Dieter und Sara - Sündhafte Liebe?

Um es vorwegzunehmen, dies soll kein Rachefeldzug gegen die Zeugen Jehovas werden sondern dem Leser einen Einblick in das System dieser „Wachtturmgesellschaft“ geben, einen Einblick in eine (nach außen) gut funktionierende Organisation, deren schneeweiße Fassade geradezu unantastbar scheint.

Deren Prophezeiungen so überzeugend sind wie Ihre Prediger (Verkünder) und deren Behauptungen, die einzig wahre Religion auf Erden zu sein, so wahr und glaubwürdig erscheint. Solange alles „nach Plan“ läuft, kann man sich dieser schneeweißen Fassade auch weiterhin erfreuen.

Der Verputz beginnt jedoch sehr schnell abzubröckeln und Schmutz kommt zum Vorschein wenn man an dieser Fassade zu kratzen beginnt.

Sara und Dieter machten ihre Erfahrungen wie Menschen, von dieser „Organisation“, manipuliert wurden, wie durch Indoktrinierung selbst das eigene Kind als, Hure betitelt, verstoßen wurde.

Angefangen hat alles im Januar 1999 als sich Sara und Dieter bei einem Plauderstündchen im Chat kennerlernten. Sara (damals 18) war in der „Wahrheit“ geboren. Da ihr Vater vor sechs Jahren starb, wuchs sie, zusammen mit ihrem Bruder, bei der Mutter und im Schoße einer großen Familie auf.

Mutter, Bruder, Tanten, Onkel, Neffen, Cousins und Cousinen, alle waren in der „Wahrheit“ und Sara kannte nur „diese“ Welt. Diese Welt war auch bis zu jenem Tag in Ordnung und heil, bis sich Sara zu ihrer Beziehung mit Dieter, gegenüber der Familie und der Organisation, bekannte.

Dieter (damals 39) in Trennung lebend, war wohl kaum der Mann den „SIE“ gerne an Saras Seite sahen. Dazu kam, das Saras Familie aus Kroatien stammte und Mentalität und Nationalstolz sehr von Bedeutung war.

Mit anderen Worten: es stimmte überhaupt nichts an ihm. Er war weder Zeuge, noch Kroate, noch hatte er einigermaßen gleiches Alter und zu guter letzt war er auch „noch“ verheiratet.

Zuerst informierte Sara nur ihren Bruder und Cousin über diese „ungewöhnliche“ Beziehung, worauf ihr dringend geraten wurde sofort alles abzubrechen. Angebote wie eine 3-monatige Karibikreise, Aufgabe der Arbeitsstelle und längerer Aufenthalt in Kroatien, natürlich alles auf Kosten der „besorgten“ Familie, waren an der Tagesordnung. Von ihrem Bruder wurden nun 2 weitere Familienmitglieder informiert, und man gab Sara einen Monat zur Besinnung und erwartete daraufhin eine Entscheidung ihrerseits. Sollte sie nach dieser Zeit die Beziehung nicht beendet haben, ist es die Pflicht aller Mitwissenden, die Ältesten darüber zu informieren.

Dieser Monat verging ohne weitere Geschehnisse, außer der absoluten Kontrolle über Saras Alltag. Sara und Dieter schafften es jedoch immer wieder, sei es auch nur für einige Minuten, einander zu sehen. Ein weiteres Gespräch folgte und Sara wurde nun aufgefordert die Beziehung sofort zu beenden, ansonsten zu anderen Mittel gegriffen wird. Sara informierte in dieser Nacht noch ihre Mutter über ihre Beziehung und gab zu verstehen diesen Mann nicht aufzugeben. Danach nahm die Sache ihren (für Zeugen Jehovas) „gewöhnlichen“ Lauf. Stundenlange Gespräche mit Familienangehörigen und „umsorgten“ Freunden, die Sara darauf hinwiesen ihr Leben, ihre Familie, ihre Freunde und ihre Zukunft aufs Spiel zu setzen. Ein Ältester aus dem engeren Freundeskreis der Familie wurde hinzugezogen und um Rat und Hilfe gebeten. Telefon, Computer und Handy wurden Sara weggenommen um jeglichen Kontakt mit Dieter zu unterbinden. Sie würde noch lernen, das sie hier nicht machen kann was sie will, und das auch gegen SIE noch ein Kraut gewachsen sei. Die „besorgten“ Helfer nahmen weder Rücksicht auf Zeitpunkt noch auf die bereits sehr angeschlagene Verfassung Saras. Sie bat um etwas Ruhe, was dazu führte das Druck, einseitige Gespräche, Gehirnwäsche und nächtliche Telefonanrufe von Ältesten nur noch mehr zunahmen. Der Zustand wurde für Sara bald unerträglich und sie war dem Nervenzusammenbruch nahe. Sara begann an der Beziehung mit Dieter Zweifel zu entwickeln. „vor unserer Beziehung hatte ich eine Familie, Freunde und ein Zuhause“ solche und ähnliche Gedanken breiteten sich durch den ständigen Druck immer mehr aus. Bald wusste sie nicht mehr was Recht und was Unrecht ist, und der Gedanke ihr „ewiges Leben“ zu verlieren bohrte sich immer tiefer in ihren Kopf. Alpträume, Kopfschmerzen, Gewissensbisse, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen waren Saras ständige Begleiter.

