Vom verlorenen Paradies ... zum wieder erlangten Leben

Es war ein kalter Tag im Oktober 1982. Ich stand am Straßenrand und wartete - nicht etwa auf den Bus oder die Straßenbahn, sondern auf den 311er Wartburg Oldsmobile, der mich zum größten Ereignis in meinem Leben als Jugendlicher fahren sollte - meine Taufe als Zeuge Jehovas.

Die Umstände, die dazu führten, dass ich dieser - heute sage ich: Sekte - beitrat, hatten schon etwas Seltsames, eher Untypisches. Ich weiß nicht einmal, ob meine Eltern zum Zeitpunkt meiner Taufe Zeugen Jehovas waren. Das hat Gründe, die ich an dieser Stelle nur ansatzweise erklären kann.

Mein Vater und auch meine Mutter stammen aus religiösen Familien mit protestantischer Tradition.

Mein Vater kam schon sehr früh, mit 15 Jahren, mit der „Wahrheit“ in Berührung, ein von Jehovas Zeugen überstrapazierter Begriff für ihre allgemeinen Glaubenslehren. Mit 16 Jahren versuchte er bereits, sich das Leben zu nehmen, weil er dem psychischen Druck einfach nicht gewachsen war, den die „Bibelforscher“ (so nannten sich JZ damals) auf jedes ihrer Mitglieder ausübten: Predigtdienst bis zum Erbrechen, Zusammenkünfte, die bis in die Nacht hinein dauerten und ... und ... und. Die „theokratischen Verpflichtungen“ schienen kein Ende zu nehmen.

1957 heiratete mein Vater mit 28 Jahren eine Frau, die später Mutter dreier Kinder wurde. Eines davon war ich. Doch ihr Lebenslauf passte ganz und gar nicht ins Schema der Zeugen Jehovas: zwei Kinder von verschiedenen Männern vor der Ehe. Einer ihrer Söhne starb im Alter von drei Jahren, der Andere schlug eine kriminelle Laufbahn ein - die Sorgenfalten meiner Eltern wurden immer tiefer. Und die „Brüder“? - zogen sich mehr und mehr zurück.

Als ich und später meine beiden Schwestern geboren wurden, wussten unsere Eltern nicht, wo sie hin gehörten. Hin und her gerissen von dem Glauben, dass es die „Wahrheit“ ist, was Jehovas Zeugen lehren und den Menschen in der evangelischen Kirche, wo sie viele Freunde hatten, pendelten sie zwischen Gottesdiensten der ZJ und der Kirche hin und her. Bis man sie beim Kirchenbesuch „erwischte“.

Stundenlange „Aussprachen“ mit bis zu drei Ältesten waren nun keine Seltenheit mehr - Aussprachen, die Verhören glichen. Auf ein Mal war nicht mehr der „Geist der brüderlichen Liebe“ zu spüren. Meine Eltern hatten „geistigen Ehebruch“ begangen und wurden - wie sollte es anders sein - der göttlichen Vernichtung übergeben: Man entzog ihnen die Gemeinschaft. Vergessen war das soziale Engagement meines Vaters gegenüber seinen „Brüdern“, die nicht gezögert hatten, seine Hilfe als Krankenpfleger privat und ohne Lohn in Anspruch zu nehmen. Die vielen Stunden, in denen er sich um die Kranken in der Versammlung gekümmert hatte, konnte er ja nicht auf einem kleinen Zettel, Berichtszettel genannt, dokumentieren. Da erscheinen bei JZ bis heute nur „Predigtdienstberichte“.

Unsere Kindheit war zwar geprägt vom Außenseitertum, aber es gab auch viele schöne Momente. Unsere Eltern waren Gefangene der WTG-Routine, aber sie versuchten auch, Mensch zu bleiben.

Ich erinnere mich an ausgedehnte Spaziergänge und Ausflüge mit der Bahn, wenn irgendwo etwas los war. Was unsere Mutter stets belastete war, dass immer dann, wenn wir so schön am Spielen waren, irgend welche „theokratischen Verpflichtungen“ dem Spieltrieb den Garaus machten.

