AmyBlue – meine "Zeugen"-Aussage

Meine Geschichte ist wahrscheinlich ziemlich klassisch, wenn es „die“ klassische Zeugen-Jehovas-Geschichte überhaupt gibt.

Meine Mutter trat den Zeugen Jehovas bei, als ich zwei war, mein Vater weigerte sich, was dazu führte, dass ich im geteilten Haus aufwuchs. Meine Mutter war schon immer das, was man landläufig widerspenstig nannte - und ihre erstgeborene Tochter stand ihr da wohl in nichts nach. Ich hätte damals nicht mal stillhalten können, wenn mein Leben davon abgehangen hätte und die ständigen Versammlungen waren eine Qual. Meine Unruhe, verbunden mit meinem losen Mundwerk und meiner chronischen Neugier, brachte mir als Kind eine Menge (z.T. peinlich öffentlicher) Prügel ein. Überhaupt war das „Versohlen“ bei uns in der Versammlung gang und gäbe. Kind ist weinerlich? Kann nicht stillsitzen? Auf geht's vor die Türe, je eher man eingreift desto besser. Meine Mutter wollte eigentlich nicht, doch sie war damals selbst erst zwanzig und gab dem Druck der ganzen missbilligenden Blicke bald nach.

Meine Mutter hatte damals in der Versammlung sowieso ziemliche Probleme. Sie konnte sich schlecht anpassen und es gab öfter Knatsch mit den Ältesten. Sie bestand z.B. darauf, mich in den Kindergarten zu geben, um wieder arbeiten zu gehen - was für eine Rabenmutter! Die Ältesten gaben sich redlich Mühe, meinen Vater zu bekehren, den dies aber kalt ließ. Die Bekehrungsversuche gingen so weit, dass die Ältesten mich als kleines Kind ins Gebet nahmen. Sie erklärten mir, dass mein Vater sterben müsse und wenn ich dies verhindern wolle, müsse ich ihn von der Wahrheit überzeugen. Damals, mit 9, 10 Jahren lag ich nächtelang wach und grübelte darüber nach wie ich meinen Papa retten könnte...

Auch sonst waren die üblichen Entbehrungen vorprogrammiert: Keine Geburtstage, kein Kuchen in Kindergarten und Schule, ständige Extrawürste in der Bastelstunde (ich darf keine Weihnachstbäume malen...) und die übliche, runtergebetete Erklärung, die ich schon mit acht selbst nicht mehr hören konnte. Ich vermisste die ganzen Kleinigkeiten, ich wollte auch eine Kerze in der Adventszeit, wollte nicht ständig übergangen werden beim Öffnen des Adventskalenders in der Schule und ich wollte zu den Pfadfindern. Und es ging nicht. Denn in der Bibel stand geschrieben „ihr sollt kein Teil der Welt sein“...

Das Leben im geteilten Haus war ziemlich schwierig. Meine Mutter betrachtete die Ehe als gescheitert, mein Vater nicht. Meine Mutter harrte insgesamt 15 Jahre in einer Ehe aus, die eine Qual für sie war, weil sie im Falle einer Scheidung die Gemeinschaft entzogen bekommen hätte. Sie litt unter schweren Depressionen und Panikattacken, mein Vater litt unter ihrem Liebesentzug, wollte aber nicht aufgeben (u.a. um uns, seine drei Kinder, nicht zu verlieren) und begann zu trinken. Als ich in die Pubertät kam war meine Familie furchtbar zerüttet. Und damals begann auch schleichend mein Doppelleben...

