Als Gast im Königreichssaal

Ich habe viele Zeugen Jehovas, auch im Ausland, als aufrichtige, nette Menschen kennengelernt, und sie auch so in meinem Herzen bewahrt. Es liegt mir fern jemand in seinem Selbstverständnis anzugreifen oder zu verletzen, was durch Kritik an der Organisation vom Einzelnen aber doch so aufgefaßt werden könnte. Warum schreibe ich aber eigentlich diesen Artikel?

Vorgeschichte über zwei Jahre

Nachdem Zeugen Jehovas ein Bibelstudium mit meiner Frau durchgeführt haben, und sie begann, die Versammlungen im Königreichssaal der Zeugen Jehovas zu besuchen, bin ich, soweit es mir möglich war, mitgegangen - wie ich das auch zuvor bei jeder anderen Religionsgemeinschaft getan habe, um zu erfahren, was und wie meine Frau und unsere Kinder dort gelehrt bekommen. Nach anfänglicher Skepsis, war ich doch von den Menschen und einigen Verhaltensweisen der Gruppe positiv überrascht. Einigen Lehren stand ich allerdings mit großer Vorsicht gegenüber. Die Bezeichnung von Universitäten als Hort der Unmoral, oder das Verurteilen der insgesamt nur schlecht gesinnten Welt, paßte nicht zu meiner Lebensauffassung.

Nachdem sich meine Frau taufen ließ und die Ansichten der Gruppe in weiten Teilen übernommen hatte, traten aufgrund dieser Ansichten und Lehren immer wieder Konfliktsituationen auf. Man muß einerseits betonen, daß sie (und auch ich) von einzelnen aus der Gruppe oft Unterstützung und Hilfe erfahren haben, was ich, soweit es mir möglich war, in irgendeiner Form zu honorieren versuchte. Anderseits sorgten die Lehren der Organisation auch für Reibungspunkte, was letztendlich zu der Einsicht führte, daß ich mich mit dem Glauben und der Bibel intensiv auseinandersetzen mußte.

Nachdem meine Frau die Gemeinschaft inzwischen verlassen hat, habe ich mich weiterhin mit der Bibel, aber auch mit der Organisation und ihren Lehren beschäftigt. Die Dissonanzen zwischen dem was ich in der Bibel und einschlägiger Literatur las, war mit den Lehren und den Schriften der Zeugen Jehovas immer weniger vereinbar. Kritische Fragen offenbarten auf einmal deutlich eine ganz andere Seite, die ich bislang nicht wahrgenommen hatte. Die weiteren Ereignisse, vor allem ein Gespräch mit dem Ehemann einer Zeugin und die nachfolgenden Turbulenzen, führten zu der Entscheidung der Niederschrift: Für die einen als Anfrage zur Stellungnahme und Kritik, für andere zur Kenntnisnahme als Information.

Das Gewissen als Motivation

Ein Blick auf Auszüge unseres Grundgesetzes zeigt den hohen Stellenwert, den die Selbstbestimmung jedes Menschen in unserer Gesellschaft trägt:

Art.1:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Art.2:
Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

Art.4:
Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

Art.5:
Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.

Art.6:
Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvorderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

Werden Menschen, insbesondere Kinder, in Ihren Grundrechten eingeschränkt, hat jeder Staatsbürger, der davon Kenntnis bekommt, die Pflicht seine Stimme zu erheben. Jemand durch Täuschung zu einem Handeln zu veranlassen, das zu einer Mißachtung der durch die Verfassung garantierten Grundrechte und damit auch seiner eigenen Würde führt, darf nicht unwidersprochen bleiben. Dieser Gedanke liegt der Arbeit zugrunde.

Wissenschaft und Religion

Die christlichen Religionen gründen sich auf die Bibel. Keine Religionsgemeinschaft kann ihren Glauben darlegen und gleichzeitig die Ergebnisse der Wissenschaft in bezug auf die Bibel ignorieren. So untersuchen Wissenschaftler den griechischen Urtext, ordnen neue Entdeckungen ein, geben Aufschluß über die Geschichte, Entwicklung und Verwendung der Sprache, über das Entstehen der biblischen Schriften und vieles mehr was in direktem Zusammenhang mit jeder Religion steht, die sich auf die Bibel als das Wort Gottes beruft. Alle Religionen verwenden bei ihrer Bibelauslegung die Ergebnisse der Wissenschaft, zitieren ihre Erkenntnisse aus allgemein zugänglichen Veröffentlichungen und machen regen Gebrauch von Kommentaren, Wörterbüchern und historischem Wissen. Die Wissenschaft gibt aber auch gewisse Spielregeln vor, an die sich jeder halten sollte, wenn er glaubwürdig seine Auslegung der Bibel darlegen möchte. In dem Buch Wissenschaft und Kirche [Aland & Meurer, 1989] schreibt Prof. Kurt Aland in seinem Beitrag 'Neutestamentliche Textkritik und Exgese':

Der Exeget von heute hat jedenfalls mehr Textausgaben des Neuen Testamentes zur Verfügung als seine Väter, entscheidend ist nur wie er sie gebraucht. Er kann sich - was eigentlich das Naheliegende ist - nach sorgfältiger Prüfung für eine entscheiden, die er seiner Arbeit zugrundelegt, ohne selbstverständlich an ihren Text gebunden zu sein. Nur: wenn er von ihr abweicht, sollte er begründen, und zwar unter vollständiger Einbeziehung der Überlieferungen in den griechischen Handschriften, den Übersetzungen und den Zitaten der Kirchenväter. Das gleiche gilt, wenn er - eklektisch - mehrere Ausgaben nebeneinander benutzt und sich jeweils dem Text anschließt, der ihm besser erscheint, ja es gilt noch in stärkerem Maße. Denn wenn der Exeget nach freiem Ermessen über den Text verfügt, verkennt er seine Stellung: er steht nicht über dem Text, sondern unter dem Text, er verfügt nicht über den Text sondern der Text soll über ihn verfügen. Es ist zwar ein bequemer - und deshalb naheliegender - Ausweg, schwierigen ja unlösbaren Problemen der Interpretation durch Textänderung bzw. der Annahme von Interpolationen usw. auszuweichen, anstatt den Anstößen des Textes so lange nachzusinnen, bis sich der eigentliche Sinn des Geschriebenen und damit ein tieferes Verständnis dessen ergibt, was der Autor eigentlich gemeint hat. Dabei ist die Textkritik mit ihrem Bericht über den Stand der Überlieferung ein unschätzbarer Helfer, wie mir scheint. Denn wenn diese Überlieferung, die ja den ältesten Kommentator darstellt, absolut in sich geschlossen ist - ein späterer Glossator, Interpolator usw. erreicht mit seinem Eingriff in den Text niemals die ganze Überlieferung, sondern nur einen schmalen Ausschnitt aus den Handschriften und ist deshalb erkennbar -, bleibt doch nur der Schluß, daß dieser Text entweder im Orginal oder als Eintragung im dem Exemplar gestanden hat, von dem alle weitere Überlieferung ausging.

Der Exeget hat also zwei Spielregeln zu beachten, die sich eigentlich auf jede ehrliche Wissenschaft übertragen läßt:

1. Er sollte möglicht nur eine Textausgabe des Neuen Testamentes heranziehen. Wenn er eine abweichende Meinung vertritt, dann sollte er die wissenschaftlichen Kenntnisse zu diesem Punkt miteinbeziehen und mit Blick auf sie begründen, warum er davon abweichen möchte.

2. Er muß anerkennen, daß der Text fest ist, und er nicht Herr des Textes ist (vgl. Römer 9:20,21 und Jakobus 1:17)

Jedem, der diese Regeln absichtlich verletzt, kann mit Gewißheit bewußte Täuschung unterstellt werden.

Wenn man nun die Bibel betrachtet, ohne sie je ganz gelesen zu haben (geschweige denn verstanden, wenn das überhaupt möglich ist), dann sollte man  einige vernünftige Äußerungen von Gelehrten über Umgang, Entstehung und Struktur der Bibel im Sinn behalten. So schreibt Prof. Eduard Lohse in seiner Einführung für das Buch 'Die Schriften der Bibel' [Herrmann & Klaiber, 1996]:

Wer die Bibel aufmerksam liest, wird sich so manche Frage stellen. Er sollte sich nicht scheuen, diese offen auszusprechen. Denn die Botschaft der Bibel wird nicht herabgesetzt oder gemindert, wenn man Fragen an sie richtet. Im Gegenteil, sie lädt dazu ein, daß wir sie genauer betrachten, damit uns aus dem reichen Schatz der Bibel Antworten gegeben werden. Aus den vielen Abschnitten der Bibel heben sich Sätze deutlich heraus, die unmittelbar zu uns reden - wie die Verse des 23. Psalms, wie der Konfirmations- oder Trauspruch. An anderen Stellen wird es schwierig den Sinn zu begreifen und zu erkennen, auf welche Weise uns Gottes Wort darin gesagt wird.

