Ist das Jahr 607 v.u.Z. biblisch? - Berufungsschreiben Karl-Heinrich Geis

Betr: Berufung gegen Gemeinschaftsentzug wegen Abtrünnigkeit.

Ich kann einfach nicht mehr glauben, daß Jerusalem im Jahr 607 v.u.Z. zerstört wurde wie dies die Wachtturm-Gesellschaft lehrt. Ich glaube eher, daß es im Jahr 587 v.u.Z. geschah wie dies - gestützt auf unwiderlegbare Beweise der gesicherten Erkenntnis der Wissenschaft - in allen Gechichtsbüchern, in allen Enzyklopädien und in allen anderen Nachschlagewerken zu lesen ist.

Ausschlaggebend für mich ist aber, daß Gottes Wort selbst in Sacharja 7:1-5 lehrt, daß im 4. Jahr des Darius (518/517) die Juden seit 70 Jahren - Gott selbst hat dies errechnet - alljährlich wegen und seit der Zerstörung Jerusalems fasteten. Da 517+70=587 ergibt ist ohne Zweifel das Datum der Zerstörung Jerusalems gemäß der Bibel 587 v.u.Z. Die Frage für mich lautet also nicht: Wenn die Aussagen der Bibel und die Aussagen der Wissenschaft nicht übereinstimmen, wem glaubst du dann? Die Frage lautet eher: Wenn die Aussagen der Bibel und der gesicherten Erkenntnis der Wissenschaft mit den Aussagen der Wachtturm-Gesellschaft nicht übereinstimmen, wem glaubst du dann?

Da ich mich für das Jahr 587 v.u.Z. als Jahr der Zerstörung Jerusalems entschieden habe weil die Bibel und die gesicherte Erkenntnis der Wissenschaft das lehren und somit gegen die Lehre der Wachtturm-Gesellschaft verstoße, soll mir jetzt wegen ABTRÜNNIGKEIT die Gemeinschaft entzogen werden. Erinnert Euch das nicht an Galileo Galilei und an ein gewisses Kirchentribunal?

Noch erstaunlicher als die Anklage (Abtrünnigkeit) ist die scheinbare biblische Grundlage für das Urteil des Rechtskomitees: Gemeinschaftsentzug (Exkommunikation). Gegen dieses Urteil lege ich Berufung ein und begründe meine Berufung indem ich auf die Verdrehung der Tatsachen und der angewandten Bibeltexte hinweise.

1.) 2 Johannes 9-11 Jeder, der vorausdrängt und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht. Wer in dieser Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn niemals in euer Haus auf, noch entbietet ihm einen Gruß. Denn wer ihm einen Gruß entbietet, hat an seinen bösen Werken teil."

Wo habe ich gegen "die Lehre des Christus" verstoßen? Wie "drängte ich voraus"?

Ist es nicht die Wachtturm-Gesellschaft die aufgrund des falschen Datums 607 v.u.Z. das Datum 1914 errechnete und behauptet hat, wir würden seitdem in der Generation der Zeit des Endes leben? Hat nicht Jesus in Lukas 21:8 seine Jünger mit den Worten gewarnt: Seht zu, daß ihr nicht irregeführt werdet; denn viele werden aufgrund meines Namens kommen und sagen: ‚Ich bin es‘ und: ‚Die bestimmte Zeit hat sich genähert.‘ Geht ihnen nicht nach.? Ihr wißt sehr wohl daß Band 2 der Schriftstudien von Russell den Titel trug: "The Time is at Hand" (Die Zeit ist herbeigekommen). Gerade dieses Buch enthielt zahlreiche falsche Voraussagen, darunter allein sieben für das Jahr 1914. Hier zur Erinnerung eine Zusammenfassung der Voraussagen der Wachturm-Gesellschaft:

Der Beginn der „letzten Tage“ war 1799, 1874, 1910, 1914. Das Ende der „letzen Tage“ war 1914, 1925, 1975. Die Zeit für Christi „Parusie“ oder Gegenwart war 1874, 1914, 1925. Der Wachtturm stellte es als „unstrittige Tatsache“ dar, daß „Jesus unzweifelhaft 1874 erschien“ und 1878 als König zu herrschen begann. Die Auferstehung der Gesalbten erfolgte: 1878, 1918. Harmagedon sollte beginnen: 1874, 1914, 1920, 1925, um 1975. Die Zeit der Auferstehung Abrahams, Davids usw. für ein Leben auf der Erde: 1925. Das Ende von 6000 Jahren Menschheitsgeschichte: 1872 (später geändert auf 1975).

