Schließung von Zweigniederlassungen und Panikverkäufe – ein wachsender Trend bei der WTG?

Wie bereits im vorherigen Artikel erklärt, wird es zunehmend offensichtlich, daß die WTG in eine Periode des Niedergangs eingetreten ist. Beweise für diesen Niedergang kann man in der drastischen Verringerung des Druckaustoßes an monatlichen Zeitschriften seit 2005 sehen, ein Schritt, der vor Jahrzehnten undenkbar gewesen wäre. Ein primärer Auslöser für diesen Niedergang der Finanzen der WTG sind die zurückgehenden Wachstumsraten in entwickelten (wohlhabenden) Ländern, welche die primäre Quelle des Spendeneinkommens darstellen. Diese schwindenden Spendenreserven werden aber abgerufen, um das höhere Wachstum (d.h. Druckkosten, Bauprojekte) in ärmeren Ländern zu finanzieren, was ein nicht aufrecht zu erhaltendes Finanzierungsmodell ist.

Diese sich verschlechternde Situation hat die WTG dazu gebracht, in einer beispiellosen Serie Immobilen im Werte von Millionen Dollars zu verkaufen. Die Bethel-Komplexe in Brooklyn sind bereits parzelliert und an die höchsten Bieter verkauft, obwohl dies unbestreitbar die schlechtest mögliche Zeit ist, hochwertige Immobilien zu verkaufen (mitten in einem ökonomischen Abschwung). Eine von diesen Immobilien, 183 Columbia Height, wurde vor kurzem für 6,6 Millionen Dollar verkauft, 14% unter der ursprünglichen Preisforderung! Können Sie sich vorstellen, Ihr Haus für eine Million Dollar weniger zu verkaufen, als es wert ist? Außer, natürlich, Sie brauchen wirklich verzweifelt Bargeld!

Die folgende Nachrichtenzusammenfassung beschäftigt sich mit dem Ausverkauf aus der Perspektive der Medien. Interessanterweise wird wiederholt erwähnt, daß es der lokalen Gemeinde zugute kommt, wenn Jehovas Zeugen die Gegend verlassen, da dringend benötigte Steuereinnahmen zunehmen, und die WTG als gemeinnützige Organisation steuerbefreit ist.

Aber es sind nicht nur die Bethel-Standorte, die an den höchsten Bieter abgegeben werden. Kongreßsäle wie der in Indianapolis werden ebenfalls abverkauft, und sogar Zweigbüros in mehr "entbehrlichen" Ländern wie Irland, Norwegen und Neuseeland werden geschlossen und die Einrichtungen verkauft. Im letzten Jahr sahen wir eine noch nie dagewesene Verringerung in der Anzahl an Zweigbüros, von 116 auf 98. Dies ist wiederum bezeichnend für eine globale Organisation in einem Schrumpfungsprozeß ausgelöst durch ökonomische Unsicherheit, denn es braucht beträchtliche finanzielle Mittel, ein Zweigbüro operativ zu halten – trotz der kostenlos erbrachten Arbeitsleistung.

Aber das ist nicht alles. Die Organisation ist so verzweifelt, daß sie jetzt Kreditkartenterminals in Königreichssälen installiert, um das Spendeneinkommen zu erhöhen. Die leitende Körperschaft hat scheinbar nicht in Erwägung gezogen, daß sie Verkündiger damit effektiv ermutigen, sich zu verschulden, um Spenden zu machen. Und auch wenn sie diese Möglichkeit in Betracht gezogen hat, ist sie offenbar so verzweifelt bemüht, ihr Einkommen zu erhöhen, daß sie alles versucht.

Das bringt uns zum traurigen Zustand der Versammlung Menlo Park, eine Geschichte, über die auf ex-jw.com berichtet wird. Sie sind eingeladen, die Details selbst zu überprüfen und Ihre eigenen Schlüsse zu ziehen, aber die Gerüchte, die über diese sich schnell entwickelnde Geschichte zu hören sind, sind extrem verstörend. Es entsteht das Bild einer Organisation, die vor nichts Halt macht, um sich Zugriff auf die Vermögenswerte lokaler Versammlungen zu verschaffen, und sogar die gesamte Ältestenschaft entfernt, wenn sie Einspruch erhebt. Es scheint, als ob das gesamte Versammlungs-Reorganisationsprojekt als cleverer Vorwand genutzt wird, um die Eigentumsrechte von den lokalen Ältestenschaften auf die WTG zu übertragen. Wenn das so ist, paßt es sicherlich in das Verhaltensmuster einer Organisation, die finanziell in den Seilen hängt, und alles tut, um sich über Wasser zu halten.

Die Zukunft sieht in der Tat düster aus für diese einst so stolze Organisation. Es scheint so, als ob nur ein total unerwarteter Glücksfall (z.B. der Wegfall des Internets) sie retten kann. Für mich ist die einzige Frage, wie lange es dauern wird, bis die letzte Druckausgabe des Wachtturms von der Druckerpresse rollen wird, und bis die Organisation auf eine Größe schrumpft, die unbedeutend ist. Das ist keine Frage des "ob", mehr, sondern eine Frage des "wann".

In der Zwischenzeit können wir, wie wir bereits gesehen haben, mehr Schließungen von Zweigbüros erwarten, mehr Panikverkäufe von Immobilien, mehr Kürzungen des Druckoutputs, ständig abnehmendes Wachstum, und immer phantasievoller Methoden, Spendeneinnahmen zu generieren. Was wir nicht erwarten können, daß sich die Situation auf magische Weise verbessert. Der Niedergang der Organisation hat begonnen, und er ist unaufhaltbar. Sie wird nie wieder den Einfluß und daß Betriebsniveau erreichen, die sie auf ihrem Zenith am Ende des 20. Jahrhunderts hatte."

teilweise Übersetzung von http://jwsurvey.org/cedars-blog/branch-closures-and-fire-sales-a-growing-trend-for-the-society