Durch meinen ungläubigen Vater hatte ich viele Freiheiten, die andere Zeugen-Jehovas-Kinder nicht hatten. Ich hatte ein paar weltliche Freunde, durfte mit auf Klassenfahrten und konnte mich eher mal auf Parties mogeln. Doch der Preis dafür war hoch - in der Versammlung wurde ich als Kind mit Misstrauen beobachtet und die meisten Kinder und Jugendlichen hatten die elterliche Weisung, sich nicht zu sehr mit mir abzugeben. Deshalb lebte ich innerhalb der Versammlung sehr isoliert, nur einige ältere Schwestern studierten mit mir und gaben sich Mühe, mich auf die richtige Bahn zu bringen und die Aufgabe zu übernehmen, die meine Mutter eigentlich hätte ausführen müssen. Sie erklärten mir auch, dass mein liebstes Hobby, das Reiten, Jehova ein Dorn im Auge sei; es würde mich nur vom Wesentlichen abhalten und ich könnte im Paradies noch genug reiten. Also gab ich es auf. Meine weltliche Clique ließ ich mir jedoch nicht nehmen, sonst wäre ich völlig allein gewesen. Denn für die Welt war ich zu „gläubig“ und es mussten zu viele seltsame Regeln beachtet werden wenn ich dabei war. Keine Horrorfilme, keine unanständige Musik, Zigaretten, kein Alkohol. Keine Geschichten mit dämonenartigen Wesen. Keine Geburtstagsfeiern und keine Treffen mit Jungs. Das war den meisten zu anstrengend und ich war bei vielen Freizeitaktivitäten, auf die ich mich dann einließ, einfach wahnsinnig angespannt und hatte ständig Angst, irgendwas falsch zu machen. Überhaupt litt ich an chronisch schlechtem Gewissen, weil mir auffiel, dass ich nicht so glauben konnte, wie ich wollte. Viele Regeln erschienen mir einfach unlogisch. Warum sollte ein liebender Gott denn ein Kind vernichten, nur weil es mal eine Zeile von einem Nikolauslied mitsummte? Oder mal vom Geburtstagskuchen naschte? Warum gab es die Zeugen im Mittelalter nicht, sondern warum tauchten sie erst in der Neuzeit auf? Und wieso erschien mir diese seltsame Rechnung mit der Zeit des Endes so völlig unlogisch? Ich konnte zwischen den beiden Bibelstellen einfach keine Verbindung finden, so sehr sich die nette Schwester auch bemühte. Ich erinnere mich daran dass ich mit zwölf vor der Bäckerei in unserem Ort stand - völlig verwirrt. Denn mir war nach dem Ethikunterricht auf einmal klar geworden, dass noch andere Religionsgemeinschaften den Anspruch hatten, die einzig wahre zu sein und ich fragte mich plötzlich, warum denn dann ausgerechnet die Zeugen Jehovas recht haben sollten. Dieser Gedanke machte mir riesige Angst, weil er so unglaublich verboten war und ich schob ihn gleich wieder weg. Doch das war der Beginn des Zweifelns.

Zu dieser Zeit begann auch meine „rätselhafte“ Erkrankung. Erstickungsanfälle, Hysterie, Panik, Migräne. Ich musste zum Therapeuten. Mit vierzehn wollte ich dann auf einmal sterben. Keine Ahnung woher es kam oder wie es begann - meine Angst schien mich zu erdrücken. Das war mein erster Klinikaufenthalt. Die Zeugen Jeovas fanden nichts dabei dass ein Kind Depressionen hatte, sie schoben es natürlich auf diese „unmögliche“ Situation mit meinem ungläubigen Vater und schimpften auf ihn. Denn er war schuld, dass ich mit vierzehn noch nicht getauft war, mit der Welt liebäugelte und keine Blutkarte hatte. Die Wahrheit lag etwas weiter nördlich. Meine Mutter war diejenige, die die Blutkarte verweigert hatte und meine Taufe hinausschob - sie spürte damals schon, dass sie mit den Anforderungen der ZJ nicht klarkam und dass ich ähnliches mitmachen würde. Sie wollte Schwierigkeiten von mir fernhalten und schob meinen Vater vor, um Ärger zu vermeiden.