Der Druck durch die Anforderungen der WTG und das Temperament unserer Mutter sorgten allerdings auch für unschöne Situationen, die von Frust und körperlicher „Zucht“ (nennt es die WTG), besser ausgedrückt: Gewalt geprägt waren, besonders gegen die ältere meiner beiden Schwestern, die ganz und gar nicht ins „theokratische“ Schema passte. Sie verließ mit 17 Jahren das Elternhaus, heiratete früh einen Alkoholiker, der sie ebenfalls schlug und landete gedemütigt und misshandelt im Frauen-Asyl.

Die andere meiner beiden Schwestern ist bis heute in der Nähe der Eltern geblieben und kümmert sich seit dem Tod unserer Mutter um unseren jetzt 77jährigen Vater.

Nach der politischen „Wende“ in Ostdeutschland versuchten meine Eltern von Zeit zu Zeit, wieder Anschluss an die Versammlung der ZJ zu finden - mit dem Ergebnis, dass ihnen ein Platz in der Nähe der Tür zugewiesen wurde - unzumutbar für zwei über 70jährige. Großzügige Spenden wurden aber gern entgegen genommen - von zum Tode verurteilten Ausgeschlossenen!

Was geschah in der ganzen Zeit mit mir?

Dass meine Eltern mich zeitweise mit zu Gottesdiensten der evangelischen Kirche mit nahmen und auch sonst keine Hardliner waren, hinderte mich nicht daran, mir meine Freunde unter Zeugen zu suchen. Kaum elf Jahre alt, war es mein größter Wunsch, ein getaufter Zeuge Jehovas zu werden.

Das führte zu einer Reihe von Sitzungen bei einem Ältesten, der mit mir die „80 Fragen“ besprach, Fragen für Taufbewerber, die zwar Kopfwissen erforderten, aber kein echtes Engagement voraus setzten.

Am 24. Oktober 1982 war es dann endlich so weit, und das führte zu der eingangs erwähnten Situation. Ich ließ mich taufen, an einem geheimen Ort irgend wo in Thüringen. In einer Badewanne. Mit einer ergreifenden Ansprache und anschließendem Solo der „Königreichslieder“, gesungen von „Sänger-U...“.

Von dieser Zeit an funktionierte ich wie eine Maschine. HzH-Dienst war in der DDR nicht möglich, also sprach ich Passanten an. Und das oft alleine. Ich wurde zum Einzelgänger. Es schien, als bestand meine ganze Welt nur aus den Marathon-Spaziergängen, genannt „Parkdienst“, die meine ganze Zeit und Kraft forderten.

In der Schule schaffte ich es immerhin, zu überleben und mit Mittelmaß zu beenden, aber meine Überzeugung stellte ein unüberwindliches Hindernis auf dem Weg zu einer Berufsausbildung dar. Ich startete mein Berufsleben mit einem wahren Knochenjob, aber ich war glücklich, Jehova zu dienen.

„Freunde“ fand ich durch die Tochter unseres Buchstudien-Leiters. Von der Zeit an war ich an fast keinem Wochenende mehr zu Hause. Unsere Clique traf sich Freitag abends zum Bibellesen und gemütlichen Zusammensein, Samstag war Predigtdienst angesagt. Das verstand ich unter einem gelungenen Wochenende. Die Spannungen zwischen meinen Eltern und mir wurden immer belastender. Aber ich hatte ja alle Unterstützung durch meine „Brüder“. Immerhin war es ja Jehova, der sich über mich freute! Und meine Eltern waren ja „verbranntes Fleisch“ für ihn!

Und ich „armer Junge“ hatte ja so viele Schwierigkeiten („Prüfungen“ genannt) zu ertragen! Was meine Eltern durch meine ablehnende Haltung ertragen mussten, verstehe ich erst seit ein paar Jahren - zu spät für meine Mutter, die im Sommer 2001 verstarb.