Im Abschnitt 'Die Wahrheit der Bibel' schreibt er:

Je genauer man die biblischen Schriften liest, umso deutlicher wird man feststellen, daß darin manche Spannungen, ja sogar Widersprüche und Gegensätze befinden. Die Wahrheit der Bibel kann also nicht darin bestehen, daß sie im Sinne der Schlüssigkeit eines unwiderleglichen Beweises in jeder Hinsicht stimmig wäre. Wie sollte man auch solche Erwartungen mit einigem Recht an eine Sammlung von Bücher richten, die im Laufe eines vollen Jahrtausends an ganz verschiedenen Orten und unter höchst unterschiedlichen Bedingungen entstanden sind? Wer näher hinschaut und die Ergebnisse seiner Betrachtungen miteinander vergleicht, wird daher nicht verwundert sein, wenn er auf unterschiedliche Aussagen stößt, die sich nicht sogleich miteinander reimen.

Als Beispiel führt er im folgenden an, daß Jesus in den ersten drei Evangelien einen Tag später stirbt, am Abend des Passatages, als im Johannesevangelium. Dort wird er als das wahre Passalamm in der Stunde hingerichtet, zu der die Passalämmer im Tempel geschlachtet werden. Er erwähnt den Stammbaum Jesu bei Matthäus und Lukas, die nicht direkt miteinander in Einklang zu bringen sind.

Ebenso sagt Jesus bei Matthäus und Lukas: 'Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich' und 'Wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.' (Mt. 12:30, Lk. 11:23) Bei Markus hat er bei anderer Gelegenheit hervorgehoben: 'Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns'. Prof. Lohse schreibt dazu im weiteren:

Auf der einen Seite wird also gesagt, jemand, der sich nicht gegen Jesus gestellt habe, der sei für ihn, auf der anderen Seite heißt es, wer nicht mit Jesus sammle, der zerstreue und stehe daher gegen ihn. Wiederum zeigt sich, daß jede Aussage an ihrem Ort und im jeweiligen Zusammenhang ihren Sinn und damit auch ihr Recht hat. Wollte man sie aus der Verbindung, in die sie hineingehören, herauslösen und gegeneinander stellen, so würde man ihnen nicht gerecht. Beobachtungen, die Unterschiede und Spannungen zwischen einzelnen biblischen Aussagen betreffen, zwingen zu gründlichem Nachdenken über die Frage, wie denn von der Wahrheit der Bibel in rechter Weise zu sprechen ist. Angesichts mancher Probleme, die sich bei gewissenhafter Lektüre der Bibel und sorgfältigem Bedenken der dabei aufsteigenden Fragen ergeben, verbietet es sich, rasch mit Antworten zur Stelle zu sein oder vorschnell zu behaupten die Bibel habe eben immer recht. Was die Wahrheit der Bibel bedeutet und was sie zu uns zu sagen hat, wird erst klar, [wenn man beachtet], was die biblischen Schriften selbst über die Wahrheit sagen, von der sie reden.

Im weiteren führt er an, daß das hebräische Wort für Wahrheit, etwas meint, auf das man sich immer stützen kann. Das griechische Wort bedeute seinem Sinn nach das Unverborgene, das sich in unverhüllter Klarheit zeigt.

Vom Menschen kann diese Wahrheit erst da ergriffen werden, wo ihn erreicht und trifft, was als letzter Grund seines Lebens ihn trägt und hält. Von dieser Wahrheit, die dem Menschen in der jeweiligen geschichtlichen Bedingtheit seines Lebens begegnet, redet die Bibel in der reichen Vielfalt ihrer Zeugnisse.

Und weiter unten:

Gottes Geist lehrt Lüge von Wahrheit zu unterscheiden und zu erkennen, worauf ich mich allezeit verlassen kann. In dieser Einsicht liegt das sachliche Recht einer Lehre von der Inspiration begründet. Aus dieser Überzeugung würde aber eine falsche Konsequenz gezogen, wenn man mit Hilfe einer starren Theorie die unantastbare Unfehlbarkeit der biblischen Schriften sichern wollte. Denn der Heilige Geist läßt sich nicht in ein den Menschen verfügbares Schema fassen oder in einen von ihnen gezogenen Rahmen einfügen, sondern er weht und wirkt, wo und wie es Gott gefällt (Joh. 3:8).

Daraus kann man also festhalten:

1. Gottes Wort arbeitet mit einer vielfältigen Sprache,

2. Es lebt auch von Spannungen und Widersprüchen, die sich ergeben, wenn man einzelne Verse ohne Zusammenhang gegeneinander stellt, und zwingt somit den aufrichtigen Leser zu ernsthaftem Nachsinnen über die Bedeutung. Die Lösung besteht nicht darin zu versuchen den Widerspruch aufzulösen, in dem man sich für eine Variante als die 'Richtigere' entscheidet, sondern die Aussage im jeweiligen Kontext zu verstehen.

3. Wiederum wird festgestellt, daß nicht die Menschen den Rahmen des Verständnisses setzen, sondern Gott.

Kritische Betrachtungen

Als Wissenschaftler entwickelt man mit der Zeit eine Abneigung gegen unzureichende Referenzen: die Möglichkeit das Gesagte zu prüfen wird erschwert oder unmöglich gemacht, und damit ist es wertlos. Ein weiteres Kriterium, sich selber zu disqualifizieren, ist es, allgemein als wichtig annerkannte Referenzen zu unterschlagen. Entweder hat man schlecht recherchiert oder man versucht seine Aussagen in ein anderes Licht zu stellen.

Die folgenden Betrachtungen befassen sich hauptsächlich mit der Art und Weise der Übersetzung und Auslegung von Joh. 1:1 im Licht der im vorigen Abschnitt angesprochenen Regeln und Bemerkungen. Ich habe nicht die Kompetenz zu beurteilen, welche Auslegung die 'richtige' ist, damit haben sich andere Wissenschaftler beschäftigt, die unten angeführt sind. Auch will ich nicht auf andere Verse eingehen, bei denen das gleiche Problem zu Tage tritt, z.B. Philipper 2:6 oder Hebräer 1:8ff. Sehr wohl beurteilen kann ich aber, ob man sich an die elementarsten Regeln ehrlicher Wissenschaft hält oder nicht. Daß dies nicht der Fall ist, will ich im folgenden darlegen.

Die Neue Welt Übersetzung (NWÜ) gibt in Joh. 1:1 'Gott' im dritten Teil des Verses unbestimmt wieder:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war ein Gott.

In allen Grammatiken der Griechischen Sprache zum Neuen Testament die ich einsehen konnte [Mueller, 1978, Hewett, 1986, Mantey, 1957, Hoffmann & v. Siebenthal, 1985, Haubeck & von Siebenthal, 1997], wird 'Gott' bestimmt wiedergegeben:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

Und damit werden die beiden gleichgesetzt. Alle Arbeiten in der wissenschaftlichen Literatur die ich gefunden habe, geben den Vers genauso wieder [McCoy, 1963, Metzger, 1964, Countess, 1987, Newman, 1978]. Zwei Arbeiten diskutieren eine grammatikalisch äquivalente Übersetzung [Law, 1968, Dodds, 1977]:

...and what God was the Word was.

Was semantisch das Gleiche ist. Dazu schreibt Prof. Mantey [Mantey, 1974]:

Since Colwell's (1933) and Harner's (1973) articles in the Journal of Biblical Literature it is neither scholary nor reasonable to translate John 1:1 'The word was a god'.

Aus wissenschaftlicher Sicht, ist es verwerflich zu verschweigen daß die Mehrheit aller Gelehrten einen anderen Standpunkt vertreten, insbesondere die Aussage von Prof Mantey, daß die unbestimmte Übersetzung ungelehrt und unbegründet ist. Und wenn man 'die Wahrheit' hat, spricht nichts dagegen, die Gründe darzulegen und in einem Journal zu veröffentlichen, damit sich eine konstruktive Auseinandersetzung entwickeln kann, die zu einer Lösung für das Problem führt. Das Ausweichen kann man höchstens mit einer Verschörungstheorie begründen (vgl. Kapitel 6 die Punkte 7 und 8).

Betrachten wir einmal die Argumentationsketten mit denen die Wachtturm-Gesllschaft ihre Übersetzung von Joh. 1:1 in der Broschüre [Dreieinigkeit, 1989], S.28, rechtfertigt mit einer Erklärung des erst in unserem Jahrhundert entdeckten Welle-Teilchen Paradoxon [Orear, 1982]:

Es wird jedoch behauptet, solche Wiedergaben verstießen gegen eine von dem Gräzisten E. C. Colwell 1933 veröffentlichte Regel der Grammatik der Koinē. Colwell erklärte, daß im Griechischen ein Prädikatsnomen, wenn es dem Verb folgt, der Artikel steht; geht es im Voraus so steht der Artikel nicht. ... Colwell mußte das hinsichtlich des Prädikatsnomens anerkennen1, denn er sagte: Es ist in dieser Stellung nur unbestimmt, wenn der Zusammenhang es verlangt. ... Ist in Johannes 1:1 ein unbestimmter Artikel erforderlich? Ja, denn nach der Gesamtaussage der Bibel2ist Jesus nicht der allmächtige Gott. Daher sollte sich der Übersetzer in solchen Fällen nach dem Kontext und nicht nach Colwells fragwürdiger Grammatikregel richten. Aus zahlreichen Übersetzungen, in denen in Johannes 1:1 und an anderen Stellen der unbestimmte Artikel 'ein eingefügt worden ist, geht hervor, daß viele Gelehrte einer solchen unnatürlichen Regel nicht zustimmen, und das Wort Gottes stimmt ebenfalls nicht damit überein. Widerspricht es der Lehre der Bibel, gemäß der es nur einen Gott gibt, wenn man sagt, daß Jesus 'ein Gott' ist. Nein, denn diese Bezeichnung wird in der Bibel oft auf mächtige Geschöpfe angewandt. ... Nur drei Verse nach dem Bericht über Thomas' Ausfruf3 wird die Angelegenheit in der Bibel erklärt, indem gesagt wird: 'Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes'4, nicht der allmächtige Gott (Joh. 20:31). Der Ausdruck 'Sohn' war hier buchstäblich gemeint wie bei einem natürlichen Vater und Sohn5 und bezeichnete keinen geheimnisvollen Teil einer trinitarischen Gottheit.

