Für die Mehrheit der Zeugen Jehovas gilt eine ganz einfache Weltanschauung. Auf der einen Seite "die Wahrheit" und auf der anderen "die Welt". Hier hohe moralische Ansprüche und dort jede Form von Unmoral. Kinderschänder kommen nach dieser simplifizierten Denke nur unter katholischen Geistlichen vor, genauso wie Betrüger, fremdgehende Ehemänner und drogensüchtige Kinder. Das die Realität ganz anders aussieht, merkt man erst, wenn man sehr viele Kontakte unter Zeugen Jehovas hat. Und wenn man systematisch die Berichterstattung in den Medien beobachtet.

"Fundamentalismus ist nicht unser Stil"

Anlässlich eines, wie sie es selbst nennen - "Teilerfolges" vor Gericht auf dem Weg zur Körperschaft des öffentlichen Rechts hat der Redakteur der "Schwäbische Zeitung", Roland Reck, ein Interview mit einem Konvertiten der Zeugen Jehovas geführt.

Die Leute mit dem "Wachtturm"

Die christliche Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas hat weltweit rund sechs Millionen Anhänger. In Deutschland gehören ihr rund 165.000 Mitglieder an, davon sind ca. 2000 hauptamtliche Mitarbeiter der Organisation. Die deutsche Zentrale ist in Selters im Taunus. Die internationale Gemeinschaft hat ihren Sitz in New York.

Sonst steht eines Tages Scientology auf der Matte

Professor Christoph Link zum Karlsruher Urteil:
"Sonst steht eines Tages Scientology auf der Matte"

Der Erlanger Kirchenrechter Christoph Link hat 1997 ein Gutachten erstellt, das davon abriet, den Zeugen Jehovas jene Privilegien einzuräumen, die auch Kirchen und weitere 30 Religionsgemeinschaften haben. Wie bewertet er die Entscheidung?

Die Zeugen Jehovas auf dem Weg zur Normalität?

Das Ende ist nah
Der säkulare Staat greift nicht mehr nach der Seele des Menschen. „Er beschützt gleichermaßen Glauben und Unglauben“, so hat der Erlanger Kirchenrechtler Christoph Link einmal in der NZ geschrieben. Der manchmal ausufernde Pluralismus ist der Preis dieser Freiheit.