So krauterte ich mich durch die Pubertät. In der Versammlung spielte ich die arme Kranke, die sich doch so bemühte und mein unbewusstes Theater ging auf. Meine Mitbrüder und Schwestern bemitleideten mich und bewunderten mich für meine Stärke, dass ich trotzdem unermüdlich für die Wahrheit kämpfte obwohl meine Eltern doch unmöglich waren. Ich merkte wie einfach es war, sie zu täuschen. Ich begann meine Predigtdienstberichte zu fälschen und verlagerte meine weltlichen Aktivitäten in den Untergrund. Für den Wachtturm wandte ich genau zehn Minuten auf und wenn ich nicht in die Versammlung kommen konnte - bestimmt hatte mein „böser“ Vater oder meine schweren Depressionen mich irgendwie daran gehindert. Diese Gerüchte über meinen Vater habe ich allerdings nie geschürt, die kamen von allein auf.

In der Welt drehte ich allerdings immer mehr auf. Unkontrollierter Vollrausch, ich verliebte mich in ein Mädchen, himmelte sie an. Meine Kleidung war extrem aufreizend. Auch verlor ich mich immer mehr in meinem eigenen Theater - ich verlor den Überblick darüber, was ich wirklich erlebt und was ich erfunden hatte. Und ich erfand viel - es macht ziemlich kreativ, sich ständig Ausreden für Geburtstage und andere Aktivitäten ausdenken zu müssen. Ich wurde kaufsüchtig und begann zeitweise meine Eltern zu beklauen, um meine Leere mit ständig neuen Dingen füllen zu können. Ich erfand meinen Klassenkameraden gegenüber wilde Geschichten um beliebt zu sein. Kurz, ich verlor mich völlig. Als ich fünfzehn war, wusste ich nicht einmal mehr, ob ich ein Junge oder ein Mädchen sein wollte. Ich wusste einfach nicht mehr, wer ich bin. Brave Zeugin, böses Mädchen, Transe, Lesbe, Verrückte? In der Versammlung spielte ein Teil von mir die liebe Kranke, in der Welt tobte sich ein anderer Teil von mir richtig aus und die echte Amy war irgendwo ganz weit weg.

Mit sechzehn, 1998, gab es dann den großen Knall. Meine Mutter hielt es in ihrer unglücklichen Ehe nicht mehr aus und begann eine Affäre mit unserem Nachbarn (ungläubig). Sie wurde schwanger und sagte niemandem etwas. Ab einem bestimmten Punkt jedoch konnte sie es nicht mehr verbergen und begann, den Zusammenkünften fernzubleiben. Ich ging weiter hin und schließlich fingen die anderen an, mir hartnäckige Fragen zu stellen. Die Situation war sehr belastend für mich und deshalb war ich sehr dankbar, als mir eines Abends eine ach so liebende, treusorgende Mitzeugin anbot, mich auszusprechen. Sie wolle mir nur helfen, sie wüsste doch, dass ein böses Geheimnis auf mir laste und es würde mir doch gut tun vor Jehova zu bekennen, was mich belaste. Die ganze Geschichte blubberte nur so aus mir heraus - und das Schlimmste war, obwohl ich meiner Mutter versprochen hatte, nichts zu sagen, war ich in diesem Moment fest davon überzeugt, das Richtige zu tun! Ich war überzeugt davon, sie zu retten. Noch bevor ich richtig kapierte was passiert war, stand ein besorgter Ältester neben mir. Er war sehr nett, versprach mir, meine Mutter würde nicht erfahren, dass ich sie gemeldet hatte und dass sie nur versuchen würden, ihr zu helfen. Er versprach mir, dass sie nicht ausgeschlossen würde. Dann ging alles ganz schnell - meine hochschwangere Mutter ging abends um sechs zur Verhandlung des Rechtskommitees. Nachts um eins kam sie nach Hause, weinend, fertig, mit Wehen. Die Nacht darauf verbrachte sie mit meinen damals acht und neun Jahre alten Schwestern im Bad. Ich saß in meinem Zimmer nebenan, ich konnte sie weinen hören. Sie hatte bleiben wollen, sie hatte bereuen wollen. Trotzdem hatte man sie ausgeschlossen. Ich fühlte mich wahnsinnig schlecht. Trotzdem war ich noch immer überzeugt davon, das Richtige getan zu haben.