1 Hier fehlt mal wieder die Referenz, wo er das anerkannt hat!

2 Damit kann nur die Aussage der Neuen Welt Übersetzung gemeint sein.

3 Er sagt zu Jesus in Joh. 20:28: 'mein Herr und mein Gott'

4 'und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen' geht der Vers weiter.

5 Woher weiß man denn das?

Im Jahre 1927 wurde das Paradoxon sogar noch vertieft durch die Entdeckung, daß Elektronen die Eigenschaft besitzen, wie Wellen zu interferieren. Louis de Broglie (ein berümter Physiker) hatte in seiner Dissertation drei Jahre vor der Entdeckung dieses Effekts, die Behauptung aufgestellt, daß diese Eigenschaft für alle Teilchen gilt. ... Zur damaligen Zeit wurde das als gewagte Spekulation angesehen, und de Broglie hätte beinahe nicht promovieren können. Dann jedoch erlebte die Physik ihre größte Überraschung: Die Spekulationen wurden durch das Experiment bestätigt. ...

Im folgenden Abschnitt werden wir schildern, wie physikalische Beobachtungen der letzten Zeit dem gesunden Menschenverstand auf das Gröbste zu widersprechen scheinen. ... Aus dem Prinzip der Unteilbarkeit folgern wir, daß ein einzelnes Elektron im Doppelspaltexperiment immer nur einen der beiden Spalte passieren kann. Die Intensitätsverteilung auf dem Schirm dahinter muß also die Summe der Verteilungen sein, die entstehen wenn man jeweils einen Spalt zuhält. ... Dennoch findet man das normale Interferenzmuster für einen Doppelspalt. Ist damit die Logik außer Kraft gesetzt? ... Ein mathematischer Formalismus, der das Paradoxon auflöst ist der folgende: Jedes Teilchen wird durch eine Wahrscheinlichkeitsamplitude dargestellt, die eine Funktion von Raum und Zeit ist. ... Der geschilderte Formalismus stellt die Grundlage der Quantenmechanik dar. Möglicherweise hinterläßt diese kurze Beschreibung beim Leser das unbehagliche Gefühl, daß ihm ein tieferes Verständnis fehlt. Aber mehr ist nicht zu sagen! Der Nobelpreisträger, Richard Feynman, sagt dazu: 'Es könnte jemand immer noch fragen: Wie funktioniert das? Welcher Mechanismus steckt hinter dem Gesetz? Niemand hat je einen Mechanismus hinter dem Gesetz gefunden. Niemand kann mehr erklären, als wir gerade erklärt haben.'

Erstaunlicherweise erkennt der Nobelpreisträger Richard Feynman an, daß er (und alle anderen auch) das Paradoxon nicht verstehen kann. Er kann es mathematisch beschreiben, aber wenn er sich ein Bild in seinem Kopf macht, entspricht das nie dem, was die Experimente zeigen. In [Dreieinigkeit, 1989] allerdings machen sich die Autoren, von denen sich auch keiner ein Elektron vorstellen kann, wie es wirklich aussieht, ein Bild von Gott und Jesus Christus, indem sie als zwei getrennte Wesen festlegen, weil sie sonst die Aussage der Bibel nicht verstehen können. Die Bibel sagt dazu z.B. in 5. Moses 4:15 und Römer 1:21-23 [Herder, 1976]:

Nun nehmt euch - bei eurem Leben! - gar sehr in acht, da ihr ja damals, als Jahwe am Horeb mitten aus dem Feuer heraus zu euch redete, keinerlei Gestalt wargenommen habt, daß ihr euch nicht in verwerflichen Tun ein Gottesbild in Gestalt irgendeiner Figur anfertigt, sei es die Darstellung eines männlichen oder weiblichen Wesens, ...

... weil sie trotz ihrer Erkenntnis Gottes ihn nicht als Gott verherrlichten und ihm nicht dankten, sondern sie verfielen in ihren Gedanken auf Nichtigkeiten und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Sie rühmten sich weise zu sein, und sind zu Toren geworden. Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit dem Abbild des vergänglichen Menschen, von Vögeln, Vierfüßlern und Gewürm.

Besonders die letzte Aussage erinnert mich an alle Bilder des zukünftigen irdischen Paradieses, die ständig in ihren Publikationen erscheinen! Ich finde es schon bemerkenswert, mit welcher Arroganz man sein menschliches Denken bemüht, und diese Vorstellungen auf seinen Schöpfer einfach überträgt. Jeder ernsthafte Wissenschaftler weiß aus Erfahrung, daß er immer nur einen Bruchteil der Welt wirklich verstehen kann. Deshalb steht in Phillipper 2:6-10 zu Recht, daß man sein Knie vor seinem Schöpfer beugen wird [Herder, 1976]:

Solche Gesinnung habt untereinander, wie sie auch in Christus Jesus war. Er, der in Gottesgestalt war, erachtete das Gottgleichsein nicht als Beutestück; sondern er entäußerte sich selbst, nahm Knechtsgestalt an und ward dem Menschen gleich. In seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn erhöht und ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, auf daß im Namen Jesu sich jedes Knie beuge, im Himmel, auf der Erde und unter der Erde, und jede Zunge bekenne, zur Ehre Gottes, des Vaters: Jesus Christus ist der Herr.

Ein weiteres besonderes Kennzeichen der Lehren ist die Verwendeung des Namens Jehova in der Neuen Welt Übersetzung. Das geht einher mit der Behauptung, das die meisten Übersetzer den Namen grundlos weglassen.

Abtrünnige Christen des 2. und 3. Jahrhunderts entfernten den Namen, als sie Abschriften griechischer Bibelmanuskripte anfertigten, und ließen ihn aus, als sie die Bibel in andere Sprachen übersetzten. Übersetzter in neuerer Zeit haben in weggelassen, auch wenn sie ihre Übersetzung auf den hebräischen Urtext stützen, wo er nahezu 7000mal vorkommt.

Der Göttliche Name, 1984, S.27

Abgesehen davon, daß der Bibelkanon, wie wir in heute kennen, erst gegen Ende des 4. Jahrunderts festgelegt wurde [Klaiber, 1988], ist die Behauptung, daß abtrünnige Christen den Namen entfernt haben, im Lichte der Arbeiten von Prof. Aland und des Institus für neutestamentliche Textforschung [Aland & Köster, 1990b, Aland, 1986, Aland, 1998] auch eine glatte Falschdarstellung der wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse über die Überlieferung des Textes. Außerdem wird in der Wissenschaft sehr wohl darüber diskutiert, wie der Name am besten wiederzugeben ist [Fry, 1992, Mettinger, 1988]. Man unterscheidet allerdings vernünftigerweise sehr wohl für welche Zielgruppe die Bibel bestimmt ist. Gibt es in der Zielsprache ein Wort für einen allmächtigen Gott? Hat dieser vielleicht sogar einen Namen. Bedeutet die Einführung des Namens JHWH den Export eines 'westlichen Gottes' für die Gruppe, die vielleicht mehrere Götter kennt. Auf alle diese Fragen muß man eine wohlüberlegte Antwort geben können. Wenn man sogar soweit geht, daß man im Alten Testament den Namen einfügt, wo er gar nicht vorkam, dann schießt man über das eigene Ziel hinaus (siehe unten).

