George - Die Lügen der WTG durchschaut

Ich wurde eben geboren, ehe "die passende Zeit für Gottes Eingreifen", d.h. 1975, kam. Meine Mutter ließ sich vier Jahre, nachdem Harmagedon nicht gekommen war, taufen, als sie irgendwelche seelischen Probleme hatte - das hatte damals nichts mit Religion zu tun.

(Es trifft zu, daß Menschen mit psychischen Problemen sich von der Wachtturm-Gesellschaft angezogen fühlen) Ihr versteht also, daß mein Schicksal, als Zeuge Jehovas aufzuwachsen, sozusagen ... unvermeidlich war.

Glücklicherweise war ich nie das, was man einen "eifrigen Zeugen" nennt, d.h. ich war nie Pionier, auch wenn ich dazu gedrängt wurde - ich habe nur fünf Stunden oder so pro Monat "gemacht"... Leider ließ ich mich (und auch mein Vater) 1988 im Alter von 14 Jahren aufgrund des enormen Drucks seitens eines Ältesten taufen. Ihr kennt ja die Geschichte: "Das Ende ist nah"; Ich erinnere mich noch an seine Worte ... jetzt weiß ich, daß ich von der WTG-Mafia nie indoktriniert wurde. Ich habe IMMER die Inspiration der leitenden Körperschaft angezweifelt; ich habe das sogar offen einem Kreisaufseher eingestanden, als er mich im Sommer 1993 besuchte! Ich erinnere mich, daß ich ihn um einen greifbaren Beweis bat, daß die leitende Körperschaft Gottes sogenannte "nicht inspirierte" Führung hat. Ich habe die platte und lächerliche Antwort erhalten, daß das "weltweite" Werk dies beweise!! Natürlich: Ich ging aufs College, und das ließ mein Hirn eine solche Antwort nicht akzeptieren, zumindest nicht als AUFRICHTIGE Antwort. Ich erinnere mich auch an die "Spekulationen" über 1914. Ich fragte, ob die Gesellschaft an 1994 als Zeitgrenze für das "Ende" glaubte. Man sagte mir, darüber habe die WTG nichts geschrieben. "Wie kannst du das sagen! Sie zitieren doch den Psalm." Wie auch immer, ich machte mir an dem Abend SELBST klar, daß ich alles erst zweimal prüfen müßte, wenn ich von der WTG das Heil erwartete. Ich lernte im College, an 1+1=2 zu zweifeln! Wie konnte ich da an 12 Personen (die leitende Körperschaft) glauben?? Die Antwort: "Wenn du sagst, die leitende Körperschaft irre sich mit 1914, dann hast du keinen Platz in Gottes Organisation" ging mir wirklich auf die Nerven (Ich wollte JETZT seine Meinung dazu hören!). Ich habe das verworfen und gedacht: "1994 ist sehr nah, wir wollen einmal sehen, wer recht hat." Ich habe auch eine Antwort bekommen wie: "Die Gesellschaft hat NIE gesagt, daß das Ende 1975 käme." (Wir hatten damals, 1968, den Wachtturm noch nicht zu Hause). Es war sieben Monate danach, daß ich im Fernsehen (von einem Antisekten-Geistlichen) von der "Erklärung" im Jahrbuch 1934 und dem Fiasko mit Beth Sarim hörte. Ich habe das zuerst damit abgetan, daß ich dachte, das sei ein "starker" Brief gegen Hitler, das Verkündiger-Buch sagt das so!! Wie konnte ich denn etwas nachprüfen in einem Jahrbuch, das vor 60 Jahren geschrieben worden war? Und die "Villa", sie war eben für "Bruder Rutherford". Ich habe mich nur gefragt, worin die Verbindung zwischen dieser Villa und den "Fürsten" bestand. Wie auch immer, kurz darauf begann ich zu fühlen, daß etwas nicht stimmte. Ich konnte nur nicht festmachen, was. Tief im Inneren wußte ich, wenn ich die Wachtturm-Geschichte nachprüfen würde . . . Jehovas Zeugen sagen vielleicht, ich sei gestrauchelt, aber wenn ich jetzt auf die Zeit zurückblicke, danke ich Gott, daß ich das war! Jehovas Zeugen sagen vielleicht, daß ich "schwach" oder "unreif" sei; aber wenn sie wüßten...!!