1986 war ein ereignisreiches Jahr für mich. Ich war für zwei Wochen als „Ferienpionier“ im Landgebiet von Leipzig tätig, wo ich, zusammen mit einem befreundeten ZJ, bei einem Zeugen-Ehepaar Unterkunft fand. Zwei junge Zeuginnen kamen eine Woche später mit dem gleichen Stundenziel: 40 Stunden DDR-„Tarif“.

Eine Woche reichte, und ich verliebte mich in eine der beiden Schwestern, S. aus E. Diese besuchte mich ein paar Monate später im gleichen Jahr im Krankenhaus in E., wo ich wegen einer OP lag. Als Zeuge Jehovas hatte ich natürlich stets mein handgeschriebenes Dokument in der Brieftasche, das Ärzte darüber in Kenntnis setzen sollte, dass ich Bluttransfusionen ablehne. Doch als es nach der OP so weit war und ich fast verblutet wäre, bekam ich in der Nacht, als ich bewusstlos war, eine Konserve „spendiert“.

Nun ja, es war passiert, und die Ärzte verklagen, die mein Leben gerettet hatten? ... das brachte ich nicht fertig. Aber genau am Tag nach der OP besuchte mich - na wer? - Schwester S., die ich so gut leiden konnte, und erfuhr von den Anderen im Krankenzimmer, was geheim bleiben sollte!

Das Erste, was sie tat: Sie erzählte alles, und ein paar Wochen später stand ich beim Ältesten-Komittee auf der Matte. Mein Glück, dass einer der „Hirten“ Verständnis für meine Situation hatte und die Anderen bekniete, mich laufen zu lassen, sprich: mir keine „Auflagen“ zu erteilen, was bedeutet hätte, eine Zeit lang keine „Vorrechte“ wahrnehmen zu können oder keine Kommentare in der Versammlung etc. So kam ich mit dem sprichwörtlichen „blauen Auge“ davon.

Etwa ein Jahr später wechselte ich meinen Arbeitsplatz, natürlich wegen günstigerer Arbeitszeiten, die es mir gestatten würden, mehr Zeit für „theokratische Aktivitäten“ zur Verfügung zu haben. Diesen Job hatte ich ein drei Viertel Jahr lang, dann zog ich, beeinflusst durch „Brüder“, die es „gut“ mit mir meinten und mich von meinen ausgeschlossenen Eltern weg haben wollten, in „Hilfe-Not-Gebiet“ nach Mecklenburg.

Zu DDR-Zeiten war das nur über eine landwirtschaftliche Tätigkeit möglich, und so wurde aus dem ehemaligen Maschinenarbeiter und Betriebshandwerker eben ein Melker. Ich hatte zwar nur ein paar geborgte Möbel - einen Tisch und vier Stühle - und ein von der Nachbarin gesponsertes Bett, aber all das sah ich als „Segen Jehovas“ an. Dieser „Jehova“ sorgte dann auch dafür, dass ich fast 20 Km weit mit dem Fahrrad zu Brüdern fahren „durfte“.

Schwieriger war es nämlich, jemanden zu finden, der bereit war, ins Landgebiet zu fahren, um das wöchentliche „Buchstudium“ durch zu führen. Immerhin gab es 1988 noch keinen Königreichssaal im Gebiet der ehemaligen DDR. In benachbarten Orten gab es zwei „Schwestern“, und so war eine kleine Gruppe da, wegen der es sich „lohnte“, 30 Km zu fahren.

Der Älteste, der das „Studium“ leitete, machte mich 1989 mit einer Zeugin bekannt, die nach einem Gemeinschaftsentzug erst seit einem halben Jahr wieder aufgenommen worden war. Kein Problem für mich, dass sie bereits ein Kind hatte, übrigens der Grund für den GE.

Da wir beide keine 100%igen ZJ waren und ich auch ihre kleine Tochter gleich ins Herz geschlossen hatte, dauerte es nicht lange, und ich kam schneller als meine rosa Briefe bei ihr an. Fünf Monate, und wir waren verheiratet - zum Glück für meine Frau, denn ihre Eltern waren und sind bis heute echte Hardliner unter den ZJ. Aus ganz „normalen“ Kabbeleien zwischen Mutter und Tochter wurden wahre Dramen. Als ich für meine Frau Partei ergriff, geriet ich zwischen die Fronten. Die Auseinandersetzungen mit meiner Schwiegermutter führten dazu, dass sie hemmungslos Lügen über mich und meine Frau in der „Versammlung“ verbreitete - und hörende Ohren fand.

