"Sind die Zeugen Jehovas eine Sekte?"

Bei einigen Menschen beschwört das Wort „Sekte“ Bilder von seltsam gekleideten Menschen mit rasierten Köpfen oder Tamburins herauf. Doch aufgrund anderer Definitionen könnten anscheinend auch Jesus und seine Jünger unter den Juden ihrer Tage als Sekte bezeichnet werden. Die Bedeutungen des Wortes rangieren von einer bloßen „Sekte“ bis zur Gruppe von Anhängern eines bestimmten Glaubenssystems.

In Anerkennung dieser unterschiedlichen Wahrnehmung von Sekten reagierte die Wachtturm-Gesellschaft auf die Vorwürfe einiger Antisektenorganisationen, Jehovas Zeugen seien eine „Sekte“ im Wachtturm mit der Überschrift Was ist eine Sekte?

Ob eine religiöse Gruppe wie die Zeugen Jehovas dafür in Frage kommen, als Sekte bezeichnet zu werden, ist eine andauernde Debatte, selbst unter ehemaligen Mitgliedern der Religion.

Bei einigen Menschen beschwört das Wort „Sekte“ Bilder von seltsam gekleideten Menschen mit rasierten Köpfen oder Tamburins herauf - Menschen, die an geschäftigen Straßenecken singen, oder eine kleine Gruppe von Extremisten, die sich in einem einsam gelegenen Farmhaus verschanzen, oder den Massenselbstmord einer Gruppe religiöser Eiferer mit einem charismatischen Führer. Doch aufgrund anderer Definitionen könnten anscheinend auch Jesus und seine Jünger unter den Juden ihrer Tage als Sekte bezeichnet werden. Allgemein gesagt wird in den Definitionen des Wortes in Wörterbüchern wenig unterschieden. Die Bedeutungen rangieren von einer bloßen „Sekte“ bis zur Gruppe von Anhängern eines bestimmten Glaubenssystems.

In Anerkennung dieser unterschiedlichen Wahrnehmung von Sekten reagierte die Wachtturm-Gesellschaft auf die Vorwürfe einiger Antisektenorganisationen, Jehovas Zeugen seien eine „Sekte“, im Wachtturm vom 15. Februar 1994. In einem Artikel mit der Überschrift Was ist eine Sekte lesen wir auf Seite 4:

Der Begriff „Sekte“ wird von vielen wahllos gebraucht, da sie sich der eigentlichen Wortbedeutung nicht bewußt sind. Einige Theologen vermeiden es tatsächlich, diesen Begriff zu verwenden, um keine Verwirrung zu stiften.

Gemäß der Brockhaus Enzyklopädie ist das Wort Sekte „die urspr[ünglich] neutrale Bezeichnung einer (philosoph[ischen], religiösen oder polit[ischen]) Richtung oder Gefolgschaft“. Entsprechend diesem Kriterium könnten alle religiösen Organisationen als Sekten bezeichnet werden. Doch das Wort „Sekte“ wird heute allgemein in einem anderen Sinn gebraucht. Wie die katholische Publikation Die Sekten und wir schreibt, bezeichnet es unter anderem eine Anzahl Menschen, die einem bestimmten Führer Gefolgschaft leisten und so eine geistige Gemeinschaft bilden. Und wie Meyers Enzyklopädisches Lexikon sagt, ist heute mit dem Wort Sekte „noch immer weitgehend die Vorstellung von etwas Abartigem, Gefährlichem, Widersetzlichem signalisiert“...

Gelegentlich werden Jehovas Zeugen von Anti-Sekten-Organisationen und von den Medien als Sekte bezeichnet. In jüngster Zeit wurden sie in einigen Zeitungsartikeln sogar mit religiösen Gruppen in Verbindung gebracht, die für ihre fragwürdigen Praktiken bekannt sind. Doch ist es korrekt, Jehovas Zeugen als eine kleine Randgruppe zu bezeichnen? Sektenmitglieder kapseln sich oft von Freunden, Familienangehörigen und sogar von der Gesellschaft im allgemeinen ab. Ist das bei Jehovas Zeugen der Fall? Bedienen sich die Zeugen der Täuschung und gegen die Moral verstoßender Praktiken, um Mitglieder anzuwerben.

Sektenführer sind dafür bekannt, daß sie gewisse Manipulationsmethoden anwenden, um den Sinn ihrer Anhänger zu beherrschen. Gibt es irgendwelche Hinweise darauf, daß Jehovas Zeugen das tun? Ist ihre Anbetung in einen Schleier des Geheimnisses gehüllt? Folgen sie einem menschlichen Führer, den sie verehren? Oder direkt gefragt: Sind Jehovas Zeugen eine Sekte?

