Ela verließ eine Organisation, die für sie Gott schon lang verlassen hatte

An die Ältesten der Versammlung xxxx,

hiermit möchte ich euch mitteilen, dass ich mit sofortiger Wirkung nicht mehr zu den Zeugen Jehovas zählen möchte.

Vor 12 Jahren habe ich mich taufen lassen. Bis dahin und von da an erst recht habe ich sehr viel studiert. Ich habe dabei gelernt, dass es auf mein Verhältnis zu Jehova ankommt. Ich habe ein Gewissen vor Jehova aufgebaut und mich immer bemüht, mich so eng wie möglich an sein Wort zu halten. Die Gesetze der Bibel zu halten ist mir daher das wichtigste, was es gibt. Als Grundlage für diesen Glauben galt immer die Bibel.

Dachte ich jedenfalls immer!

Ich dachte immer, dass es in meinem Glauben darauf ankommt, der Bibel zu gehorchen. Jetzt musste ich aber feststellen, dass es bei der internen Rechtsprechung aber darum geht, der Auslegung der Zeugen Jehovas zu gehorchen. Aber ich stelle inzwischen in Frage, ob die Auslegung der Zeugen Jehovas wirklich mit dem Willen Jehovas übereinstimmt.

Kürzlich musste ich leider feststellen, dass ich mir beim Studieren eigentlich nur die Literatur der Wachturm-Gesellschaft zur Grundlage gemacht habe. Das hatte zur Folge, dass ich im großen und ganzen die Meinung und Auslegung der WTG übernommen habe. Ich hatte immer das Vertrauen, dass das alles nur richtig sein kann. Jetzt habe ich festgestellt, dass man auch selber prüfen muss, ob es wirklich das Richtige ist. Diese Literatur ist von unvollkommenen Menschen geschrieben, die aber von sich behaupten, Propheten zu sein.

Der Wachtturm, 1. Juli 1972, S.389

Dieser `Prophet‘ war kein einzelner Mensch, sondern eine Körperschaft von Männern und Frauen. Es war die kleine Gruppe der Fußstapfennachfolger Jesu Christi, die damals als Internationale Bibelforscher bekannt waren. Heute sind sie als christliche Zeugen Jehovas bekannt.

Wenn das alles prophezeit sein soll, dann muss das doch auch alles richtig sein. Aber warum gibt es dann Veränderungen, die als neues Licht beschrieben werden? Wenn es eine Prophezeiung sein soll, kann es doch nicht später verändert werden.

Das Paradies für die Menschheit durch die Theokratie wiederhergestellt, 1973, S.355

Jehova, der Gott der wahren Propheten, wird alle falschen Propheten in Schande geraten lassen, entweder dadurch, daß er die falsche Voraussage solcher Propheten, die sich dieses Amt selbst anmaßen, nicht erfüllen läßt oder indem er seine eigenen Prophezeiungen auf eine Weise verwirklicht, die zu derjenigen der falschen Propheten im Gegensatz steht. Falsche Propheten werden den Grund für die Schande zu verbergen suchen, indem sie verleugnen, wer sie wirklich sind.

So gibt es auch Veränderungen, die später nur so dargestellt werden, als wenn es nur einige Brüder gedacht hätten.

Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1975, S. 145

Das Jahr 1925 war für viele Brüder ein trauriges Jahr. Einige strauchelten; ihre Hoffnungen waren enttäuscht worden. Sie hatten gehofft, daß einige der ‚alttestamentlichen Überwinder‘ auferstehen würden. Statt dies als eine ‚Wahrscheinlichkeit‘ anzusehen, lasen sie hinein, daß dies mit ‚Sicherheit‘ kommen würde, und manche bereiteten alles für ihre lieben Angehörigen vor, da sie deren Auferstehung erwarteten.

Diese hatten das aber aus der Literatur. Ich habe immer gedacht, es gab nicht wirklich richtige Endzeitprophezeiungen in der Literatur. Jetzt musste ich feststellen, dass das tatsächlich so versprochen wurde. Ich war entsetzt, als ich das so las.

Das Goldene Zeitalter, 15. März 1924

Wir erwarten mit voller Gewißheit, daß die jetzige große Drangsal ... im Jahre 1925, etwa im Herbst, ihren furchtbaren Höhepunkt erreicht und alsdann zum endgültigen Abschluß kommen wird ... Wir erwarten mit absoluter Zuverlässigkeit die nach der Drangsal beginnende Auferstehung der gesamten Menschheit

So gab es auch früher Gesetze, die in der Literatur aufgestellt wurden. Zum Beispiel wurde man bei Annahme einer Organtransplantation als Kannibale behandelt.

Erwachet!, 8. September 1968, S. 22

Es gibt Personen, wie die christlichen Zeugen Jehovas, die alle Transplantationen von Mensch zu Mensch als Kannibalismus betrachten. Ist es nicht Kannibalismus, das Fleisch eines anderen Menschen zu verwenden, um das eigene Leben zu erhalten?