Unnötig zu sagen, daß ich völlig "untätig" wurde und die Zusammenkünfte nur hin und wieder besuchte, während das Ende des Jahrs 1994 sich näherte und ich ein paar verrückte Aussagen im Verkündiger-Buch gelesen hatte wie: "Was für eine aufregende Botschaft sie verkündeten: Millionen jetzt lebender Menschen werden nie sterben." Ich malte mir aus, ein Zeuge im Jahre 1920 zu sein. Was hätte ich empfunden? Andererseits, wie konnte ich guten Gewissens eine Zeitschrift verbreiten mit der 'Verheißung des Schöpfers ..., ehe die Generation vergeht, die die Ereignisse des Jahres 1914 sah' auf der Umschlagseite? Wie konnte ich aktiv LÜGEN verbreiten?!? Wie konnte ich Menschen zur WTG führen, wenn ich selbst nicht daran glaubte? Wie konnte ich Vorstellungen der leitenden Körperschaft verbreiten, an die ich selbst nicht glaubte?? Das wäre eine Art "Catch-22"-Situation. Alle diese Fragen machten mir sehr zu schaffen, und so wandte ich mich meiner Arbeit am College zu, statt eine "Karriere" in der sogenannten, selbsternannten "Organisation Gottes" zu suchen, und ich sagte mir selbst, wenn dies Gottes Organisation sei, dann bin ich fertig mit Ihm! Die Gedankenkontrolle geht so tief, daß ich mir selbst nicht die einfache Antwort geben konnte, daß die Wachtturmgesellschaft ein falscher Prophet ist und Jehovas Zeugen eine Sekte sind. Damals dachte ich, Jehovas Zeugen hätten in einigen Dingen recht, in anderen Dingen aber schrecklich unrecht, wie dem Kreuz, dem Militärdienst und insbesondere den Bluttransfusionen. Ich brauchte dringend einige Antworten ... Ich wollte mich nicht an die Priester der "Christenheit" wenden (Ich persönlich denke, daß ich wohl mehr über die Gesellschaft weiß als alle diese Priester -- sie sind VÖLLIG UNGESCHULT darin, Jehovas Zeugen Antworten zu geben). Aber ich brauchte wirklich Antworten auf meine Fragen und niemand konnte sie mir geben. Zumindest dachte ich, das sei der Fall...

Ein paar Monate danach sorgte die Geschichte eines ungetauften jungen Zeugen-Jehovas-Mädchens, die von einem viergeschossigen Gebäude sprang, einige Wochen lang für Aufregung im Fernsehen. Und der Grund, warum sie sich das Leben nehmen wollte? Nun? Ihre große Schwester, ich glaube, sie war 18 Jahre alt, hatte in ihrer Schultasche eine Packung Zigaretten gefunden!! Sie sagte zu ihr, sie "werde das alles Papa erzählen." In der Fernsehsendung zu diesem Fall sagte ein Nachbar, der zufällig ein ehemaliger Zeuge war (SOLL MAN DAS GLAUBEN?), sie sei keine gute Zeugin Jehovas gewesen (eigentlich wollte sie das gar nicht sein!). Wie dieser Mann (ein ehemaliger Dienstamtgehilfe) sagte, konnte dieses Mädchen "es nicht mehr aushalten". Was völlig unglaubwürdig ist, ist, daß das Mädchen zwar aus einer Höhe von 15 Metern sprang, aber nicht tot war. Sie kam ins Krankenhaus und die Ärzte sagten: "Sofort eine Bluttransfusion!" Es wurde ein Film gezeigt, der mindestens 10 Zeugen im Wartezimmer zeigte; ich erkannte einen Ältesten, den ich kannte (natürlich nicht persönlich). Es wurde berichtet, der Vater, ein Ältester, habe eine Bluttransfusion abgelehnt, aber es gingen Gerüchte um, daß seine Frau anderer Meinung war. Ich hörte, daß man ihr die Gemeinschaft entzog, aber ich persönlich glaube das nicht. Wie auch immer, das Gericht ordnete eine Bluttransfusion an, die ihr schließlich das Leben rettete. Aber ihr junger Körper war wegen einer Packung Zigaretten verstümmelt! Diese Geschichte hat mich wirklich aufgeregt. Ich meine, welcher Gott würde so etwas geschehen lassen? Viele Dinge, die nicht zusammenpaßten, ereigneten sich damals in einer anderen Fernsehsendung, aber meine Geschichte würde unnötig lang, wenn ich über all dies schreiben sollte.

