delphinsommer

Die sechzehnjährige Nathalie ist wie ihre Eltern Mitglied der religiösen Gemeinschaft „Kirche des Herrn“.

Zahlreiche Regeln und Verbote führen dazu, dass Nathalie einfach anders ist als ihre Mitschüler. Ihr Außenseitertum erträgt sie kraft ihres Glaubens und kraft der Liebe ihrer Eltern.

Nathalie und ihr StiefvaterDurch äußere Umstände begünstigt, beginnt an sie an den bis dahin für sie unumstößlichen Glaubenssätzen zu zweifeln und stößt schnell an die Grenzen der Wahrheit, wie die „Kirche des Herrn“ sie formuliert. Für Nathalie beginnt ein schmerzvoller Weg. Sie muss erkennen, dass „die Kirche des Herrn“ mit rigiden Methoden ihre Mitglieder auf Linie hält, dass gelogen wird, wenn es als der „Sache“ dienlich erscheint, dass es ein systematisches Ausloten der Not fremder Menschen gibt, und dass ihr Stiefvater nicht nur ein liebevoller Vater sein kann, sondern auch ein Mann, der vor körperlicher Züchtigung nicht zurückschreckt.

„delphinsommer“ zeichnet den Weg eines schmerzlichen Bewusstwerdens für ein junges Mädchen, das aus der engen Welt ihrer religiösen Gemeinschaft ausbricht.

Die Autorin Regine Bielefeld schrieb das Drehbuch nach Erlebnisberichten junger Frauen, die aus Sekten ausgebrochen sind. Im Zuge dieser Recherchen bestanden intensive Kontakte sowohl zu KIDS e.V. als auch zum Netzwerk Sektenausstieg e.V.

Auch im Jahr 2007 macht man sich selbst in einem Land wie der Bundesrepublik Deutschland oft keinen Begriff davon, welchen Ordnungen Menschen sich und andere unterwerfen, die allen Grundregeln von Demokratie, Selbstbestimmung und religiöser Toleranz widersprechen.

In Zeiten, in denen einige dieser religiösen Gemeinschaften versuchen, trotz offenkundiger Ablehnung des sie umgebenden Staates, dessen Anerkennung und steuerliche Vorteile zu erwerben, soll dieser Film helfen, ein Bewusstsein für die Nöte von Aussteigern zu schaffen.

Buch: Regine Bielefeldt
Kamera: Volker Tittel
Musik: Fabian Römer + Dieter Schleip
Schnitt: Christel Sukow
Ausstattung: Peter Francis Lewis
Producer: Michaela Nix
Redaktion: Wolf Dietrich Brücker, Frank Tönsmann
Regie: Jobst Oetzmann