Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

Medienpaket - Österreich

Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Informationsbroschüre

Die Kirche in Österreich – 1997 (staatlich anerkannt seit 1955)

Zahlen und Fakten

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) ist eine der am schnellsten wachsenden christlichen Kirchen der Welt. In den letzten 20 Jahren hat sich die Mitgliedschaft verdoppelt. Weltweit zählt die Kirche fast 10 Millionen Mitglieder, davon leben mehr als die Hälfte außerhalb der USA. In Österreich ist die Kirche seit 1883 vertreten und zählt heute 4 000 Mitglieder. In Österreich gibt es 22 aktive Kirchengemeinden. Viele Gemeinden besitzen ein eigenes Kirchengebäude. Die Gemeinden sind geographisch in die beiden Pfähle (=Diözesen) Wien und Salzburg aufgeteilt. 1955, dem historischen Jahr des Staatsvertrages, der Österreich den Weg zur westlichen Demokratie ebnete, erhielt die Kirche die Staatliche Anerkennung. Im weltweiten Missionsdienst sind ständig 50 000 Mitglieder tätig. Meist handelt es sich dabei um junge Männer zwischen 19 und 24 Jahren. Ihre freiwillige Tätigkeit umfaßt 2 Jahre. Sie kommen selbst für ihren Lebensunterhalt auf. Auch Missionare aus Österreich sind in vielen Ländern vertreten. Der weltweite Hauptsitz der Kirche ist in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. Dort werden im Jahr 2002 die Olympischen Winterspiele ausgetragen. In der Kirche gibt es ein unbezahltes Laienpriestertum. Alle Erwachsenen und Jugendlichen erfüllen freiwillig und ehrenamtlich die vielfältigen seelsorgerischen, gesellschaftlichen und kulturellen Aufgaben. Sie dienen so engagiert der Kirche und dem Gemeinwesen in Österreich. Glückliche Familien sind ein wichtiges Anliegen der Kirche. Charakteristisch für die Lehre sind hohe moralische Prinzipien wie, vor der Ehe keusch und in der Ehe treu. Gesundheitsregeln schützen die Mitglieder vor Drogen, Alkohol und Nikotin. Der zentrale Glaubensgrundsatz der Kirche lehrt Jesus Christus als den Sohn Gottes und den Erretter der Menschheit.

Anfänge der Kirche in Österreich

Der erste Österreicher, Joseph A. Oheim, wurde 1870 getauft.

Mit Orson Hyde kam das erste Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nach Mitteleuropa. Er gehörte dem führenden Gremium der Kirche, dem Kollegium der Zwölf Apostel, an. Während seiner Reise nach Jerusalem verbrachte Orson Hyde 1841 einige Tage in Österreich.

Über zwanzig Jahre später reiste Orson Pratt, ebenfalls ein Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel, nach Österreich. Er traf zusammen mit dem Missionar William W. Riter am 18. Jänner 1865 in Wien ein.

Der erste Österreicher, Joseph A. Oheim, wurde 1870 in München getauft. Ihm folgte auf heute österreichischem Gebiet 1883 Paul Haslinger. Diese Taufe wurde von dem Missionar Paul Hammer in Lambach in Oberösterreich vollzogen.

1889 wurde eine Gemeinde in Reichenberg (Nordböhmen) gegründet. Weitere Gemeinden folgten 1901 in Haag am Hausruck und 1909 die erste Gemeinde in Wien.

Der Michelmeierhof in Rottenbach (Oberösterreich) war das erste Versammlungshaus, in dem sich die Mitglieder zu Gottesdiensten treffen konnten. Einschränkungen der Regierung stoppten danach die Verbreitung der Kirche in Österreich.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges war in Österreich mehr religiöse Freiheit vorhanden. Damit begann die Mitgliederanzahl der Kirche zu wachsen. 1920 wurde der erste Distrikt auf österreichischem Gebiet organisiert. Die erste Frauenorganisation der Kirche in Wien wurde 1921 gegründet.

Die Anfänge der Linzer Gemeinde gehen auf 1921 zurück. In Salzburg entstand 1928 eine Gemeinde und das erste kircheneigene Gebäude wurde 1937 in Haag am Hausruck gebaut.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die in Österreich wirkenden Missionare der Kirche in ihre Heimatländer zurückgerufen. Auch viele örtliche Mitglieder verließen damals Österreich.