War es also nicht die Wachtturm-Gesellschaft, die immer wieder "vorausdrängte" und nicht "in der Lehre des Christus" blieb der sagte: "Von jenem Tag und jener Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater." (Matthäus 24:36)? Bin ich nun abtrünnig, weil ich das mit 1914 nicht mehr glauben kann und weil ich in der Lehre des Christus bleiben will?

2.) 2 Timotheus 2:18: Gerade diese [Männer] sind von der Wahrheit abgewichen, indem sie sagen, die Auferstehung sei bereits geschehen; und sie untergraben den Glauben einiger." Das Rechtskomitee gab als weitere biblische Grundlage meiner Abtrünnigkeit diesen Vers an um mir zu zeigen, daß ich von der Wahrheit abgewichen bin. Beachtet bitte, daß diese Worte auf Männer hinweisen die "sagen, die Auferstehung sei bereits geschehen" und die dadurch den Glauben einiger untergraben. Hat nicht die Wachtturm-Gesellschaft gelehrt, daß die Auferstehung der Gesalbten 1878 stattfand? Hat sie nicht den Glauben vieler untergraben, als sie später dieses Ereignis auf 1918 verlegt hat? Sie sagte also 1878 sei "die Auferstehung bereits geschehen" was später eindeutig als falsch erkannt wurde! Auf wen treffen also die Worte in 2. Timotheus 2:18 zu, auf mich oder auf die "Männer" der Wachtturm-Gesellschaft? ("Doch wegen eines grundlegenden Punktes, nämlich wegen ihrer Lehre über die Zeit der Auferstehung, brandmarkte Paulus sie rechtmäßigerweise als Abtrünnige, mit denen treue Christen keine Gemeinschaft haben sollten schreibt Der Wachtturm vom 1.4.1986 S.31 über solche Männer!)

3.) 1. Korinther 1:10: Nun ermahne ich euch, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle übereinstimmend redet und daß keine Spaltungen unter euch seien, sondern daß ihr in demselben Sinn und in demselben Gedankengang fest vereint sein mögt." Damit wollte das Rechtskomitee mir zeigen, daß ich Spaltungen verursache wenn ich nicht so rede wie die Wachtturm-Gesellschaft es vorschreibt. Die Einheit sei gefährdet!

Ich darf in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, daß in der Bibel das wahre Band der Einheit die Liebe ist und nicht die Lehrmeinung der Wachtturm-Gesellschaft. <>(Kolosser 3:14). Schon Russell, der erste Präsident der Wachtturm-Gesellschaft erkannte:

Es ist jedoch ein allgemeiner Fehler zu versuchen, das, was von dem einzelnen gilt, auf eine Versammlung anzuwenden; mit anderen Worten, zu versuchen, daß alle von den gleichen Voraussetzungen zu den gleichen Schlüssen gelangen, daß das Wort des Herrn vom einen wie vom anderen genau gleich verstanden wird... Niemand sollte alle dazu zwingen wollen, in allen Einzelheiten genau gleich zu sehen, wie er selbst oder wie die Mehrheit sieht. „Im Wesentlichen einig, im Unwesentlichen verträglich“, sei die Lösung.