Nachdem Sara ihrer Familie gestand auch sexuellen Kontakt mit Dieter gehabt zu haben, wurde auch ER von dem langen Arm der Organisation eingeholt. Noch am selben Tag erhielt Dieter eine Kurznachricht auf sein Handy auf der zu lesen war: „Das Spiel hat begonnen Du Arschloch, gnade Dir Gott“. Eine Woche später folgte die zweite Nachricht: „Es wird Zeit den ersten Zug im Spiel zu tätigen. Sei schlau sonst wirst du die nächsten nicht überleben“. Trotz intensiver Nachforschungen, selbst durch die Kriminalpolizei, konnte bis heute nicht bewiesen werden woher diese Nachrichten stammten. Erstaunlicherweise hörten die Bedrohungen auf, als Sara bekannt gab sich von Dieter zu trennen. Anlass zu diesem Entscheid war Saras ausgeprägter Glaube an Gott sowie auch an SATAN.

Warum an Satan werdet Ihr Euch fragen? Nun, als diese „ehrenwerte Gesellschaft“ weder mit streicheln noch mit Bedrohungen, weder mit gut noch mit böse bei Sara zum Erfolg kam, begann man einen neuen Weg einzuschlagen. Saras bekannte Angst und Respekt vor den dunklen Mächten wurde sich nun zu Nutze gemacht. Man ersuchte sie, sämtliche Geschenke die sie von Dieter hatte abzugeben, mit der Bemerkung das sie alles wieder zurückbekommen würde. Sie packte alles wortlos in eine Tasche und übergab es einem Ältesten, der ihr fest versprach die Sachen „nur in Obhut“ zu nehmen. Natürlich schenkte sie dem Ältesten ihren Glauben, war er doch so gütig und meinte es nur gut mit ihr. Am nächsten Tag begann Saras Bruder ihr gesamtes Zimmer auf den Kopf zu stellen. Kleider, CDs, Schreibmaterial ja sogar ihre Unterwäsche wurde untersucht um eventuell versteckte Sachen von Dieter zu finden. Abends wurde Sara von ihrer besten Freundin abgeholt, und zu ihrem Bruder gebracht. Dort erwartete man sie bereits, und sie wurde gefragt ob sie bereit wäre zu reden. Ihr wurde nahegelegt sich zu fragen warum sie in letzter Zeit immer so müde sei (vergaß man den Psychoterror, die Gehirnwäsche und den Druck den man ihr auferlegte??), warum sie sich gegen die ganze Familie stellte, warum sie Dieter so hörig war? Irgend etwas könne nicht mit rechten Dingen zu gehen, und das werde man ihr schon noch beweisen. Zuerst zeigte man ihr Dieters Website, auf dessen schwarzen Seiten „etliche kleine Mönsterchen“ ihr Unwesen trieben. Dieter ist in der Motorradbranche, besser gesagt in der Harleyszene tätig, und das dort ein Totenköpfchen nicht sofort mit dem Leibhaftigen in Verbindung gebracht wird, versteht sich wohl von selbst. Saras Familie kam jedoch mit diesen Einschüchterungsmethoden ihrem Ziel wieder etwas näher, und sie fuhren daraufhin mit ihr an einem völlig entlegenen Ort. Wo einst ein Fabrikgebäude stand waren nur noch die Ruinen davon zu sehen, und da es bereits gegen Mitternacht zu ging war die „Stimmung“ natürlich perfekt. Man erzählte ihr so mancherlei „Schauermärchen“ und Saras Nerven waren bersten gespannt. Danach wurde ein Feuer entfacht, und ihr wurde nahegelegt sämtliche Gegenstände mit denen Dieter „körperlichen“ Kontakt hatte, sofort zu verbrennen. nur so könne sie sich aus den „Fängen des Teufels“ retten.

Nach dem Gespräch in der Wohnung ihres Bruders, gab sie freiwillig sämtliche Gegenstände die Dieter jemals in den Händen gehalten hatte ab. All diese Gegenstände, plus “natuerlich“ auch diejenigen die der Älteste „in Obhut“ hatte wurden in dieser Nacht „freiwillig“ verbrannt. Nach dieser „erfolgreichen Tat“ hatte man nun Sara genau dort wo man sie wollte. Sie flehte ihre Familie an sie morgens zur Arbeit zu bringen, sie über Mittag zu besuchen und sie Abends wieder abzuholen. Natürlich wurde ihr „fürsorglich“ geholfen, und ihr wurde auch nahegelegt sämtlichen Kontakt zu Dieter abzubrechen. Sara befolgte den Rat ihrer Familie, und beendete ihre Beziehung mit Dieter abermals.