Die Entwicklung seit 1945

1955 wurde die Kirche in Österreich gesetzlich anerkannt.

Im März 1946 besuchte Ezra Taft Benson, ein Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel, Wien. Als Missionspräsident für die Europäische Mission veranlaßte er auch für Österreich Hilfsaktionen. Schiffsladungen wurden nach Norddeutschland geschickt. Sie waren Vorbereitung und Auslöser für die nachfolgende CARE-Paket-Aktion. Ezra Taft Benson wurde später unter Präsident Eisenhower Landwirtschaftsminister in den USA. Von 1985 - 1994 war er Präsident der weltweiten Kirche.

Die Entwicklung der Kirche in den einzelnen Bundesländern ging nun rascher voran. 1953 entstand in Graz eine Gemeinde. In Klagenfurt fand die erste Mitgliederversammlung 1955 statt.

Am 27. September 1955 wurde die Kirche von der Republik Österreich staatlich anerkannt.

Das Kirchengebäude in Salzburg wurde 1956 gebaut. In den kommenden Jahren wurden in den folgenden Landeshauptstädten Gemeinden gegründet: Innsbruck (1958), Dornbirn (1960), St. Pölten (1980). In weiteren Orten Österreichs, wie zum Beispiel in Wiener Neustadt, Wels und Villach sind aktive Kirchengemeinden organisiert.

Als Ergebnis des raschen Wachstums wurde 1969 Österreich eine eigene Mission. Der erste Pfahl (Diözese) wurde 1980 in Wien organisiert.

Von Wien aus wurden zwischen 1980 und 1990 viele Länder in Osteuropa betreut. Die Mitglieder der Kirche in Österreich und weltweit spendeten Nahrungsmittel und Bekleidung, um den Menschen über die Ostgrenze hinweg zu helfen. Auch während der Kriegshandlungen im ehemaligen Jugoslawien organisierten Mitglieder und die Kirche Hilfsaktionen für die leidenden Menschen.

1991 gastierte der weltberühmte Tabernakelchor im Musikvereinssaal in Wien. Ein weiterer Meilenstein war die erste Live-Satellitenübertragung der Generalkonferenz vom Hauptsitz der Kirche in Salt Lake City im Oktober 1992. Seither findet zweimal jährlich die Live-Übertragung vom Tempelplatz in Salt Lake City statt.

Im Jänner 1997 wurde der Pfahl Salzburg-Österreich gegründet. Mit den Pfählen in Wien und Salzburg wurde - symbolisch ausgedrückt - ein weites Dach über Österreich ausgebreitet.

Über 40 Jahre sind seit der staatlichen Anerkennung vergangen. Die Mitgliederzahl beträgt annähernd 4.000. Kinder und Jugendliche erhalten offiziellen Religionsunterricht. Die Kirche leistet durch engagierte Mitglieder und einen gut organisierten Kirchenvorstand einen aktiven Beitrag zum religiösen Leben in Österreich.

Wachstum

Es dauerte 117 Jahre - von 1830 bis 1947 - für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, um weltweit eine Million Mitglieder zu erreichen. In nur 16 weiteren Jahren wurde die Zwei-Millionen-Marke überschritten und seither hat sich das weltweite Wachstum der Kirche in ähnlichem Maße fortgesetzt. In weiteren 8 Jahren erreichte die Mitgliedschaft drei Millionen, in weiteren 7 Jahren vier Millionen. 4 Jahre später, 1983, zählte die Mitgliederanzahl fünf Millionen. Derzeit nimmt die Zahl der Mitglieder um jährlich ca. 300 000 zu. Es gibt jetzt ca. 10 Millionen Kirchenmitglieder weltweit. davon mehr als die Hälfte außerhalb der USA.

Nord- und Südamerika, Nordeuropa, und der Pazifische Raum sind traditionsgemäß die schnellst wachsenden Gebiete. Seit kurzem steigt die Mitgliedschaft auch in Afrika, Asien, Süd- und Osteuropa.

Kirchengeschichte und -lehre

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist christlich. Sie lehrt, als zentralen Glaubensgrundsatz, daß Jesus Christus der Sohn Gottes und Erretter der Menschheit ist.

