Haben Zeugen Jehovas versucht, Missbrauchsfälle zu vertuschen?

Missbrauchsfälle bei den Zeugen Jehovas sind ja leider nichts Neues und zeigen immer wieder, dass es mit dem eigenen Anspruch, bessere Menschen zu sein, nicht weit her ist.

So berichtet der Berliner Tagesspiegel in seiner Onlineausgabe am 9.2.2010 von der Verurteilung eines 49 jährigen Zeugen Jehovas, der sich unter dem Vorwand eines sog. Heimbibelstudiums an der 13-jährigen Tochter der Familie verging.

Vor dem Landgericht räumte der gelernte Maurer die Vorwürfe gestern ein. Wegen sexuellen Missbrauchs wurde er zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem verhängten die Richter eine Kontaktsperre.

Onlineausgabe Tagesspiegel, 9.2.2010

Aber was der Schwarzwälder Bote hier aus Rottweil berichtet, hat eine ganz andere Qualität und wäre, wenn sich die Vorwürfe als richtig und beweisbar herausstellen, ein handfester Skandal, der den ZJ sehr öffentlichkeitswirksam die Maske der frommen, leicht weltfremden aber ansonsten durch und durch harmlosen Religionsgemeinschaft herunterreißen würde:

Die regionale Organisation der Zeugen Jehovas soll nach dem Bekanntwerden des Vorfalls eine interne, nicht öffentliche, »theokratische« Lösung ohne Anzeige bei der Polizei beziehungsweise der Staatsanwaltschaft angestrebt haben: Gott werde den Täter schon strafen. Der Beschuldigte, der seit vielen Jahren führende Positionen bei den Zeugen Jehovas begleitet, sei von sämtlichen Ämtern enthoben und aus der Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen worden – mehr aber nicht.

Onlineausgabe Schwarzwälder Bote, 19.2.2010

Sollte das im Verfahren hieb- und stichfest bewiesen werden können, dann könnte das ein interessantes Frühjahr 2010 werden. Wir dürfen gespannt sein...