Im Verlauf des Januars 1996 bemerkte ich, daß die öffentliche Bibliothek, in die ich immer ging, einen Internetanschluß bekam. Ich suchte damals nach einigen Informationen für mein Abschlußdiplom. Ich hatte die Wachtturmgesellschaft völlig vergessen (ich war seit einem Jahr untätig). Das nächste Mal, als ich zur Bibliothek ging, dachte ich: "Hallo, vielleicht gibt es da eine oder zwei Gruppen von 'Abtrünnigen'. Schließlich heißt es ja, daß alles mögliche im Netz ist. Ich will doch einmal sehen, was SIE zu sagen haben." (Ich wollte immer schon hören, warum Älteste oder Pioniere Jehovas Zeugen im Jahre 1975 verließen - denn das ist die einzige Vorhersage, von der ein durchschnittlicher Zeuge etwas gehört hat). So dachte ich daran, der Suchmaschine die Zeichenfolge "Jehovas Zeugen" einzugeben. "Überrascht" ist eine Untertreibung dessen, was ich empfand! Ich konnte einfach meinen Augen nicht trauen. Eine völlig neue Welt hatte ich in Händen! Ich konnte einfach nicht glauben daß ich da die Zeilen des Jahrbuchs 1934 online hatte! Ich erfuhr schnell etwas über die Anti-Zeugen-Dienste und die enorme Bibliographie zu diesem Thema. Ich war schockiert -- um genau zu sein, ich bekam einen Schüttelfrost -, etwas über die Bücher Der Gewissenskonflikt oder Stunde der Finsternis zu erfahren. Ich konnte einfach nicht glauben, daß meine Ideen nicht allein MEINE Ideen waren; ich habe mich immer wie ein kleinlicher Kritiker gefühlt. Was für eine Erleichterung zu wissen, daß der "Große Bruder" NUR eine Romanfigur ist!! Was für eine Erleichterung zu erfahren, daß ich schließlich doch recht hatte - und nicht alleine war!! Auf der ganzen Welt! Ein Gefühl der Bestätigung gemischt mit Wut, erfüllte meinen Sinn.

Während dieser Zeit besuchten mich zwei Älteste (einer davon ein Diktator und "Gesalbter" -- zumindest behauptet er, einer zu sein), um nach meiner Loyalität gegenüber der Wachtturmgesellschaft zu fragen. Natürlich! Diesmal würden sie was zu hören bekommen! Ich stellte ihnen einige wirklich "heiße" Fragen; Fragen, die sie nie zuvor gehört hatten. Der andere Älteste war etwas erstaunt über meine Fragen und die Tatsache, daß dieser sogenannte "Gesalbte" keine Antworten hatte, sondern nur sagte: "Das sagen Abtrünnige", oder: "Wir haben das so gelernt", usw. Was MICH UND diesen Ältesten schockierte (und wahrscheinlich auch den Leser dieser Zeilen), war, als ich ihn über den deutschen Bezirksaufseher Erich Frost befragte, der während der Nazizeit sieben Kreisaufseher verriet. Zu meinem Erstaunen (und ich glaube, auch des euren),WUSSTE ER DAS ALLES! (Ich frage mich nur, wie viele Zeugen auf der Erde das wissen!). Wie auch immer, obwohl ich schockiert war, fragte ich den anderen Ältesten, was seine Meinung dazu sei. Er blieb sprachlos! Die einzige Antwort war ein tiefes Schweigen! Dieser "gesalbte" Älteste ging so weit zu sagen, daß Gott ihm schon vergeben würde. Ich stimmte dem zu, aber fragte: "Erstens: Woher hast du das über ihn erfahren? Zweitens: Warum führt die Wachtturmliteratur die Zeugen Jehovas irre, wenn sie ihn als Opfer (!!) darstellt, wo er doch ein Verräter war? Drittens: Warum weißt NUR du dies, während dein Mitältester hier es nicht weiß? Und viertens: Was würdest du empfinden, wenn die Nazis deine Eltern, deine Frau, deine drei Kinder und einen Mitältesten WEGEN IHM umgebracht hätten? Würdest du ihn danach noch als Mitältesten akzeptieren?? Als Kreisaufseher? Als Glied der leitenden Körperschaft? Würdest du ihn als einen der 144.000 annehmen? Würdest du mit ihm in den Predigtdienst gehen? Man kann wohl verstehen, daß sie (er eigentlich) mir danach nicht die Gemeinschaft entziehen konnten, weil er den anderen Ältesten praktisch hinausschleifte. Ich bin sicher, daß er noch weitere "schmutzige Manöver" der WTG kannte, aber den anderen unschuldigen Ältesten davor "schützen" wollte, weiter einem "Abtrünnigen" ausgesetzt zu sein. Dieser Vorfall bestärkte mich darin, daß alles, was sogenannte "Abtrünnige" sagen, wahr ist. Ich muß zugeben, daß ich den Fall Frost anfangs auch nicht glauben konnte!