Im Gegensatz zu anderen christlichen Kirchen besagt ein wichtiger Lehrsatz, daß die Urkirche Jesu Christi den Tod des Erlösers nicht lange überdauerte. Die Kirche wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit ihrer Organisation und ihrer Autorität - einschließlich eines Rates der Zwölf Apostel - wiederhergestellt. Sie ist unter dem Namen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bekannt. Der Begriff „Heilige“ wird im ursprünglichen, biblischen Sinn gebraucht und bedeutet Mitglieder der Kirche.

Die Wiederherstellung begann mit einer Offenbarung im Frühjahr des Jahres 1820. Der auferstandene Jesus Christus und Gott, der Vater, erschienen einem gläubigen Bauernjungen, der ernsthaft um Führung gebetet hatte. Er wollte wissen, welcher Kirche er sich anschließen soll.

Der Name des 14-jährigen Jungen war Joseph Smith. Er erhielt die Antwort, sich keiner der bestehenden Kirchen anzuschließen. Er sei zum Werkzeug ausersehen, durch das die gesamte Lehre, Organisation und Autorität der Urkirche wiederhergestellt werden sollte. Durch weitere Offenbarungen - oft von anderen bezeugt - wurde die Wiederherstellung des Heiligen Priestertums, d.h. die Vollmacht im Namen Gottes zu handeln, vollzogen. Formell wurde die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mit nur sechs Mitgliedern am 6. April 1830 im Nordosten der USA organisiert.

Joseph Smith erhielt auch Offenbarungen über einen alten Bericht, der religiöse Texte von früheren Bewohnern Amerikas enthielt. Der auferstandene Christus besuchte diese Menschen nach seinem Wirken in Jerusalem. Der Bericht trägt den Titel: Das Buch Mormon - Ein weiterer Zeuge für Jesus Christus. Das Buch Mormon ist wie die Bibel Heilige Schrift.

Joseph Smith wurde 1844 in Illinois von Kirchengegnern ermordet. Die Verfolgung zwang die Mitglieder nach Westen zu ziehen. Nach harten Entbehrungen erreichte der erste Wagenzug der Pioniere im Juli 1847 das karge Salzseetal. Unter der Leitung des großen Kolonisators Brigham Young wurde die Wüste bewässert und die Stadt Salt Lake City in Utah aufgebaut. Dort ist heute der Hauptsitz der Kirche.

Einer der bemerkenswertesten Grundsätze der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist die Betonung eines harmonischen Familienlebens. Die Erfahrung zeigt, daß ein guter Familienzusammenhalt eine größere individuelle Zufriedenheit, größeres Selbstvertrauen und inneren Frieden bringen. Starke Familien sind die Grundeinheit jedes Staates.

Die Heiligen der Letzten Tage lehren, daß die Familie durch kirchliche Eheschließung auf ewig bestehen kann. Die Kirche hilft den Mitgliedern, enge und tragfähige Familienbande aufzubauen. Sie ermuntert z.B. jede Familie, wenigstens einen Abend pro Woche gemeinsam zu verbringen. Am Familienabend wird gespielt, gelehrt, diskutiert, gebetet, geplant usw. - einfach viel schöne Zeit miteinander verbracht. Dieser Abend eröffnet regelmäßig Gelegenheit zum offenen Gespräch zwischen den Generationen. Zudem können wichtige Werte wie Ehrlichkeit und Nächstenliebe von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden.

Entsprechend den Gesundheitsregeln, dem „Wort der Weisheit“, rauchen die Mitglieder nicht, nehmen keine Drogen und keinen Alkohol zu sich. Sie bemühen sich, gute Staatsbürger zu sein, ihre Mitmenschen zu unterstützen und ihnen zu helfen.

Die Missionsarbeit

Die Missionsarbeit der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist ein Charakteristikum der weltweiten Kirche. Die Arbeit basiert auf dem biblischen Prinzip des Aussendens von jeweils zwei Missionaren. Sie laden die Menschen ein, das Evangelium Jesu Christi kennenzulernen. Fast 50.000 Missionare der Kirche dienen derzeit in 140 Ländern der Welt.