So liegt es an diesem heutigen „wahllosen Gebrauch“ des Wortes, daß die Wachtturm-Gesellschaft fragt, ob es fair ist, Jehovas Zeugen das Etikett „Sekte“ aufzukleben (Jehovas Zeugen sollten mit dem Wort „abtrünnig“ ebenso besonnen umgehen, wie es ihnen um das Wort „Sekte“ geht - aber das ist eine eigene Diskussion). Es soll hier nicht unser Ziel sein, einen Schluß zu ziehen, ob Jehovas Zeugen bona fide als Sekte" in Frage kommen; wir wollen hier Fakten liefern, damit sich der Leser ein eigenes Urteil bilden kann.

Bevor wir die von Jehovas Zeugen im genannten Artikel selbst gestellten Fragen untersuchen, wollen wir nicht nur die Definition in der Brockhaus Enzyklopädie und umgekehrt die Wachtturm-Definition einer Sekte" bedenken, sondern auch das, was führende Experten auf dem Gebiet des Sektenbewußtseins" sagen. Ein solcher Fachmann, Steven Hassan, ehemaliger Moonie und Autor des Bestsellers Ausbruch aus dem Bann der Sekten (Rowohlt, 1993), vertritt die Meinung, daß die Mitglieder einer Gruppe noch lange nicht der Gedankenkontrolle unterliegen, wenn auch ihre Gruppe in der Öffentlichkeit als Sekte wahrgenommen wird.

Wie gesagt, Hassan war selbst mehrere Jahre lang Mitglied der Vereinigungskirche (besser bekannt als "Moonies"). Nachdem er aus ihr herausgebracht und deprogrammiert worden war, wurde er durch diese Erfahrung motiviert, eine umfassende Studie des von ihm so bezeichneten "Sektenphänomens" zu machen. Seither ist er zu einem bekannten Ausstiegsberater und einer Autorität zu dem Thema in Amerika geworden. Auf Seite 66 (deutsch) seines Buches bemerkt er:

Über 900 Menschen - Männer, Frauen und Kinder, Weiße und Schwarze -, die in Jonestown, Guyana, tot im Dreck liegen. Das sind die Bilder, die wachgerufen werden, wenn man heute von Sekten" spricht ... Aber diese Bilder erfassen nur einen Teil des modernen Sektenphänomens.

Dennoch heißt es auf der Seite 68:

Nicht jede Gruppe, die als Sekte" bezeichnet werden könnte, weil sie scheinbar merkwürdige Glaubensideen und Praktiken hat, ist notwendigerweise schädlich für ihre Mitglieder. Eine totalitäre, persönlichkeitszerstörende Sekte unterscheidet sich von einer normalen gesellschaftlichen oder religiösen Gruppierung unter anderem dadurch, daß sie ihre Mitglieder mit Druck überredet oder anderen schädlichen Einflüssen unterwirft, um sie in der Gruppe zu halten.

Hassan identifiziert vier entscheidende Kriterien für Bewußtseinskontrolle und betont den Punkt: "Bewußtseinskontrolle ist keine Gehirnwäsche." [Seite 95] Auf Seite 112 seines Buches umreißt er die vier Komponenten der Bewußtseinskontrolle:

Verhaltenskontrolle, Gedankenkontrolle, Gefühlskontrolle und Informationskontrolle - schon jede Form der Kontrolle für sich hat einen starken Einfluß auf den menschlichen Geist. Zusammen bilden sie ein totalitäres Netz, das selbst die willensstärksten Menschen manipulieren kann. Tatsächlich sind es gerade solche Menschen, die die engagiertesten und enthusiastischsten Sektenmitglieder abgeben. Keine einzelne Gruppe verwendet alle in diesem Abschnitt beschriebenen Methoden.

Mit dem Gedanken im Sinn, daß Menschen unter Bewußtseinskontrolle sich dieser nicht bewußt sind, folgt nun eine Liste von Beobachtungen aus Hassans Buch über seine Erfahrung als Moonie in der Vereinigungskirche und einiger seiner Schlüsse über totalitäre Sekten.

Gedanken eines früheren Moonies

Aus dem Bestseller von Steven Hassan Ausbruch aus dem Bann der Sekten

Die Munies verstehen es nämlich hervorragend, die Leute davon zu überzeugen, daß ehemalige Mitglieder satanisch seien und schon sich in ihrer Nähe aufzuhalten gefährlich sein könne [Seite 19]

Man beachte die Paradoxie: Während Mun erklärtermaßen die Welt vereinigen will, sät er mit vielen seiner Taktiken Neid und Bosheit unter seinen Führungskadern und sorgt damit effektiv für einen Mangel an Einheit. [Seite 49]

Je mehr Leute sich gegen uns stellten, desto stärker wurde unser Einsatz. [Seite 50]

Es war, als wären wir Gottes Heer mitten in einem spirituellen Krieg - die einzigen, die jeden Tag an die Front gehen und gegen Satan kämpfen konnten. [Seite 51]