Ich ging weiterhin in die Versammlung. Ich war dabei, als ihr Ausschluss verkündet wurde, lag mal wieder mit Migräne im Vorraum. Aber ich konnte niemandem mehr trauen. Ich hasste den Ältesten, der ihr das angetan hatte. Ich mied die Schwester, die mich verraten hatte. Deshalb hörte ich im Dezember 1998 auf, die Zusammenkünfte zu besuchen. Meine Eltern ließen sich scheiden, der Nachbar wurde mein Stiefvater. Unser Erlöserkind Jaqueline, wie ich sie heute nenne, kam am 28.5.1998 zur Welt. Ich bin sehr froh dass meine Mutter sich für sie entschieden hat - und gegen eine heimliche Abtreibung.

Ja, meine ganze Familie war auf einen Schlag Nicht-Zeugen-Jehovas, meine Schwestern waren noch zu jung, um sich bewusst für den Glauben zu entscheiden. Und meine Mutter hätte sie auch nicht mehr hingelassen, nachdem sie den Grund für M's Albträume rausfand - die Schwester, die mit uns studiert hatte, hatte ihr erzählt (da war sie fünf oder sechs!) dass vor Harmageddon alle Zeugen noch einmal schwer geprüft werden würden. Sie erzählte ihr Geschichten von Nazi-Deutschland und dass alles wieder so werden würde, und dass sie unbedingt standhaft bleiben müsse, auch wenn unsere Eltern eingesperrt, gefoltert und getötet werden würden. Egal was man ihr antue, sie dürfe Jehova auf keinen Fall verleugnen. Ein Wunder dass meine Schwester heute psychisch gesund ist... Wobei, die schwere Angst vor dem Tod hat sie auch.

Ich kam mit dem neuen Familienleben und den ganzen Freiheiten erst mal gar nicht klar. Auf einmal durfte ich alles, was war da jetzt richtig, was war falsch? Euch brauche ich wahrscheinlich nicht erzählen wie das ist, wenn man mitten in der Pubertät plötzlich vor den Trümmern seines Lebens steht und nichts mehr sicher, nichts mehr wahr ist. Es ist alles weg, die Hoffnung, die Identität, das Weltbild, der Glaube... Das ist so wie wenn man aus der Matrix erwacht - ist der Himmel wirklich blau oder war das auch gelogen? Und das war das Bescheuerte - mein Gewissen funktionierte nicht mehr. In mir war nur noch das Gefühl - es war alles nur gelogen, Beschiss, LÜGE! Und das brachte mich durcheinander. Es war für mich immer noch eine furchtbare Sünde und ein Verbrechen, jemandem zum Geburtstag zu gratulieren und unser erstes Weihnachten fand ohne Baum statt... Meine Schwester heulte vor Angst und Spannung. Aber gleichzeitig beklaute ich völlig ungeniert meine Eltern um weiter kaufen zu können und erzählte in der Schule die krudesten Stories. Daran sehe ich wie verwirrt ich damals war - alles „out of order“.

Und das Schlimmste war die krasse Angst vor dem Tod, die ich auf einmal bekam. Das waren echt üble Panikattacken, ich dachte werd nie mehr normal. Im Mai 1999 schnappte ich mir dann eine protestantische Pfarrerin und ließ mich nachträglich konfirmieren, um einen Schlussstrich zu ziehen und um meinen Glauben wiederzugewinnen. Im November 1999 brach ich meine schulische Ausbildung ab, ging ich in die Psychiatrie (z.T. auch um dem Chaos zu Hause zu entkommen, meine Mutter und mein Stiefvater hatten nämlich üble Probleme miteinander und er kam mit uns gar nicht zurecht). Das Problem war, dass ich mich dort sehr sicher und beschützt fühlte; die Enge ähnelte doch schwer der Zeugenwelt, klar strukturiert und übersichtlich schwarz-weiß. Also machte ich mir das Gesundwerden unbewusst so schwer wie möglich; täglich kamen neue Probleme hinzu. Ich fing an, mich selbst zu verletzen, bekam eine Essstörung und meine Wutanfälle waren gefürchtet. Mehr als einmal landete ich auf dem Fixierbett, einmal wurde ich sogar in die Geschlossene eingewiesen. Es war als ob ich auf alles einschlug, was gut für mich gewesen wäre. Meine Mutter wandte sich von mir ab; nicht endgültig aber sie hatte wohl mit sich selbst zu tun.