Die meisten Missionare der Kirche sind junge Männer und Frauen im Alter zwischen 19 und 23 Jahren. Auch viele Ehepaare im Pensionsalter erfüllen eine Mission. Der Aufenthalt dauert zumeist zwischen 18 und 24 Monaten. Sehr oft unterbrechen die jungen Mitglieder ihre Berufsausbildung und geben diese Zeit freiwillig, um ihren Mitmenschen zu dienen.

Die meisten Missionare finanzieren die Missionszeit durch eigene Ersparnisse oder werden von ihren Familien unterstützt. Oft ist es für sie notwendig eine Fremdsprache zu erlernen. Außer während der zwei Monaten in der Sprachschule, werden Missionare vor ihrem Dienst kaum geschult. Ihr Wissen haben sie meist entweder in ihren Familien oder durch persönliche Überzeugung erworben.

Das Buch Mormon wurde in 85 Sprachen übersetzt. Es wird bei den Gesprächen der Missionare gemeinsam mit der Bibel verwendet. Vom Buch Mormon wird auch der häufig gebrauchte, aber nicht korrekte Kurzname der Kirche abgeleitet.

Die Missionare teilen das Evangelium mit jedem Menschen, der mehr über den Sinn und Zweck des Lebens erfahren möchte. Sie bemühen sich alle Familienmitglieder gemeinsam zu informieren, denn in der Familie können die Lehren und Prinzipien der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage am besten veranschaulicht werden.

Die Mission der Kirche in Österreich hat ihren organisatorischen Hauptsitz in Wien. A-1190 Fürnfanggasse 4. Der Missionspräsident wird für 3 Jahre beauftragt, gemeinsam mit seiner Gattin, die Missionare in ihrer Aufgabe zu leiten und zu unterstützen.

Das größte genealogische Archiv

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erkennt die Rechtmäßigkeit der standesamtlichen Trauung als legal und moralisch bindenden Vertrag an. Im Tempel jedoch können Paare für „Zeit und Ewigkeit“ heiraten und dies hat eine bindende Wirkung über den Tod hinaus.

In den Tempeln werden familienbezogene Handlungen vollzogen. Diese dienen dazu, das Fortbestehen der Familie in der Ewigkeit zu ermöglichen. Ein großer Teil der Aufgaben im Tempel konzentriert sich darauf, die Familien zu stärken.

Für Millionen Mitglieder der Kirche ist der Tempel der heiligste Ort auf Erden und sie betrachten ihn mit besonderer Ehrfurcht und Respekt. Sie glauben an den ewigen Bestand der Familie, wenn sich die Ehepartner während ihrer Ehe absolut treu bleiben und einander unterstützen.

Tempelverordnungen können auch stellvertretend für Vorfahren durchgeführt werden. Damit eröffnen sie diesen die Möglichkeit, die Familienbande bis in alle Ewigkeit aufrechtzuerhalten.

Die Liebe zu ihren Vorfahren bewegt die Mitglieder der Kirche dazu, Familienforschung zu betreiben. Daraus folgend besitzt die Kirche das weltweit größte genealogische Archiv. Um die Millionen von wertvollen Mikrofilmen vor Zerstörung zu bewahren, werden sie in unterirdischen Gewölben in einem Granitberg in der Nähe von Salt Lake City, 200 Meter tief unter gewachsenem Felsen, aufbewahrt.

Immer mehr Menschen sind an der genealogischen Forschung und den Daten der Kirche interessiert. Damit das Archiv von jedermann öffentlich genützt werden kann, hat die Kirche weltweit hunderte von Familienforschungsstellen eingerichtet, in denen Ahnenforschung betrieben wird.

In Österreich gibt es genealogische Forschungsstellen in folgenden Gemeindegebäuden der Kirche:

Wien, A-1020 Böcklinstr. 55 | Graz, A-8020 Eckertstr. 136 | Linz, A-4020 Spaunstr. 83 | Wels, A-4600 Camillo-Schulz-Str. 30 | Salzburg, A-5020 A.-Rohracher-Str. 20 | Klagenfurt, A-9020 Hirschenwirtstr. 17 | Innsbruck, A-6020 Ph.-Welser-Str. 16

Organisation und Verwaltung

Eines der eindrucksvollsten Merkmale der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist die Tatsache, daß die fast zehn Millionen Mitglieder starke Kirche nahezu ausschließlich von unbezahlten Laienpriestern geführt wird.