Auf diese Weise wollten mich die Munies daran hindern, einigen irritierenden Fragen über die Gültigkeit der Zeitparallelen" aus der Geschichte der Wiederherstellung" nachzugehen. Ich hatte da nämlich einige krasse Ungereimtheiten entdeckt. Es war gefährlich, wenn jemand in meiner Position in der Organisation Fragen stellte, auf die es keine Antwort gab. [Seite 52]

Tatsächlich waren es ja meine Ideale und meine eigene Vorstellung von einer idealen Welt gewesen, die mich zu den Munies gelockt hatten. Und genau diese Ideale gaben mir am Ende auch die Kraft, die Gruppe zu verlassen und die von Sekten praktizierte Bewußtseinskontrolle öffentlich anzuprangern. [Seite 64]

In den USA üben Sekten einen gewaltigen wirtschaftlichen Einfluß aus: sie kaufen riesige Immobilienobjekte auf und übernehmen Hunderte von Betrieben. [Seite 67]

Sie indoktrinieren ihre Mitglieder so, daß diese nur die besten Seiten der Organisation offenbaren. Den Mitgliedern wird beigebracht, sämtliche negativen Gefühle in bezug auf die Gruppe zu unterdrücken und stets ein lächelndes, glückliches" Gesicht zu zeigen. [Seite 74]

Manche Sekten erzeugen in ihren Mitgliedern systematisch krankhafte Ängste vor einem Ausstieg aus der Gruppe. Die modernen Sekten verstehen sich darauf, ihren Mitgliedern lebendige Schauerbilder tief ins Unbewußte einzupflanzen, so daß sie sich schließlich nicht mehr vorstellen können, ohne die Gruppe jemals wieder glücklich und erfolgreich sein zu können. [Seite 81]

Auf die gleiche Art nehmen die von den Sekten generierten Ängste den Menschen ihre Wahlmöglichkeiten. Die Mitglieder glauben wirklich, sie würden zugrunde gehen, wenn sie jemals die Sicherheit der Gruppe verließen. Sie sind überzeugt, daß es keinen anderen Weg für sie gibt, um spirituell, intellektuell oder emotional zu wachsen. Sie werden durch diese manipulativen Techniken regelrecht versklavt. [Seite 82]

Ob es uns gefällt oder nicht - jeder ist verletzlich durch Bewußtseinskontrolle. Jeder will glücklich sein. Jeder braucht Liebe und Zuneigung. Jeder strebt nach Besserem im Leben: mehr Weisheit, mehr Wissen, mehr Geld, mehr Status, mehr Sinn, besseren Beziehungen, besserer Gesundheit. Genau auf diese grundlegenden menschlichen Eigenschaften und Sehnsüchte spekulieren die Sektenwerber. Man muß sich immer wieder klarmachen, daß in den meisten Fällen die Leute nicht den Sekten beitreten: Die Sekten werben die Leute an. [Seite 85]


Einige Grundprinzipien der Sozialpsychologie und Gruppendynamik:

Im Ergebnis belegen diese Studien durchgängig die Wirksamkeit von Techniken zur Verhaltensmodifikation, Gruppendruck und Autoritätsgehorsam. Diese drei Faktoren zusammen bezeichnet man in der Psychologie als den Beeinflussungsprozeß".. [Seite 99]

In totalitären Sekten wird die Ideologie als die Wahrheit", als das einzig gültige Abbild" der Realität verinnerlicht. Die Doktrin dient nicht nur dazu, ankommende Informationen zu filtern, sondern auch zur Steuerung des Denkens über die Information ... Die Gruppe hat den Anspruch, alle Antworten auf alle Probleme und Situationen bereitzuhalten. [Seite 104]

Ein weiteres Schlüsselelement der Gedankenkontrolle besteht darin, die Anhänger darauf zu trainieren, jegliche kritische Information über die Gruppe abzublocken. [Seite 105]

Wenn ein Sektenmitglied eine Information als Angriff auf den Sektenführer, die Lehre oder die Gruppe empfindet, dann geht sofort eine Mauer der Feindseligkeit hoch. Die Mitglieder werden darauf gedrillt, jede Kritik für unwahr zu halten. So werden kritische Worte zum Beispiel im voraus entkräftet als die Lügen über uns, die Satan den Menschen in den Kopf setzt" ... Paradoxerweise bestätigt Kritik an der Gruppe, daß die Weltsicht der Sekte korrekt ist. Die vermittelte Information kommt nicht an. [Seite 106]

[Gefühlskontrolle] ... der Terror des Entdecktwerdens und der Bestrafung durch die Führer. [Seite 108]

Wer sich je in einer Beichtsitzung einer Sekte wiederfindet, der sollte an folgende Warnung denken: Alles, was Sie sagen, kann und wird gegen Sie verwendet werden. Das kann bis zur Erpressung nach dem Ausstieg aus der Sekte gehen. [Seite 109]