Für eine Begründung der Verwendung des Namens Jehova in der Neuen Welt Übersetzung der christlich griechischen Schriften wird auf einen Artikel von Prof. Howard aus dem Jahre 1977 referenziert, nachdem, wie angeführt wird, neuere Entdeckungen seine Theorie stützen, daß das Tetragrammton (JHWH) ursprünglich in den Schriften des Neuen Testamentes enthalten war (Anhang in [Studienbibel, 1986]), und zwar immer dann, wenn aus dem Alten Testament zitiert wurde. Der Artikel ist interessanterweise viele Jahre nach der Fertigstellung der Neuen Welt Übersetzung erschienen, kann also höchstens eine späte Rechtfertigung sein. Schade nur, daß die Erfassungarbeiten in Münster zu den neu gefundenen Handschriften des 2. und 3. Jahrhunderts diese Theorie überhaupt nicht stützen. Noch schlimmer: wendet man die Regel konsequent an, und ersetzt in Heb.1:10 'Herr' durch 'Jehova' (Zitat aus Psalm 102:25), dann wird Jesus von Jehova als Jehova bezeichnet. Womit nur der logische Schluß möglich ist, daß die angewandte Regel entweder falsch ist, oder die Aussage in Joh.1:1 doch so gemeint ist, wie sie auch in allen Grammatikbüchern zu finden ist. Für eine Einführung in die elementare Aussagenlogik und das logische Schlußfolgern siehe etwa [Bauer & Wirsing, 1991]. Wer schon von Logik redet, sollte auch wissen was Logik ist! Damit das Lehrgebäude der Zeugen Jehovas schlüssig bleibt, werden die entstehenden Widersprüche schlicht unter den Teppich gekehrt (Heb. 1.10), oder durch eigenartige Auslegung gerechtfertigt. Beispielsweise habe ich auch keine Rechtfertigung gefunden, worum in Joh. 1:18 'Gott' als bestimmt aufgefaßt wird, im Gegensatz zu Joh. 1:1. Um die ausschließlich 'irdische Hoffnung' für alle Menschen, die vor Jesus lebten, zu rechtfertigen, muß man in bezug auf die Aussage über Abraham in Mat. 8:11, die der Lehre direkt widerspricht, einiges an zusätzlicher Bedeutung hineinlegen.

Ebenso wird im Alten Testament z.B. in 1. Moses 18 für 'der Herr' der Name 'Jehova' eingesetzt (Verse 3,27,30,32), obwohl er im Urtext nicht vorkommt [Kittel et al. , 1997, Steurer, 1989], wie meiner Frau kürzlich aufgefallen ist. Damit kann man die Aussage stützen, daß alle Menschen immer den Namen gekannt und benutzt haben [Der Göttliche Name, 1984]. In 2. Moses 6:3 steht explizit, daß das nicht der Fall ist:

Ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als Gott, der Allmächtige; aber mit meinem Namen Jahwe habe ich mich ihnen nicht zu erkennen gegeben.

Da dies aber nicht in das Lehrgebäude paßt, und man schließlich über dem insprierten Text steht, nimmt man sich die Freiheit an den Stellen den Namen 'Jehova' einzusetzen. Man betrachte das Angeführte im Licht der Aussagen der Wachtturm-Gesellschaft in Der Göttliche Name, 1984, S.5:

Das Übersetzen der Bibel ist daher mit großer Verantwortung verbunden. Wer absichtlich etwas am Inhalt der Bibel verändert oder Teile davon wegläßt, vergreift sich am inspirierten Wort Gottes. Auf eine solche Person trifft die biblische Warnung [aus Offenbarung 22:18-19] zu.

So ist es. Im Vergleich mit der Interlinearübersetzung [Dietzfelbinger, 1994] habe ich selber Hunderte(!) Verse gefunden, bei denen Worte eingefügt oder so abweichend übersetzt sind, daß der Sinn zum Teil erheblich verändert ist. Selbst im Vergleich mit der Interlinear-Übersetzung der Wachtturm-Gesellschaft findet man solche Verse! Auf unseren Geldscheinen war früher eine eindringliche Warnung abgedruckt, ähnlich der Warnung am Ende der Offenbarung, in etwa:

Wer Bibeln verfälscht oder verfälschte Bibeln in Umlauf bringt, wird mit einer Strafe nicht unter dem zweiten Tod bestraft (vgl. Off. 22:18-19)!

Erinnern wir uns an die Regeln im vorigen Kapitel. Aus dem hier Ausgeführten ergibt sich der Schluß, daß bei der Rechtfertigung der Lehren und der Neuen Welt Übersetzung

1. wichtige wissenschaftliche Arbeiten schlicht ignoriert und damit dem Leser gegenüber unterschlagen werden,

2. der Übersetzer (und damit auch der Exeget) sich über den Text stellt, in dem er von der allgemein anerkannten Version abweicht. Aus Platzmangel kann hier nicht vollständig dokumentiert werden (Mat. 7:7), daß die Struktur der Übersetzung einem Flickenteppich gleicht, bei der genau das getan wird, wovor Prof. Aland gewarnt hat:

kommentarloses Abweichen von der Grundbedeutung der Worte (siehe z.B. [McCoy, 1963])

Einfügen von Worten in den Text, die den Sinn verändern (siehe z.B. [Metzger, 1964])

kommentiertes Abweichen von der allgemeinen Übersetzungvariante, wobei die wissenschaftlichen Erkentnisse nicht oder nicht ausreichend einbezogen werden.

Als Grund vom anerkannten griechischen Urtext abzuweichen [Nestle et al., 1993, Aland & Aland, 1994] genügt dem Übersetzer der Verweis auf eine überlieferte Abschrift, in der es anders überliefert ist. (Fußnoten in der Studienbibel, 1986). Damit werden die Ergebnisse der Textkritik der letzten Jahrzehnte vollständig ignoriert [Aland & Aland, 1989, Aland, 1994, Aland & Meurer, 1989]. Daß man Prof. Barbara Aland mit Bezug auf die 'genauen Kopisten' im Erwachet!-22-4, 1998 zitiert, erscheint in diesem Licht etwas erklärungsbedürftig.

3. Manche Spannungen und Widersprüche im Text werden nach Belieben aufgelöst, manche bleiben einfach unerwähnt.

Ich muß selber zugegeben, daß ich bis vor kurzem die Neue Welt Übersetzung noch in Schutz genommen hätte, weil ich den Zitaten in ihren Schriften einfach Glauben geschenkt habe und es mir nicht in den Sinn kam, sie zu prüfen. Oft ist das auch nicht möglich, da die Referenzen unvollständig sind, d.h., ein Zeuge der 'unabhängig' prüfen wollte, muß zuerst bei der Gesellschaft nachfragen! Guter Trick. Die Feststellung, daß man mit solchen Methoden hinters Licht geführt wird, war eine schallende Ohrfeige für meine Leichtgläubigkeit (1. Joh 4:1-4).

Die Meinung eines Gelehrten

In den Schriften der Zeugen Jehovas werden des öfteren Wissenschaftler zitiert oder auf ihre Arbeiten verwiesen, um den Standpunkt zu unterstreichen. Manchmal wird betont, daß der Zitierte kein Zeuge Jehovas ist. Mir erscheint das paradox. Wer die 'Wahrheit' hat, muß die Gelehrten, die die 'Wahrheit' nicht haben, nicht zitieren. Sie sind aus der 'Welt' und vertreten mitunter auch Standpunkte, die nicht zur 'Wahrheit' passen. Nun, man macht es trotzdem, offenbar aus dem Mangel heraus, daß angesehene Gelehrte nun mal keine Zeugen Jehovas sind. Wie auch, wenn man die Universitäten als Hort der Unmoral verteufelt. An der Stelle sollte man innehalten und einmal fragen: 'Warum lesen Gelehrte Jahrzehnte in der Bibel und verstehen die Wahrheit doch nicht? Sie ist doch eigentlich so einfach zu verstehen.' Als Antwort auf die Frage bekommt man in der Regel Mat. 11:25:

Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor Weisen und Verständigen verborgen hast, und hast es Unmündigen geoffenbart.

Die Ausführungen von Prof. Lohse in Kapitel 2 haben uns gelehrt, daß alle Aussagen immer nur im Kontext zu verstehen sind. Man findet also auch hierzu eine gegensätzliche Aussage in 2.Petrus 3:15,16:

Und achtet die Langmut unseres Herrn für Errettung, wie auch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm gegebenen Weisheit euch geschrieben hat, wie auch in allen Briefen, wenn er in ihnen von diesen Dingen redet. In diesen [Briefen] ist einiges schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Unbefestigten verdrehen wie auch die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben.

Dass die Gelehrten zu weise sind, um die 'Wahrheit' zu erkennen, kann also nicht das Problem sein. Am besten wäre es einfach, die eigene Aussage eines Gelehrten diesbezüglich zu lesen.

Bei meinen Nachforschungen habe ich etliche Bücher von Prof. Aland gelesen. Man darf ihn ohne Übertreibung als einen der bedeutesten Forscher mit Bezug auf die Bibel bezeichnen, der sich in vielfältiger Weise verdient gemacht hat. Unter seiner Mitwirkung enstand der heute international annerkannte griechische Urtext des neuen Testamentes [Nestle et al., 1993, Aland & Aland, 1994], der doch wesentlich von dem Text von Westcott und Hort differiert, die für die Erstellung ihres Textes keine alten Handschriften selbst untersucht haben [Aland & Köster, 1990b, Aland, 1986], der aber als Basis für die Neue Welt Übesetzung diente. In [Aland & Köster, 1990a] schreibt Prof. Aland dazu (S. 72):

Die entscheidende Frage ist dabei die, in welche Epoche die Entstehung der Urvorlage zu D ( = Codex Bezae Cantabrigiensis) zu verlegen ist. Für Westcott und Hort war die Antwort eindeutig: 'Der Text von D zeigt ein genaueres Bild von der Form in der die Evangelien und die Apostelgeschichte am häufigsten gelesen wurde im dritten und wahrscheinlich zum Großteil auch im zweiten Jahrhundert als irgendeine andere existierende griechische Handschrift'2 Aber selbst die überzeugtesten Anhänger ihrer Theorien werden heute zögern, diesen Satz nachzusprechen, wenn sie auf die frühen Papyri blicken. Den von denen uns heute bekannten 40 Textzeugen aus dem 2./3. Jahrhundert weisen lediglich 5 Spuren einer Verwandschaft mit dem D-Text auf, so daß die Theorie Westcott-Horts so handgreiflich wie möglich widerlegt ist. Die 5 Zeugen gehören sämtlich ins 3. Jahrhundert (wohl 250-300 n. Chr.) Die Papyri aus dem 2. Jahrhundert und dem Anfang des 3. Jahrhunderts weisen nicht einmal Spuren des D-Textes auf, wie sich bei einer Untersuchung der Papyri aus dem 2. Jahrhundert bestätigt hat, die parallel laufende Texte aus dem Johannesevangelium bieten: P52 mit Johhannes 18:31-33,37-38, P90 mit Joh. 18:36-19:7 und P66 mit Johannes 1-21 (mit Lücken).