Die Erste Präsidentschaft, aus drei Männern bestehend, sowie der Rat der Zwölf Apostel leiten die weltweite Verwaltung und legen Richtlinien dafür fest. Sie haben ihren Sitz in Salt Lake City, Utah, USA. Dort befindet sich auch der Hauptsitz der Kirche. Die Erste Präsidentschaft und Mitglieder des Rates der Zwölf Apostel bereisen die ganze Welt, um sich mit örtlichen Führern und Mitgliedern zu treffen.

Zu Verwaltungszwecken hat die Kirche die Welt in 22 Gebiete aufgeteilt. Erfahrene Kirchenführer werden dazu berufen, die Kirchenaktivitäten in diesen Gebieten zu koordinieren. Österreich gehört zum Gebiet Westeuropa, welches seinen Sitz in Frankfurt am Main hat.

Auf örtlicher Ebene sind Familien und Alleinstehende zu Gemeinden zusammengefaßt. Eine Gemeinde besteht aus 200 bis 600 Mitgliedern. Mehrere Gemeinden werden zu einem Pfahl (=Diözese) zusammengefaßt. Ein Pfahl funktioniert autonom und wird von örtlichen Führern geleitet. Der Begriff Pfahl wird aus dem Alten Testament abgeleitet. Gleichwie im alten Israel Pfähle in die Erde gerammt wurden, um die Stiftshütte zu verankern, haben Pfähle heute die gleiche symbolische Funktion für die Kirche.

In Österreich gibt es 22 Kirchengemeinden - organisiert in 2 Pfählen. Der Pfahl Wien-Österreich hat seinen Hauptsitz in Wien; der Pfahl Salzburg-Österreich in Salzburg. Der Österreichische Kirchenvorstand besteht aus einem Gremium der Führungsbeamten der beiden Pfähle.

Ein Pfahl, dem zwischen 2 000 und 4 000 Mitglieder der Kirche angehören, wird geleitet durch den Pfahlpräsidenten. Um ihm bei der Verwaltung behilflich zu sein, beruft der Pfahlpräsident eine Anzahl von Kirchenbeamten, die ihm bei der Schulung von örtlichen Leitern zur Seite stehen. Sowohl der Pfahlpräsident als auch die Pfahl- und Gemeindebeamten dienen ohne Bezahlung in ihrer Freizeit. Nahezu alle tätigen Mitglieder - Männer, Frauen und Jugendliche - haben eine Aufgabe inne. Diese Einbeziehung aller Mitglieder in die Kirchenarbeit ist ein herausragendes Merkmal der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die Aufgaben können karitativer, seelsorgerischer, verwaltender, beratender, lehrender Art sein.

Wie in der Urkirche wird der Leiter einer Gemeinde Bischof genannt. Er ist auch das geistliche Oberhaupt einer Gemeinde. Der Bischof ist verheiratet und ebenfalls ehrenamtlich tätig. Die Funktionsdauer ist auf 3 bis 6 Jahre begrenzt, denn der Bischof ist einer der meistbeschäftigten Männer der Kirche. Neben seiner Berufstätigkeit verwendet er einen großen Teil seiner Freizeit, um den Mitgliedern seiner Gemeinde zu dienen. So arbeitet er zum Beispiel eng mit der Leiterin der Frauenorganisation der Gemeinde zusammen.

Die Familie ist die Grundeinheit der Kirche. Die Kirche lehrt, daß die Grundsätze christlicher Lebensführung am besten innerhalb der Familie veranschaulicht und praktiziert werden. Die elterliche Verantwortung wird stark betont. Die Kirche wird als wichtiges Hilfsmittel verstanden, weil sie zur psychischen, intellektuellen, emotionalen und geistigen Entwicklung jedes einzelnen Familienmitgliedes beiträgt.

Präsident der Weltkirche

Präsident HinckleyPräsident Gordon B. Hinckley wurde am 12. März 1995 zum 15. Präsidenten der Kirche berufen. Davor wirkte er 14 Jahre lang als Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, dem höchsten Führungsgremium der Kirche und vorher 20 Jahre lang als Mitglied des Rates der Zwölf Apostel.

