Religion rechtfertigt nichts Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jonathan   
Montag, den 14. Juli 2008 um 14:53 Uhr
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Religion rechtfertigt nichts
Das Volk Gottes - Die Christen
Noch ein Volk Gottes - Der Islam
Der theokratische Imperativ

Vorwort:

Aus gegebenen Umständen spreche ich im Folgenden von monotheistischen Religionen und ihrem Gott.

Religion. Der protestantische Theologe Paul Tillich sagte einmal, Religion sei, was uns unbedingt angeht. Und damit hat er vollkommen Recht. Religion geht uns an. Unbedingt. Dabei ist es völlig egal, ob man nun Christ, Muslim, Jude, Buddhist, Atheist, Agnostiker oder was auch immer ist. Religion geht uns unbedingt an. Warum?

Diese Frage ist ganz einfach mit wenigen Worten zu beantworten. Religion wirkt auf uns ein, direkt sowie indirekt. In meinem Fall war es die religiöse Erziehung und das bestehende Interesse an Glaubensfragen sowie an der Religion allgemein. Bei meinem Nachbar ist es die anstehende Kirchensteuer, obwohl er sonst mit der Kirche eigentlich gar nichts am Hut hat. Die Kassiererin im Supermarkt an der Ecke mag einmal im Quartal in den Tempel gehen, wobei ihre Chefin darauf schwört, in der Esoterik Gott in sich selbst zu finden. Und der Kunde will von alledem nichts wissen, muss aber samstags morgens den Zeugen Jehovas erklären, dass er kein Interesse hat. Ein guter Freund von mir, der sehr religionsneutral erzogen wurde, war der Meinung, er habe mit Religion nichts am Hut. Dennoch gingen 90% unserer Gespräche um Gott, die Welt, die Bibel, den Koran und diverse Glaubensrichtungen.

Religion ist wie feiner Sand, irgendwo und irgendwie kommt immer etwas durch, auch wenn man denkt, man sei völlig geschützt. Meiner Meinung nach ist eben das sehr gut. Es hat den Anschein, als ob Religion wieder mehr und mehr an Einfluss gewinnt. Sehr deutlich wird diese Tatsache unter anderem dadurch, dass im UN-Menschenrechtsrat jegliche Kritik an der islamischen Scharia verboten wurde – als sakral erklärt. An anderer Stelle wird der steigende Einfluss von Religion in dem Zulauf durch Megachurches, besonders in den U.S.A., stark vor Augen geführt.

Worin besteht die Attraktivität der Religion, dass sie seit Menschendenken so viel Macht und Einfluss erlangte? Nun, Religion beschäftigt sich mit den tiefgehenden Fragen des Lebens.

Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was geschieht nach dem Tod? Was für ein Sinn hat mein Leben? Wie kann ich meinem Leben einen Sinn geben?

Darüber hinaus gibt sie Hoffnung. Und das in vielerlei Hinsicht. Sie lässt hoffen, verstorbene Menschen wieder zu sehen, die man geliebt hat. Sie lässt hoffen, nach dem Tod in ein schöneres Dasein zu kommen. Sie lässt hoffen, dass jemand hilft, wenn man allein ist, dass Leiden gelindert werden, die Welt ein besserer Ort wird. Und vor allem: Sie verspricht Frieden.

Diese Hoffnung(en) sind für unzählige Menschen ein ungeheurer Trost für diverse Lebenslagen. Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sich dadurch das Lebensgefühl (und somit womöglich die Lebensqualität) der Betroffenen sehr verbessert. Hinzu kommen Einrichtungen wie Diakonische Werke, Schulen und andere Institutionen, die ‚Dienst am Menschen’ anbieten.

Nicht zu verachten sind sicherlich auch gewisse moralische Grundbausteine, zu deren Erhalt Religion beitragen mag. Dazu gehören Eckpfeiler des sozialen Gefüges wie die Regel, seinen Gegenüber so zu behandeln, wie man es sich selbst als Behandlung wünscht. Nicht stehlen, Wahrheit sprechen, sich in Demut üben.

Sicherlich könnte man noch diverse weitere Beispiele hinzufügen, welche die positive Seite der Religion mehr verdeutlichen. Aber schon diese Beispiele reichen aus um zu sagen, dass Religion für viele Menschen einen großen Nutzen darstellt.

Bilden diese Aspekte, welche die positive Seite der Religion darstellen, irgendwelche Rechtfertigungsgründe? Das ist die Frage, mit der sich mein Essay beschäftigt. Im Folgenden möchte ich von einigen, zum Teil sehr bekannten, zum Teil eher unbekannten, Ereignissen und Beispielen für religiöse Interaktionen berichten, welche unweigerlich zu einer gewissen Konsequenz führen. Dieser Konsequenz werde ich mich in einem Unterpunkt zuwenden und sie in selbigem belegen.

Im Verlauf möchte ich darum bitten, die Bedeutung des Wortes „Rechtfertigungsgründe“ im Hinterkopf zu behalten:

Umstände, die bei einer Straftat oder unerlaubten Handlung die Rechtswidrigkeit ausschließen ...
Der Brockhaus

Let’s talk, Volk Gottes.

 

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