Von dieser Zeit an erfuhren wir zum ersten Mal, welche Rolle die Liebe unter dem „Volk Gottes“ wirklich spielt. „Freunde“ hatten wir keine in der Versammlung. „Rat“ wurde oft und gern erteilt, aber wenn wir sagten, was uns nicht gefiel, wurde uns mangelnde „Demut“ vorgeworfen.

Als sich Nachwuchs bei uns einstellte, wurde die Wohnung zu klein, und so zogen wir ins Nachbardorf. Der Vorteil: „Kontrollbesuche“ durch die Schwiegereltern mussten angekündigt werden, da wir sie mit dem Auto vom Bahnhof abholen mussten. Das Dorf lag nämlich etwa 3 km von der Hauptstraße entfernt. Kaum dort angekommen, wurde die Wiese vor dem Haus, in dem wir wohnten, für „Predigtdienst-Treffs“ entdeckt, die Invasionen glichen. Und so kam es, dass wir nach nicht einmal zwei Jahren wieder weg ziehen mussten. Der Grund? Die gesamte Dorfjugend hatte uns als Ziel ausersehen, ihre Langeweile zu bekämpfen, indem sie Abend für Abend unsere Fenster mit Steinen bewarf. Wie wir später erfuhren, war das die direkte Folge der „Invasionsfeldzüge“ der ZJ in unserer Gegend, abgesegnet durch die Eltern der Kinder.

1997 zogen wir in die Stadt, näher zu den „Brüdern“, wie wir dachten. Doch wir blieben die schwarzen Schafe am Rand.

Der Job, den man mir zugesagt hatte, endete in einer Absage, und so hielt ich mich mit „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ und „Umschulungen“, die vom Arbeitsamt finanziert wurden, über Wasser. Zwei dieser Umschulungen musste ich vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen abbrechen - und war in der Versammlung schnell als faul abgestempelt.

Ich hatte in meinen früheren Tätigkeiten überwiegend körperlich gearbeitet, dafür musste ich mich im Jahre 2000 daran gewöhnen, im Büro zu arbeiten, und machte eine kaufmännische Ausbildung. Natürlich kostete mich das sehr viel Zeit und Kraft, die mir für „theokratische Aktivitäten“ fehlte. Dafür hatten die „lieben Brüder“ natürlich kein Verständnis, aber das war mir mit der Zeit egal. Was ich auch tat, es war ohnehin nie genug.

Also legte ich mir ein „dickes Fell“ zu, machte schon als Praktikant jede Menge Überstunden und ersparte mir damit die ermüdenden „Zusammenkünfte“ im Königreichssaaal der ZJ. Ich fing an, ein Doppelleben zu führen. Ich beteiligte mich an Geburtstagsfeiern in der Firma und fing an, zu rauchen - weil ich auf ein Mal merkte, dass da noch Andere waren, Menschen, die doch so schlecht sein sollten, die aber mehr Interesse an mir als Person hatten als all meine „Freunde“ in der Versammlung.

Die Veränderung in meinem Leben blieb nicht unbemerkt. Ich sprach mit meiner Frau darüber, wie mir die ganze „Wahrheit" zum Halse heraus hing. Ich hätte gern damals schon Schluss gemacht, aber meine Frau und die Kinder waren noch nicht so weit. Wie würden die Eltern meiner Frau reagieren? Was würden diejenigen sagen, die zumindest noch behaupteten, uns zu mögen? Und was, wenn das doch die „Wahrheit“ ist...?

Im gleichen Jahr, als ich meine Umschulung beendete. wartete eine weitere „Überraschung“ auf mich. Ich musste wegen einer eitrigen Infektion am Fuß operiert werden. Ein viertel Jahr lang lag ich im Krankenhaus, aber die „Brüder“, wo waren sie? Vier oder fünf Besuche waren offensichtlich genug, und meine Frau wurde „liebevoll“ darauf hin gewiesen, es sei nicht nötig, mich täglich zu besuchen!