Die wirksamste Technik zur Gefühlskontrolle ist die Erzeugung irrationaler Ängste ... Die Leute werden so konditioniert, daß sie bei dem Gedanken, die Gruppe zu verlassen, eine panische Reaktion entwickeln ... [Seite 109]

Wenn Sektenführer gegenüber der Öffentlichkeit betonen: Die Mitglieder können gehen, wann immer sie wollen; die Tür ist offen", dann tun sie so, als hätten die Mitglieder ihren freien Willen und einfach gewählt, zu bleiben. Doch in Wirklichkeit haben die Mitglieder vielleicht längst keine Wahlfreiheit mehr, weil man ihnen starke Ängste vor der Außenwelt eingeimpft hat (Milieukontrolle). Diese bewußt erzeugten Ängste machen es den Menschen psychologisch unmöglich, sich für den Ausstieg zu entscheiden, nur weil sie unglücklich sind oder etwas anderes tun möchten. [Seite 109]

Die Informationskontrolle erfaßt auch sämtliche Beziehungen. Die Mitglieder dürfen miteinander niemals über etwas sprechen, was den Führer, die Doktrin oder die Organisation kritisiert. Die Mitglieder müssen sich gegenseitig bespitzeln und unschickliche Äußerungen oder Aktivitäten der Führung melden. [Seite 110]

Insbesondere sollen die Mitglieder jeden Kontakt mit Ehemaligen oder Kritikern meiden. Diejenigen, die am meisten Informationen liefern könnten, gilt es besonders zu meiden. [Seite 110]

Die Sektenmitglieder denken natürlich, sie wüßten besser über die Vorgänge in der Gruppe Bescheid als Außenstehende, doch bei der Ausstiegsberatung konnte ich oftmals feststellen, daß sie am allerwenigsten wissen. [Seite 111]

Informationskontrolle wird in diesen Organisationen auch dadurch erreicht, daß verschiedene Ebenen von Wahrheit" geschaffen werden. Sektenideologien bestehen aus Doktrinen für die Außenwelt und Doktrinen für die Insider. Das Material für die Außenwelt ist meist ziemlich glatter Stoff für die allgemeine Öffentlichkeit und die Neulinge. Die internen Doktrinen werden erst ganz allmählich, mit fortschreitender Einbindung des Mitglieds, enthüllt. [Seite 111]

Die Doktrin ist die Wirklichkeit - In einem Milieu der Bewußtseinskontrolle ist es nicht mehr möglich, die Dogmatik der Gruppe als bloße Theorie oder als eine Möglichkeit aufzufassen, die Wirklichkeit zu deuten oder zu suchen. Die Doktrin ist die Realität. [Seite 130]

Da Bewußtseinskontrolle darauf beruht, im Individuum eine neue Identität zu schaffen, erfordert die Sektendogmatik stets, daß jemand seinem eigenen Selbst mißtraut. Die Doktrin wird dann zum Masterprogramm" für alles Denken, Fühlen und Handeln. Da sie die perfekte und absolute WAHRHEIT ist, wird jeder Fehler in ihr lediglich als Reflex auf die Unvollkommenheit des Gläubigen ausgelegt. Man bringt ihm bei, daß er sich an das vorgeschriebene Rezept halten muß, auch wenn er es eigentlich nicht richtig versteht. Gleichzeitig hält man ihn dazu an, härter zu arbeiten und fester zu glauben, damit er die Wahrheit besser verstehen lernt. [Seite 130]

Die Doktrin kann keine andere Gruppe als berechtigt (gut, fromm, real) anerkennen, da dies ihr Wahrheitsmonopol in Frage stellen würde. Sie läßt keinen Raum für Deutungen und Abweichungen. Liefert die Doktrin einmal keine unmittelbare Antwort, so muß das Mitglied einen Führer fragen. Hat dieser auch keine Antwort parat, dann kann er die Frage immer noch als unwichtig abtun. [Seiten 130, 131]

Manche Gruppen erzeugen in ihren Anhängern einen regelrechten Verfolgungswahn. Sie reden ihnen ein, sie würden ständig von Geistwesen beobachtet, die von ihnen Besitz ergriffen, sobald sie einmal Gedanken oder Gefühle abweichend von der Auffassung der Sekte hegten. [Seite 131]

Elitementalität - Den Mitgliedern wird das Gefühl vermittelt, einem Elitekorps der Menschheit anzugehören. Dieses Gefühl, etwas Besonderes zu sein, mit einer Avantgarde überzeugter Gläubiger an entscheidenden Schritten in der Menschheitsgeschichte teilzuhaben, erzeugt eine starke emotionale Bindung und erhält die Motivation zu Aufopferung und harter Arbeit aufrecht. [Seite 131]