Er wurde am 23. Juni 1910 in Salt Lake City als Sohn von Bryant Stringham und Ada Bitner Hinckley geboren. Nach dem Besuch von mehreren Schulen in Salt Lake City und seinem Abschluß an der Universität von Utah im Jahr 1932, diente Präsident Hinckley zwei Jahre lang als Missionar in Großbritannien. Er hat nahezu sein ganzes Leben im Dienst der Kirche verbracht. Nachdem er ehrenvoll seine Mission beendet hatte, wurde Präsident Hinckley vom damaligen Kirchenpräsidenten Heber J. Grant berufen, das Programm der Kirche im Bereich Öffentlichkeitsarbeit zu organisieren. Während eines Zeitraumes von 20 Jahren war er für die Öffentlichkeitsarbeit der Kirche verantwortlich. Von 1951 bis 1958 leitete er das gesamte Missionarsprogramm der Kirche. Im Rahmen seiner Aufgaben als Generalautorität bereiste er die ganze Welt. Er hat mehr Tempel geweiht als jeder andere Kirchenführer in der Geschichte der Kirche.

Zusätzlich zu seinen Kirchenaufgaben beteiligte sich Präsident Hinckley aktiv am kommunalen und wirtschaftlichen Leben. Er war als Vorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrates einer Reihe von Wirtschaftsunternehmen tätig. Er erhielt viele Auszeichnungen, u.a. den Distinguished Citizen Award der Southern Utah Universität, den Distinguished Alumni Award der Universität von Utah, die Ehrendoktorwürde des Westminster College, Utah State Universität, der Universität von Utah, der Brigham Young Universität und der Southern Utah Universität. Die Organisation der amerikanischen Pfadfinder verlieh ihm ihre höchste Auszeichnung, den Silbernen Büffel, und er wurde von der der Nationalen Konferenz von Christen und Juden für seinen persönlichen, weltweiten Einsatz im Bereich der Völkerverständigung und Toleranz geehrt. Präsident Hinckley ist für sein Schreib- und Sprachtalent bekannt. Er schrieb und editierte zahlreiche Bücher, Broschüren und Handbücher.

Mit seiner Gattin Marjorie Pay Hinckley führt er ein harmonisches Familienleben. Das Ehepaar Hinckley hat fünf Kinder. Immer wieder spricht er auch über die wichtigen Aufgaben der Frauen in der Kirche. „Die Frauen dieser Kirche sind stark und besitzen große Fähigkeiten. Sie haben Führungsqualitäten und wissen in welche Richtung sie gehen wollen ...“ (Generalkonferenz Oktober 1996)

Am 23. September 1995 verlas Präsident Hinckley die nachfolgende Proklamation an die Welt:

DIE FAMILIE
EINE PROKLAMATION AN DIE WELT
DIE ERSTE PRÄSIDENTSCHAFT UND DER RAT DER ZWÖLF APOSTEL DER KIRCHE JESU CHRISTI DER HEILIGEN DER LETZTEN TAGE

WIR, DIE ERSTE PRÄSIDENTSCHAFT und der Rat der Zwölf Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, verkünden feierlich, daß die Ehe zwischen Mann und Frau von Gott verordnet ist und daß im Plan des Schöpfers für die ewige Bestimmung seiner Kinder die Familie im Mittelpunkt steht.

ALLE MENSCHEN - Mann und Frau - sind als Abbild Gottes erschaffen. Jeder Mensch ist ein geliebter Geistsohn beziehungsweise eine geliebte Geisttochter himmlischer Eltern und hat dadurch ein göttliches Wesen und eine göttliche Bestimmung. Das Geschlecht ist ein wesentliches Merkmal der individuellen, irdischen und ewigen Identität und Lebensbestimmung.

IM VORIRDISCHEN DASEIN kannten und verehrten die Geistsöhne und -töchter ihren ewigen Vater und nahmen seinen Plan an; nach diesem Plan konnten sie einen physischen Körper erhalten und die Erfahrungen des irdischen Lebens machen, um sich auf die Vollkommenheit hin weiterzuentwickeln und letztlich als Erben ewigen Lebens ihre göttliche Bestimmung zu verwirklichen. Der göttliche Plan des Glücklichseins macht es möglich, daß die Familienbeziehungen über das Grab hinaus Bestand haben. Die heiligen Handlungen und Bündnisse, die im heiligen Tempel vollzogen werden können, ermöglichen es dem einzelnen, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren, und der Familie, auf ewig vereint zu sein.