Die Schriftstudien, Band 6: „Die Neue Schöpfung“, Ausgabe 1926, Seite 331 und 332

Paulus, wie auch die anderen christlichen Bibelschreiber, anerkannte, daß Christen in Nebenfragen durchaus unterschiedlicher Meinung sein konnten. Die Ursachen mochten in der verschiedenen christlichen Reife, im unterschiedlichen Erkenntnisstand oder in anderen Gründen liegen. Er schrieb:

Der eine hat den Glauben, alles essen zu können, der Schwache aber ißt vegetarische Kost. Der Essende blicke nicht auf den Nichtessenden herab, und der Nichtessende richte den nicht, der ißt, denn Gott hat diesen willkommen geheißen. Wer bist du, daß du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt seinem eigenen Herrn. In der Tat, er wird zum Stehen veranlaßt werden, denn Jehova kann veranlassen, daß er steht. Einer urteilt, ein Tag sei über einem anderen; ein anderer urteilt, ein Tag sei wie alle anderen; jeder [Mensch] sei in seinem eigenen Sinn völlig überzeugt. Wer den Tag beobachtet, beobachtet ihn für Jehova. Auch wer ißt, ißt für Jehova, denn er sagt Gott Dank; und wer nicht ißt, ißt nicht für Jehova und sagt Gott dennoch Dank.

Römer 14:2-6

Paulus sieht hier keinen Grund, einem Andersdenkenden die Gemeinschaft zu entziehen!

Wenn sich ihre Prophezeiungen als falsch erwiesen hat die Wachtturm-Gesellschaft immer wieder darauf hingewiesen, daß solche Daten unwichtig seien. Einerseits bagatellisiert man also Daten wenn die Wachtturm-Gesellschaft sich geirrt hat, glaubt aber ein Zeuge Jehovas nicht mehr an ein solches Datum wie 607 v.u.Z., dann ist es so schlimm daß er ausgeschlossen werden muß! Hat nicht unser verstorbener Präsident, Bruder F.W.Franz auf einem Kongreß öffentlich gesagt (Der Wachtturm 1.1.1967 S. 22): "Das Buch [Ewiges Leben...] gibt lediglich die Chronologie an. Ihr könnt sie annehmen oder ablehnen"? Hat man Bruder Franz ausgeschlossen weil er öffentlich und vor vielen Zeugen die Brüder dazu eingeladen hat, die Chronologie der Gesellschaft abzulehnen (reject) wenn sie es wollten? Man hat es nicht getan! Warum sollte man es denn jetzt mit mir tun? Gilt nicht ein und dasselbe Gesetz für den Geringen wie für den Großen? Sagt nicht Gottes Gesetz: "Ihr sollt keine Ungerechtigkeit begehen im Gericht. Du sollst den Geringen nicht mit Parteilichkeit behandeln, und du sollst die Person eines Großen nicht bevorzugen. Mit Gerechtigkeit solltest du deinen Genossen richten"? (3. Mose 19:15).

4.) Der Wachtturm vom 1.4.1986 S.30, 31. Hier fanden die Ältesten des Rechtskomitees die wirkliche Grundlage für meinen Gemeinschaftsentzug, nicht in der Bibel. In diesem Artikel wird die Frage aufgeworfen: "Warum haben Jehovas Zeugen einige Personen, die sich immer noch zum Glauben an Gott, die Bibel und Jesus Christus bekennen, wegen Abtrünnigkeit ausgeschlossen (exkommuniziert)?"

"Eine anerkannte Mitverbundenheit mit Jehovas Zeugen erfordert,

[1] daß man die Gesamtheit der wahren Lehren der Bibel akzeptiert,

[2] einschließlich jener biblischen Glaubensinhalte, die nur Jehovas Zeugen vertreten.

Um welche Glaubensinhalte handelt es sich dabei? [Zum Beispiel]... Daß das Jahr 1914 durch das Ende der Zeiten der Nationen und die Aufrichtung des Königreiches Gottes im Himmel sowie durch die Zeit für Christi vorhergesagte Gegenwart gekennzeichnet ist."

