Zeugen Jehovas im Jahre 2000).

Damit ist Italien das erste Land der Welt, in dem Zeugen Jehovas nicht nur als Religion anerkannt sind, sondern auch mit staatlicher Hilfe von ihren Mitgliedern Kirchensteuer einziehen.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Zeugen Jehovas auf dem besten Weg sind, zu einem Teil von „Babylon der Großen“ werden. Das heißt, zu einem Teil der „falschen Religion“, deren baldige Vernichtung sie schon seit hundert Jahren predigen. Der gemeine Zeuge Jehovas tut also gut daran, weniger auf die offiziellen Lehren des Wachtturms zu achten, sondern auf das, was seine religiösen Führer hinter seinem Rücken tun.