Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel

Über das Buch „Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ von Michael Schmidt-Salomon (Autor) und Helge Nyncke (Illustrator) erschienen im Alibri Verlag ist schon im Vorfeld viel spekuliert worden. Dem hpd bot sich exklusiv die Gelegenheit, die Druckfahnen vorab zu sichten.

Der Rabbi, der Bischof, der Mufti und das Ferkel

Das Buch erzählt die Geschichte des kleinen Ferkels und des kleinen Igels, die stets „großen Heidenspaß" hatten. Doch dann entdecken sie eines Tages ein Plakat, auf dem geschrieben steht: „Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!“ Darüber erschrecken die beiden sehr, denn sie hatten ja gar nicht geahnt, dass ihnen etwas fehlte. Also machen sie sich auf den Weg, um „Gott“ zu suchen. Über die Abenteuer, die unsere beiden Helden später auf dem „Tempelberg“ erleben, sei an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Nur soviel: Rabbi, Bischof und Mufti erscheinen, obgleich sie sich in den Haaren liegen, als gleichermaßen verrückt, wie Ferkel und Igel nach überstandener Suche im Irrgarten der Religionen einhellig feststellen. „Und die Moral von der Geschicht': Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht!“

Das frechste Kinderbuch aller Zeiten

Das von Helge Nyncke liebevoll illustrierte Buch ist nicht nur witzig, charmant und gescheit, es ist - auch wenn man mit Superlativen dieser Art sparsam umgehen sollte - das frechste Kinderbuch aller Zeiten! Denn so etwas hat es bislang noch nicht gegeben: Ein Bilderbuch, das die Religionskritik unverhohlen in die Kinderzimmer bringt, das (religiöses) Judentum, Christentum, Islam schon für Grundschüler verständlich als Wahnsysteme entlarvt! Es ist sicherlich kein Zufall, dass dieses für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen amüsante „Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen“ in etwa zeitgleich mit der deutschen Ausgabe des internationalen Bestsellers „Der Gotteswahn“ von Richard Dawkins erscheint. Denn in gewisser Weise handelt es sich hier um eine Art „Dawkins for Kids“. Brach Dawkins das Tabu, Religionen offen als Wahnsysteme zu bezeichnen, so brechen Schmidt-Salomon und Nyncke das wohl noch größere Tabu, dass man Kindern solche ernüchternden Erkenntnisse doch bitte vorenthalten möge.

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