Genau diese Einteilung

[1] Gottes Wort

[2] Menschenlehren

verurteilte Jesus schärfstens in Markus 7: 9, 13: „Geschickt setzt ihr das Gebot Gottes beiseite, um an eurer Überlieferung festzuhalten. [Jesus hat zum Beispiel gesagt: 'Siehe, ich komme wie ein Dieb'...'Wacht deshalb beharrlich, weil ihr nicht wißt, an welchem Tag euer Herr kommt'. Ihr aber sagt: 1874, 1878, 1914, 1925, 1975] und so macht ihr das Wort Gottes durch eure Überlieferung ungültig, die ihr übermittelt habt. Und vieles, was diesem ähnlich ist, tut ihr.“

Es gibt also keinen biblischen Grund, mir die Gemeinschaft zu entziehen. Die gottentehrende Menschenlehre, daß 1914 die Zeit des Endes begann und daß diese Generation das Ende noch sehen sollte hat viele Menschen veranlaßt, über Gott und Christus zu spotten. Diese Überlieferung von Russell, die er vom Adventisten Barbour übernahm, ist die wahre Grundlage für meinen Ausschluß!

Meine Berufung gegen das Urteil ist hiermit hinreichend begründet. Ich sehe keine Notwendigkeit, den ganzen Ablauf vor dem Rechtskomitee am 29.8.1998 hier zu kommentieren. Am Samstag, den 5. September besuchten mich dann zwei Ältesten des Rechtskomitees um mich zu fragen ob ich bereue gesagt zu haben, daß die Wachtturm-Gesellschaft die Menschen mit dem Datum 607 v.u.Z. und mit der Lehre über 1914 irreführt. Männer, Brüder! Wie könnte ich bereuen wenn doch über alle falschen Prophezeiungen der Wachtturm-Gesellschaft in 5. Mose 18:21, 22 steht:

Und falls du in deinem Herzen sagen solltest: „Wie werden wir das Wort erkennen, das Jehova nicht geredet hat?“ — wenn der Prophet im Namen Jehovas redet, und das Wort trifft nicht ein oder bewahrheitet sich nicht, so ist dieses das Wort, das Jehova nicht geredet hat. Mit Vermessenheit hat der Prophet es geredet. Du sollst vor ihm nicht erschrecken.

Man verlangt von mir, der Wachtturm-Gesellschaft zu folgen, ungeachtet wohin sie geht. Bin ich ein Abtrünniger weil ich lieber "dem Lamm beständig [folge], ungeachtet wohin es geht" (Offenbarung 14:4)? Einer der Ältesten, der bereit war als Zeuge gegen mich auszusagen, sagte mir in einem Privatgespräch daß er der Organisation folgt und wenn SIE sich irrt, dann muß SIE Rechenschaft ablegen. Ich wies ihn darauf hin, daß genau das die Verteidigung "der Befehlsempfänger" in den Nürnberger Prozessen war. Nach einer Zeit des Schweigens sagte er: "Ja du hast recht, jeder von uns muß Rechenschaft für sich selbst ablegen." Dann muß auch jeder selbst prüfen und genau das habe ich getan und zweifle nun an der Lehre über 1914 auf der Grundlage von 607 v.u.Z.! (1 Thess 5:21) Wäre es also für die Ältesten nicht angebracht, den Rat zu befolgen: „Fahrt auch fort, einigen, die Zweifel haben, Barmherzigkeit zu erweisen; rettet sie, indem ihr sie aus dem Feuer reißt“ (Judas 22, 23) und nicht streng dogmatisch zu sein? Ich habe keine Zweifel über Gottes Wort, sondern über Menschenlehren! Einer der Ältesten des Rechtskomitees sagte mir: "Wir haben auch unsere Zweifel."

Wie ist es möglich, daß Männer, die selbst Zweifel haben, einen anderen exkommunizieren, der Zweifel hat?

Im Grunde verlangt man von mir, ein Heuchler zu werden. Wenn ich schweige passiert mir nichts. Wie die Apostel vor dem Sanhedrin habe ich den Ältesten des Rechtskomitees gesagt:

Ob es in den Augen Gottes gerecht ist, eher auf euch zu hören als auf Gott, urteilt selbst. Wir aber, wir können nicht aufhören, von den Dingen zu reden, die wir gesehen und gehört haben... Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen.

