Dawn - eine 16jährige muss den Ältesten intimste Fragen beantworten

Wo soll ich anfangen ... es war vor einer langen Zeit ... aber wie ich sagte, es ist etwas, das mich nie mehr loslassen wird.

Als ich 16 war, waren die meisten Jugendlichen in meiner Versammlung ganz schön wild. Fast alle hatten Verabredungen und trafen auch Jugendliche aus anderen Versammlungen. Wir hatten auch Partys mit Jugendlichen aus anderen Versammlungen. Keiner von uns war eigentlich sehr der Typ Pionier, sondern schien zu versuchen, eben ein ganz normaler Jugendlicher zu sein - mit ganz normalen Gefühlen, Gedanken und sexuellen Empfindungen.

Ich will erst mal etwas über meine Eltern erzählen, damit ihr wißt, wie sie waren. Mein Vater ist sehr von sich eingenommen, hat einen großen Mund, guten Sinn für Humor und ist schon seit Jahren immer wieder mal Ältester. Die Zeiten, wenn man ihm das Amt mal abgenommen hat, sind, denke ich, dafür gewesen, daß er über das eine oder andere zuviel geredet und nicht die richtige christliche Einstellung" gezeigt hat. Sobald meine Schwester und ich zu Teenagern herangewachsen waren, fing mein Vater an, sich wie ein Idiot zu benehmen. Die übrigen Eltern ließen ihre Kinder sich mit anderen herumtreiben. Sie waren ziemlich glücklich, daß sie nicht mit Jugendlichen aus der Welt zusammen waren, so konnten sie eine ganze Menge mehr unternehmen als wir. Mein Vater wollte nicht, daß wir Verabredungen hatten oder zu Partys und anderen Dingen gingen wie die anderen. So war es wirklich schwer mit den Jungens, denn wenn man einen mochte - es kam nie richtig dazu, weil mein Vater wie ein Depp handelte und uns nichts tun lassen wollte -, dann machte sich der Junge an eine andere heran, die Eltern hatte, die weniger "streng" waren. Als meine Schwester 16 oder 17 wurde, zog sie zu einer Tante, die keine Zeugin war. Das Ende vom Lied: Sie wurde schwanger und kam ein Jahr später wieder nach Hause. Aber in der Zeit dazwischen hatte ich ein wenig mehr Freiheit, als ich es vorher gekannt hatte. Ich nehme an, meine Eltern hatten Angst, mir würde es genauso wie meiner Schwester ergehen; so rechneten sie sich aus, daß sie besser die Zügel etwas lockerer ließen.

Jedenfalls entwickelte sich was mit einem Jungen - meinem ersten Freund -, als ich etwa 15 Jahre alt war. Dann traf ich denjenigen, den ich heiratete, als ich 16 war. Nun, der erste und ich sind diejenigen, die Probleme bekamen. In vielen Königreichssälen gab es zeitgleich Komiteesitzungen, weil eine Menge Jugendliche mit jemandem aus einer anderen Versammlung Verabredungen hatten. Als also ein Paar wegen irgend etwas aufflog - sie mußten erzählen, von wem auch immer sie wußten, daß er etwas Verkehrtes getan hatte, und das Ganze hatte dann den Dominoeffekt. Es war recht erheiternd. So viele Jugendliche -- aus so vielen Versammlungen -, und alle waren sie in den furchtbaren Prozeß verwickelt, "erwachsen zu werden"!!

Jedenfalls waren dieser Junge und ich zu ihm nach Hause gegangen, als seine Eltern nicht da waren. Ich schwänzte die Schule und er sammelte mich auf (das war nicht der Freund, den ich später geheiratet habe). Wir legten uns aufs Bett und taten die Dinge, die Jugendliche eben so tun. Wir hatten keinen Sex, aber wir berührten einander und taten so etwa alles außer das eine (kein Oralsex oder sowas - dazu war ich zu naiv - nur eben so berühren und angeturnt werden). Nun war der Typ ein Freund von einem anderen Typen, der mit einer anderen ganz dasselbe machte, und irgendwie flogen die beiden auf. Als sie nun ins Verhör genommen wurden, mußten sie erzählen, wen sie noch kannten, der etwas "Verkehrtes" gemacht habe. Nun, nachdem eine Menge Jugendlicher in Schwierigkeiten kamen, wurde Tim hereingerufen. Dann mußte Tim erzählen, was er mit mir getan hatte. (Glücklicherweise erzählte er nicht die ganze Wahrheit - und ich habe ihm nie dafür gedankt. Das hätte ich eigentlich sollen.) Er erzählte nur etwas davon - ihr müßt wissen, daß ich bereits vorhatte, diese andere Person zu heiraten -; so muß Tim im Innern gewußt haben, daß mir das eine Menge Kummer bereiten würde, und das wollte er nicht; deshalb erzählte er nur Teile davon. Aber er hatte mit dem Mädchen Probleme bekommen, das er heiraten sollte, so wollten wir nicht, daß das, was wir getan hatten, alles herauskäme und unsere jeweiligen Beziehungen ruinierte. Wir hatten gerade entdeckt, daß wir uns noch immer mochten, und folgten der Anziehungskraft aus unschuldigen Zeiten, um der alten Zeiten willen.