Bei Nichteinhalten wurde man ausgeschlossen. Später wurden diese Gesetze aber verändert. Und so ein Ausschluss blieb weiterhin bestehen. Heute ist es eine Gewissensentscheidung, ob man eine Organtransplantation annimmt oder nicht.

Der Wachtturm, 15. Juni 1980, S. 31

Ob man sich Gewebe oder Knochen eines andern Menschen einpflanzen lassen darf, muß jeder Zeuge Jehovas in Übereinstimmung mit seinem Gewissen entscheiden. Einige Christen mögen der Auffassung sein, es sei Kannibalismus, wenn man Gewebe oder Körperteile eines anderen Menschen in den eigenen Körper aufnimmt. ... Es ist eine Sache, die jeder einzelne persönlich entscheiden muß (Gal. 6:5). Das Rechtskomitee der Versammlung würde keine disziplinarischen Maßnahmen ergreifen, wenn sich jemand ein Organ einpflanzen läßt.

Warum dürfen Zeugen Jehovas Blutfraktionen akzeptieren (die aus gespendetem Blut hergestellt werden) aber nicht selber Blut spenden (um damit evtl. auch "Brüder" zu retten)?

Der Wachtturm, 1. Juni 1990, S. 30, 31

Zeugen Jehovas lehnen daher sowohl Vollbluttransfusionen ab als auch eine für denselben Zweck empfohlene Infusion von Hauptbestandteilen des Blutes (rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen, Blutplättchen und Plasma) ... Daß einige Plasmafraktionen auf natürliche Weise in das Kreislaufsystem einer anderen Person (des Fetus) transportiert werden, mag zu einer weiteren Überlegung Anlaß geben, wenn ein Christ zu entscheiden hat, ob er sich Immunglobulin, Albumin oder eine ähnliche Plasmafraktion injizieren lassen soll oder nicht. Der eine sagt sich vielleicht, daß er es guten Gewissens tun kann, der andere mag zu einem gegenteiligen Schluß kommen. Jeder muß vor Gott die Angelegenheit selbst entscheiden.

Es verwunderte mich auch sehr, zu erfahren, dass die Publikationen der Wachtturmgesellschaft im Nachhinein geändert wurden. So wurde zum Beispiel ein Zitat in der elektronischen Fassung auf der CD verändert.

Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt, S. 88, 89 gedruckte Ausgabe 1968, deutsch

In einem vor kurzem erschienen Buch, betitelt: Famine - 1975! (Hunger - 1975!), heißt es über die heutige Lebensmittelknappheit: „In den unterentwickelten Gebieten der Tropen und Subtropen grassiert der Hunger in einem Land nach dem anderen und auf einem Kontinent nach dem anderen. Die heutige kritische Situation kann sich nur in einer Richtung entwickeln - zur Katastrophe. Heute hungern die Nationen; morgen verhungern sie. Bis 1975 werden in vielen Hungerländern Rechtlosigkeit, Anarchie, Militärdiktatur, galoppierende Inflation, Zusammenbruch des Verkehrswesens, Chaos und Unruhen an der Tagesordnung sein.“

Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt, Watchtower Library CD 2001, deutsch

Berichte aus neuerer Zeit haben gezeigt, daß der ständige Mangel an ausreichender Nahrung, der zu chronischer Unterernährung führt, zu dem „bedeutendsten Welthungerproblem der heutigen Zeit“ geworden ist. Die in London erscheinende Times berichtete: „Es hat schon immer Hungersnöte gegeben, aber das Ausmaß und die Allgegenwärtigkeit der heutigen Hungersituation hat völlig neue Dimensionen erreicht. ... Heute sollen über eine Milliarde Menschen von Unterernährung betroffen sein; möglicherweise 400 Millionen leben ständig am Rande des Hungertodes“ (3. Juni 1980).

Warum wird der Inhalt eines Buches 14 Jahre nach der Herausgabe geändert - zumal es sich um Zitate handelt, die man ja nicht als Lehrsatz sondern durchaus nur als persönliche Meinung verstehen muss? In beiden Fällen wurden Zitate ersetzt, die deutlich auf das Jahr 1975 zielten. Die Wachtturm-Gesellschaft hat ihre eigenen Argumente offenbar für zu kompromittierend empfunden und deshalb entfernt.

Außerdem wird uns die Uno als böses Tier definiert, warum tritt die Wachtturmgesellschaft ihr aber bei?

Diese und weitere Punkte innerhalb der Organisation haben meiner Ansicht nach leider nichts mehr mit menschlicher Unvollkommenheit zu tun. Diese Punkte sind für mich so gravierend, dass ich nach intensiver Nachforschung innerhalb der Publikationen und Gebet nicht der Meinung bin, dass das der Weg ist, den Jehova für die Nachfolger seines Sohnes haben möchte. Ich denke außerdem, dass es für Jehova darauf ankommt, seine Gesetze einzuhalten und er allein hat das Recht, mich zu richten.

