Kirchengründer - Joseph Smith, jun.

Joseph Smith, jun.1. Präsident der Kirche
geboren am: 23. Dezember 1805 in Sharon, Vermont
Präsident seit: 17. Februar 1834
gestorben am: 27. Juni 1844 in Carthage, Illinois
Amtszeit: 10 Jahre

Alles begann mit der ersten Vision. Er erhielt goldene Platten und übersetzte das Buch Mormon. Er gründete eine Kirche. Teile seiner Offenbarungen stehen im Buch der Gebote / Lehre und Bündnisse. Er lebte die Vielehe. Er identifizierte die Kinderhook-Platten. Er erwarb ägyptische Mumien und übersetzte das Buch Abraham. Er veröffentlichte die Glaubensartikel. Er sagte das Zweite Kommen voraus.

Fakten aus dem Leben von Joseph Smith

Bereits 1822 fand Joseph Smith beim Brunnengraben einen Stein, den er fortan als Seherstein bezeichnete und nutzte. Diesen Stein trug er in seinem Hut. Joseph Smith war bekannt dafür, mit diesem Stein Schätze und verlorene Dinge finden zu können. Er bekam deshalb den Spitznamen „Peepstone Joe“. Später sagte Joseph Smith, daß es für jeden Menschen einen Seherstein gäbe, sie nur nicht rechtschaffen genug seien, um diesen finden zu können.

In der Veröffentlichung der Geschichte, wie Joseph Smith an das Buch Mormon gekommen war, die erstmals 1842 in Nauvoo als Fortsetzungsroman in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Times and Seasons erschienen ist, wird Nephi als der Engel identifiziert, der Joseph Smith am 23. September 1823 und später erschienen sein soll. Fußnote in der Kirchengeschichte: „Daß das ein Fehler ist, ist offensichtlich.“ (HC 1:11). Es wird verwiesen auf LuB 27 und 128. Gerade diese waren aber 1833 noch völlig unbekannt (siehe Buch der Gebote). Außerdem stimmt diese Aussage auch mit der Geschichte überein, wie sie von Familienmitgliedern von Joseph Smith (Lucy und William Smith) zu dessen Jugend dargestellt wurde. (siehe auch Die Köstliche Perle, Ausgabe von 1851, Seite 41)

Die „Übersetzung“ des Buches Mormon lief völlig anders ab, als es einschlägige Kirchenbilder vermitteln. Es wird berichtet, daß Joseph Smith seinen Hut mit dem Seherstein (nicht Urim und Thummim!) ganz über das Gesicht zog und dann diktierte. Dabei lagen die „Platten“ gut verpackt in einem anderen Raum oder waren im Wald versteckt.

Als Hyrum Page entsprechend Joseph Smiths eigenen Worten einen Seherstein fand und benutzte, war er plötzlich gar nicht glücklich darüber und würgte im September 1830 jeden Glauben daran ab. Interessanterweise glaubten vor allen die Familie Whitmer und Oliver Cowdery daran (HC 1:110), die von der Kirche als ach so zuverlässige Zeugen hingestellt werden und hier nach Joseph Smiths eigener Darstellung nicht Wahres von Unwahrem unterscheiden konnten.

Joseph Smith wollte immer alles wiederherstellen. Dazu übernahm er alles, was er gerade gelernt hatte, und band es in das Glaubenssystem seiner Kirche ein. Ein Beispiel aus der von ihm selbst verfaßten Kirchengeschichte:

Einige Meilen von Herrn Rigdons Haus in Mentor bei Kirtland lebte eine Anzahl von Mitgliedern seiner Kirche. Sie lebten beisammen und besaßen alle Dinge gemeinsam - aus diesem Umstand erwuchs die Idee, daß dies in der Kirche Jesu Christi der Fall war. (HC 1:124)

Ein Auszug aus einem Brief an die Öffentlichkeit (HC 1:313) vom 4. Januar 1833:

... Und jetzt bin ich bereit, um mit der Vollmacht Jesu Christi zu sagen, daß nicht viele Jahre vergehen werden, bevor die Vereinigten Staaten solches Blutvergießen erleben, wie nie zuvor in der Geschichte unserer Nation; Seuchen, Hagel, Hungersnot und Erdbeben werden die Unrechtschaffenen dieser Generation vom Angesicht der Erde vertilgen, um den Weg für die Rückkehr der verlorenen Stämme Israels aus den nördlichen Ländern zu öffnen und zu bereiten. Das Volk des Herrn, das die Forderungen des neuen Bundes auf sich genommen hat, sammelt sich bereits in Zion, das im Staate Missouri ist; darum erkläre ich die Warnung, die der Herr gebot...