Paradoxerweise blicken Sektenanhänger auf jeden herab, der in einer anderen Sekte ist. Sie sind schnell mit abfälligen Feststellungen wie: Diese Leute sind in einer Sekte" oder Sie sind diejenigen, die man einer Gehirnwäsche unterzogen hat". Sie sind nicht fähig, aus ihrer eigenen Perspektive herauszutreten und sich selbst objektiv zu betrachten. [Seite 132]

Dieses Gefühl, einer auserwählten Elite mit einer vorherbestimmten Aufgabe anzugehören, bringt allerdings auch eine schwere Bürde der Verantwortung mit sich. Man macht den Mitgliedern klar, daß sie die gesamte Menschheit im Stich ließen, wenn sie ihre Pflichten nicht in vollem Umfang erfüllten. [Seite 132]

Der Wille der Gruppe steht über dem Willen des einzelnen - In allen totalitären Sekten muß sich das Individuum der Gruppe unterwerfen. Das übergreifende Ziel" muß der Mittelpunkt sein, das individuelle Ziel" wird ihm untergeordnet. In einer totalitären Sekte ist es grundsätzlich falsch, an sich selbst oder auch nur eigenständig zu denken. Zuerst kommt die Gruppe. Absoluter Gehorsam gegenüber Vorgesetzten ist eines der allgemeingültigsten Kennzeichen von Sekten. Individualität ist schlecht, Konformität ist gut. [Seiten 132, 133]

Glückseligkeit durch gute Leistungen - Einer der verlockendsten Aspekte am Leben in der Sekte ist das Gemeinschaftsgefühl, das es fördert. Am Anfang scheint es, als sei die Liebe hier bedingungslos und grenzenlos, und die neuen Mitglieder sind überwältigt von all der Anerkennung und der Zuwendung, die sie bekommen. Aber schon nach wenigen Monaten, wenn sie fester in die Gruppe eingebunden sind, werden Lob und Aufmerksamkeit entzogen und auf Neuangeworbene gerichtet. Das Mitglied muß lernen, daß die Liebe nicht bedingungslos, sondern von guten Leistungen abhängig ist. [Seite 134]

In der Tat empfinden Sektenanhänger in Situationen der Entbehrung (z.B. Sammelaktionen bei klirrender Kälte oder brütender Hitze) oder Verfolgung (Verhaftung wegen Gesetzesverstößen oder gerichtliche Verfahren gegen sie) ein außerordentlich tiefes Gefühl der Kameradschaft und des gemeinsamen Märtyrertums. Da die einzig echte Bindung jedoch die zum Führer ist, wird beim näheren Hinsehen deutlich, daß diese Bande in Wirklichkeit sehr oberflächlich und manchmal sogar nur eingebildet sind. [Seiten 134, 135]

Schwierigkeiten werden stets dem Mitglied angelastet. Sie entstehen durch seinen zu schwachen Glauben, sein mangelndes Verständnis, seine schlechten Vorfahren", bösen Geister usw. Das Mitglied fühlt sich permanent schuldig, daß es den Erwartungen nicht gerecht wird ... In allen totalitären Sekten, die ich kenne, ist die Angst ein zentraler Motivationsfaktor. [Seite 135]

Viele Gruppen lehren, daß die Apokalypse unmittelbar bevorsteht. Manche beanspruchen für sich, den Weltuntergang abzuwenden, während andere nur glauben, daß sie ihn überleben werden ... Die Zukunft ist für das Sektenmitglied die Zeit der Belohnung, weil die große Wende eingetreten ist ... [Seiten 136, 137]

Für viele Gruppen steht der Zeitpunkt der Apokalypse fest: meist ist er auf 2 bis 5 Jahre in die Zukunft verlagert - gerade so weit entfernt, um nicht schon bald diskreditiert zu werden, aber auch noch nahe genug, um emotionalen Druck auszuüben. Diese Prophezeiungen sind oft durch die Eigenschaft charakterisiert, immer mehr in den Hintergrund zu treten, je näher der große Tag rückt. In anderen Gruppen glaubt man so lange an den Zeitplan, bis er sich wirklich nicht bewahrheitet. [Seite 137]

Gewöhnlich gibt das Sektenoberhaupt dann einfach einen neuen Zeitplan heraus, der das große Ereignis um ein paar Jahre verschiebt. Wenn er dies ein paarmal getan hat, mögen einige langjährige Mitglieder zynisch werden. Aber bis dahin gibt es schon wieder genügend neue Mitglieder, die nicht wissen, daß der Sektenführer den Zeitpunkt schon mehrmals verschoben hat. [Seite 137]

In einer totalitären Sekte gibt es niemals einen legitimen Grund, auszusteigen ... Den Mitgliedern wird sehr gründlich eingetrichtert, daß ihr Ausstieg schreckliche Folgen für sie, ihre Familie und/oder die gesamte Menschheit hätte. [Seiten 137, 138]