Jedenfalls kam dann alles so: Tim wurde hineingerufen und erzählte ETWAS von dem, was wir getan hatten. Dann sagte mein Vater eines Donnerstag abends nach der Versammlung auf dem Nachhauseweg, daß mich jemand erwähnt hätte und ich zu einer Komiteesitzung kommen sollte. Ich war so bestürzt.

Nun, der Abend dieser Zusammenkunft kam. Es waren drei Älteste da und mein Vater und ich. Sie saßen alle auf ihren Stühlen im Kreis und beteten, bevor wir anfingen. Dann begannen die Fragen. Sie stellten fest, daß jemand in einer anderen Zusammenkunft meinen Namen aufgebracht habe, und sie hatten mich zu sich gerufen, um genau herauszufinden, was ich getan hatte. Sie fingen an, indem sie mir erzählten, Tim hätte Dinge zugegeben, die er mit mir gemacht hatte. Aber sie wollten nicht sagen, was. Sie fragten mich: Habt ihr euch geküßt? War es im Mund? Gebrauchten wir unsere Zungen? Hat er mich auch woanders geküßt? Hat er seine Hände auf meine Brust gelegt? Hat er meine Brüste angefaßt, ohne daß ich etwas an hatte? Ist er mit seinen Händen unter meinen Rock gegangen? Blieb ich ganz angezogen? Hat er meine Genitalien berührt - mit oder ohne meine Unterhose? Habe ich seine Genitalien berührt? Wurden wir sexuell erregt? Haben wir uns gegenseitig zum Orgasmus gebracht? (Ha, ich wußte ja nicht einmal, was ein Orgasmus war!!) Dumme Kerle!! Entschuldige, Lynn, aber mir kommt wieder alles hoch. Lynn, sage mir, wie ein 16 Jahre altes dummes Mädchen etwas vom Orgasmus wissen soll!! Ich denke, dem Blick auf meinem Gesicht entnahmen sie, daß ich nicht die leiseste Idee hatte, worüber sie sprachen!! So etwas dämliches! Ich habe geheult und geschluchzt und mein Vater saß einfach da und ließ sie dies mit mir machen!! Ich haßte ihn so sehr, weil er mich dahin mitgenommen hatte. Ich haßte meine Mutter, weil sie nicht gesagt hat: Schluß jetzt. Warum haben sie zugelassen, daß dies geschieht. Sie waren krank!!

Nachdem sie mit der ganzen Fragerei fertig waren, beteten sie wieder und sagten mir, ich würde nur im privaten Kreis zurechtgewiesen. Es war nicht notwendig, das von der Bühne bekanntzugeben, weil niemand wußte, was Tim und ich getan hatten, außer uns beiden. Bei den anderen Jugendlichen - viele Leute wußten, was so vor sich ging, so mußten sie öffentlich "gedemütigt" werden. Gott, was für eine Art Eltern hatten wir!?

Lynn, ich habe aus dem Fenster geschaut und den ganzen Nachhauseweg geheult. Ich dachte, ich könnte mich nie mehr in der Öffentlichkeit sehen lassen. Wie konnte ich so etwas Schmutziges" mit einem Jungen getan haben? Ich fühlte mich wertlos wie ein Stück Scheiße! Als ich zu Hause ankam, lief ich in meine Zimmer und heulte für den Rest des Abends. Meine Großeltern waren herübergekommen, und ich weiß nicht, was meine Eltern ihnen erzählt hatten. Weißt du, wie empfindsam 16 Jahre alte Mädchen sein können? Das war niederschmetternd für mich. Und sie kamen nicht herein, um mich zu trösten. Einmal kam mein Vater in mein Zimmer und sagte etwas wie: "Das hast du dir selbst eingebrockt." Gott, ich kann nicht mehr daran denken - ich bin so durcheinander!