Von der Sammlung der Mormonen und der Cholera abgesehen, trat nichts dergleichen in jener Generation ein.

Am 15. März 1842 wurde Joseph Smith Freimaurer und stieg am nächsten Tag in den 2. und 3. (höchsten) Grad auf. Am 4. Mai 1842 führte Joseph Smith in kleinem Rahmen das Endowment ein. Die Symbole, Zeichen und Handgriffe waren so ähnlich, daß bald kein Mormone mehr Freimaurer werden durfte.

Obwohl Joseph Smith bereits am 12. Juli 1843 eine Offenbarung zur Einführung der Vielehe erhalten haben will, predigte er noch am 5. Oktober 1843 mit aller Härte dagegen. (siehe LuB 132, HC 6:46, Lehren des Propheten Joseph Smith S.330)

Als die aufgebrachte Menschenmenge das Gefängnis von Carthage stürmte, wo Joseph Smith 1844 wegen der Zerstörung der Druckerei für den Nauvoo Expositor einsaß, feuerte er mit seinem eingeschmuggelten Revolver in die Menge und riß mindestens zwei Männer mit in den Tod.

Als nichts mehr half, sprang Joseph Smith auf das Fensterbrett und rief den freimaurerischen Schutzruf aus. Allerdings erschossen ihn die Männer, bevor er diesen vollenden konnte, um nicht unter der Verpflichtung zu stehen, ihm helfen zu müssen. Tödlich getroffen stürzte er aus dem Fenster.

Offenbarungen und Behauptungen von Joseph Smith

Es gibt keine zum menschlichen Körper gehörenden Grundstoffe, die jemals in einen andern Körper übergehen, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt. Die Bücherweisheit der Menschen kümmert mich wenig. Ich habe das Zeugnis, daß Gott uns auferwecken wird, und er hat die Macht dazu. Wenn irgend einer annimmt, es gehe irgend ein Teil unseres Körpers, d.h. seiner Grundbestandteile, jemals in einen andern Körper über, der befindet sich im Irrtum. – Geschichte der Kirche, Bd. 5, S. 339. (Parry, Edwin. S.: Lehren Joseph Smiths, 1. Aufl., Herausgegeben von Fred Tadje, Präsident der Schweizerischen und Deutschen Mission der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, Basel, 1924, S. 20.)

Es sieht zu sehr den Methodisten ähnlich und nicht den Heiligen der letzten Tage. Die Methodisten haben Glaubenssätze, die ein Mensch entweder glauben muß, oder er muß die Kirche verlassen. Ich beanspruche die Freiheit, zu denken und zu glauben, was mir beliebt. Man fühlt sich so wohl, wenn man nicht gefesselt ist ... – Geschichte der Kirche, Bd. 5, S. 339 (Parry: Lehren, S. 25.)

Der Geist des Menschen ist nicht ein erschaffenes Wesen. Er besteht von Ewigkeit her und wird in alle Ewigkeit bestehen. Etwas Erschaffenes kann nicht ewig sein. Die Erde, das Wasser usw. hatten ihr Sasein in einem Urzustande von Ewigkeit her. – Geschichte der Kirche, Bd. 3, S. 387. (Parry: Lehren, S. 64.)

Vom Körper wird angenommen, er sei organisierter Stoff; der Geist dagegen wird von vielen als unkörperlich, als ohne Substanz, betrachtet. Diese letzte Ansicht sollten wir aufgeben und dafür sagen, daß der Geist ein Stoff ist, jedoch reiner, geschmeidiger und feiner als der Körper; daß er vor dem Körper da war, daß er im Körper leben kann, daß er vom Körper getrennt leben wird, wenn dieser im Grabe verwest, und daß er in der Auferstehung wiederum mit ihm vereinigt werden wird. – Geschichte der Kirche, Bd. 4, S. 575. (Parry: Lehren, S. 64f.)

Der Sohn tut, was er den Vater hat tun sehen; dann hat also der Vater sein Leben niedergelegt und es wieder aufgenommen, so daß er also auch seinen eigenen Körper für sich hat ... In der Auferstehung werden einige auferweckt, um Engel zu sein, andre werden erweckt, um Götter zu werden. – Geschichte der Kirche, Bd. 5, S. 426. (Parry: Lehren, S. 100.)