Auch wenn Sektenanhänger oft sagen: Zeige mir einen Weg, der besser ist als meiner, und ich werde austreten", läßt man ihnen gar nicht die Zeit oder das geistige Werkzeug, um diese Aussage vor sich selbst zu beweisen. Sie sitzen fest in einem psychologischen Gefängnis. [Seite 138]

Ich hatte einige Fälle, wo die Sektenführer nicht auf Geld aus" waren, aber offensichtlich süchtig nach persönlicher Macht. Viele extreme Bibelsekten haben Führer, die kein auffälliges Luxusleben führen und die Gott und die Bibel als Autoritäten über sich anzuerkennen scheinen. Aber sie benutzen ihre Interpretation der Bibel und des Willens Gottes dazu, Menschen zu manipulieren und zu beherrschen. [Seiten 178, 179]

Stellt sich die Lehre einer Gruppe nach außen anders dar als nach innen? [Seite 179]

Zur Täuschung zählen glattes Lügen, Auslassen wichtiger Informationen oder ihre absichtliche Verzerrung. Die meisten Sektenwerber würden leugnen, überhaupt jemanden anwerben zu wollen. [Seite 180]

In Sekten wird sehr viel Zeit mit Gruppenaktivitäten verbracht. Für das Privatleben oder für Freunde und Familie wird dem Mitglied nur ein Minimum an Zeit zugestanden. Auch bleibt wenig Zeit, einmal etwas anderes zu lesen als die Sektenlektüre oder etwas anderes zu erlernen als die Sektenpraktiken Natürlich geben sich dieSektenanhänger die größte Mühe, dem Außenstehenden glaubhaft zu machen, daß sie ein ganz normales" Leben führen. Doch wenn man Sektenmitglieder einmal in längere Diskussionen verwickelt, wird deutlich, daß die meisten jeglichen Bezug dazu verloren haben. [Seite 184]

Ein sehr deutliches Anzeichen dafür, daß jemand einer Gruppe angehört, die ihre Mitglieder geistig manipuliert, ist die mangelnde Fähigkeit, selbständig Entscheidungen zu treffen. Auch wenn Sektenmitglieder gegenüber Außenstehenden stets behaupten, unabhängig zu sein, zeigt ein Blick hinter die Kulissen, daß sie wichtige Entscheidungen nicht treffen können, ohne zuerst ihre übergeordneten Mitglieder um Erlaubnis zu fragen. [Seite 184]

Das dritte Kriterium ist die Freiheit der Mitglieder, die Gruppe wieder zu verlassen. Einfach formuliert, sitzen Mitglieder totalitärer Sekten in einem psychischen Gefängnis. Wie oben erläutert, pflanzen totalitäre Sekten ihren Mitgliedern panische Ängste davor ein, was passieren würde, wenn sie der Gruppe jemals den Rücken kehrten. [Seite 186]

Eine häufig gestellte Frage ist, ob alle totalitären Sekten gleichermaßen gefährlich sind. Die Antwort ist ein schlichtes Nein, wie eine vernünftige Betrachtung der verschiedenen Gruppen zeigt. Beispielsweise sind nicht alle Gruppen so destruktiv wie "People's Temple" oder so extrem wie die terroristischen Politsekten im Nahen Osten. Auch ist nicht jede Gruppe so trügerisch, vereinnahmend und gefährlich für das Individuum, seine Familie und die Gesellschaft wie die Mun-Organisation ... Gelegentlich werde ich auch gefragt, ob sich totalitäre Sekten im Laufe der Zeit wesentlich verändern können. Die Antwort ist ja. Es gibt Gruppen, die ursprünglich mit sehr guten Absichten begonnen haben, aber damit enden, daß sie ihre Anhänger seelisch manipulieren und die Öffentlichkeit täuschen. [Seite 187]

Die ausschlaggebende Frage ist, ob sich jemand die Zeit genommen hat, mit ehemaligen Mitgliedern zu sprechen und kritische Literatur zu lesen, um sich selbst eine Meinung über die Gruppe zu bilden. Der Sektenanhänger sagt vielleicht noch, daß er dazu bereit wäre. Doch wenn ihn seine Familie dann beim Wort nimmt, macht er fast immer einen Rückzieher. Wenn nicht, dann ist bereits der erste Schritt aus der Gruppe heraus getan. [Seite 195]

Rationale Diskussionen helfen einfach nicht mehr, wenn jemand unter Bewußtseinskontrolle steht. [Seite 237]

Schicken Sie keine unerbetenen Presseartikel ... Solche Informationen schaden mehr, als sie nützen. [Seite 246]

Jedes Sektenmitglied ist darauf programmiert, sämtliche negativen" Gedanken über den Sektenführer, die Lehre oder die Organisation abzublocken, und ist ferner indoktriniert zu glauben, seine Gruppe sei allen anderen überlegen und vollkommen anders. [Seite 272]