DAS ERSTE GEBOT, das Gott Adam und Eva gab, bezog sich darauf, daß sie als Ehemann und Ehefrau Eltern werden konnten. Wir verkünden, daß Gottes Gebote für seine Kinder, sich zu vermehren und die Erde zu bevölkern, noch immer in Kraft ist. Weiterhin verkünden wir, daß Gott geboten hat, daß die heilige Fortpflanzungskraft nur zwischen einem Mann und seiner Frau angewandt werden darf, die rechtmäßig miteinander verheiratet sind.

WIR VERKÜNDEN, daß die Art und Weise, wie sterbliches Leben erschaffen werden soll, von Gott so festgelegt ist. Wir bekräftigen, daß das Leben heilig und in Gottes ewigem Plan von wesentlicher Bedeutung ist.

MANN UND FRAU tragen die feierliche Verantwortung, einander und ihre Kinder zu lieben und zu umsorgen. „Kinder sind eine Gabe des Herrn.“ (Psalm 127:3.) Die Eltern haben die heilige Pflicht, ihre Kinder in Liebe und Rechtschaffenheit zu erziehen, für ihre physischen und geistigen Bedürfnisse zu sorgen, sie zu lehren, daß sie einander lieben und einander dienen, die Gebote Gottes befolgen und gesetzestreue Bürger sein sollen, wo immer sie leben. Mann und Frau - Vater und Mutter - werden vor Gott darüber Rechenschaft ablegen müssen, wie sie diesen Verpflichtungen nachgekommen sind.

DIE FAMILIE ist von Gott eingerichtet. Die Ehe zwischen Mann und Frau ist wesentlich für den ewigen Plan. Das Kind hat ein Recht darauf, im Bund der Ehe geboren zu werden und in der Obhut eines Vaters und einer Mutter aufzuwachsen., die den Ehebund in völliger Treue einhalten. Ein glückliches Familienleben kann am ehesten erreicht werden, wenn die Lehren des Herrn Jesus Christus seine Grundlage sind. Erfolgreiche Ehen und Familien gründen und sichern ihren Bestand auf den Prinzipien Glaube, Gebet, Umkehr, Vergebungsbereitschaft, gegenseitige Achtung, Liebe, Mitgefühl, Arbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung. Gott hat es so vorgesehen, daß der Vater in Liebe und Rechtschaffenheit über die Familie präsidiert und daß er die Pflicht hat, dafür zu sorgen, daß die Familie alles Hat, was sie zum Leben und für ihren Schutz braucht. Die Mutter ist in erster Linie für das Umsorgen und die Erziehung der Kinder zuständig. Vater und Mutter müssen einander in diesen heiligen Aufgaben als gleichwertige Partner zur Seite stehen. Behinderung, Tod und sonstige Umstände mögen eine individuelle Anpassung erforderlich machen. Bei Bedarf leisten die übrigen Verwandten Hilfe.

WIR WEISEN WARNEND DARAUF HIN, daß jemand, der die Bündnisse der Keuschheit verletzt, der seinen Ehepartner oder Kinder mißhandelt oder seinen familiären Verpflichtungen nicht nachkommt, eines Tages vor Gott Rechenschaft ablegen muß. Weiter warnen wir davor, daß der Zerfall der Familie Unheil über die einzelnen Menschen, die Gemeinwesen und die Nationen bringen wird, wie es in alter und neuer Zeit von den Propheten vorhergesagt worden ist.

WIR RUFEN die verantwortungsbewußten Bürger und Regierungsvertreter in aller Welt AUF, solche Maßnahmen zu fördern, die darauf ausgerichtet sind, die Familie als Grundeinheit der Gesellschaft zu bewahren und zu stärken.

Diese Proklamation wurde von Präsident Gordon B. Hinckley als Teil seiner Ansprache in der Allgemeinen Versammlung der Frauenhilfsvereinigung verlesen, die am 23. September 1995 in Salt Lake City stattgefunden hat.