Prof. Aland gründete das weltweit renommierte Institut für neutestamentliche Textforschung in Münster [Aland, 1998, Erwachet-22-4, 1998], und hat etliche neue Textzeugen auf seinen Reisen entdeckt, wodurch auch die größte Sammlung griechischer Handschriften in Münster entstanden ist. Das Institut in Münster konzentriert in wohl einmaliger Weise Wissenschaftler mit Fachwissen über das Neue Testament. Zudem hat Prof. Kurt Aland Dutzende von lesenswerten Büchern und Artikeln verfaßt. In den Büchern Geschichte der Christenheit [Aland, 1991a, Aland, 1991b] bringt er in der Beschreibung der Situation in den USA im ausklingenden 19. Jahrhundert auch seine Meinung über die Zeugen Jehovas zum Ausdruck. Stellvertretend für viele renommierte Professoren und andere Wissenschaftler, deren Fachgebiet mit der Bibel zu tun hat, die sich mit Zeugen Jehovas oder ihrer Bibelübersetzung beschäftigt haben und zu einem ähnlichen Urteil gekommen sind (siehe z.B. [McCoy, 1963, Metzger, 1964, Gilmour, 1966, Rowley, 1956b, Rowley, 1956a, Countess, 1987, Hoekema, 1978, Hoekema, 1979, Bligh, 1964, Gruss, 1986, Gruss, 1979, Penton, 1988, Mantey, 1974]) seien hier seine Worte zitiert ([Aland, 1991b] S.342ff):

Anders steht es mit den anderen spezifischen amerikanischen Erscheinungen: Christliche Wissenschaft, den Adventisten, den Mormonen und den Bibelforschern (Zeugen Jehovas), mag deren Export auch noch so erfolgreich sein und möchte man etwa der evangelischen Christenheit auch nur einen Teil der Überzeugungstreue und des missionarischen Eifers der Zeugen Jehovas und der Mormonen wünschen. Alle diese Produkte der USA des 19. Jahrhunderts sind heute noch so aktiv und gefährlich wie einst und je. Gewiß haben sich die USA gegen Lehre und Praxis (Vielweiberei) der Mormonen mit Nachdruck gewehrt (erst 1896 wurde Utah als Bundesstaat anerkannt), aber sie gehören nun einmal zu dem Bild hinzu daß die USA unter dem Vorzeichen unserer Themastellung im 19. Jahrhundert bietet. Damit soll nicht gesagt werden daß sie Glieder der Christenheit sind. Die Zeugen Jehovas (die 'Ernsten Bibelforscher') z.B. füllen ihre Schriften mit zahllosen Bibelworten an, fast jedes ihrer Mitglieder verfügt über eine Summe von präparierten Zitaten aus der Schrift, der gegenüber das Gemeindemitglied völlig wehrlos ist, ja, mit der auch der Theologe kaum Schritt halten kann. Dennoch regiert hier die reine Willkür, die die Bibel so benutzt wie der Buchdrucker einen Setzkasten, aus dessen einzelnen Buchstaben er jeden beliebigen Text herstellen kann. Mit Schere und Kleister kann man aus jeder Zeitungsseite jeden Text produzieren, man braucht nur die einzelnen Worte herauszuschneiden und neu zusammenzufügen. Solange die Zeugen Jehovas ihre Anschauungen nur durch willkürlich zusammengestellte einzelne Bibelworte zu 'beweisen' und nicht ein einziges Buch der Bibel vorzuzeigen vermögen, in dem diese im Zusammenhang belegt werden (nicht einmal die Offenbarung des Johannes gibt das her, die doch am ehesten in Betracht käme), sind sie nicht als zur Christenheit gehörig anzusehen.

Im Kontext der Schrift Tertullians ('Über die Prozeßeinrede gegen Häretiker') aus dem 2. Jahrhundert schreibt er [Aland, 1991b], S.118ff:

Diese Schrift Tertullians ist nun bald achtzehnhundert Jahre alt, das Problem, das sie behandelt, wie die Antwort die sie gibt, sind jedoch ganz modern. Denken wir beispielsweise an die Zeugen Jehovas oder auch an andere Glaubensgemeinschaften. Die Schriften der Zeugen Jehovas wimmeln nur so von Schriftworten, jedes Mitglied der Gemeinschaft verfügt über einen Zitatenschatz, dem niemand so recht gewachsen ist. Und so dreht sich ein Streitgespräch zwangsläufig im Kreis. Wenn man ein Bibelwort anführt, haben die anderen zehn zur Verfügung. Hier kommt es, wie Tertullian es fordert, auf die Grundsatzdebatte an. Denn was von den Zeugen Jehovas angeführt wird, sind doch nur einzelne Verse der Schrift, die, aus dem Zusammenhang herausgerissen, wilkürlich zu einem neuen System zusammengesetzt werden, das als solches der Schrift absolut fremd ist. So wie der Setzer sich früher aus Setzkästen einzelne Buchstaben zusammensuchte, um aus ihnen Wörter seiner Wahl zu machen, so tun es die Zeugen Jehovas mit den von ihnen zitierten Schriftstellen, die sie zu einer Botschaft zusammenfügen, die mit dem Neuen Testament im Entscheidenden nicht in Einklang zu bringen ist. Es ist ganz charakteristisch, daß unter dem umfänglichen und ständig wachsenden Schrifttum der Zeugen Jehovas sich nicht eine einzige Auslegung auch nur einer einzigen biblischen Schrift als Ganzer befindet. Die Zeugen Jehovas sind nicht imstande, auch nur ein Buch der Bibel als Ganzes für sich anzuführen oder sei es auch nur ein Kapitel daraus. Sie können ihre Gedankengebäude nur errichten in jenem willkürlichen Walten mit einzelnen Schriftzitaten, bei dem - und das ist besonders wichtig - die zentralen Stellen der Schrift ausgeklammert sind. Das wäre die Grundsatzdebatte, die mit ihnen zu führen ist. Alles weitere erübrigt sich.

Wie stolz muß ein Mensch sein, um von sich zu sagen, daß er mehr von der Bibel versteht, als die zitierten Gelehrten? Ich würde vermuten, daß viele noch nie ein Buch eines anerkannten Gelehrten in der Hand gehabt haben. Das galt bis vor kurzem auch für mich selber. Kann man hier von ernsthafter Prüfung (der Glaubensgrundsätze) sprechen? Hört ein Richter nur eine Partei und entscheidet dann den Fall? Man nehme sich doch einmal die Zeit, die Zitate von Gelehrten, die ab und zu in der Wachtturm-Literatur abgedruckt sind im vollen Text zu lesen (z.B. in der Universitätsbibliothek in Tübingen). Die Aussagen sind teilweise so zensiert worden, daß eine kritische Aussage positiv wird (Man vergleiche das Zitat [Erwachet-22-3, 1987] im Artikel über Nicholas Kip mit den Orginalen [McCoy, 1963] und [Gilmour, 1966]!) Ist das Wahrheit? Das sind (unter anderem) die 'Früchte', an denen man das wahre Gesicht der Organisation erkennt (Mat.12:33-37)! Es ist an sich schon erstaunlich, daß es in dem vermeintlichen Volk Gottes keine renommierten Gelehrten gibt, geschweige den jemand, der sich um die genaue Überlieferung des Urtextes des Neuen Testamentes verdient gemacht hätte. Wie kann man die 'Wahrheit' kennen und ein Monopol darauf haben, obwohl man nicht einmal den genauen Urtext kannte?