Dieter wusste von all dem nichts und wunderte sich nur über Saras Verhalten und ihren Entschluss sich von ihm zu trennen. Sara konnte trotz den „Beweisen“ nicht ganz an Dieters satanischen Hintergrund glauben und nahm 3 Tage später wieder den Kontakt zu ihm auf. Nach einem 8-stündigen Telefongespräch fand Sara das Vertrauen zu Dieter wieder,... nur was jetzt?

Die nächsten Tage und Wochen waren für beide ziemlich nervenzerrend. Obwohl das Vertrauen zu Dieter da war, konnte sie sich doch nicht von ihrer Familie lösen und fiel deshalb immer wieder in schwere psychische Tiefs. Noch immer hatte Dieter keine Ahnung über die Ereignisse der letzten Wochen, versuchte jedoch Sara den nötigen Halt zu geben so gut es ihm, über die Entfernung, möglich war. Am 24.Dezember 1999 reiste Sara nach Kroatien zu ihrer Familie. Während ihres einwöchigen Aufenthaltes hatte sie diverse Telefongespräche mit Dieter und sie versprach ihm „alles“ zu erzählen sobald sie wieder daheim sei.

Sie trafen sich nach den Ferien, und sie erzählte ihm alles was vorgefallen war. Dieter glaubte seinen Ohren nicht zu trauen und war erstaunt über die Handlungsweisen der ZJ. Das was er bis jetzt über die ZJ wusste war alles andere als er jetzt miterlebte. Dieters Vater ist selbst seit ca.25 Jahren begeisterter Zeuge, deshalb war ihm diese Organisation nichts unbekanntes. Was ihm jedoch immer verschwiegen wurde waren die Methoden wie die ZJ zu ihrem Ziel gelangen „wollten“. Ihm fiel es wie Schuppen von den Augen als er die ganze „Wahrheit““ von Sara vernahm.

Während dieses Gespräches traute sie ihm aber auch ein seit Jahren gut behütetes Geheimnis an. Sie wurde von einem „Bruder“ als 4-jährige sexuell missbraucht. Dieser Bruder war eng mit Saras Familie befreundet, und sitzt heute noch gutbehütet in den Reihen dieser Gesellschaft. Lange Zeit schwieg Sara, und als sie es ihrer Mutter eines Tages erklären wollte, hieß es nur:„sag ihm das er damit aufhören soll“. Sara war damals noch ein kleines Kind und verspürte nur das es etwas unrechtes war das ihr angetan wurde. Sie machte ihre Mutter auch nur darauf aufmerksam das sie der Mann immer „da unten“ anfasse, aber scheinbar wird Pädophilie gefördert indem man schweigt um das „saubere Image“ gegen außen zu bewahren.

Dieser „freundliche Bruder“ hat selbst eine (heute 13 jährige) Tochter, hoffentlich ist ihr und anderen nicht gleiches wiederfahren. Als Dieter dies alles hörte war für ihn klar: dem allen muss ein Ende gesetzt werden. Am folgenden Tag fasste er den Entschluss, Sara aus dem goldenen Käfig rauszuholen. Sara war an diesem Tag noch unschlüssig. Sie wollte ihren goldenen Käfig noch so gerne verlassen, und doch plagten sie Schuldgefühle gegenüber der Familie und der Organisation. Angstgefühle alles zu verlieren inklusive ihr Leben, machten sich abermals breit. Sie gab Dieter zu verstehen das sie ihn liebe aber ihrer Familie dies alles nicht antun könne, und sich deshalb entgültig von ihm trennen müsste.

Als sie diesen Entschluss fasste, stand Dieter bereits vor ihrer Haustüre. Er rief sie an und bat sie noch ein letztes mal runter zu kommen um sich zu verabschieden. Sie kam, und als sie ins Auto einstieg sahen sie sich an, Dieter drehte den Zündschlüssel, und sie fuhren davon. Sie sahen einander nur an und spürten das dies ein neuer Anfang sein wird. Es gab später noch einige „Aktionen“ um Sara wieder auf „den richtigen Weg“ zurückzuführen, doch sie scheiterten an der Liebe der beiden.

5 Monate vergingen bis Sara zu ihren persönlichen Sachen wie Kleider, Papiere usw. kam, da das Schloss der Haustüre ausgewechselt wurde. Aus einer Vorsichtsmassnahme und aus Angst sie könne den „Teufel persönlich“ mit ins Haus bringen. Telefonterror an ihrem Arbeitsplatz und übelste Beschimpfungen sie sei eine: (wörtlich) „verdammte Nutte, und für nichts anderes gut als die Beine breit zu machen“ waren Äußerungen die aus dem Munde ihrer eigenen Familie (Bruder und Mutter) kamen. Nur durch viel Geduld, Einfühlungsvermögen, Akzeptanz, Toleranz und Liebe haben die beiden den Sprung ins „normale“ Leben geschafft, und leben heute unter einem Dach glücklich zusammen. Die Wunden sind noch lange nicht verheilt, und auch der Scherbenhaufen ist noch nicht ganz beseitigt, jedoch ist jeder „neue“ Tag ein Geschenk Gottes.

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