Später, bei einem „Hirtenbesuch“, warf ich den beiden Ältesten diese Lieblosigkeit vor und machte die sarkastische Bemerkung, wenn die Blutfrage im Spiel gewesen wäre, dann hätte ich nicht auf ihren Besuch warten müssen. Die Reaktion: „Ja, Bruder K.! Du hast ja Recht! Beim nächsten Mal...“

Ein „nächstes Mal“ wird es nicht geben, nicht mit einem Vertreter der WTG und auch nicht im Königreichssaal - diesen Entschluss schoben wir noch etwa drei Jahre vor uns her, immer mit dem Gedanken, der uns Jahrzehnte lang eingehämmert wurde: „Wenn was schief geht, dann bist du nicht geistig gesinnt genug!“ Und wir glaubten wirklich, dass unsere Zweifel damit beseitigt wären. Doch diese Art der Selbsttäuschung ging nicht lange gut.

Unser Versammlungsbesuche wurden unregelmäßig, „ermunternde Besuche“ gab es immer dann, wenn auch der Sonntagsbesuch dran glauben musste. Aber persönlich war niemand an uns interessiert, niemand wollte wirklich den Grund wissen, warum uns die ganzen „theokratischen Verpflichtungen“ inzwischen kalt ließen.

Mein Schwiegervater fing nach der Hirntumor-OP seiner Frau an zu trinken und war mindestens ebenso frustriert wie wir - denn um ihn und seine Frau kümmert man sich bestenfalls sporadisch in der „liebevollen“ Versammlung. Aber ich muss mit Bedauern feststellen, dass er nicht bereit ist, sich uns anzuschließen. Nicht einmal, als wir dank der Aufklärung durch Infolink auf die Wahrheit hinter der „Wahrheit“ aufmerksam gemacht wurden und mit ihm darüber sprachen. Natürlich war „alles Lüge“, „alles Abtrünnigenpropaganda“.

Das behauptete auch der Älteste, der uns am 20. März 2005 besuchen kam, weil unsere Sitzreihe im Saal so lange leer geblieben war, als wir ihn mit knallharten Fakten bombardierten. Doch er konnte die unangenehmen Tatsachen nicht entkräften, und so wurde dieses Gespräch unser Letztes. Und er durfte das Austrittsschreiben entgegen nehmen, das schon vorbereitet auf dem Tisch lag. So ersparten wir uns den Weg in den Königreichssaal, dessen Mauern genau so kalt sind wie die Atmosphäre in der Organisation, die sich selbst gern als von Liebe getragenes „Volk Gottes“ bezeichnet.

Unser beiden Töchter machten es richtig: Sie ließen sich noch zwei Monate Zeit mit ihrer Entscheidung und verließen die Organisation ein paar Tage vor ihrem zweiten Taufjubiläum.

Manch einer wird sich jetzt fragen, was diese meine Geschichte mit dem Thema zu tun hat: „Vom verlorenen Paradies ... zum wieder erlangten Leben“.

Nun ja, die „Oldtimer“ unter den ZJ und Ex-ZJ kennen sicher das Buch, das die WTG in den 50er Jahren heraus gab: „Vom verlorenen Paradies zum wieder erlangten Paradies“. Mir sind leider nur noch die schrecklichen Vernichtungsszenarien im Gedächtnis geblieben - Bilder, die mir als Kind unter die Haut gingen und mich manipulierbar machten.

Doch der Wunsch nach wirklicher Freiheit, der allen Menschen eigen ist, wurde mir und meiner Familie erst jetzt erfüllt - 23 Jahre, nachdem ich vor Kälte schlotternd auf den 311er „Wartburg“ wartete, der mich zum bis dahin größten Ereignis meiner Jugendzeit bringen sollte: meine Taufe als ZJ - eine Taufe, die mich Jahre meines Lebens gekostet, aber auch um viele Erfahrungen reicher gemacht hat.