Der Wachturm-Gesellschaft muß man einfach vorwerfen, daß sie jeder wissenschaftlichen Auseinandersetzung über die 'Wahrheit' mit 'kritischen' Autoren, z.B. durch Veröffentlichungen in internationalen Fach-Journalen, ausweicht. Der Kritik der referenzierten Gelehrten könnte sie auch kaum etwas entgegensetzten. Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Behauptung die 'Wahrheit' zu haben, aber sich vor jeder Kritik zu verstecken, einfach zu verurteilen. Unkritische Menschen, die sich mit der Thematik nicht auskennen, mit einseitiger Darstellung zu überzeugen, ist billige Seelenfängerei! Das selbst langjährige Mitglieder nicht viel dazulernen, erkennt man sofort durch Teilnahme an ihrem Wachtturmstudium. Wie in der Grundschule lesen viele die Antworten auf Fragen zum Text direkt (wortwörtlich) aus dem zuvor gelesenen Abschnitt ab. Daß der Export dieser Produkte der USA des 19. Jahrhunderts auch heute noch in vielen Ländern erfolgreich ist, wie Prof. Aland ausführt, stimmt einen durchaus bedenklich.

Was bringt die Zukunft?

Ein Blick auf die Zahlenkolonnen [Wachtturm-1-1, 1996, Wachtturm-1-1, 1997, Wachtturm-1-1, 1998] läßt Probleme erahnen: Trotz daß die Rekordzahl an Hilfspionieren 3 nach dem Aufruf Anfang 1997 ganze Arbeit geleistet hat und eine Rekordzahl von Teilnehmer zum Gedächtnismahl einladen konnte (14 Millionen), ist die Zahl der Bibelstudien weltweit um etwa 7% (oder 300.000) rückläufig. Gleichzeitig errechnet man unter Berücksichtigung einer Sterberate von 1% die ungefähre Zahl der Abgänger für 1995 zu 40.000, für 1996 zu 80.000 und für 1997 zu 120.000. Die Austritte explodieren förmlich mit dem Aufkommen der Web-Browser und der freien Verfügbarkeit von Information im WorldWideWeb (WWW) seit 1994. Hinzu kommt, daß man Informationen in wenigen Sekunden mittels Suchmaschinen auffinden kann. Dokumentierte Fälle in der Art, das Zeugen in Malawi (Afrika) zu Tausenden mißhandelt, vertrieben, vergewaltigt oder abgeschlachtet werden aufgrund der ihnen verordneten politischen Neutralität in einem diktatorischen Einparteienstaat, während gleichzeitig in Mexiko (oder früher auch in der Schweiz) Zeugen Jehovas de facto Militärdienst leisteten [Franz, 1996], werden in Zukunft schnell um die Welt wandern. Das Beispiel zeigt mit aller Tragik, daß Menschen zur Inszenierung geopfert werden:

Dann wird man euch der Drangsal überliefern und euch töten, und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein (Mat. 24:9).

Die Inszenierung der Liebe, die die Zeugen sich entgegen bringen, trägt solche Früchte, daß man einer neu Konvertierten (meine Ehefrau und Mutter von drei Kindern) vor Sexualstraftätern (Kindesmißbrauch!) innerhalb der Gemeinschaft heimlich warnen mußte. Wobei der Zeuge, der sie gewarnt hat, zum Glück seinem von Gott gegebenen Gewissen gefolgt ist und nicht den Anordnungen. Kommentar eines darauf angesprochenen Ältesten: 'Der Mann (der Täter) wird beobachtet'. Nach deutschem Recht gehört der Fall angezeigt! Dem Opfer und dem Täter sollte psychologische Hilfe zukommen. Zum Thema sexueller Mißbrauch unter Zeugen Jehovas siehe auch [Huber, 1991], zur Rechtstreue bzw. Rechtsuntreue der 'Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas in Deutschland' siehe das Rechtsgutachten von Prof. Link [Link, 1998].

Schockerlebnisse gab es für meine Frau auch auf den beiden (dreitägigen) Bezirkskongressen, die sie besucht hat. Beim ersten Mal, noch vor ihrer Taufe, kam sie recht ernüchtert zurück, aufgrund des lieblosen Umgangs mit den Kindern. Das Programm läuft von morgens bis zum späten Nachmittag, wobei volle Aufmerksamkeit auch von den Kindern gefordert ist, abgesehen von dem Teil der Mittagspause, der nicht fürs Essen benötigt wird. Nach dem Stillsitzen sind nicht nur Kinder genervt und unruhig, sondern auch die Eltern, die sie die ganze Zeit ruhig halten müssen. Dementsprechend ist der Umgangston. Das zweite Kongreßerlebnis war für sie überschattet von dem Fall einer Mutter, die ihr etwa achtjähriges Kind in der Damentoilette regelrecht verprügelt und zerkratzt hat. Von etwa 20 Damen, die in der Zwischenzeit die Toilette benutzten, hatte außer meiner Frau keine es für nötig empfunden, etwas zu unternehmen, oder auch nur ihre Hilfe anzubieten, damit die Prüglei ein Ende hat. Welch ein Klima der Angst muß in diesen Köpfen herrschen, wenn man an den Schmerzenschreien von Kindern so gleichgültig vorübergehen kann?

Bezüglich der Inszenierung der Liebe die sie sich angeblich untereinander erweisen, sollte man sich auch mal fragen (Mat.5:46-47):

Denn wenn ihr die liebt die euch lieben, welchen Lohn habt ihr. Tun nicht die Steuereinnehmer dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was habt ihr dann Besonderes getan?

Neues Licht bahnt sich auch in der Blutfrage an. Die Schriften der Gruppe 'Associated Jehovah's Witnesses for Reform on Blood' [Associated Jehovah's Witnesses for Reform on Blood, 1998] habe ich einigen Ältesten zum Lesen gegeben. Der Kommentar war ziemlich einheitlich, daß das Unsinn ist, Schriften von Abtrünnigen. Einer meinte gar, daß in der Nähe von Karlsruhe ein enttäuschter Zeuge (offensichtlich Stephan Wolf [Wolf, 1998]), der angeblich nicht die Befähigung zum Ältesten hatte und deswegen die Gemeinschaft verließ, sein Unwesen treibt und diese Schriften verbreitet.

Interessanter sind allerdings die Aussagen vor der Europäischen Kommision für Menschenrechte im Fall 28626/95 Zeugen Jehovas gegen Bulgarien, daß die Aktivitäten der Zeugen verboten hat. Dort scheint so etwas wie neues Licht in die Welt gekommen zu sein. In der Anhörung vom 3. Juli 1997 gab der Vertreter der Gemeinschaft als Antwort auf die durch Bulgarien unterstellte Gefährdung der Volksgesundheit zu Protokoll [European Commission of Human Rights, 1998]:

In respect of the refusal of blood transfusion, the applicant association submits that there are no religious sanctions for a Jehovah's Witness who chooses to accept blood transfusion and that, therefore, the fact that the religious doctrine of Jehovah's Witnesses is against blood transfusion cannot amount to a threat to public health.

Es gibt also keine Sanktionen, wenn man sich Bluttransfusionen geben läßt! Im Bericht über die 276-te Sitzung der Kommision (2. März - 13. März 1998) findet sich nun die Einigung der beiden Parteien in dem Streitfall:

KHRISTIANSKO SDRUZHENIE 'SVIDETELI NA IEHOVA' (CHRISTIAN ASSOCIATION JEHOVAH'S WITNESSES) v. Bulgaria (Application No. 28626/95) The case concerned the refusal to re-register the applicant association pursuant to a 1994 law, and the alleged suppression of its activities and those of its members. In settlement, the Government agreed to introduce legislation as soon as possible to provide for civilian service for conscientious objectors, as an alternative to military service, and to register the applicant association as a religion. The applicant undertook with regard to its stance on blood transfusions to draft a statement for inclusion in its statute providing that members should have free choice in the matter for themselves and their children, without any control or sanction on the part of the association.

Bulgarien richtet die Möglichkeit des Zivildienstes ein und die Organisation der Zeugen Jehovas nehmen in ihre Statuten auf, daß alle Mitglieder in freiem Willen darüber entscheiden dürfen, ob sie eine Bluttransfusion ablehnen oder nicht, ohne Kontrolle oder Sanktionen durch die Gemeinschaft. Von einem freien Willen kann man eigentlich nur reden, wenn die Lehre, daß das Verbot der Bluttransfusionen biblisch begründet ist, fallengelassen wird. Man darf gespannt sein, wie das ohne großen Schaden unter die Menschen gebracht wird.

Es wäre den Menschen in der Religionsgemeinschaften zu wünschen, daß die diktatorischen Fesseln der selbsternannten königlichen Mitregenten Jesu Christi, d.h., der leitenden Körperschaft, und auch ihrer ausführenden Organe, gesprengt werden und sie das Studieren des Wort Gottes mit echten geistigen Wachstum verbinden können, anstatt, wie gerade wieder geschehen, mehrere Wochen lang über die 144.000 Gesalbten und die anderen Schafe belehrt zu werden.