Apostelgeschichte 4:19-20; 5:29

Der Wachtturm vom 15.4.1974, S. 227-229 beschreibt sehr treffend in welcher Situation ich mich befinde:

Kann man sagen, es sei lieblos, wenn jemand Menschen vor einer drohenden Gefahr, die sie nicht wahrnehmen, warnt oder wenn er sie darauf aufmerksam macht, daß sie von Personen irregeführt werden, die sie als ihre Freunde betrachten? Sie mögen es vorziehen, die Warnung in den Wind zu schlagen. Oder vielleicht nehmen sie sie sogar übel. Enthebt ihn das aber der Verantwortung, die Betreffenden zu warnen?

Wenn du zu den Menschen gehörst, die Gott treu bleiben möchten, solltest du dich mit solchen Fragen auseinandersetzen. Wieso? Weil Diener Gottes zu allen Zeiten in Situationen kamen, in denen sie sich mit solchen Fragen auseinandersetzen mußten. Sie waren verpflichtet, Unwahrheit ... bloßzustellen und die Menschen vor Gefahren und vor Täuschung zu warnen - nicht nur im allgemeinen Interesse, sondern ganz besonders im Interesse der reinen Anbetung. Es wäre viel leichter gewesen, Stillschweigen zu bewahren oder nur das zu sagen, was die Menschen gern hören wollten. Ihre Treue zu Gott und ihre Liebe zum Nächsten bewog sie jedoch zu reden (Spr 27:5; Jes 30:9-11; Hes 33:7,8).

Jesus wußte, in welch hohem Ansehen die religiösen Führer beim Volk standen, das sehr auf sie vertraute. Veranlaßte ihn dies aber, zu schweigen und nicht warnend seine Stimme zu erheben? Keinesfalls, denn er beschuldigte sie nachdrücklich und in aller Öffentlichkeit, Gott und Menschen verraten zu haben, Ansehen und Ehre zu lieben, ... und er hielt ihnen vor, diejenigen zu verfolgen, die die göttliche Wahrheit bekanntmachten (Matt. 23:1-36).

Obgleich sich diese Männer verschworen hatten, Jesus zu töten, wurde Jesus durch seine Treue gegenüber Gott dazu veranlaßt, zum Nutzen all derer, die Gerechtigkeit liebten, die Wahrheit bekanntzumachen. Auch seine Apostel folgten demselben Lauf der Treue und ließen sich nicht mundtot machen (Apg 5:27-32, 40-42).

Sehen wir uns heute nicht ähnlichen Verhältnissen gegenübergestellt? (Jer 6:13-15). Bist auch du der Meinung, daß man Lügen nicht widerspruchslos hinnehmen sollte? Wie verhält es sich dann, wenn Unwahrheiten über Gott verbreitet werden und Gottes Vorhaben falsch dargestellt wird? ... Vielleicht bist du auch dafür, daß Unrecht bloßgestellt werden sollte. Was aber, wenn es von religiös eingestellten Leuten begangen wird, vielleicht von Mitgliedern deiner Kirche? Veranlaßt dich die Treue zu Gott, für das einzutreten, was recht ist?

So wie Jesus und die Apostel nicht schweigen konnten, so kann auch ich nicht schweigen! Nun denn, bin ich euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage?" (Galater 4:16)

Es liegt nun in Eurer Hand. Ihr wißt daß die Ältesten des Rechtskomitees nichts ohne Eure Anweisungen tun werden. Was auch immer Ihr entscheidet, bedenkt daß Jesus solche Situationen vorausgesagt hat: "Man wird euch ... ausschließen. Ja die Stunde kommt, da jeder, der euch tötet [dazu gehört auch Rufmord], meinen wird, er habe Gott einen heiligen Dienst erwiesen" (Johannes 16:2). Was nun mich betrifft, so werde ich mein Vertauen in den Vater setzen, wissend daß die Worte seines Sohnes sich erfüllen werden: "Darum fürchtet euch nicht vor ihnen; denn es ist nichts zugedeckt, was nicht aufgedeckt, und [nichts] verborgen, was nicht bekanntwerden wird" (Matthäus 10:26).

Möge die unverdiente Güte und die Weisheit unseres Herrn Jesus Christus mit dem Geist sein, den Ihr bekunden werdet,

Karl-Heinrich Geis, 1998

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