Das war mein letzter Strohhalm. Noch am selben Tag erklärte ich meinen Austritt aus der Wachtturmgesellschaft. So floh ich in den ersten Maitagen 1996, nachdem ich mein Leben von 14 bis 22 Jahren geopfert und in Qual, Furcht und Verwirrung gelebt hatte, vor der faschistischen und destruktiven Mafia von Brooklyn hinter den alten, verrottenden und schnell zusammenbrechenden Mauern, befreite mich physisch und geistig von einer Handvoll korrupter und PARANOIDER alter Männer, die denken, daß Gott durch sie spricht, oder noch schlimmer, sie setzen sich selbst schamlos auf den Thron Gottes!! Jetzt, fast neun Monate nach meinem Weggang, fühle ich mich viel besser -- ich habe eine Hoffnung und keine Furcht mehr. Hasse ich Jehovas Zeugen? Die Antwort ist ja und nein. JA gemäß der Bibel, die leitende Körperschaft und jeden, der sie unterstützt. NEIN, ich hasse Jehovas Zeugen nicht, sie sind irregeleitet und blind, wie ich es auch einmal war. Ich liebe sie so, wie andere ehemalige Zeugen mich liebten und mir halfen, herauszukommen, obwohl ich ihnen nicht persönlich begegnet bin. Jesus sagte, wir sollten unsere Feinde lieben; aber manchmal fällt einem das doch schwer.

Jetzt fühle ich mich JEDER christlichen Kirche nahe. Ich glaube, daß das Wachtturm-Argument, es gebe "nur eine wahre christliche Kirche", absolut totalitär ist und nur von einer totalitären Organisation wie dieser stammen kann. Ich glaube, daß Jesus einen jeden von uns EINZELN, NICHT ALS MITGLIEDER EINER KIRCHE beurteilen wird. Darum geht es im ganzen Neuen Testament. Ich glaube sehr an JOHANNES 11:25. Der Rest sind weniger wichtige Einzelheiten, um die sich Religionsführer streiten. Es interessiert mich nicht, wer die 144.000 wirklich sind oder wo das Paradies ist; der Vers ist eindeutig. Ich werde nicht gerettet, wenn ich weiß, wer die 144.000 sind (und ich werde natürlich auch nicht gerettet, wenn ich Zeitschriften verbreite!), so gebe ich nichts darum. Im Gegenteil, ich glaube, man wird gerettet, wenn man Gott persönlich kennt, nicht, wenn man Bibelverse auswendig aufsagen kann (Johannes 5:39-44). Ich glaube auch, daß Menschen, die wissen, wie sehr die Wachtturmgesellschaft von der Wahrheit abweicht und sie trotzdem weiter unterstützen und andere irreführen, bald ihre Belohnung erhalten und mit Russell, Rutherford, Knorr, F.Franz, Gangas und anderen in der HÖLLE enden, denn liebe Zeugenfreunde, ES GIBT EINE HÖLLE, ob ihr das mögt oder nicht! (Matth. 25:46)

Ich weiß nicht, warum ich dies alles schreibe, vielleicht weil ich (und ich glaube, auch viele andere) Berichte von Exzeugen gefunden habe, die weit mehr berühren als Bücher oder Artikel (nicht, daß Bücher nicht helfen -- Gott bewahre!). Ich würde mich freuen, wenn diese Zeilen Menschen helfen können, die unter der Wachtturm-Hegemonie leiden und nicht "abspringen" können. Erinnere dich: Deine Seele ist weit kostbarer als eine Art "Leiden" während eines Gemeinschaftsentzugs oder was auch immer. Alle von uns Exzeugen mußten uns einmal anders entscheiden, als "andere" denken. Wir sind lieber unserem eigenen Gewissen gefolgt, nicht dem, was andere uns sagen, daß unser Gewissen uns sagen sollte. (Matth. 11:28-30, 24:4) (Kann mir jemand einmal sagen, wie man ein Gewissen "schult", wie die Wachtturmgesellschaft argumentiert? Es sei denn, sie meinen ein eine Gehirnwäsche durchlaufendes Gewissen!) Die Tatsache, daß du diese Zeilen liest, zeigt, daß du ein für andere offener Christ bist. Du mußt dich bemühen. Auch wenn du allein für dich denken mußt, gibt es viele Christen, die das auch zu tun hatten und die da sind, dir zu helfen, wann immer du um Hilfe bittest. Laß dich auf sie ein! Aber bitte sie ja nicht, dir das Denken abzunehmen! Du selbst bist vor Gott verantwortlich.

Vielen Dank an alle, die Anti-Wachtturmseiten laufen haben. Bleibt dabei!! Ich erwähne hier keine Namen, weil ich befürchte, daß ich dann vielleicht jemanden vergesse. Ihr habt vielleicht bemerkt, daß die Wachtturmgesellschaft in den letzten Monaten damit begonnen hat, die Zeugen Jehovas mit subtilen Methoden gegen das Internet zu impfen (wir alle wissen, wie Gedankenkontrolle wirkt), indem sie sagt, daß die Leute "süchtig" werden usw. Natürlich "vergißt" man, dabei zu sagen, daß es der erste Schritt in die Freiheit ist, das Internet abzusuchen; in die christliche Freiheit, die uns unser Herr verheißen hat! Amen! (Johannes 8:32). Ich weiß es deshalb, weil DIE DATENAUTOBAHN MEINE SEELE BEFREITE!

In Aufrichtigkeit

George