Die Glaubensartikel

  1. Wir glauben an Gott, den ewigen Vater, und an seinen Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist.
  2. Wir glauben, daß der Mensch für seine eigenen Sünden bestraft werden wird und nicht für die Übertretung Adams.
  3. Wir glauben, daß dank dem Sühnopfer Christi alle Menschen errettet werden können, indem sie die Gesetze und Verordnungen des Evangeliums befolgen.
  4. Wir glauben, daß die ersten Grundsätze und Verordnungen sind: erstens der Glaube an den Herrn Jesus Christus; zweitens die Umkehr; drittens die Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung; viertens das Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes.
  5. Wir glauben, daß man durch Prophezeiung und das Händeauflegen derer, die Vollmacht haben, von Gott berufen werden muß, um das Evangelium zu predigen und seine heiligen Handlungen zu vollziehen.
  6. Wir glauben an die gleiche Organisation, wie sie in der Urkirche bestanden hat, nämlich Apostel, Propheten, Hirten, Lehrer, Evangelisten usw.
  7. Wir glauben an die Gabe der Zungenrede, Prophezeiung, Offenbarung, der Visionen, der Heilung, Auslegung der Zungen usw.
  8. Wir glauben, daß die Bibel, soweit richtig übersetzt, das Wort Gottes ist; wir glauben auch, daß das Buch Mormon das Wort Gottes ist.
  9. Wir glauben alles, was Gott offenbart hat, und alles, was er jetzt offenbart; und wir glauben, daß er noch viel Großes und Wichtiges offenbaren wird, was das Reich Gottes betrifft.
  10. Wir glauben an die buchstäbliche Sammlung Israels und an die Wiederherstellung der Zehn Stämme, daß Zion (das Neue Jerusalem) auf dem amerikanischen Kontinent errichtet werden wird, daß Christus persönlich auf Erden regieren wird und daß die Erde erneuert werden und ihre paradiesische Herrlichkeit empfangen wird.
  11. Wir beanspruchen für uns das Recht, Gott den Allmächtigen zu verehren, wie es uns das Gewissen gebietet, und wir gestehen allen Menschen das gleiche Recht zu, mögen sie verehren, wie oder wo oder was sie wollen.
  12. Wir glauben, daß es recht ist, einem König oder Präsidenten oder Herrscher, einer Obrigkeit untertan zu sein und den Gesetzen zu gehorchen, sie zu achten und für sie einzutreten.
  13. Wir glauben, daß es recht ist, ehrlich, treu, keusch, gütig und tugendhaft zu sein und allen Menschen Gutes zu tun; ja, wir können sagen, daß wir der Ermahnung des Paulus folgen - wir glauben alles, wir hoffen alles, wir haben viel ertragen und hoffen, alles ertragen zu können. Wenn es etwas Tugendhaftes oder Liebenswertes gibt, wenn etwas guten Klang hat oder lobenswert ist, so trachten wir danach.

Gemeinden der Kirche in Österreich

Wien 1: Silbergasse 2, A-1190 Wien
Wien 2: Böcklinstr. 55, A-1020 Wien
Wien 3: Gregorygasse 29, A-1230 Wien
Wien 4: Böcklinstr. 55, A-1020 Wien
Wien 5: Silbergasse 2, A-1190 Wien
St. Pölten: Kugelgasse 6, A-3100 St. Pölten
Wr. Neustadt: Fischauergasse 115, A-2700 Wr. Neustadt
Graz: Eckertstr. 136, A-8020 Graz Bruck/Mur: Mittergasse 22, A-8800 Bruck
Judenburg: Eder Bastei 3-5, A-8750 Judenburg
Linz: Spaunstr. 83, A-4020 Linz
Linz Urfahr: Spaunstr. 83, A-4020 Linz
Steyr: Johannesgasse 23, A-4400 Steyr
Haag/Hausruck: Obermeggenbach 19, A-4680 Haag/Hausruck
Wels: Camillo-Schulz-Str. 30, A-4600 Wels
Salzburg: A.-Rohracher-Str. 20, A-5020 Salzburg
Salzburg Flachgau: A.-Rohracher-Str. 20, A-5020 Salzburg
St. Johann: Badweg 3, A-5600 St. Johann
Klagenfurt: Hirschenwirtstr. 17, A-9020 Klagenfurt
Villach: Wiesensteig 19, A-9500 Villach
Innsbruck: Ph.-Welser-Str. 16, A-6020 Innsbruck
Dornbirn: Kehlerstr. 23, A-6850 Dornbirn

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