Für die Mehrheit der Zeugen Jehovas gilt eine ganz einfache Weltanschauung. Auf der einen Seite "die Wahrheit" und auf der anderen "die Welt". Hier hohe moralische Ansprüche und dort jede Form von Unmoral. Kinderschänder kommen nach dieser simplifizierten Denke nur unter katholischen Geistlichen vor, genauso wie Betrüger, fremdgehende Ehemänner und drogensüchtige Kinder. Das die Realität ganz anders aussieht, merkt man erst, wenn man sehr viele Kontakte unter Zeugen Jehovas hat. Und wenn man systematisch die Berichterstattung in den Medien beobachtet.

Das Märchen vom Widerstand im Dritten Reich

Seit vergangenen Dienstag wird im Bürgerhaus Bornheim die Ausstellung „Standhaft trotz Verfolgung – Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime" präsentiert. Anlaß genug für eine kontroverse Diskussion über die Rolle der Wachtturm-Gesellschaft – gestern und heute.

Zeugen Jehovas rufen Bundesverfassungsgericht an

Pressemitteilung der Zeugen Jehovas
Die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas in Deutschland hat gestern beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997 eingelegt.

Mit diesem Urteil hatte das höchste deutsche Verwaltungsgericht unter Aufhebung zweier vorinstanzlicher Urteile eine Entscheidung der Berliner Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten aus dem Jahre 1993 bestätigt, mit der ein Antrag der Religionsgemeinschaft abgelehnt worden war, den Zeugen Jehovas durch Gewährung der Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts dieselben Rechte zu gewähren wie zuvor schon über 30 anderen Religionsgemeinschaften. Hiergegen hatte die Religionsgemeinschaft Klage erhoben, der vom Verwaltungsgericht Berlin im Oktober 1993 stattgegeben worden war. Das Oberverwaltungsgericht hatte diese Entscheidung 1995 bestätigt.

Zentral gesteuerte Leserbriefe?

Wer die totalitäre Struktur der Zeugen Jehovas kennt, weiß nur allzu genau, daß die freie Meinungsäußerung in diesen Kreisen keinen allzu hohen Stellenwert hat.