Dass dabei die anderen Schafe vom Vorhof der Heiden des Tempel des Herodes ([Wachtturm-1-7, 1996],S.20 oder [Einsichtenbuch, 1992], S.1108) in den irdischen Vorhof des Tempels Salomons gewandert sind ([Wachtturm-1-2, 1998], Kasten S.21), hat so gut wie keiner bemerkt. Es gibt ja auch keinen Grund, das so zu schlußfolgern, wie seltsamerweise im Kasten zu dem Artikel ([Wachtturm-1-2, 1998],S.21) zu lesen ist, obwohl doch in den eigenen Schriften vorher etwas anderes stand. Das ist doch wohl Grund genug!? Jeder Bibelgelehrte plaziert die große Volksmenge allerdings dort wo sie hingehört: ins 'naos' (deutsch: Tempelheiligtum, siehe Fußnote in [Studienbibel, 1986] zu Off. 7:15, [Vine et al., 1985, Bauer et al., 1988, Kassühlke, 1997, Rehkopf, 1992]), und damit ist die Lehre von den 144.000 einfach hinfällig, da die große Volksmenge damit zu Priestern wird. Abgesehen davon ist die Lehre mit der Geschichte der Christenheit im ersten Jahrhundert nicht vereinbar, da es bis zum Tod des letzten Apostels wohl mehr Christen gab, als 'Gesalbte' erlaubt wären 4 [Aland, 1991a]. Die personellen, strukturellen und auch menschlichen Voraussetzungen für eine wirkliche Gemeinschaft für Gottes Wort gibt es bei den Zeugen Jehovas allemal. Die aufrichtigen Herzen und Bemühungen der meisten mir dort bekannten Menschen kann ich in keiner Weise anzweifeln.

Man darf auch gespannt sein, ob jemand für die Lasten, die den Menschen aufgebunden wurden und noch werden (Mat. 23:4) zu seinen Lebzeiten auch die Verantwortung übernimmt:

Die auf dem Operationstisch aufgrund Blutmangels innerlich Erstickten und ihre Hinterbliebenen [Associated Jehovah's Witnesses for Reform on Blood, 1998]

Gefängnisjahre oder Geldstrafen wegen Ersatzdienstverweigerung [Franz, 1996]

Der immense Zeitaufwand und dadurch Verkümmerung der Talente

Die Aufgrund des Zeitmangels mangelnde Zuwendung vieler Eltern zu ihren Kindern

Die erhöhte Anfälligkeit für psychische Krankheiten [Spencer, 1975, Bergman, 1992]

Die extreme Beschränkung der Partnerwahl

Die im Durchschnitt schlechtere Berufsausbildung, wenn überhaupt eine

Die Beschränkung des Freundeskreises

und so weiter

Dem früheren Präsidenten Rutherford, einer der Urheber allen Übels in der Gemeinschaft', blieb dies erspart. Über seine seine zwei Gesichter, insbesondere gegenüber dem Nationalsozialismus geben uns aber die Historiker Auskunft [King, 1990, Penton, 1988]. Prof. Christine King, deren positiven Aussagen auch in dem Video 'Standhaft trotz Verfolgung' zitiert werden, dokumentiert auch Rutherford's erfolglosen Anbiederungsversuch bei Adolf Hitler. Wie im Falle der zensierten Zitate bezüglich der Neuen Welt Übersetzung (vgl. Kapitel 4), erfahren die meisten Zeugen auch hier leider nichts von der anderen Seite der Aussage (siehe auch [Watchtower Observer, 1998]).

Infomationsdefizite dieser Art sind das eigentliche Problem der Menschen in solchen Gemeinschaften. Der weltweit renommierte Psychologe Steven Hassan [Hassan, 1993, Hassan, 1990] stellt am Anfang seiner Vorträge deshalb oft die Frage:

Wenn du unter Bewußtseinskontrolle stehst, woran würdest du es erkennen?

Konfliktträchtige Angebote und Sekten

Der folgende Fragenkatalog ist dem Bericht des Landes Berlin 'Risiken und Nebenwirkungen: Informationen zu ausgewählten neuen religiösen und weltanschaulichen Bewegungen und Psychoangeboten' entnommen [Rühle & Kunst, 1997]. Es dient sicherlich dem eigenen geistigen Wachstum, wenn man die Fragen (besser den ganzen Bericht) liest und für sich kritisch beurteilt.

Merkmale und Strukturen potentiell konfliktträchtiger Angebote:

1. Lehre

Die Lehre einer solchen Gruppe erhebt absoluten Wahrheitsanspruch und spricht allen anderen Lehren Wahrheitsgehalt ab. Polarisierend wird ausschließlich die eigene Gruppe als gut, richtig, ganz, heilsam u.ä. deklariert; die jeweils negative Entsprechung gilt für andere Angebote und Menschen außerhalb der eigenen Gruppe. Wirklichkeit wird in ein Schwarz-Weiß-Weltbild simplifiziert, Grautöne zu Trugbildern umdefiniert. Diese Komplexitätsreduktion von Wirklichkeit soll den einzelnen von der Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit systemfremden Inhalten entlasten und damit binden. Meinungsvielfalt kann und soll so nicht herangebildet werden. Eine kleine geschlossene Welt entsteht, in der es sich einfach und entlastet entlang der vorgegebenen Bahnen denken und leben läßt. In aller Regel enthält die Lehre ein immanentes oder transzendentes Heilsversprechen, dem sich zu nähern ein Weg (der einzig mögliche) zugeordnet ist, welcher kompromißlos zu beschreiten ist, soll das Ich nicht in Zerstörung untergehen.

2. Organisationsstruktur

Ein hohes Ziel erfordert Opferbereitschaft und Disziplin. Und so sehen sich Anhänger in eine strenge sichtbare formale oder subtil verborgene informelle Hierarchie eingebunden. Ein Führer bzw. eine Führungsgruppe wacht über Lehre und Regeln und genießt uneingeschränkte Autorität bisweilen sogar göttlicher Qualität. Die totale Unterordnung unter den Führer bzw. seine ÜnterFührer gilt als Mittel zur Erringung des Heils und Maßstab für die Ernsthaftigkeit, mit der der Anhänger die Sache betreibt.

Nicht selten werden menschliche Stärken und Schwächen ausgenutzt, damit sich Anhänger gegenseitig disziplinieren. Zweifelnde werden so von anderen Anhängern auf den rechten Weg zurück 'unterstützt', Kritiker von anderen denunziert, um selbst die ultimative Hingabe attestiert und belohnt zu bekommen: Die Nähe zur Macht vermittelt das Gefühl der Teilhabe an ihr. An dieser Stelle wird deutlich, daß auch die Suche nach einem liebenden, menschlichen Miteinander in solchen Gruppen vielfach instrumentalisiert werden kann. Verläßliches Miteinander ist gebunden an inhaltliche Konformität des Anhängers und gründet nicht in wirklicher Mitmenschlichkeit.

3. Reglementierung des Alltags

Religion meint immer den ganzen Menschen. Zwangsläufig entfaltet die Zugehörigkeit zu jeder Religion oder Weltanschauung Wirkungen im Alltag des Anhängers, der sein Wertsystem in Handlung umzusetzen trachtet.

Konfliktträchtige Gruppen dringen gezielt und schnell in intimste Bereiche der Persönlichkeit ihrer Anhänger vor und durch ein Regelwerk verändernd ein. Vor allem aber kontrollieren sie den Vollzug und ahnden ggf. Verstöße. Eine Fülle von Regeln für Kleidung, Frisur, Speise, Lektüre, Sexualverhalten, Partnerwahl und Kindererziehung, Zeitgestaltung und Wertebewußtsein nehmen dem Anhänger die Mühen, aber auch die Freiheit eines selbstbestimmten Lebens ab. Harte Sanktionen bei Verstößen können Ablaß gewähren. Der einzelne und die Gruppe können sich so der Fortschritte auf dem Schulungs- und Heilsweg vergewissern; die Illusion von buchhalterischer Abrechenbarkeit menschlicher Entwicklung entsteht und entlastet.

4. Zeitliche Einbindung

Um den Anhänger dauerhaft zu binden, wird vielfach die Freizeit des einzelnen in vielen Gruppen bisweilen bis zur Erschöpfung mit Gruppenaktivitäten und vorgeschriebener Lektüre verplant. Das Absorbieren des privaten Zeitbudgets entwickelt eine beachtliche Wirkungsvielfalt: Der Anhänger verfügt über keine freie Zeit mehr, seine bisherigen sozialen Beziehungen und Hobbies zu pflegen. Die Gruppe wird zur exklusiven sozialen Umwelt, und so unterbleibt die Notwendigkeit, sich mit systemfremden Ideen und Inhalten auseinanderzusetzen, die die immerwährende gegenseitige Bestätigung im Binnensystem relativieren könnten. Eine Distanz zur eigenen Situation kann so nicht mehr aufgebaut oder aufrechterhalten werden.

Bereits nach relativ kurzer Zeit können die Kontakte allein auf Gruppenmitglieder reduziert sein; nur dort noch ist 'wahres' Verständnis und Wissen zu finden. Damit verstärkt sich einerseits der gedankliche Focus auf die geschlossene Gruppe. Andererseits wird die Austrittsschwelle aus der 'kleinen Welt' erhöht, da ein Austritt einem Verlust aller entscheidenden sozialen Beziehungen gleichkäme. Dieser Verlust ist für den Anhänger in aller Regel angstbesetzt.

Der hohe Zeit- und Kraftaufwand der Anhänger für die Gruppe bildet eine wichtige Grundvoraussetzung für das Wachstum einer Gruppe. Gleichzeitig wird dem Anhänger das Gefühl vermittelt, sein gesamtes Engagement der einzig lohnenswerten Sache zu übereignen.