Die Ausgestoßenen - Ich habe etliche Leute kennengelernt, die aus ihren Gruppen ausgestoßen wurden, weil sie sich angeblich gegen die Autorität sträubten und zu viele Fragen stellten ... Die "Ausgestoßenen" sind von allen Ehemaligen am schlimmsten dran. Im Fall von religiösen Sekten fühlen sie sich nicht nur von der Gruppe, sondern von Gott selbst zurückgewiesen ... Diese Menschen, mit all ihren Ängsten vor der Welt außerhalb der Sekte, werden ausgesetzt an einem Ort, den sie als totale Finsternis empfinden. Vielen Ausgestoßenen erscheint Selbstmord als eine echte Alternative zu ihrem Leid. [Seite 280]

Es ist wichtig, daß Ehemalige ihren Schmerz annehmen und sich mit ihm auseinandersetzen. Sie müssen die nötige Trauerphase durchmachen. Was dabei offenbar am meisten hilft, ist, den Leuten zu zeigen, daß sich durchaus auch Positives aus ihrer Mitgliedschaft ergeben hat und daß sie durch diese Erfahrung viel stärker geworden sind. [Seite 283]

Die mystische Manipulation kann in diesen Sekten eine ganz besondere Qualität annehmen, da die Führer zu Mittelsmännern Gottes werden. Die gottzentrierten Grundsätze können zwingend vorgebracht und exklusiv beansprucht werden, so daß die Sekte und ihre Glaubensideen zum einzig wahren Heilsweg werden. [Seite 317]


Wie kann man nun also eine "Sekte" definieren?

Wenn es nach den Definitionen in den Wörterbüchern geht, sind alle religiösen Gruppen außer den lange bestehenden orthodoxen Religionsgemeinschaften Sekten.

Aus dem eingangs zitierten Artikel im Wachtturm läßt sich die WTG-Definition ableiten:

  • Eine religiöse Gruppe [...], die für ihre fragwürdigen Praktiken bekannt ist
  • kapseln sich oft von Freunden, Familienangehörigen und sogar von der Gesellschaft im allgemeinen ab
  • bedienen sich der Täuschung und gegen die Moral verstoßender Praktiken, um Mitglieder anzuwerben
  • wenden gewisse Manipulationsmethoden an, um den Sinn ihrer Anhänger zu beherrschen
  • Anbetung in einen Schleier des Geheimnisses gehüllt
  • folgen [...] einem menschlichen Führer, den sie verehren

Aus Hassans Beobachtungen über die Moonies und andere Sektenorganisationen sowie Berichten von Antisektenorganisationen ergeben sich einige weitere Identifikationsmerkmale für die Definition:

  • Das Anwerben wird von allen Mitgliedern vorgenommen (obwohl sie vielleicht abstreiten, was sie tun).
  • Die Leute dürfen nicht kritisch über die Führung, die Lehre oder die Organisation diskutieren oder Material lesen, das sich kritisch mit der Religion auseinandersetzt.
  • Die Mitglieder sind geschult, Kritik an der Religion für Lügen Satans zu halten.
  • Die Mitglieder spionieren einander nach und berichten unziemliche Handlungen oder Bemerkungen den Führern.
  • Die Mitglieder werden gelehrt, alles zu unterdrücken, was die Religion einem Außenstehenden gegenüber negativ erscheinen ließe.
  • Gewöhnlich ist die Lehre absolut, und die Lehre wird als "die Wahrheit" verinnerlicht.
  • Den Mitgliedern wird gesagt, sie sollten den Kontakt mit Ehemaligen und Kritikern meiden, selbst innerhalb der Familie.
  • Den Mitgliedern wird eine tiefe Angst davor eingeimpft, jemals die Organisation zu verlassen, und wer doch geht, der ist des Teufels.
  • Gefühlskontrolle ... der Terror des Entdecktwerdens und der Bestrafung durch die Führer.
  • Disziplinarische Maßnahmen durch die Gruppenführer, darunter vielleicht auch der Ausschluß für solche Dinge wie, die Vorgehensweise oder die Lehre der Organisation zu hinterfragen.
  • Leute verzichten auf Ausbildung und weltliche Karriere, um sich an der Rekrutierung Neuer und anderen Organisationsaktivitäten zu beteiligen.
  • Befürworten den Umgang allein mit den Mitgliedern der Organisation.
  • Viele Sekten glauben, das Ende der Welt sei sehr nahe, und sagen vielleicht Daten voraus.
  • Angst vor der Trennung von der Organisation.
  • Glauben, daß nur sie die wahre Religion haben.

Sind die Zeugen jehovas eine Sekte?