Ich möchte mich auf gar keinen Fall von Jehova abwenden, sondern mich ihm in noch vollerem Umfang zuwenden. Wenn ich diesen Schritt nicht machen würde, würde ich anfangen zu heucheln. Und das würde Jehova ganz und gar nicht gutgeheißen.

Die Freundschaften, die ich in der Versammlung geschlossen habe, sind mir immer sehr viel wert gewesen, und ich wünschte mir, meine Freunde, Schwestern und Brüder könnten diesen Schritt verstehen. Ich gebe zu, dass ich vor diesen Erkenntnissen solch einen Schritt auch nie hätte verstehen können. Da es in den Publikation ja auch immer so dargestellt wird, als wenn sich jeder, der sich den Zeugen Jehovas abwendet automatisch auch Jehova abwendet. Das habe ich auch blindlings geglaubt.

Ich muss befürchten, dass meine Kontakte in der Versammlung als beendet betrachtet werden, sobald ich offiziell nicht mehr dazugehöre. Ich weiß, dass die Gesetze der Organisation der Zeugen Jehovas vorschreiben mit mir dann keinen Umgang mehr zu haben. Auch wenn das nicht in der Bibel steht, da ich damit noch lange kein

Hurer oder ein Habgieriger oder ein Götzendiener oder ein Schmäher oder ein Trunkenbold oder ein Erpresser! (1. Korinther 5:11)

bin. Ich diene Jehova nach MEINEM Gewissen. Ich hoffe, dass es irgendwann wieder ein Miteinander geben wird.


An alle meine Freunde,

heute möchte ich euch eine sehr wichtige Entscheidung mitteilen, die ich getroffen habe. Ich hätte es euch auch allen gerne persönlich mitgeteilt, aber das ließ meine Kraft leider nicht zu.

Heute vor 12 Jahren habe ich mich als Zeuge Jehovas taufen lassen. Bis dahin und von da an erstrecht habe ich sehr viel studiert. Ich habe dabei gelernt, dass es auf mein Verhältnis zu Jehova ankommt. Ich habe ein Gewissen vor Jehova aufgebaut und mich immer bemüht, mich so eng wie möglich an sein Wort zu halten. Die Gesetze der Bibel zu halten ist mir daher das wichtigste, was es gibt. Als Grundlage für diesen Glauben galt immer die Bibel.

Dachte ich jedenfalls immer!

Ich dachte immer, dass es in meinem Glauben darauf ankommt, der Bibel zu gehorchen.

Ich bin auf gewisse Punkte innerhalb der Organisation gestoßen, die leider nichts mehr mit menschlicher Unvollkommenheit zu tun haben. Diese Punkte sind für mich so gravierend, dass ich nach intensiver Nachforschung innerhalb der Publikationen und Gebet nicht der Meinung bin, dass das der Weg ist, den Jehova für die Nachfolger seines Sohnes haben möchte.

Ich möchte mich auf gar keinen Fall von Jehova abwenden, sondern mich ihm in noch vollerem Umfang zuwenden. Wenn ich diesen Schritt nicht machen würde, würde ich anfangen zu heucheln. Und das würde Jehova ganz und gar nicht gutgeheißen.

Ich werde also auf eigenen Wunsch die Zugehörigkeit der Zeugen Jehovas verlassen.

Wenn ihr genauer wissen wollt, was mich zu diesem Schritt bewegt hat, und wenn ihr es wirklich wissen wollt, kann ich es euch gerne detailliert darlegen.

Unsere Freundschaft ist mir immer sehr viel wert gewesen, und ich wünschte mir, ihr könntet diesen Schritt verstehen. Ich gebe zu, dass ich vor diesen Erkenntnissen solch einen Schritt auch nie hätte verstehen können. Da es in den Publikation ja auch immer so dargestellt wird, als wenn sich jeder, der sich den Zeugen Jehovas abwendet automatisch auch Jehova abwendet. Das habe ich auch blindlings geglaubt.

Ich muss befürchten, dass ihr unsere Freundschaft wahrscheinlich als beendet betrachten werdet, sobald ich offiziell nicht mehr dazugehöre. Ich weiß, dass die Gesetze der Organisation der Zeugen Jehovas vorschreiben mit mir dann keinen Umgang mehr zu haben. Auch wenn das nicht in der Bibel steht, da ich damit noch lange kein

Hurer oder ein Habgieriger oder ein Götzendiener oder ein Schmäher oder ein Trunkenbold oder ein Erpresser

bin. Ich diene Jehova nur nach MEINEM Gewissen. Ich hoffe, dass es wieder ein Miteinander geben wird.

In ganz ganz liebevoller Umarmung,