5. Sprache

Um das Zusammengehörigkeitsgefühl der Anhänger zu stärken, den Zusammenhalt der Gruppen zu demonstrieren und die Distanz zur Außenwelt besonders zu betonen, entwickeln viele Gruppen neben anderen Binnenzeichen der exklusiven Zusammengehörigkeit eine eigene Sprache und Begrifflichkeit. Deren Wirkung kann kaum überschätzt werden kann. Der Anhänger fühlt sich dann nur noch von anderen Gruppenmitgliedern verstanden. Im engen Bedingungsgefüge von Sprache und Denken wird durch eine Binnen-Sprachwelt eine Binnen-Gedankenwelt geschaffen und manifestiert. Diesen Prozeß vermag der Anhänger selbst kaum noch zu reflektieren und mißdeutet seine Kommunikationsprobleme mit Menschen außerhalb der Gruppe oft als emotionale zwischenmenschliche Dissonanz.

6. Elitementalität

Untrennbar verbunden mit dem Absolutheitsanspruch der Gruppen ist das Bewußtsein ihrer Anhänger, die Elite der Auserwählten und Geretteten zu sein.

Damit verbunden ist eine oft undifferenzierte und umfassende Abwertung des bis zum Eintritt in die vermeintliche Elite gelebten Lebens. Das elitäre Gefühl ist geeignet, unerfüllte Bedürfnisse insbesondere eines bislang wenig selbstbewußten Anhängers zu verdecken. Es bindet an die Gruppe und verstärkt die Distanz zu den Nichterwählten, die als verloren gelten und daher lediglich Missionsobjekt sind.

7. Kritikunfähigkeit

Geradezu auffällig ist die Unfähigkeit der gläubigen Anhänger, auch mit sachlich vorgetragener Kritik umzugehen. Andersdenkende werden unbewußt als Anfechtung der eigenen Entscheidung erfahren. Eine kontroverse Diskussion, die außerhalb der Gruppe als fruchtbringendes Gespräch bewertet würde, wird bereits im Ansatz als unerträglich empfunden. Konflikt- und Dialogunfähigkeit wird oft als besondere Sensibilität und damit Qualität deklariert. Sie verstärkt so den Trend zur Radikalisierung menschlichen Miteinanders bis hin zur Entscheidung zwischen Bekehrung oder Kontaktabbruch.

Günstigstenfalls gilt Kritik von innen wie außen als Ausdruck eines Nichtverstehens des Gesamtsystems und seiner Aussagen; Dialog als ein wirkliches Nachdenken über kritische Äußerungen scheint überflüssig in einer Gruppe, die über die absolute Wahrheit bereits verfügt. Meinungspluralismus schließt sich in einem solchen System aus.

8. Feindbilder

Deutliches Kennzeichen konfliktträchtiger Gruppen sind ihre massiven Feindbilder, die sie bisweilen bis zu Verschwörungstheorien fortschreiben.

Kritiker werden vielfach mit bisweilen der eigenen Lehre widersprechenden Mitteln als Feinde bekämpft; eine entsprechend kriegerische Begrifflichkeit findet sich dann in Äußerungen wieder. In manchen Gruppen gilt ein Kontaktverbot mit Kritikern bis hin zum Trennungsbefehl, ggf. auch innerhalb der eigenen Familie.

Gleiches gilt auch für Aussteiger aus der Gruppe. Selbst ein sanfter Ausstieg eines Anhängers wird oft von den Zurückbleibenden als Anfechtung des eigenen Seins erlebt. Von direkter Verfolgung von Aussteigern kann man nur im Einzelfall bei wenigen Gruppen und oft hochrangigen Aussteigern sprechen, die über Interna informiert sind, welche der Öffentlichkeit verborgen bleiben sollen.

Bewußtseinskontrolle

Steven Hassan, der selber Miglied in der Mun-Sekte (Vereinigungskirche) war, nennt vier Kriterien in seinem Buch ([Hassan, 1990] bzw. [Hassan, 1993] in deutsch) die zur Bewußtseinskontrolle gehören: Verhaltenskontrolle, Gedankenkontrolle, Gefühlskontrolle und Informationskontrolle. Man muß ergänzen, daß Bewußtseinskontrolle immer etwas sehr subtiles ist: man merkt es einfach nicht bewußt. Unser ganzes soziales Umfeld übt immer einen Einfluß auf uns und unser Denken aus. Die ersten drei Komponenten entspringen der Theorie der kognitiven Dissonanz von Leon Festinger [Festinger, 1978]. Hassan erklärt hierzu:

Jede (der drei ersten) Komponenten hat einen starken Einfluß auf die anderen: ändert man eine, so tendiert die andere dazu, sich anzupassen. Gelingt es alle drei zu verändern, so wird das Individuum gleichsam hinweggefegt. Festingers Theorie besagt, daß bei Änderung einer der drei Komponenten die anderen sich ebenfalls verschieben, um die Unterschiede zu minimieren. Ein Mensch muß immer Ordnung und Sinn in seinem Leben bewahren. Man muß glauben, im Einklang mit seinem Selbstverständnis und seinen Wertvorstellungen zu handeln. Ändert sich das Verhalten, dann auch das Selbstverständnis und die Wertvorstellungen, um alle wieder in Einklang zu bringen. Sekten erzeugen vorsätzlich auf diese Weise Dissonanz (Unterschiede), und kontrollieren damit den Menschen.

Er führt auch aus, das Mitglieder einer Gruppe sich immer glücklich und auserwählt fühlen, und das was mit ihnen geschieht, in einem ganz rosigen Licht sehen. Er betont, daß niemand vor Einflußnahme gefeit ist. Jeder Mensch kann Opfer einer Sekte werden! Es tritt auch niemand einer Sekte von sich aus bei. Die Sekten werben die Menschen an, nachdem sie ihr Vertrauen gewonnen haben. Er beschreibt drei Stufen der Vorgehensweise:

1. Das bisherige Weltbild und damit der Bezug zur Realität wird erschüttert.

2. Es wird ein nach und nach ein neues Weltbild aufgebaut, daß als Einziges einen Sinn im Leben ergibt.

3. Das Bild wird fixiert, meist dadurch das man ein 'älteres Mitglied' zur Seite hat der einem als geistiges Vorbild (geistige Mutter oder Vater) dient. Dies wird unterstützt durch die Veränderung der Persönlichkeit, wie andere Kleidung, andere Friseur oder manchmal auch ein anderen Namen. Das neue Mitglied wird dann möglichst schnell zum Missionsdienst eingesetzt: Sozialwissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß nichts die eigenen Überzeugungen besser verstärkt, als der Versuch sie anderen zu verkaufen [Festinger & SChlachter, 1989].

Ich kann jedem nur nachdrücklich empfehlen, das Buch zu lesen und sich dabei selber kritische Fragen zu stellen. Beantwortet man sie für sich alle im positiven Sinne, dann hat man sicher seine psychologische Menschenkenntnis vertieft und seinen Glauben befestigt, wenn nicht - dann weiß man was man zu tun hat:

Das Gute nimm mit, und dann geh weiter!


Literatur

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Aland, Kurt and Barbara Aland (1989) Der Text des Neuen Testaments: Einführung in die wissenschaftlichen Ausgaben sowie in Theorie und Praxis der modernen Textkritik. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Aland & Aland, 1994

Aland, Kurt and Barbara Aland (1994) The Greek New Testament.

Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart; United Bible Societies, New York.

Aland & Köster, 1990a

Aland, Kurt and Beate Köster (1990a) Alter und Entstehung des D-Textes im Neuen Testament. Betrachtungen zu P69 und 0171. In Supplementa zu den Neutestamentlichen und den Kirchengeschichtlichen Entwürfen. de Gruyter.

Aland & Köster, 1990b

Aland, Kurt and Beate Köster (1990b) Die Grundurkunde des Glaubens. In Supplementa zu den Neutestamentlichen und den Kirchengeschichtlichen Entwürfen. de Gruyter.

Aland & Meurer, 1989

Aland, Kurt and Siegfried Meurer (1989) Wissenschaft und Kirche. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Aland, 1986

Aland, Kurt (1986)

Das Neue Testament - zuverlässig überliefert: d. Geschichte d. neutestamentl. Textes u.d. Ergebnisse d. modernen Textforschung. Wissenswertes zur Bibel. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

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Aland, Kurt (1991a) Geschichte der Christenheit: Von den Anfängen bis an die Schwelle der Reformation. Guetersloher Verlagshaus Mohn.

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Aland, Kurt (1991b) Geschichte der Christenheit: Von der Reformation bis in die Gegenwart. Guetersloher Verlagshaus Mohn.

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Die hier aufgeführten Werke sind zum Großteil auch in Bibliotheken, vor allem in der Uni-Bibliothek Tübingen aber zum Teil auch in der Badische Landesbibliothek Karlsruhe, vorhanden. In den Bibliotheken finden sich auch Dutzende Bücher von 'Aussteigern', die ich nicht erwähnt habe und die meisten auch nicht kenne. Von einigen Zeitschriftenzitaten habe ich mir für meinen eigenen wissenschaftlichen Gebrauch Kopien angefertigt, die jeder auf Wunsch einsehen kann.