Wir wollen einmal anhand der vorangegangenen Informationen die Fragen untersuchen, die in dem Artikel im Wachtturm vom 15.Februar 1994 gestellt werden:

Doch ist es korrekt, Jehovas Zeugen als eine kleine Randgruppe zu bezeichnen?
In Anbetracht der Tatsache, daß die Wachtturm-Organisation mit einer kleinen Versammlung von Bibelforschern" durch C.T. Russell in den späten 1800er Jahren begann, die einer Versammlung der Second Adventists entsprang, mögen wir fragen: Zu welchem Zeitpunkt, ab welcher Mitgliederzahl ließ die Wachtturm-Gesellschaft die Grenze zu einer religiösen Randgruppe hinter sich? War es bevor oder nachdem sie von Jehova Gott zum Sprachrohr für die ganze Welt durch die Seiten des Wachtturms in diesen letzten Tagen vor Harmagedon" gemacht worden war?

Sektenmitglieder kapseln sich oft von Freunden, Familienangehörigen und sogar von der Gesellschaft im allgemeinen ab. Ist das bei Jehovas Zeugen der Fall?
Ist es nicht wahr, daß Jehovas Zeugen ihren Mitgliedern -- besonders ihren Kindern in der Schule -- davon abraten, Umgang mit weltlichen" Freunden oder Angehörigen haben, indem gesagt wird, Zeugen seien kein Teil der Welt"? (Johannes 15:19) Was ist im Unterredungsbuch auf den Seiten 418, 419 unter Schlechter Umgang" gemeint, wo 1.Kor.15:33 angeführt wird, um von Freundschaften mit Personen abzuraten, die keine Zeugen Jehovas sind? Wird Kindern von Zeugen Jehovas in der Schule etwa erlaubt, an Clubs und sozialen Aktivitäten, darunter auch Sport, außerhalb des Lehrplans teilzunehmen?

Bedienen sich die Zeugen der Täuschung und gegen die Moral verstoßender Praktiken, um Mitglieder anzuwerben?
Das mag davon abhängen, was man als Täuschung oder als gegen die Moral verstoßend ansieht. Würde man einen Zeugen Jehovas direkt fragen -- der entweder im Haus-zu-Haus-Dienst an die Tür gekommen ist oder der bei einem Todesfall deinen Namen aus der Todesanzeige hat -- würde man also fragen, ob die Zeugen da sind, weil sie hoffen, dich zu einem Zeugen Jehovas zu machen, würden sie das gewöhnlich abstreiten. Wenn man jedoch fragt, ob es stimmt, daß es ihre Aufgabe ist, vor Harmagedon andere Schafe" zu finden, um sie in die Wachtturm-Hürde zu bringen, weil alle Lebenden außer den Zeugen Jehovas vernichtet werden -- wie mag der Durchschnittszeuge da reagieren? Sie werden versuchen, dir den Eindruck zu vermitteln, daß du die Hoffnung hast, deine verstorbenen Angehörigen sehr bald auf einer paradiesischen Erde wiederzusehen - aber man muß schon sehr dängen, damit sie zugeben, daß das nur gilt, wenn du dich ihnen anschließt und Harmagedon überlebst.

Sektenführer sind dafür bekannt, daß sie gewisse Manipulationsmethoden anwenden, um den Sinn ihrer Anhänger zu beherrschen. Gibt es irgendwelche Hinweise darauf, daß Jehovas Zeugen das tun?
Auf der Grundlage des vorangegangenen Materials über die Techniken der Bewußtseinskontrolle bei Sekten muß jeder selbst sagen, ob die Wachtturm-Gesellschaft zu einer der Taktiken greift, um die Loyalität der Mitglieder auf die Organisation zu lenken und zu binden.

Ist ihre Anbetung in einen Schleier des Geheimnisses gehüllt?
Nach dem Buch Der Gewissenskonflikt von Raymond Franz, einem ehemaligen Glied der leitenden Körperschaft, beschließt dieses Gremium Festlegungen in der Lehre, der Anbetung und bei disziplinarischen Maßnahmen, darunter Ausschlüssen, hinter verschlossenen Türen.

Folgen sie einem menschlichen Führer, den sie verehren?
Lehrt die Wachtturm-Gesellschaft nicht mehr, daß die leitende Körperschaft und der gesalbte" Überrest als Gruppe Mittler zwischen der Mehrzahl der Zeugen und Jesus Christus sind?

Oder direkt gefragt: Sind Jehovas Zeugen eine Sekte?
Gemäß den Definitionen in der Brockhaus-Enzyklopädie und anderen Wörterbüchern, der Wachtturm-Definition oder der von Antisektenorganisationen, scheint es davon abzuhängen, welcher Definition von "Sekte" man zuneigt.


Nachwort: Das hervorragend geschriebene und übersetzte Buch Ausbruch aus dem Bann der Sekten von Steven Hassan ist im Rowohlt-Verlag (Reinbek / 1993) erschienen, aber leider nur noch antiquarisch erhältlich. Obwohl es mit keinem Wort die Zeugen Jehovas erwähnt, treffen die Aussagen auch auf diese zu. Die Zitate aus dem Buch haben dem Leser hoffentlich Appetit auf das ganze Buch gemacht.