FECRIS 2009: Destruktive Kulte und Menschenrechte Drucken E-Mail
Geschrieben von: infolink   
Dienstag, den 02. Juni 2009 um 12:20 Uhr

FECRIS Annual ConferenceAm 15. und 16. Mai 2009 fand in St. Petersburg der diesjährige Kongress der FECRIS, eines europäischen Dachverbandes zur Aufklärung über das Sektenwesen, statt. Erstmalig mit dabei: Vertreter des Netzwerks Sektenausstieg e.V.

Jedes Jahr treffen sich unter dem Dach der FECRIS (Fédération Européenne des Centres de Recherche et d'Information sur le Sectarisme) mehrere Hundert Sektenforscher und –Aufklärer aus ganz Europa. Die diesjährige Konferenz der beim Europarat akkreditierten NGO stand unter dem Motto: „Destructive Cults and Human Rights“ und war an der juristischen Fakultät der St. Peterburger Uni zu Gast. Durch die Konferenz führte der angesehene russische Sektenforscher Professor Alexander Dvorkin, Leiter des Zentrums für religionswissenschaftliche Forschung und Ratsvorsitzender für Durchführungen der staatlichen religionswissenschaftlichen Begutachtungen unter dem Justizministerium der Russischen Föderation.

Dabei zeigte sich erneut, dass totalitär verfasste Kulte und Sekten unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit gerade auch die jungen Demokratien Osteuropas attackieren, unterwandern bzw. für ihre Zwecke ausnutzen. Jeglicher Versuch dieser Länder, ihre noch zarte Demokratie zu schützen, wird seitens der Sekten sofort als Angriff auf die Religionsfreiheit, auf Meinungsfreiheit, ja ganz global auf Menschenrechte und –würde verstanden. Hier gilt es, die verantwortlichen Entscheidungsträger in den Kommunen, in den Verwaltungsbezirken und im Staat mit den entsprechenden Hintergrundinformationen zu versorgen.

Vor diesem Hintergrund nutzte der Vorsitzende des Netzwerks Sektenausstieg e.V., Michael M. Drebing, die Gelegenheit, vor Vertretern verschiedener europäischer Lokal- und Provinzregierungen als auch des russischen Justizministeriums zum Thema „Jehovah’s Witnesses and Mental Violation“ (Zeugen Jehovas und psychische Gewalt) Stellung zu beziehen. Drebing zu seiner Motivation: „Sekten wie die Zeugen Jehovas sind heutzutage multinational aufgestellt. Wir werden mit unserem Kampf gegen totalitäre und menschenverachtende Strukturen nur dann einen Erfolg haben, wenn auch wir bereit sind, über Ländergrenzen hinweg zusammenzuarbeiten und uns auf das zu konzentrieren, was uns – gleich ob französischer, russischer oder deutscher Staatsbürger – verbindet: Menschenrechte sind Rechte eines jeden Menschen, und niemand hat das Recht, im Namen Gottes oder einer anderen Macht daran herumzudeuteln.“

Die Verletzung der Menschenrechte zu verhindern, darum ging es auch stets in den zahlreichen Interviews für Radio, TV und Betroffenenorganisationen. Dabei setzt Drebing sowohl auf staatlichen Schutz (z.B. der in Sekten aufwachsenden Kinder) als auch auf Aufklärung: „Viele der Manipulationsmechanismen funktionieren nur, wenn man sie nicht erkennt. Also zeigen wir anhand konkreter Beispiele auf, wie Sekten wie z.B. die Zeugen Jehovas, ihre Mitglieder manipulieren und kontrollieren.“

Ein durchaus angenehmer Nebeneffekt dieser Konferenz: Das Netzwerk Sektenausstieg konnte nicht nur Kontakte nach Osteuropa knüpfen, sondern auch zu Personen aus der deutschen Medienszene sowie hinein in die Landes- und Bundespolitik.

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