Im Mai 2001 wachte ich dann endlich auf. Ich war mal wieder in der Klinik (diesmal freiwillig) und sah zum ersten Mal bewusst die ganzen Zombies, die da rumirrten. Da wurde mir klar, so will ich nicht enden. Also entließ ich mich selbst, verließ auch die Reha-Einrichtung, in der ich zu diesem Zeitpunkt lebte, ging gegen jeden Rat wieder zurück in mein chaotisches Zuhause und begann eine Ausbildung zur Arzthelferin. Nach drei Monaten wurde ich allerdings entlassen, weil ich nach zwei Jahren Klinik für einen achtstündigen Arbeitstag nicht belastbar genug war. Das war heftig und hat mein Selbstbewusstsein nachhaltig beschädigt. Dann fand ich glücklicherweise einen Platz in einer Schule für Fremdsprachenkorrespondenz und blühte auf. Zwar hatte ich heftige Probleme mit der Klasse (das mit den sozialen Kontakten hatte ich immer noch nicht so raus) und auch mit meiner Familie, die sich immer noch auf die Mütze haut, aber ich schloss die Ausbildung 2003 als zweitbeste ab. Das war allerdings auch meiner Lehrerin zu verdanken. Die hatte meine Problematik nämlich erkannt und da sie ähnliche Erfahrungen gemacht hatte, beschloss sie mir zu helfen. Da sie auch Therapeutin war, begann ich nach der Ausbildung eine Therapie bei ihr, die ich jetzt vor ca einem Jahr mehr oder weniger beendet habe. Psychisch geht es mir besser, die Angstattacken sind weg. Allerdings wird mir erst jetzt, nach fast zehn Jahren Ausstieg klar, wie viele meiner Probleme von meiner Kindheit bei den ZJ stammen. Zwischendurch hatte ich immer wieder Phasen in denen ich zurück wollte. Ich bekam die Zeitschriften bis 2004 noch und war sogar noch mal auf dem Gedächtnismahl. Früher dachte ich ich wäre einfach nur seltsam auf die Welt gekommen. Ich dachte es wäre normal, immer unglücklich zu sein und Angst zu haben. Ich danke meiner ehemaligen Lehrerin von Herzen, dass sie mir gezeigt hat, dass dem nicht so ist!

Danach schloss ich eine Ausbildung zur Übersetzerin an, die ich letzten Monat ebenfalls beendet habe.

Meine Mutter hat bis heute noch Probleme, auch mit Asthma, Angstattacken und Depressionen. Sie hat sich aber auch lange nicht drangemacht, hatte mit ihrer seltsamen Ehe genug zu tun. Unser Verhältnis ist wieder gut, zum Glück. Lange Zeit hatten wir nur einander, wenn es um die Vergangenheit bei den Zeugen ging. Meine 18 jährige Schwester ist generell gesund, hat aber auch Probleme, wie z.B. Angst vor dem Tod. Besonders in letzter Zeit, nach dem Tod einer guten Freundin von ihr, geht es ihr nicht immer toll. Meine 17jährige Schwester hat massiv Probleme, wir wissen aber nicht ob die von den Zeugen Jehovas sind. Sie trägt nur schwarz, hört Death Metal (allerdings mehr um zu provozieren) und hat sich auch schon mehrfach selbst verletzt. Sie hat mir auch erzählt, dass sie letztes Jahr massive Selbstmordgedanken hatte. Ich liebe sie sehr, sie erinnert mich an mich selbst nach dem Ausstieg und ich gebe mir Mühe, ihr zu zeigen dass sie bei mir immer willkommen ist, egal was sie anstellt und egal wie sie sich fühlt. Und das Schönste für mich ist, dass sie mir auch vertraut. Wahrscheinlich weil sie weiß, dass ich nach dem Ausstieg selbst genug seltsames Zeug gemacht habe...